Am nächsten waren die beide Optionen Verkürzung und Verlängerung ganz früh im Spiel, es stand noch 0:0, als Schalker Fans per Spruchband fragten: "Wenn wir jetzt ein Hurensohn-Plakat zeigen / hört ihr dann auch auf zu spielen / und wir schaffen es ins Elfmeterschießen?" Sie beließen es bei der Frage und damit waren beide Optionen auch wieder weit weg. Trotz des knappen Ergebnisses von 1:0 dominierte der FC Bayern das Spiel von Anfang bis Ende so klar, dass eine Verlängerung der Spielzeit nicht wirklich drohte. Und Gefahr auf Verkürzung bestand auch nicht, weil das H-Wort im Stadion fortan weder in Schrift noch in Ton zu vernehmen war.
H wie Hopp, der Vollständigkeit halber. H wie Hurensohn war dagegen sehr wohl zu vernehmen, aber eben nicht in Kombination mit H wie Hopp, sondern in Kombination mit Manuel Neuer. Direkt nach der Pause und dann noch einmal im Verlauf der zweiten Halbzeit widmeten sich Sprechchöre aus der Schalker Nordkurve lautstark der angeblichen Profession von Neuers Mutter. Daran schien sich keiner zu stören.
Schalkes Trainer David Wagner beteuerte, die entsprechenden Sprechchöre "überhaupt gar nicht" mitbekommen zu haben, was ob deren Lautstärke dann doch durchaus überraschte. Goretzka, wie Neuer ein Ex-Schalker, aber einer, dessen Umzug von Gelsenkirchen nach München ein geringeres Echo schlägt, hatte sie dagegen gehört und erklärte: "Die Schmähungen gegen Manuel gehören ja irgendwie dazu."