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KT Alarmierendes 2017: Lootbox und Paywall-Wahnsinn

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Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Bei manchen Spielen muß man sich mittlerweile echt schon fragen, ob die primär überhaupt noch zur Unterhaltung entwickelt werden, oder nur noch als Vehikel zur Ausbeutung des Spielers. Wenn im Grunde jegliche Belohnung und jeder Spielfortschritt an ein Gambling-System mit Bezahloption gekoppelt ist. Welche Rolle spielt dann noch die Mühe des Spielers? Wenn sowieso alles einem gesteuerten Zufall unterliegt und Vorteile käuflich sind.

Früher hat man sich das Power-Up auf den Maps oder Arenen erkämpft, mittlerweile kann mein Gegenüber trotz gleicher Klasse, Waffe und ähnlichem Skill im Vorteil sein, weil er einfach nur Glück beim Lose Ziehen hatte. Das ist doch absurd, wo kann man da noch von fairen Matches sprechen? Man muß sich dann doch permanent fragen, ob der jeweilige Top-Player im Match vielleicht einfach nur Glück mit seinen Perks hatte, oder die eigenen nicht gut genug sind. Man wird mit ständigen Defiziten konfrontiert, welche eigentlich eine Frage des eigenen Könnens sein sollten, und nicht des Geldbeutels oder Zufalls.

Und natürlich gibt es seit jeher Spiele, bei denen der Loot und die eigene Stärke einem gewissen Zufall unterliegen, z.B. Diablo oder Borderlands, aber das sind immer noch Singleplayer-Titel und keine Wettkämpfe mit anderen Spielern. Man stelle sich nur vor Boss XY hätte bei jeder Begegnung mal mehr Hit-Points, mal 'ne höhere Feuerrate, oder auch mal ein alles blockendes Schild, vielleicht auch mal 'nen Revive oder Feuerschaden...einfach so, weil Zufall. Und man selber könnte immer nur auf sein Glück hoffen, diesmal doch das richtige Equipment und die passende Skillung zu haben.
 
Die Lootboxen-Debatte hat nun auch in Deutschland begonnen. Losgetreten durch drei Eilanträge der Freien Wähler, SPD und der CSU im Bayrischen Landtag!
Nachdem bereits die belgische Glücksspielkommission entschieden hat, dass Lootboxen als Glücksspiel gelten und damit Spiele wie Overwatch oder Star Wars: Battlefront 2 illegales Glücksspiel anbieten, kommt man nun auch in Deutschland auf den Trichter, die Debatte loszutreten. Und den Startschuss hierfür gab Bayern, besser gesagt die SPD, CDU und die Freien Wähler. Sie stellen jeweils Eilanträge, um die Diskussion zu starten.



Bei der 117. Sitzung des Bayrischen Landtags am 29. November hatte man über mehrere Dringlichkeitsanträge abgestimmt. Sie alle hatten das Thema Glücksspiel und Jugendschutz im Bezug auf Lootboxen als Thema. Dann gab man den Anträgen der SPD und der CSU statt. Dies bedeutet nun, dass die von der CSU geführten Bayrischen Regierung sich mit dieser Problematik befassen muss. Außerdem müssen sie nun die Kommission für Jugendmedienschutz einschalten. Im Kern verlangen die Anträge eine Aufklärung der Jugendlichen, eine höhere Transparenz seitens der Hersteller und dass die gesetzlichen Handlungsspielräume überprüft werden.



Das Protokoll der Sitzung ist im Internet frei einsehbar und hier einmal mehr hochgeladen. Hier kann man im späteren Verlauf sehen, wie vier Parteien miteinander diskutieren und ihre Stellung zu dem Thema klar machen und überlegen die verschiedenen Maßnahmen, die zur Stärkung des Jugendschutzes bei Glücksspielen dienen.



