Wir haben (nicht nur in) Deutschland einen echten Zielkonflikt. Humanität trifft auf Finanz- Integrations- und Bildungspolitik - seit Jahren das gleiche Spiel, und diese Ziele sind in unserer derzeitigen bürokratischen Welt nicht in Einklang zu bringen. Durch die bei uns (nicht) geschaffenen politischen Voraussetzungen, muss sich die SPD die weitere Kritik wohl gefallen lassen, denn konstruktiv sind die Vorschläge nicht. Ich weiß, dass Precht so seine „Macken“ hat, aber hört Euch mal den Lanz-Precht-Podcast zum Thema Migration an.
Wir stehen vor einem Scherbenhaufen verkorkster Politik der letzten Jahrzehnte - eine weitere unkontrollierte Zuwanderung ist jetzt gerade nicht wirklich das, was wir gebrauchen können, und ich setze den Familiennachzug einer unkontrollierten Zuwanderung gleich, denn die Politik hat in den letzten Jahren nicht ansatzweise bewiesen, dass da irgendetwas geplant und kontrolliert ist. Wer etwas anderes behauptet, hat den Bezug zur Realpolitik völlig verloren.
Es kommt nicht nicht vernünftiger Vorschlag, wie man die Menschen unter den gegebenen Voraussetzungen vernünftig integrieren kann, ohne dass weitere Kritik an Transferzahlungen, unseren offensichtlichen Bildungsproblemen etc. durchaus berechtigt aufkeimt. Es kommt immer nur die Populismus-Nazi-Keule, die alles nur noch schlimmer macht, eben weil sich niemand in den letzten Jahren wirklich Gedanken darüber gemacht hat.
Diese Art der „Lösungsfindung“ steht der AfD in wirklich nichts nach - sie ist schlicht nicht zu gebrauchen, da NUR Humanität schon lange nicht mehr ausreicht, um gesellschaftliche Auswirkungen vernünftig zu bewerten und mittlerweile Kollateralschäden erzeugt, die wir nur ansatzweise absehen können bzw. zum Teil schon auf den Straßen sehen. Wir brauchen keinen Kampf der Ideologien, wir brauchen eine gemeinsame Entwicklung der Lösungen. Das ist m. E. die Wiederentdeckung des Subsidiaritätsprinzips in den Herkunftsländern und die Diskussion über die damit zusammenhängende in vielen Teilen fehlgeschlagene Entwicklung einer Globalisierung. Die Marschrichtung kann kein bedingungsloses „Weiter so“ mehr sein, sondern bedeutet m. E. in vielen Punkten vernünftige Rückschritte - das betrifft das Kimaproblem übrigens ebenso.