Foren Aktuelles Erstellen Mitglieder Anmelden

KT Alarmierendes 2017: Lootbox und Paywall-Wahnsinn

  • Ersteller Ersteller Gelöschte Mitglieder 617
  • Erstellt am Erstellt am

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Nee, so einfach ist das nicht.

Um digitale Medien anbieten zu können, muss eine riesige Infrastruktur im Hintergrund laufen, die stetig immense Kosten frisst. Und sofern der Publisher keinen eigenen Store betreibt, muss er auch die Einnahmen mit dem Betreiber teilen. Zudem vergisst du komplett die Entwicklung, deren Kosten sich vervielfacht haben. Schau dir mal den Abspann von Donkey Kong auf dem SNES an, da haben 25 Leute oder so dran gearbeitet. Heute hast du 300 Leute, die drei Jahre lang an einem Spiel werkeln plus Service nach Release, der auch gestemmt werden muss.
 
Es geht heutzutage doch nur um eins und das ist den shareholdern zeigen zu können wer die dicksten Eier hat. Die Filmbranche macht es doch vor. Jedes Jahr ein paar Marvel Filme, jedes Jahr ein Star wars. Immer schön die Kuh melken. Berechenbarkeit ist das Zauberwort.

Einer der Gründe warum die COD Serie so erfolgreich ist, ist z.b. ihr jährliches erscheinen, immer im gleichen Zeitraum. Da können sich die Händler drauf einstellen, können weit im vorraus planen, paradiesisch für beide Seiten. Gab auch Mal ein Interview wo einer von Activision meinte das das so mit ein Hauptgrund für den Erfolg der Reihe ist.

EA macht das alles ja demnach nicht für Nüsse oder um zu schauen wie weit sie gehen können. Hier glaubt doch keiner ernsthaft das ein Konzern von der Größe bei einem Spiel der Größe "Mal gucken was so passiert" sagt. Das sind einfach so Erfahrungswerte aus der Marktforschung. Progression mit lootboxen ist einfach der absolute Shit und läuft in unzähligen spielen ausgezeichnet. Da kann die Presse sich die Finger wund tippen. Ein FIFA wird auch nächstes Jahr wieder Rekordzahlen schreiben.

TL,Dr ich lasse Mal mein neu erworbenes Star Trek wissen raus: EA sind wie die Borg. Man hat jetzt mit einem Phaser auf sie geschossen und ein Spiel ausgeschaltet, aber die nächsten Spiele werden einfach was an ihren Schilden verändern und am Ende trotzdem alle assimilieren.

Für EA ist Wiederstand am Ende einfach nur Spannung durch Stromstärke.
 
Ich frage mich halt nur, warum die Preise für Retailspiele nicht angehoben bzw. nicht schon längst angehoben worden sind.
Die Preise sind ja relativ stabil geblieben, zumindest zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Vor 20 Jahren hat man für ein SNES - Spiel häufig auch schon 160,-DM hinblättern müssen.

Von der rechtlichen Seite (Preiskartell , Absprache bla bla bla) mal abgesehen, wäre es für die Publisher doch ein leichtes,
sich auf eine Erhöhung der Preise zu verständigen. Gerade bei Games hat man ja schwerlich die Möglichkeit auf ein Alternativprodukt auszuweichen. Dass dies funktioniert, zeigen genügend Beispiele aus anderen Branchen, bei denen die Produkte deutlich austauschbarer sind, als im Gaming-Sektor.

Ich denke, dass die Spieleindustrie sehr wohl auslotet, wie hoch sie mit den Preisen gehen kann. Mehr als 60 bis 70 Euro wird der Kunde einfach nicht bereit sein, für ein Vollpreisspiel zu bezahlen und die Entwickler würden auf ihren Produkten sitzen bleiben. Ist doch jetzt schon oft so, dass sich Spiele einfach nicht verkaufen und bereits wenige Wochen nach Release im Sale verrammscht werden müssen, um Schadensbegrenzung zu betreiben.

