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Das sind wahrhaft verrückte Zeiten und ich will euch diese Stilblüte nicht vorenthalten. Manchmal zieht jemand kurz den Vorhang beiseite und man schaut in den Backstagebereich des Politikbetriebs.
Ich würde sagen: Leider zu selten.
Olaf Scholz hat zum Ende der Ampel vielleicht aus Versehen seine mit Abstand beste und ehrlichste Rede gehalten. Beides hängt zusammen.
Das Zeitalter der Politkmaschine ist vorbei, die Menschen wollen VERSTEHEN warum jemand persönlich etwas macht und was die Motivation ist.
Das ist sogar logisch nachvollziehbar. Wir befinden uns in totaler Informationsüberflutung und dem Kampf unendlicher virtueller Realitäten. Die Paralleluniversen, mit Social Media sind sie - man möchte sagen leider - wahr geworden.
In dieser Überforderung ist die echte menschliche Motivation noch der beste Ankerpunkt, um das Wirken eines Menschen einzuschätzen und zu verstehen
Bei Habeck weiß man das, oder ahnt es zumindest - aber das wichtigste Bemühen von Olaf Scholz in seiner Funktion als Politiker war es genau das NICHT zu zeigen, um als Moderator der unterschiedlichen Koalitionsparteien glaubwürdig zu sein.
Das hat ihn aber geschwächt und nicht gestärkt.
Vor allem weil es auf eine völlig charakterlose FDP-Führung getroffen ist. Eine FDP, die unter "Regieren" bis auf wenige Ausnahmen verstand, nur auf denen eigenen Vorteil bedacht zu sein und ohne jeglichen Anstand ,oder auch nur einen Hauch Zuverlässigkeit, die Interessen ihrer Lobby durchzuprügeln.
Die FDP-Spitze um Lindner, Dürr und weiteren Irrlichtern in der Fraktion wie Frank Schäffler ist ein komplett disparater Haufen aus inkompetenten Egomanen, die unter anderen Vorzeichen als Warlords einen guten Job machen würden - in einer auf Kompromiss und Vertrauen angewiesenen Dreierkoalition, waren sie Gift für Land und Demokratie.
Wenn sogar der kleinste gemeinsame Nenner hinterrücks blockiert wird - dann wäre viel früher ein ehrlicher Olaf Scholz nötig gewesen, der den Vorhand beiseite zieht und zeigt wie diese FDP den Betrieb sabotiert.
Wie ein Christian Lindner, dessen merkwürdiger Sparfetisch in der größten Investitionskrise Deutschlands - bei gleichzeitigem Versuch der Aushöhlung des Staatswesen - selbst von gefühlt 90 % der konservativeren oder liberalen Wirtschaftsexperten für Wahnsinn mit Ansage gehalten wird.
Ich war eh nie ein Fan einer zunehmend zersplitterten Politiklandschaft. Die Idee, dass eine Abschaffung der Fünf-Prozent-Hürde irgendwas besser macht, halte ich für ausgemachten Blödsinn.
Alles was damit erreicht wird, ist dass der Wille zum guten Kompromiss noch weiter schwindet, denn zur Not gründet man halt noch eine weitere, das Ego oder die reine Lehre befriedigende Splitterpartei.
Wir sehen spätestens mit dem BSW, wo die Zersplitterung hinführt. Eben noch konnten wir Witze über die Unregierbarkeit Belgiens machen - jetzt sind wir dort selber angekommen.
Dabei ist eine mögliche Koalition in Sachsen NICHT an Inhalten gescheitert. Sie ist an der "Friedensformel" auf Geheiß von Sarah Wagenknecht gescheitert. Heißt: Sie ist daran gescheitert, dass sich SPD und CDU nicht weit genug Sauron...ähm Putins Mund Sarah* Wagenknecht unterwerfen wollten.
Dabei weiß man bei Sarah Wagenknecht noch nicht einmal, ob sie das wirklich alles glaubt, ob sie tatsächlich von russischen Agenten bearbeitet wird, ob es pure Egomanie oder auch ehrliche (aber fehlgeleitete) Sorge ist - in jedem Fall ist es ein weiterer Schritt Richtung Schwächung der Demokratie.
Jetzt stehen also Neuwahlen im Bund an. Das Ergebnis wird kaum schön sein, es kann aber immerhin noch so sein, dass eine Regierung möglich ist.
Sehr wahrscheinlich wird das aber auch wieder eine Kompromissregierung über die Lager sein. Das macht es zunehmend unmöglich wirklich zu schauen welcher Politikansatz tatsächlich funktioniert aber hoffen wir einfach, dass diesmal zumindest Menschen am Tisch sitzen, denen charakterlich und moralisch nicht alles so absurd egal ist, wie der FDP-Spitze um Lindner.**
Ich hätte wirklich gerne gewusst wie ein konsequent Rotgrüner oder Grünroter Politikaufschlag ausgesehen und gewirkt hätte - das werde ich, das werden wir nun wohl leider nie erfahren.
Möge diese FDP für lange Zeit in der Versenkung verschwinden, denn Egomanen haben wir wahrlich genug. Einer echten liberalen Partei würde ich eine Träne nachweinen - dieser furchtbaren KARIKATUR aber niemals.
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* Ich schreibe Sarah ab jetzt so falsch, wie die Mitglieder ihrer eigenen Partei in ihrern Statements. (kein Scherz) Warum soll ich mir Mühe geben ihren Namen richtig zu schreiben, wenn sie sich keine Mühe gibt die Realität richtig zu schreiben.
** Sitzen Söder oder Spahn mit am Tisch wird das allerdings schwierig bis unmöglich.
P.S. Merz, der jetzt sofortige Neuwahlen mitten in die Vorweihnachtszeit und das weltpolitische Durcheinander - ohne irgendeine Vorbereitung fordert:
Das ist schon mal ein Vorgeschmack darauf, wie wichtig ihm das Wohl des Landes - und wie wichtig ihm das eigene Wohlergehen und Parteitaktik sind.
Ich denke ihr kriegt die Gleichung selber gelöst.