Ich verstehe weder die Logik noch das Problem.
Erstens glaube ich, dass das schlicht kein praktisches Problem ist. Ich persönlich bin noch nie über einen Text gestolpert, der in einer Art und Weise gegendert wurde, dass der Text für mich wortwörtlich unverständlich war.
Also worüber diskutieren wir?
Zweitens wird einem Sprache immer "aufgezwungen"; ich zwinge dir zum Beispiel gerade auf das Wort Arschkrampe zu lesen. Wolltest du nicht? Hast du jetzt aber. So funktioniert Sprache. Du kannst dir ja Ohren und Augen zukleben um dem zu entgehen.
Drittens ist es vollkommen normal, dass es Texte gibt, die für einen sprachlich nicht zugänglich sind ohne dass das problematisiert wird. Ich kann kein spanisch, also sind für mich spanische Texte unverständlich. Ich kann das akzeptieren, oder ich kann Spanisch lernen. Lernen und sich neues Wissen aneignen war übrigens mal positiv montiert, heute scheint zunehmend nur noch das gefressen zu werden was man kennt.
Ich verstehe nicht wo das Problem ist, wirklich nicht.
Das ist für mich irgendwie main character syndrome. Ich verstehe es nicht, also finde ich es doof (selbst wenn ich quasi nie praktische Berührungen damit habe).
Wollen wir wirklich alles hinnehmen, was sich durchsetzt, nur weil wir „lernen“ könnten, es zu akzeptieren?
Und was das „Main Character Syndrome“ angeht: Wenn sich viele Menschen schwer tun, einen Text zu lesen, dann ist das kein persönliches Ego-Problem, sondern schlicht eine Frage der Verständlichkeit und Effizienz. Warum einen Hindernisparcours aus Buchstaben aufbauen, wenn der Inhalt im Vordergrund stehen sollte? Wenn’s nur um Stil geht, okay – aber wenn der Lesefluss leidet, dann darf das ruhig diskutiert werden.
Und wie verhaltet sich das am Ende für jemanden der die Sprache lernen möchte, weil er sich integrieren möchte?
Deutsch lernen in 2024:
ich, du, wir, ihr, sie… dey, xier, hen – klingt wie eine Boyband aus einem Paralleluniversum

Wenn wir uns jetzt hier für Minderheiten "grundlegend!" verändern, dann können wir auch gerade ein beschissenes Heil wieder einführen... aber was für dich kein Problem darstellt, bzw. du keines erkennst, darf ich ja selbst anders interpretieren, ohne das du direkt meine Einstellung dahinter kritisierst oder?
Edit: Zu deinem „Arschkrampe“ – es geht ja nicht darum,
dass man liest, sondern
wie. Stell dir vor, jemand schreibt:
„Dey hat deyren Rucksack verloren und hofft, dass jemand dey helfen kann.“ Klingt eher wie ein Versuch, Klingonisch zu lernen, als wie fließendes Deutsch, oder? Und für jemanden der kein Muttersprachler ist, geht der Kontext fast verloren.