Foren Aktuelles Erstellen Mitglieder Anmelden

Der Politikthread (2 Betrachter)

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Teilweise echt gruselig was hier für Beiträge kommen. Und irgendwie bezweifle ich, dass hier im wohlhabend-Treff viele jemals in solchen Situationen waren um auf Bürgergeld angewiesen zu sein.
Ich war den Großteil meines Lebens Vollzeit arbeiten, und vor drei Jahren hat mich etwas aus der Bahn geworfen, hinzu kam eine psychische Erkrankung die es mir lange Zeit nicht ermöglicht hat einer Arbeit nachzugehen.
Mittlerweile gehe ich zumindest auf Mini Job Basis arbeiten um aufzustocken, aber trotzdem bleibt nichts übrig und ich wette ein Großteil hier würde mit dem Geld das mir zur Verfügung steht vorne und hinten nicht auskommen. Wenn ein Kühlschrank oder eine Waschmaschine kaputt gehen würde, wäre das eine mittlere Katastrophe.
Aufgrund der Inflation ist es nur Fair, dass der Satz etwas angehoben wird. Die Sektkorken werden bei den meisten Empfängern dennoch sicher nicht knallen.
Sicher wird es immer schwarze Schafe geben die sowas ausnutzen, aber ich vermute das es eine Minderheit ist.
 
Ich war den Großteil meines Lebens Vollzeit arbeiten, und vor drei Jahren hat mich etwas aus der Bahn geworfen, hinzu kam eine psychische Erkrankung die es mir lange Zeit nicht ermöglicht hat einer Arbeit nachzugehen.

Ich zitiere mich hier einfach nochmal selbst:

Etwas vollkommen anderes ist es natürlich, wenn man krank ist oder aus anderen Gründen schlicht nicht arbeiten KANN. In solchen, aber auch nur in solchen Fällen muss natürlich seitens des Staats unterstützt werden.

Für mich liest sich das so als würdest Du unter genau diese Ausnahme fallen. Aber es muss eben eine Ausnahme für spezielle Fälle wie Dich bleiben und darf nicht auch für alle anderen gelten, die eigentlich arbeiten könnten.
 
Ach bitte, das Argument "soziale Kälte" ist doch in diesem Zusammenhang genauso abgedroschen wie die Behauptung, jemand wäre rechtsradikal nur weil er die Migrationspolitik kritisiert. Solange es keine Replikatoren wie in "Star Trek" gibt, wird man nunmal einfach arbeiten müssen um sich einen gewissen Lebensstandard zu schaffen.



Ich denke viele Leute (inkl. mir) kennen das Gefühl von finanziellen Zwängen während des Studiums. Nur jammern diese eben nicht, sondern tun etwas dagegen.

Abgedroschen ist in jedem Fall dieser Spruch ala "Jeder ist sich seines Glückes Schmied".
Jeder hat aber nun mal eine andere Voraussetzung.

Wir reden hier auch nicht davon, das man als armer Student mal eben den Gürtel enger schnallen muss und sich den Schweiß von der Stirn wischt, das die Kreditkarte (!) noch funktioniert. Es geht darum das bei jedem zücken der normalen Bankkarte das Adrenalin durch den Körper geht und hofft, das man noch 10 € oder weniger an der Kasse im Supermarkt noch durch kriegt... in Woche 2 des Monats.
Der Briefkasten ist schon lange der Erzfeind und Briefe bleiben ungeöffnet weil es ohnehin einen Zeitpunkt im leben vieler Menschen gibt, wo da eigentlich nur noch schlechtes raus kommt.

Das deine Lebensrealität eine ganz andere ist sei dir durchaus gegönnt aber dein Beitrag weiter oben trieft nur so von Privilegien, die andere nun mal aus den verschiedensten Gründen nicht haben. Also versuch doch nicht so zu tun als ob du das nachvollziehen kannst, wenn du hier mit eigener Firma, Kreditkarte und mal ein bisschen als Student in die Hände spucken um die Ecke kommst.
 
