Ich bin gerade in den letzten Zügen von Far Cry 4 und weiß ehrlich gesagt nicht so recht, was ich von dem Spiel halten soll. Ich kann mich noch gut an den Durchlauf von Far Cry 3 erinnern. Da hat mich die Insel in Ihren Bann gezogen, ebenso wie das Storytelling und die Charaktere. Vor allem am Ende nach der getroffenen Entscheidung hatte ich so ein schlechtes Gewissen, dass ich den Checkpoint laden und meine Entscheidung revidieren musste.
Das ist aktuell bei Far Cry 4 absolut nicht der Fall. Ehrlich gesagt sind mir die Charaktere ziemlich gleichgültig und mir ist im Endeffekt auch egal, wer überlebt, wer stirbt oder was sonst passiert. Der Funke ist nicht übergesprungen. Dabei habe ich zwischenzeitlich das Gefühl gehabt, Ubisoft wolle den Charakteren ein wenig mehr Tiefe geben. Ein, zwei Quests später ist davon jedoch nichts mehr zu sehen gewesen. Außerdem scheint Ajay als Hauptcharakter gar keine große Rolle in Kyrat zu spielen. Klar, wir bringen Schurken zur Strecke, befreien Geiseln, rächen Dorfbewohner und helfen bei Übernahmen. Das alles fühlt sich jedoch nicht intensiv an und wird so dargestellt, als könnte jeder x-beliebige anderer Ausländer das ebenfalls machen.
Ich befinde mich momentan im Zwiespalt, weil Far Cry 4 auch durchaus gute Seiten zeigt. Die Spielwelt ist überraschen detailliert gestaltet. Irgendwo passiert immer was. So bin ich einmal mit meinem Gyrokopter über die Berge geflogen als ich gesehen habe, wie ein Adler seine Krallen in ein Wildschwein gegraben und mitsamt seiner Beute weggeflogen ist.
Am Ende bin ich jedoch froh, wenn ich die letzten Missionen beendet habe.