Ich sehe die Geiz-ist geil-Mentalität jedenfalls kritisch. Immer mehr Spieler kaufen doch nur noch im Sale. Wenn Spiele vom Spieler nicht auch mal finanziel wertgeschätzt werden, dann sehe ich die Branche auf ein Problem zusteuern. Ist ja auch irgendwo klar, dass die Publisher dann nur noch auf Zeug setzen, was sich einigermaßen sicher verkauft, und dass immer mehr Möglichkeiten gesucht werden, die Geld (zusätzlich zum Verkaufspreis) in die Kassen bringen.

Keine Ahnung, ob ich die Publisher zu sehr damit in Schutz nehme. Ich konnte mit BWL noch nie besonders viel anfangen. Aber vielleicht sollte man das Problem auch mal aus dieser Perspektive betrachten?
 
Ein Spiel kostet dich schon lange nicht mehr 60€. Wenn du das ganze Spiel haben willst bist du mit season Pass doch~90€ los. Auf der anderen Seite bekommt man spiele Inzwischen schon teils nach ein paar Wochen mit extremen Rabatten. Allein das es GT Sport jetzt schon für unter 30€ gibt :ugly:
 
Ein Punkt ist mit Sicherheit auch die schiere Menge an Spielen die heute veröffentlicht werden. Gefühlt gibt's jeden Monat 3 Titel die gut bis sehr gut sind. Ist doch nur logisch dass viele dann in Sales kaufen. Kann sich ja keinen leisten alles zu kaufen was einen interessiert.
 
Ein Punkt ist mit Sicherheit auch die schiere Menge an Spielen die heute veröffentlicht werden. Gefühlt gibt's jeden Monat 3 Titel die gut bis sehr gut sind. Ist doch nur logisch dass viele dann in Sales kaufen. Kann sich ja keinen leisten alles zu kaufen was einen interessiert.

Ich kaufe selber gerne in Sales, aber es gibt auch noch genügend Spiele, für die ich sofort zu Release mein Geld auf den tisch lege.
Ich glaube aber, dass es immer mehr Spieler gibt, die das nicht mehr machen.
Viele kaufen sich ihre 2 bis 3 Games as a Service pro Jahr und bleiben diesen Spielen dann treu und viele kaufen nur noch billig und auf Masse.
Und ich weiß nicht, ob ein immer größeres Angebot und ein immer größerer Preiskampf nicht irgendwann den Markt zusammenbrechen lassen.
 
Marktforschung: Über die Zukunft der Mikrotransaktionen
Die Marktforscher von SuperData haben im Zuge des Aufschreis über die Mikrotransaktionen bei Star Wars Battlefront 2 einen Bericht inklusive Prognose über die Umsätze durch Vollversionen (produktbasierte Monetisierung), Zusatzinhalte und Free-to-play (servicebasierte Monetisierung) veröffentlicht. Die Autoren gehen davon aus, dass der Umsatz der Spiele-Publisher durch "servicebasierte Monetisierung " (Games As A Service) in den nächsten Jahren stärker als durch produktbasierte Monetisierung steigen soll. Star Wars Battlefront 2 wird dabei von SuperData als Aushängeschild eines neuen und unangenehm wachsenden Schmerzes für die Spieleindustrie beschrieben. Eines der Probleme der Publisher sei das "endliche Publikum" und dass sie neue Methoden finden müssten, die Spieler länger an das Produkt zu binden und zugleich die Zugangsbarrieren zu senken.
92556078-vollbild.png

Die Autoren der Studie schreiben, dass Electronic Arts in der Hinsicht noch viel lernen müsse, um die Mikrotransaktionen den Spielern schmackhaft zu machen: "Auf dem schmalen Grat zwischen steigendem Inhaltsangebots und der Spieler-Bindung (und natürlich dem Umsatz) und dem Vergraulen von Spielern hat das laufende Experiment der Mikrotransaktionen sowohl Erfolge als auch Misserfolge gehabt. Obgleich sich die Spieler schnell darüber beschweren, dass die Publisher zusätzliche Inhalte für Spiele übermäßig monetisieren, unterstützen die Spieler weiterhin die servicebasierte Monetisierung mit ihrer Geldbörse", heißt es.
 