Zuletzt bearbeitet:
Teilweise echt gruselig was hier für Beiträge kommen. Und irgendwie bezweifle ich, dass hier im wohlhabend-Treff viele jemals in solchen Situationen waren um auf Bürgergeld angewiesen zu sein.
Ich war den Großteil meines Lebens Vollzeit arbeiten, und vor drei Jahren hat mich etwas aus der Bahn geworfen, hinzu kam eine psychische Erkrankung die es mir lange Zeit nicht ermöglicht hat einer Arbeit nachzugehen.
Mittlerweile gehe ich zumindest auf Mini Job Basis arbeiten um aufzustocken, aber trotzdem bleibt nichts übrig und ich wette ein Großteil hier würde mit dem Geld das mir zur Verfügung steht vorne und hinten nicht auskommen. Wenn ein Kühlschrank oder eine Waschmaschine kaputt gehen würde, wäre das eine mittlere Katastrophe.
Aufgrund der Inflation ist es nur Fair, dass der Satz etwas angehoben wird. Die Sektkorken werden bei den meisten Empfängern dennoch sicher nicht knallen.
Sicher wird es immer schwarze Schafe geben die sowas ausnutzen, aber ich vermute das es eine Minderheit ist.

Ich war nie in der Situation, korrekt. Uns gehts gut... trotzdem wissen wir auf den Cent genau wo Geld her kommt und wo es hin geht. Mal davon ausgehend, dass im Extremfall Kosten fürs Wohnen und Nebenkosten übernommen werden und dann 2024 pro Person 506€ fließen (oder?), hätten wir 1012€ im Monat. Aktuell brauchen wir rein fürs Leben (Einkäufe fürs Essen, Haushalt, Bäcker, Cafe, Handys+Inet, ÖPNV, Prime, Waipu, Ladekosten (E-Auto), Privat-Haftpflicht und KFZ-Vollkasko) 896€.

Dann bliebe uns noch 116€ für reinen Spaß oder fürs Sparen. Und wir haben keine Vergünstigungen, bei manchen Dingen, die eigentlich noch hinzukommen.

Klar, das ist nicht viel und man hat nur das nötigste. Aber ich muss das nochmal sagen... ich hätte an sich unser Leben gar nicht umgestellt.

Wo ist daher mein Denkfehler, dass die aktuellen Sätze (2024) vollkommen genügen?

Ich muss daher einfach davon ausgehen, dass viele Menschen WEIT über Ihre Verhältnisse hinweg leben. Ja, wir haben aktuell im Schnitt noch Sonderausgaben von 1159,88€ im Monat für 2023. Das ist alles vom Restaurantbesuch, bis Hawaii-Urlaub, Playstation Plus, etc... Aber dafür muss man dann eben arbeiten. Ja, wenn man NICHT KANN, soll es für etwas mehr Qualität ruhig Zuschüsse geben. Aber man ich verstehe nicht, wieso man hier stehts vom Minimum spricht.

Was übersehe ich? An all die "Experten"...
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielleicht kannst du uns ja erleuchten, was in dem Fall "sozial gerecht" gewesen wäre.

Sozial gerecht in meinem Fall? Nichts. Wenn wir gewollt hätten, hätten wir bestimmt auch irgendeine Möglichkeit gefunden den Staat zu bescheißen und mehr Geld zu haben. Wenn meine Schwiegermutter nicht schwer krank gewesen wäre, hätte meine Frau auch sicher noch nebenher arbeiten gehen können...hätte, hätte, Fahrradkette.

Ich hätte meine Frau ja auch nicht "durchfüttern" müssen. Hätte ihr nicht das Studium ermöglichen brauchen. Dann hätte sie sich ne Arbeit suchen müssen und hätte das Studium abgebrochen und ich hätte mir nicht so ne Platte um meine finanzielle Situation machen müssen...

Soziale Kälte ist es übrigens für mich, wenn man es niemanden gönnt, am Leben teilnehmen zu können, weil man derzeit aus was auch immer für Gründen keine Arbeit hat, selbst aber finanziell und sozial aber mehr als "ausreichend" abgesichert ist. Dabei finde ich auch unerheblich, ob diese finanzielle Absicherung aus eigenem Antrieb heraus geschaffen wurde, oder durch Erbe, oder wie auch immer. Armut und Krankheit kann jeden betreffen, von Heute auf Morgen. Da lebe ich lieber in einem sozial gerechtem Staat, wo ich zwar von meinem Einkommen mehr abgeben muss, aber wo ich eben auch im Fall der Fälle aufgefangen werde, sollte es mich mal erwischen.

