Afterburn [Blu-ray]
Afterburn - oder auf Deutsch: Durchfall. Denn das ist dieser Film. Schon lange keinen so belanglos-schlechten Action-Film mehr gesehen. Dave Bautista als weltbester Schatzsucher, der in einer Post-Apokalyptischen Welt für den selbsternannten König von England (Samuel L. Jackson) historischen Kunstgegenständen hinterher jagt. Diesmal der Mona Lisa in Frankreich.
Klingt doof, so doof, dass es als schmissiges B-Movie durchaus funktionieren könnte. Tut es aber leider nicht. Denn für spaßigen Trash nimmt sich Afterburn viel zu ernst und streut teils merkwürdig rührselige Szenen ein. Für einen ernsthaft guten Actionfilm reicht es andererseits auch nicht. Das Writing ist miserabel, oft peinlich, meist aber einfach nur langweilig. Was sind das für Bilder? "Wie viel Tiefenunschärfe und Weichzeichner sollen wir einsetzen? - JA!" Dagegen wirken selbst die digital-seifigen Netflix-Filme wie beste Bildkunst. Und Bautista, der meiner Meinung nach eigentlich deutlich mehr drauf hat als die meisten seiner Ex-Wrestler-Kollegen, liefert hier schauspielerisch wenn überhaupt genau das, also "den Ex-Wrestler im Actionfilm" ab. Ungelekes, uncooles Gespiele von allen beteiligten. Das war teilweise schon echt unangeneh anzusehen.
Das beste am Film war noch eine Auto-Panzer-Actionsequenz, die überraschend handgemacht inszeniert wurde. Aber ehrlich, wer spaßige, Post-Apokalyptische Auto-Action sehen will, schaut einfach Death Race. Der macht in seinen Genrekonventionen alles besser.
Uff/10* Papierschiffe
*Uff=3
Der Diamanten-Cop [Blu-ray]
Häufig ist es ja so, dass einem die verklärte Erinnerung einen Streich spielt und Filme, die man damals cool fand, heute nicht mehr zünden. Bei Der Diamanten-Cop ist mir doch tatsächlich das Gegenteil passiert. Da hatte ich sehr viel mittelmäßigeres erwartet. War eine runde, unterhaltsame Action-Comedy, in der Vollzeit-Dieb Miles (Martin Lawrence) sein Diebesgut während der Flucht eines gescheiterten Diamatenraubs im Lüftungsschacht einer naheliegenden Baustelle versteckt, bevor er gefasst wird und für mehrere Jahre in den Knast wandert. Endlich wieder auf freiem Fuß, macht er sich auf dem Weg zum einstigen Rohbau, um seine alte Beute wiederzubeschaffen, nur um festzustellen, dass dort nun ein neues Polizeipräsidium steht.
Abgesehen von einigen dezent aus der Zeit gefallenen Gags, die ich wegen meiner jugendlich gebliebenen, rechten Gehirnhälfte aber immer noch überraschend lustig finde

, gibt es hier geradlinige und sehr kurzweilige Bespaßung mit einem gut aufgelegten Lawrence. War 1999 sicher kein origineller Film, ist es auch heute nicht, aber zwischen den ganzen belanglosen 250 Millionen Dollar Netflix Produktionen (oder so einem Hirnfurz wie Afterburn da oben), die mich häufig mehr einschläfern als begeistern, macht so ein charmant-alberner, kompakter Actionflick eine überraschend gute Figur. Einer von (damals) vielen, aber einer der Spaß macht. Rip Peter Greene.
6/10 Lüftungsschächte
The Good Place - Die komplette Serie [Blu-ray]
Okay. Passiert ja selten, da ich in meinem Filmfanleben schon viel gesehen habe, gut einschätzen kann, was ich wo bekomme und dank des Internets immer mehr als außreichend informiert bin, aber manchmal werde ich noch überrascht. Und zwar volle Breitseite.
Denn immer wenn ich in den letzten Jahren zufällig über das Cover von The Good Place gestolpert bin, habe ich sofort weiter gescrollt. Irgend so eine random Sitcom, hab ich mir gedacht. Ja, Kristen Bell und Ted Danson, sehe ich beide ganz gerne, aber gereicht hat das nie, um mein Interesse zu wecken. Entsprechend hab ich nie irgendwas über diese Serie gehört oder gesehen. Bis die Blu-ray Komplettbox vor geraumer Zeit mal sehr günstig beim britischen Amazon abzustauben war. Besser haben als brauche, hat der Sammler in mir gesagt und blind gekauft. Nun habe ich sie auch endlich mal geschaut und holy moly, da hab ich was verpasst! Was für eine hinreißende, lustige und clever Comedy.
Eigentlich möchte ich auch gar nichts weiter sagen, denn unwissend hat mich hat die Serie so einige male kalt erwischt. Daher nur so viel: Nachdem Eleanor Shellstrop (Kristen Bell) bei einem Unfall ums Leben kam, findet sie sich im namensgebenden Good Place, dem Paradies wieder, wo nur die besten Menschen ihr Leben nach dem Tod verbringen. Was komisch ist, denn Eleanor war zu Lebzeiten eigentlich kein sonderlich guter Mensch ...
Es ist also Fantasy-Comedy. Fantastisch geschrieben, originell, liebenswert und herzerwärmend, aber auch frech und zotig. Von grandiosen Schauspielern vorgetragen und kreativ gefilmt. Außerdem ist es eine dieser Serien, die von Anfang an durchgeplant und auf ihre endgültige Staffelanzahl ausgelegt ist. Heißt hier gibt es kein Füllmaterial, keine unwichtigen Episoden oder offene Enden. Sondern eine intelligent geschriebene Geschichte mit unverbrauchtem Einstieg, großartigem Ende und vielen tollen Momenten dazwischen.
Wie gesagt, selten bin ich uninformierter in eine Serie gestartet und selten wurde ich mehr überrascht. Wenn ihr eine raffinierte, unterhaltsame Feel-Good-Comedy sehen möchtet, kann ich euch The Good Place nur ans Herz legen.
9/10 Einkaufwagen