„Wir müssen uns dieses Themas intensiv annehmen – nicht nur, weil es um Milliardenbeträge beim Umsatz geht, sondern auch deshalb, weil es um das Taschengeld unserer Kinder und die Gefahr der Spielsucht geht. […] Unser Lösungsvorschlag, den wir in dem Antrag präsentieren, zielt darauf ab, der Entwicklung in Richtung der sogenannten Loot Boxen oder Beuteboxen etwas entgegenzusetzen. Gerade bei Jugendlichen ist die Gefahr, dass eine entsprechende Wirkung – auch auf die Psyche – eintritt, sehr groß. Diese Sucht kostet viel Geld. Deshalb muss die Grenze zwischen bloßem Spiel und Glücksspiel sehr exakt gezogen werden. Wir sind der Auffassung, in den beschriebenen Fällen geht es um Glücksspiel. Deshalb sollten solche Spiele erst ab 18 Jahren erlaubt sein.“ -Prof. Dr. Michael Piazolo (FW)



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Vorschlag an die Bundesregierung weitergegeben
Die Freien Wähler möchte jedoch nicht nur die Diskussion im Landtag von Bayern führen. Sie richteten deshalb den Vorschlag auch direkt an die Bundesregierung. Dabei streben sie eine Änderung des Jugendschutzgesetzes und die Ergänzung der Vorgaben der USK sowie der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien. Zwar gab die USK schon vor einigen Monaten bekannt, dass man bei Lootboxen generell kein Glücksspiel sieht und sie auch nicht die Befugnis hätten, höhere Altersfreigaben mit Bezahl- und Geschäftsmodellen zu begründen.



Die CSU hingegen wird vorerst laut Antrag nur die Kommission für den Jugendmedienschutz einschalten. Hier werden problematische Online-Angebote überprüft und ist auch für Online-Spiele zuständig. Vor allem ist man sich aber einig, die Medienkompetenz der Kinder und Jugendlichen zu stärken. Auch deshalb, da man eine Freigabe von Spielen ab 18 nach der aktuellen Gesetzeslage nicht zulassen kann. Um dies zu bewerkstelligen müsste man den Glücksspielvertrag abändern, jedoch sehen die Parteien dies kritischer.



Und zum Schluss fordert die SPD, dass überhaupt erst einmal geprüft werden muss, ob Spiele mit Lootboxen allgemein eine Einstufung ab 18 erhalten sollten. Unter anderem, da sie eine hohe Suchtgefahr mit sich bringen. Die Bayrische Staatsregierung soll nun laut der SPD eine Einschätzung abgeben um dabei herauszufinden, ob eine Einbindung von Lootboxen in Spielen problematisch zu betrachten ist. Und außerdem, welche nächsten Schritte man dagegen einleiten könnte.



Verena Osgyan von den Gründen möchte sogar überprüfen, ob man Lootboxen in den Glücksspielvertrag mit einbinden sollte. Dies hat ihre Fraktion jedoch noch nicht als Antrag zur Abstimmung abgegeben.



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Zwei Anträgen wurde zugestimmt
Mit dem ersten Antrag brachte die Freien Wähler eine Diskussion in Deutschland ins Rollen, welche schon in vielen anderen Ländern begonnen hat. Zwar lehnte man ihren Antrag ab, den der SPD und CSU stimmte man hingegen zu. Damit wird die Debatte nicht beendet sein und Gremien, Kommission und Politiker werden sich weiter mit dem Thema beschäftigen und im Fokus behalten.



Vorerst muss aber vor allem die Bayrische Landesregierung auf die zwei entschiedenen Anträge reagieren und eine Antwort abgeben. Laut Pressestelle kann man damit aber nicht mehr in diesem Jahr rechnen.



Wir halten euch auf dem Laufenden, wie es mit der Lootboxen-Diskussion nun auch in Deutschland weitergeht.
 
Seh ich genau andersrum. Im Gegensatz zu PS4- und XBOX-Spielen wird im Bereich Mobile-Games sicher schon heute mit Jugendlichen schon (zu) viel Umsatz gemacht. Ganz leicht, wenn Papas KK im AppStore hinterlegt ist. Sind immer nur ein paar Cents. Bis dann die Rechnung kommt...

Dann muss man in der Erziehung was falsch gemacht haben wenn das Kind einen beklaut. Bei einem Trading Card Game ist es völlig normal zufallsgeneriert Karten aus einem Pack zu bekommen. Muss das Game deshalb USK18 sein? Die Games bieten nämlich auch ohne Echtgeldzahlung genug Fortschritt an nur mit Geld beschleunigt man alles.

Und nebenbei hab ich mir das als Kind auch zunutze gemacht. Yu-Gi-Oh Online z.B. das Gold Sarco Set was es mal bei Gunslinger gab (7siege in Folge im single Modus sprich selbst das ist 75% Glück weil du im Gegensatz zu best of three eben nicht auf den Gegner reagieren kannst) hat ein Set mit RMT am ersten Wochenende gut 80$ gebracht. EIN EINZIGES SET!