Ich finde auch dieses "du willst dir mehr als Essen und Miete leisten", dann geh arbeiten schwierig. Denn nicht jeder der gesund ist und arbeiten kann, findet auch Arbeit. Diese Mär davon, dass jeder der arbeiten will auch Arbeit findet ist aber leider in den Köpfen drin.
 
Abgedroschen ist in jedem Fall dieser Spruch ala "Jeder ist sich seines Glückes Schmied".
Jeder hat aber nun mal eine andere Voraussetzung.

Wir reden hier auch nicht davon, das man als armer Student mal eben den Gürtel enger schnallen muss und sich den Schweiß von der Stirn wischt, das die Kreditkarte (!) noch funktioniert. Es geht darum das bei jedem zücken der normalen Bankkarte das Adrenalin durch den Körper geht und hofft, das man noch 10 € oder weniger an der Kasse im Supermarkt noch durch kriegt... in Woche 2 des Monats.
Der Briefkasten ist schon lange der Erzfeind und Briefe bleiben ungeöffnet weil es ohnehin einen Zeitpunkt im leben vieler Menschen gibt, wo da eigentlich nur noch schlechtes raus kommt.

Das deine Lebensrealität eine ganz andere ist sei dir durchaus gegönnt aber dein Beitrag weiter oben trieft nur so von Privilegien, die andere nun mal aus den verschiedensten Gründen nicht haben. Also versuch doch nicht so zu tun als ob du das nachvollziehen kannst, wenn du hier mit eigener Firma, Kreditkarte und mal ein bisschen als Student in die Hände spucken um die Ecke kommst.

Jaja, bloss nicht selbst für die eigene Misere Verantwortung übernehmen. Denn andere haben es ja eh von vornherein viel leichter und die Welt ist sooo ungerecht. Ist natürlich viel einfacher im Selbstmitleid zu versinken, um bloss nicht aus der eigenen Komfortzone raus zu müssen.
 
Ich war nie in der Situation, korrekt. Uns gehts gut... trotzdem wissen wir auf den Cent genau wo Geld her kommt und wo es hin geht. Mal davon ausgehend, dass im Extremfall Kosten fürs Wohnen und Nebenkosten übernommen werden und dann 2024 pro Person 506€ fließen (oder?), hätten wir 1012€ im Monat. Aktuell brauchen wir rein fürs Leben (Einkäufe fürs Essen, Haushalt, Bäcker, Cafe, Handys+Inet, ÖPNV, Prime, Waipu, Ladekosten (E-Auto), Privat-Haftpflicht und KFZ-Vollkasko) 896€.

Dann bliebe uns noch 116€ für reinen Spaß oder fürs Sparen. Und wir haben keine Vergünstigungen, bei manchen Dingen, die eigentlich noch hinzukommen.

Klar, das ist nicht viel und man hat nur das nötigste. Aber ich muss das nochmal sagen... ich hätte an sich unser Leben gar nicht umgestellt.

Wo ist daher mein Denkfehler, dass die aktuellen Sätze (2024) vollkommen genügen?

Ich muss daher einfach davon ausgehen, dass viele Menschen WEIT über Ihre Verhältnisse hinweg leben.

Wenn zwei Erwachsene in einem Haushalt leben, bilden sie eine Bedarfsgemeinschaft und dann werden die Sätze gekürzt. Du erhältst also nicht einfach den vollen Satz x2 in deinem Beispiel.
 
Das hängt dann in der Regel mit der eigenen Qualifikation zusammen. Und daran kann und muss man dann eben arbeiten. Arbeit gibt es heutzutage mehr als genug. Aber klar, natürlich muss man auch was können.

Genau das meine ich "Arbeit gibt es heutzutage mehr als genug." Perfekt auf den Punkt gebracht, dass man es nicht verstanden hat...
 
Ob die Kreditkarte noch funktioniert? "und mal ein bisschen als Student in die Hände spucken um die Ecke kommst". Fehlende Lebensrealität?

