In der vergangenen Woche hat das Büro des Hochkommissars für Menschenrechte seinen aktuellen Bericht über die humanitäre Lage in Gaza veröffentlicht.
Er behandelt den Zeitraum vom 1. November 2023 bis zum 30. April 2024, das letzte halbe Kriegsjahr ist hierbei also ausgeklammert und es ist davon auszugehen, dass dies die verlässlichsten Daten sind, die man für diesen Zeitraum zur humanitären Lage in Gaza bekommen kann:
https://www.ohchr.org/sites/default...tries/opt/20241106-Gaza-Update-Report-OPT.pdf
Alleine das Inhaltsverzeichnis lässt erahnen, welchem Horror die Zivilbevölkerung Gazas seit dem vergangenen Oktober ausgesetzt war und weiterhin ist.
Mit den hier vorgelegten Zahlen ist vieles dessen, was das Israelische Militär offiziell verlautbaren lässt - insbesondere dass es sich bei den Bombarierungen in Gaza um gezielten Beschuss handelte und die IDF alles unternehmen würde um zivile Opfer zu vermeiden - schlicht nicht in Einklang zu bringen:
Die größten Opferzahlen sind in folgender Reihenfolge bei diesen Altersgruppen auszumachen: Kinder im Alter von 5-9, Kinder im Alter von 10-14, Gefolgt von Kleinkindern im Alter von 0-4.
Die Opfer bombardierter „residental buildings“ gleichen der Verteilung der Gesamtbevölkerung, die Daten lassen keine Interpretation zu, dass durch diese Angriffe in irgendeiner Weise Hamas-Kombattanten (überwiegend männlich, kampffähiges Alter) in höherem Maße getötet würden.
Zum Vergleich, wie Daten aussehen müssten um eine solche Interpretation zumindest zuzulassen:
Der Bericht hat augenscheinlich auch die Bundesregierung dazu bewegt sich heute klar und eindeutig zur Menschenrechtslage in Gaza zu äußern:
https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/humanitaere-lage-gaza/2683906
Allein bleibt es hierbei jedoch bei einem zynischen Lippenbekenntnis, wenn man gleichzeitig hinter den USA weiterhin der größte Waffenlieferant für diese und andere Kriegsverbrechen in Gaza und dem Libanon bleibt und ansonsten jede praktische Konsequenz deutscher Außenpolitik gegenüber der Netanjahu-Regierung ausbleibt.