"50+1 hat in seinen Ursprüngen Gutes bewirkt", sagt Wolfgang Holzhäuser, der ehemalige Geschäftsführer von Bayer Leverkusen und DFL-Funktionär, der heute für die Berateragentur Goldmedia tätig ist. "Doch inzwischen habe ich erhebliche Zweifel an der Regel. Sie ist überholt und unlogisch." Er hält sie für ein Relikt aus einer Zeit, als die Bundesliga noch von der Vereinskultur geprägt war und sich als Einheit mit dem gemeinnützigen Amateurfußball verstand.
Noch strenger bewertet Holzhäuser das Reglement,
das die Uefa vor fünf Jahren einführte. "Financial Fairplay wurde von den damals etablierten Clubs betrieben, um sich unliebsame Konkurrenz vom Leib zu halten."
Die beiden Finanzierungsregeln unterscheiden sich in vielen Details, doch in ihrer Wirkung ähneln sie sich. "Sie stärken und schützen immer Monopole", sagt Holzhäuser, also das Gegenteil von dem, was sie zu tun vorgeben. 50+1 erschwert Investitionen, denn Kapitalgeber möchten in der Regel alleine entscheiden, was mit ihrem Geld passiert. "Sie verhindert dadurch Innovation", sagt Holzhäuser. Apple wäre nie die weltverändernde Marke geworden, wenn das junge Unternehmen nicht oder nur begrenzt hätte Geld einsammeln dürfen.