Als jemand, der für sien Geld arbeitet- egal, ob am Ende des Monats 500 oder 5000€ übrig bleiben, kann man sich sehr wohl ein Bild von Bürgergeld machen bzw von dem Betrag, und was dieser "wert" ist.


Man liest ja hier und da Begriffe wie soziale Kälte, nichts gönnen, fehlende Empathie etc. Aber an der Stelle nochmal kurz meine persönliche Geschichte:
Abi, Studium, Berufserfahrung, für den Job umziehen müssen, 50h die Woche arbeiten und unterm Strich 600€ jeden Monat haben für Essen, Klamotten, Leben. Kein Auto, keine Zustazversicherungen, kein Alkohol, nicht rauchen, keine Vereinsbeiträge für Hobbies etc.
Und gleichzeitig einen Bruder haben, der keinen Schulabschluss, keine Aubsildung, keine Berufserfahrung hat, nicht arbeitet (und auch noch nie gearbeitet hat) und mit seiner Freundin mit sehr ähnlichem Lebenslauf in einer größeren Wohung wohnt, als ich damals- die natürlich samt Unkosten vom Amt bezahlt wird + Hartz4 damals, heute Bürgergeld. Die haben ein deutlich leichteres Leben als ich, können mit ihrer Zeit zu 100% tun, was sie wollen und tzusätlich keinen schlechteren Lebensstandard als ich (im Gegenteil). Und natürlich kam dann auch noch ein Kind und somit Erziehungsgeld + Kindergeld.

Klar sind nicht ALLE so. Aber das das System sich derart ausnutzen lässt und maximal unfair ist, DAS muss mir bitte mal jemand erklären. Wer nicht sieht, wie verzerrt das ist, ist privilegiert und versteht nicht, was sozial und fair ist.

Ich musste zwischen Jobs auch schon von Arbeitslosengeld (nicht Hartz4) leben und war dafür sehr dankbar und hab auch gute Erfahrungen mit dem Amt gemacht und finde es sehr gut, dass wir allen helfen können, solche Zeiten relativ stressfrei zu überbrücken und ich finde, das soll auch so oder sogar noch intensiver stattfinden. Aber gleichzeitig muss verhindert werden, dass die, die offensichtlich nichts tun wollen auch "nichts" bzw nur das allermindeste bekommen und das kann nicht ähnlich viel oder mehr sein als das, was jemand für eine Arbeit bekommt
 
Jaja, bloss nicht selbst für die eigene Misere Verantwortung übernehmen. Denn andere haben es ja eh von vornherein viel leichter und die Welt ist sooo ungerecht. Ist natürlich viel einfacher im Selbstmitleid zu versinken, um bloss nicht aus der eigenen Komfortzone raus zu müssen.

:O_o:

EDIT: Maximal die Briefkastensache könnte man so interpretieren, das man den Kopf in den Sand steckt. Aber okay.
Bin mir ziemlich sicher das die Leute, über die du hier sprichst weit mehr Verantwortung für sich selbst und andere übernehmen, und stärker für ein bessere Morgen kämpfen, als die Leute, die in ihren Rollkragenpullis herumwettern und den Großteil ihrer Energie mit wütend sein verschwenden.

Aber gut, das sind nun mal andere Lebensrealitäten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Passend zum Thema Bürgergeld:

"Dienstleistungs-Firmen klagen über zu geringe Differenz zum Lohn"

„Seit Monaten haben wir gekürzte Öffnungszeiten, dabei wäre genug Arbeit da. Wir brauchen Personal!“, schrieb Katja Vogt, Inhaberin der Vinothek Refugio in Unna, vor Kurzem auf Facebook. Es gab zwar Interessenten. „Doch es bewerben sich ausschließlich Leute, die schwarzarbeiten wollen, um ihre staatliche Unterstützung nicht zu verlieren. Bei uns nimmt das langsam existenzbedrohende Züge an.“ Der verzweifelte Hilferuf der Gastronomin wurde 3,9 Millionen Mal aufgerufen.