Ich hatte nach den zwei Wochenenden 300+€ gut gemacht. Und das auch ohne lootboxen. Wer Kohle ausgeben will um Zeit zu sparen um seine Sammlung komplett zu bekommen, starke spielbare Karten zu haben oder einfach nur weil er schlecht ist wird es auch ohne lootboxen machen. Dann ändert man das System einfach.


Die Lösung ist es nicht das der Staat diesen Markt reguliert sondern das die Entwickler von Vollpreistiteln sich selbst regulieren weil es vom Endkunden abgestraft wird.

Das einzige was nämlich z.B. passieren würde ist das EA aus FIFA das Ultimate Team entfernt und das Ultimate Team einfach extra verkauft mit USK18 Logo.
 
Ich gehe mal davon aus, dass du keine Kinder hast?

Und dich wahrscheinlich auch noch nicht mit Kinderspielen im AppStore auseinandergesetzt hast? Dabei ist es fast unerheblich, ob es auch positive Beispiele gibt. Selbst dumme Biene Maja-Spiele bieten heute Ingame-Purchases.

Klar liegt es in meiner Verantwortung, meinen Account mit Passwort zu schützen, damit mein Kind nicht einfach auf Kaufen klicken kann. Aber wo sind wir angekommen, wenn selbst Kinderspiele schon darauf setzen? Und das zeigt mir, dass der Markt es eben nicht immer alleine reguliert.

Davon abgesehen würde ich meinem Sohn auch nicht freudestrahlend auf die Schulter klopfen, wenn er mir verkündet, dass er gerade 300€ "verdient" hat.

Ich will ja auch nicht, dass sowas verboten wird. Es sollte aber im Sinne des Jugendschutzes, noch mehr aber im Sinne des Verbraucherschutzes klare Trennlinien geben die zumindest eine klare Kennzeichnung mit sich ziehen.
 
Sehr gut EA :lol:

Da habt ihr was losgetreten. Und ja, bei den Entwicklungen in den letzten Jahren auch und v.a. im Mobile Markt muss sich der Gesetzgeber einfach mal die Gesetzeslage anschauen, die ja aus Zeiten stammt, zu denen kein Mensch an die heutigen Möglichkeiten gedacht hat und das einfach mal mit der Realität vergleichen.
Und auch in meinen Augen gibt es da für Publisher zu viele Möglichkeiten, Minderjährigen ganz legal Kohle über Kleinbeträge aus der Tasche zu ziehen.

Natürlich sind da auch Eltern in der Pflicht, ihren Kindern Medienkompetenz beizubringen. Aber das kann man nicht als Generalausrede für die Publisher heranziehen, dass die sich bequem aus der Schusslinie bringen können. Denn nicht umsonst arbeiten v.a. im mobilen Sektor (und wohl auch bei EA) Psychologen am "Gamedesign" mit. Die typischen Mobile Games werden zuerst aus der Perspektive designt, mit welchen Methodiken man den Spieler möglichst effizient "überreden" kann, Geld auszugeben. Danach wird halt das Spiel um diese Prämisse herumgestrickt. Gibt dazu ziemlich widerliche Aussagen von CEO von King Games.
Und dass sich auch AAA-Publisher Gedanken darum machen, zeigt u.a. das neulich veröffentlichte Patent von Activision, wie man Matchmaking möglichst gewinnbringend manipulieren kann.
Und gerade Jugendliche sind eben einfach anfällig für solche Tricks, da kann man als Eltern auch nur begrenzt dagegenstehen, wenn man sein Kind nicht isoliert von modernen Technologien erziehen will.
 
Das einzige was nämlich z.B. passieren würde ist das EA aus FIFA das Ultimate Team entfernt und das Ultimate Team einfach extra verkauft mit USK18 Logo.
Das bezweifel ich, wenn diese Dinge EU-weit reguliert werden. Das USK18 Logo und den separaten Verkauf würde den Modus unrentabel werden lassen. Diese Entwicklung wäre ja auch von entsprechender Medienresonanz begleitet und Praktiken wie Loot Boxen wären dann ganz schnell in der öffentlichen Meinung als Abzocke gebrandmarkt.
 