Nee, so einfach ist das nicht.

Um digitale Medien anbieten zu können, muss eine riesige Infrastruktur im Hintergrund laufen, die stetig immense Kosten frisst. Und sofern der Publisher keinen eigenen Store betreibt, muss er auch die Einnahmen mit dem Betreiber teilen. Zudem vergisst du komplett die Entwicklung, deren Kosten sich vervielfacht haben. Schau dir mal den Abspann von Donkey Kong auf dem SNES an, da haben 25 Leute oder so dran gearbeitet. Heute hast du 300 Leute, die drei Jahre lang an einem Spiel werkeln plus Service nach Release, der auch gestemmt werden muss.
+ Inflation.
 
Ein Spiel kostet dich schon lange nicht mehr 60€. Wenn du das ganze Spiel haben willst bist du mit season Pass doch~90€ los. Auf der anderen Seite bekommt man spiele Inzwischen schon teils nach ein paar Wochen mit extremen Rabatten. Allein das es GT Sport jetzt schon für unter 30€ gibt :ugly:

Grundsätzlich ja, allerdings ist das doch wieder so ein MP-only-Ding ... und da darf man wie gesagt auch nicht vergessen, dass für den Online-MP auch eine Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden muss, was es eben früher auch nicht gab.
Dazu muss ich auch sagen, dass ich rein im Singleplayer unterwegs bin und tatsächlich noch nie neben dem Spiel irgendetwas an extra-Inhalten gekauft habe. Bei den Seasonpässen z.B. weiß ich bis heute nicht so richtig, was das eigentlich ist.
 
Mal gucken, ob es reicht, um die Publisher wach zu rütteln. Aber das BF2-Debakel hat den Aktienkurs von EA um 8,5% sinken lassen, was gut 3 Milliarden Dollar Aktienwert entspricht. Prognostiziert war dagegen ein satter Gewinn, gerade wegen BF2.

Dazu anscheinend keine befriedigenden Verkaufszahlen (auch Black Friday Weekend lief mau) und durch MTs kommt auch kein zusätzliches Geld rein.

Läuft. :D
 
Woher weisst du das der BlackFriday Weekend für BF2 mau lief ? Gibts da seriöse Berichte zu ?

"We were underwhelmed by sell-through for Star Wars: Battlefront II (EA) over the Black Friday weekend, which follows a controversial launch for the game," Stifel analyst Drew Crum wrote in a note to clients Sunday.

Wenn ein vertrauter Analyst seinen Clienten schreibt, wird was dran sein. Der wird sich das ja nicht aus den Fingern saugen.

Dazu:

First week U.K. physical game sales of "Star Wars Battlefront II" declined 61 percent compared with "Star Wars Battlefront" from two years ago, according to GfK ChartTrack data. And the game is still not on the top 100 list of Amazon's best-selling video games year to date as of Tuesday.
 
Take-Two (Rockstar/2K): Gaming will be 100% digital in 5-20 years, feels lootboxes aren't gambling
"The whole gambling regulator thing, we don't view that sort of thing as gambling. Our view of it is the same as the ESA statement for the most part," Slatoff said. "That's going to play its course, but in terms of the consumer and the noise you hear in the market right now, it's all about content. It's about overdelivering on content and making sure you're focused on engagement. That has been our strategy and where we're focused, and as long as you keep your eye on that ball, you're going to be OK. The consumer's going to be really happy with what they get."
 
Grundsätzlich ja, allerdings ist das doch wieder so ein MP-only-Ding ... und da darf man wie gesagt auch nicht vergessen, dass für den Online-MP auch eine Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden muss, was es eben früher auch nicht gab.
Dazu muss ich auch sagen, dass ich rein im Singleplayer unterwegs bin und tatsächlich noch nie neben dem Spiel irgendetwas an extra-Inhalten gekauft habe. Bei den Seasonpässen z.B. weiß ich bis heute nicht so richtig, was das eigentlich ist.