Die Unternehmerin berichtete von Bewerbern, die ihr vorgerechnet haben, wie viel sie – ohne etwas zu tun – vom Staat bekommen. Mit einem kleinen Nebenjob und Geld schwarz auf die Hand verdienten diese schnell 400 bis 500 Euro mehr als jemand, der von Montag bis Freitag arbeiten gehe. „Die Erhöhung des Bürgergelds ab Januar ist für jeden Angestellten ein Schlag ins Gesicht“, meint Vogt. Ihr ernüchterndes Fazit: „Die Ehrlichen sind die Dummen.“

Die Erfahrungen der Gastronomin sind kein Einzelfall. Hotels, Restaurants, Bäckereien oder Reinigungsbetriebe tun sich immer schwerer, Arbeitskräfte zu finden. Und das, obwohl es laut Bundesagentur für Arbeit aktuell 3,9 Millionen erwerbsfähige Bürgergeldbezieher gibt.

Unter Gebäudereinigern gibt es große Sorge, dass das Bürgergeld zunehmend in Konkurrenz zum Lohnerwerb tritt. Nach einer Umfrage des Bundesinnungsverbands des Gebäudereiniger-Handwerks gaben 28,4 Prozent der befragten Unternehmen im Herbst an: Es hätten bereits mehrere Beschäftigte mit konkretem Verweis auf das steigende Bürgergeld gekündigt oder eine Kündigung in Aussicht gestellt. Weitere 40 Prozent bestätigten den Trend, sprachen aber noch von Einzelfällen.

„Das relativ hohe Leistungsniveau und die Sicherheit, die das Sozialsystem bietet, erhöhen nicht die Motivation zur Arbeit, die Verlässlichkeit und den Durchhaltewillen“, meint Sandra Warden, Geschäftsführerin des Dehoga. „Bürgergeldbezieher müssen sich etwa über Miet- oder Energiekosten, die die arbeitende Mitte derzeit stark belasten, keine Sorge machen.“ Laut Bundesagentur für Arbeit waren im November 27.440 offene Stellen im Gastgewerbe gemeldet. Der Verband schätzt den tatsächlichen Bedarf doppelt so hoch ein.

Ein arbeitsloser gelernter Bäcker rechnete ihm nüchtern vor, dass er für seine Familie mit vier Kindern mit allen Transferleistungen fast genauso viel bekomme wie als Bäcker. Denn für Miete, Heizung und Kita müsse er als Bürgergeldbezieher nichts zahlen. Benzinkosten für die Fahrt zur Arbeit spare er außerdem. „Arbeiten lohnt sich für mich nicht“, sagte dieser dem Bäckermeister.

Quelle: https://www.handelsblatt.com/untern...-zu-geringe-differenz-zum-lohn/100002757.html
 
Zuletzt bearbeitet:
Dann erleuchte mich doch bitte!

Frag mal nen über 50-jährigen wie "einfach" es ist nen Job zu finden. Oder wenn jemand Ü-60 ist.

Wenn jmd ne abgeschlossene Berufsausbildung hat und umschulen will, bekommt nicht jeder dafür nen Zuschuss vom Amt. Wir mussten Bewerber ablehnen, weil die keinen Zuschuss zu ihrer Ausbildung bekommen haben und somit nur Lehrlingsgehalt, womit jemand mit Familie einfach mal null komma gar nicht auskommt. So einfach wie "ja dann lern ich halt nochmal was anderes" ist es oftmals nicht. Nicht jeder ist Ortsungebunden, nicht jeder ist (so doof das auch klingt) für jede Arbeit geeignet. Du machst halt aus nem Maurer nicht unbedingt einen Buchhalter und andersherum genauso.

Die Lebensumstände sind nunmal immer individuell, pauschal jedem zu unterstellen sie wären einfach nur faul, ist eben in meinen Augen sozial kalt. Kann man drüber denken was man will.

Man wird auch nie verhindern können, dass so ein System ausgenutzt wird. Das soll nicht heißen, dass man das nicht versuchen soll zu unterbinden, aber das wird niezu 100% funktionieren und das müssen wir als Gesellschaft auch aushalten.

Bezüglich "Arbeiten und Bürgergeld" braucht dein Blick ja nur mal zu unseren Nachbarn nach Italien schauen. Da stehen Familien vor dem finanziellen Aus, weil Melonie das Bürgergeld streicht, aber es gibt einfach in bestimmten Gebieten keine Arbeit...
 