Ist noch nicht lange her, da standen hierzulande alle Arcade-Automaten in den Glücksspielhallen, weil sie von der Politik mit Glücksspiel gleichgesetzt wurden, was wiederum die komplette Arcade-Kultur in diesem Land im Keim erstickt hat. Ist auch noch nicht lange her, da gab's hierzulande noch lange Killerspieldebatten und zensierte deutsche Versionen, und die absurd großen FSK- und USK-Sticker sind ebenfalls noch ein Erbe dieser Zeit. Also wenn deutsche Politiker auf irgendwelche Züge aufspringen, um irgendwas zu regulieren, was wiederum auch noch die Popkultur betrifft, bin ich da eigentlich immer eher nervös, als erleichtert... :O_o:
 
Zuletzt bearbeitet:

Ähm das war in doch in dem Vorgänger auch schon so in dem Ultimate Modus, da gabs für den Modus alles aus Lootboxen. Das ist doch prinzipiell 1:1 wie Fifa. Hier wird es auch wieder 2 Online Modi geben, 1x mit vorgefertigten normalen realen Kämpfern und 1x der Lootbox Modus.

EDIT: Keine Verteidigung, aber letztes Jahr hat es keine Sau interessiert. :|
 
Ist noch nicht lange her, da standen hierzulande alle Arcade-Automaten in den Glücksspielhallen, weil sie von der Politik mit Glücksspiel gleichgesetzt wurde, was wiederum die komplette Arcade-Kultur in diesem Land im Keim erstickt hat. Ist auch noch nicht lange her, da gab's hierzulande noch lange Killerspieldebatten und zensierte deutsche Versionen, und die absurd großen FSK- und USK-Sticker sind ebenfalls noch ein Erbe dieser Zeit. Also wenn deutsche Politiker auf irgendwelche Züge aufspringen, um irgendwas zu regulieren, was wiederum auch noch die Popkultur betrifft, bin ich da eigentlich immer eher nervös, als erleichtert... :O_o:

Geht mir ehrlich gesagt auch so. Hoffe da eher, dass auf europäischer Ebene eine Lösung gefunden wird. Aber der deutschen Regierung die Macht über ein modernes Videospielthema zu geben, ist, als würde man einem Kind Nuklear-Codes und Startkonsole geben und hoffen, dass es verantwortungsvoll damit umgeht.
 
Geht mir ehrlich gesagt auch so. Hoffe da eher, dass auf europäischer Ebene eine Lösung gefunden wird. Aber der deutschen Regierung die Macht über ein modernes Videospielthema zu geben, ist, als würde man einem Kind Nuklear-Codes und Startkonsole geben und hoffen, dass es verantwortungsvoll damit umgeht.
Europäische Lösungen müssen auch immer vom jeweiligen Land in nationales Recht überführt werden und dabei gibts dann eben Interpretationsspielraum. Würde daher nicht viel ändern.

In den letzten Jahren gab es doch eine Entwicklung zum Positiven in dem Bereich, daher würde ich mal leise Hoffnung schöpfen, dass das durchaus sinnvoll ablaufen könnte und man sich evtl. von Fachleuten beraten lässt, bevor man irgendwas entscheidet, was nicht zielführend ist.
 
Europäische Lösungen müssen auch immer vom jeweiligen Land in nationales Recht überführt werden und dabei gibts dann eben Interpretationsspielraum. Würde daher nicht viel ändern.

In den letzten Jahren gab es doch eine Entwicklung zum Positiven in dem Bereich, daher würde ich mal leise Hoffnung schöpfen, dass das durchaus sinnvoll ablaufen könnte und man sich evtl. von Fachleuten beraten lässt, bevor man irgendwas entscheidet, was nicht zielführend ist.

Europäisches Recht gilt erst einmal unmittelbar in den Mitgliedsstaaten ohne großen Interpretationsspielraum und könnte dann ins nationale Recht übertragen und verschärft werden. Es macht also letztendlich einen großen Unterschied, ob die Lösung auf nationaler oder internationaler Ebene gefunden werden muss.
 
Europäische Lösungen müssen auch immer vom jeweiligen Land in nationales Recht überführt werden und dabei gibts dann eben Interpretationsspielraum. Würde daher nicht viel ändern.

In den letzten Jahren gab es doch eine Entwicklung zum Positiven in dem Bereich, daher würde ich mal leise Hoffnung schöpfen, dass das durchaus sinnvoll ablaufen könnte und man sich evtl. von Fachleuten beraten lässt, bevor man irgendwas entscheidet, was nicht zielführend ist.

So Fachleute wie den Pfeiffer und sein Institut? Mit seiner komplett durchgeknallten Frau als selbsternannte "Videospiel-Expertin durch Zuschauen" im Schlepptau? :O_o:
 
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