Es ist kein Multiplayer only Ding.
Bestes Beispiel ist Destiny 1 oder The Division
Season Pass beste - Diese beiden Spiele haben TONNENWEISE neuen Singleplayer-Content gebracht.
 
EA macht fröhlich weiter, nächstes Kapitel: UFC.

EA Sports UFC 3 has the Single Most Egregious Microtransaction Model in Recent Memory
Every single technique, ability, fighter, and stat roll, is entirely acquired and upgraded through the loot box system. A brand-new player fresh out of the tutorials, can dump $1,000 into the game, acquire the rarest loot drops and immediately jump into online competition with a beastly custom fighter that has an exceedingly large health pool, vastly improved endurance, and substantially stronger strikes than the average player who simply pays the $60 price of admission. The higher the rarity of the item, the more significant the improvement overall. Pressing the square button to throw a punch at an opponent, quite literally the simplest and most obvious mechanic in an MMA game, perfectly exemplifies the absurdity of the microtransactions in question. A base level jab will do minimal damage to online opponents, however a fighter that purchases a loot box and acquires a five-star rarity level jab, will not only have a more efficient and powerful technique in combat, but will also be treated to a host of stat increases in all regards, making their player undeniably better in every scenario.
Microtransactions are also the only means of acquiring perks and boosts. Perks are powerful abilities that can be equipped for a small number of fights before expiring. They can range from a low-level stamina improvement during a certain phase, whether that be striking, grappling or ground game, to a significant hit point increase during pivotal health events, wherein your opponent has damaged you enough to potentially end the fight. Boosts on the other hand are similarly temporary enhancements that offer endurance boosts and durability bonuses. It is clear to see that in combination with technique enhancements and overall stat increases, EA has taken every single aspect of genuine competition and buried it."
https://www.astutegaming.com/single-post/EASPORTSUFC3BETA

E8Zyx_s-200x150.gif
 
Wenn EA von dem Vorgehen nicht wegkommt, wird sich das noch bitter für sie rächen.

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Spieler das noch lange mitmachen. Die VKZ von Gamblefront sprechen ja auch schon gut für diese Tendenz.
Und bleiben die Verkäufe weg, springen die Investoren ab, der Börsenkurs kracht in den Keller und das kann das auch für einen Riesen wie EA schnell gefährlich werden, v.a. wenn man die wahren kreativen Köpfe durch dieses widerliche, Shareholder-getriebene Businessmodell schon vorher verprellt und Studios mit Potenzial und Skill geschlossen hat und damit in einer Situation ist, aus der man sich schwer mit Innovation rausziehen kann.



Ich wünsche es ihnen (also EA als Konstrukt und den treibenden Anzugträgern dahinter) von ganzem Herzen.
 
Das sehe ich so noch nicht wirklich.
Hab ja schon gesagt Battlefront (und UC natürlich auch) sind doch die ungeliebten Enten.
Da fällt es ja leicht da zu verzichten.
Aber bei Fifa machen sie das doch schon seit geraumer Zeit bei Fifa so (wenn auch in einem eigenen Modus dafür und nicht ganz so plump) und es wird noch und nöcher gekauft. Und Lootboxen sind auch bei Halo und Gears und Forza nie unangenehm angeklungen in der Presse und da gabs auch keinen Spielerboykott.
Sollte Naughty Dog sowas bei Uncharted 5 im Multiplayer einbauen würden es trotzdem alle kaufen und dann sagen...jaaaaa aber ich spiele den Multiplayer ja gar nicht.

Ich glaube dass viele Leute bereit sind mehr Geld auszugeben, der Markt zeigt es, die Erträge zeigen es.
Es ist halt nur ein Grat ob man das "geschickt" macht und die Leute das gut finden oder ob man es "ungeschickt" also zu offensichtlich $-getrieben macht und die Leute das schlecht finden.
 
Zurück
Oben