Bezüglich "Arbeiten und Bürgergeld" braucht dein Blick ja nur mal zu unseren Nachbarn nach Italien schauen. Da stehen Familien vor dem finanziellen Aus, weil Melonie das Bürgergeld streicht, aber es gibt einfach in bestimmten Gebieten keine Arbeit...

Und wie hat das dann vorher ohne Bürgergeld funktioniert? Kleiner Tipp: Arbeit suchen, auch für ungelernte Leute mit geringer Qualifikation gibt es mehr als genug Stellen wie der obere Artikel verdeutlicht. Natürlich kann man dann keine großen Sprünge machen, weniger als mit Bürgergeld ist es aber auch nicht. Nur eben nicht so bequem.
 
Ich glaube, viele können sich dieses Gefühl, das man in der ersten Woche des Monats bereits weiß, das man ab der zweiten oder dritten schon fast kein Geld mehr für ein Brot hat, gar nicht vorstellen.

Mal ganz davon abgesehen, was eine kaputte Waschmaschine bedeuten würde.

Kann letzten Endes irgendwo jeden treffen in Bereiche zu kommen, wo Sozialhilfe ein Segen ist und man dankbar ist, obwohl das Geld nicht mal ausreichen würde, um aktiv am sozialen Leben teilzunehmen.
Bis dahin ist es ja auch ein gewisser Weg.

Fallen ist immer leichter als Aufsteigen. Deswegen finde ich es extrem kurzsichtig, wenn man dort immer weiter kürzen will.

Für Leute aus meinem alten Team, die sowieso schon recht wenig verdienen sorgt sowas für Angst den Job zu verlieren. Geht über das man sich ausbeuten und zugrunde richten lässt, nur weil man trotz Niedriglohn ja doch noch mehr hat, als mit Bürgergeld (und da sowieso noch eine ganze Menge mitkommt).

Das stellen sich einige wohl aus einer privilegierten Position extrem blumig vor und sind wohl auch nahe den Leuten, die denken, Flüchtlinge kommen mit wehenden Fahnen auf einem Partyboot hier an.

Edit: und nicht auszudenken was irgendwann in Richtung Ruhestand kommt, wenn man schon weiß, das man eigentlich nix sparen kann.

Wenn es nicht "bald" eine Rentenreform gibt bzw. die "Mindestrente" nicht kommt ,werden das EINIGE auch hier im Forum in 15 + X Jahren LEIDER noch selbst herausfinden wie sich das anfühlt...

Was wollt "ihr" denn in 15+X Jahren (!) mit 500-1000 Euro (WENN es die überhaupt sind!) gesetzlicher Rente "reißen"? Selbst mit abbezahltem Haus oder Wohnung...
 
Wenn es nicht "bald" eine Rentenreform gibt bzw. die "Mindestrente" nicht kommt ,werden das EINIGE auch hier im Forum in 15 + X Jahren LEIDER noch selbst herausfinden wie sich das anfühlt...

Was wollt "ihr" denn in 15+X Jahren (!) mit 500-1000 Euro (WENN es die überhaupt sind!) gesetzlicher Rente "reißen"? Selbst mit abbezahltem Haus oder Wohnung...

Wenn sie in der Position sind, was zurückzulegen, dann ist das schon ein Level an "Reichtum", das immer weniger haben. Den Monat schaffen ist ja die eine Sache, aber langfristig was zurückzulegen ohne die Jahre davor zurückzustecken ist auch so eine Sache.

Selbst wenn man in der Geburtenlotterie einen Gewinn gezogen hat und in Deutschland raus gekommen ist.... und mit noch etwas mehr Glück aus einem guten Haushalt mit besseren Voraussetzungen als andere wo der Schmiedehammer zumindest schon mal aus Eisen ist und vielleicht sogar etwas Goldstaub dran hat. Da macht es denn Spaß sein Glück zu schmieden und mit solchen Sprüchen um sich zu werfen.

Man will es an vielen Stellen nicht so klar äußern, weil Ausländer und Bürgergeldempfänger immer noch die besseren Ziele sind, das die Rentner aber wirklich direkt danach kommen noch weniger zu bekommen, das befürchte ich auch. Merkt halt nur noch keiner der Fingerwedler so richtig.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück
Oben