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Der Nahostkonflikt

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Das hat etwas damit zu tun, dass du - wie bereits zuvor geschrieben - immer auf die rein definitorische Ebene eingehst: Hamas =/= Palästinenser, Free Palestine =/= Antisemitismus etc. Und wie ich wiederholt versucht habe zu erläutern, _kann_ man das natürlich so betrachten, verfehlt damit aber meines Erachtens völlig die aktuelle Realität. Und da sind wir wieder bei Thema Kontext & Co. Ich kann die Hamas nicht völlig losgelöst von der Bevölkerung im Gaza-Streifen betrachten und ich kann aktuell auch den Großteil die Free-Palestine-Protestanten nicht ohne Weiteres von den Antisemiten trennen. Beides ist bedauerlich, aber nunmal die Realität, in der wir uns befinden.
Aber das ist doch das Fatale, wenn man gerade jetzt nicht mehr zu differenzieren bereit ist sondern - im Gegenteil - den Umkehrschluss macht: Palästinenser sind dann gleichzusetzen mit der Hamas und wer für die palästinensische Zivilbevölkerung aufsteht ist damit auch gleichzeitig Antisemit.

Das ist keine Realität, in der wir uns befinden, das ist dann die Realität wie wir sie uns machen.
 
Aber das ist doch das Fatale, wenn man gerade jetzt nicht mehr zu differenzieren bereit ist sondern - im Gegenteil - den Umkehrschluss macht: Palästinenser sind dann gleichzusetzen mit der Hamas und wer für die palästinensische Zivilbevölkerung aufsteht ist damit auch gleichzeitig Antisemit.

Das ist keine Realität, in der wir uns befinden, das ist dann die Realität wie wir sie uns machen.

Dass man grundsätzlich differenzieren sollte und muss, stelle ich überhaupt nicht in Frage. Jedoch empfinde ich es persönlich - und da sind wir dann eben unterschiedlicher Meinung - es als unerträglich, moralisch verwerflich, menschenverachtend und bigot, wenn Leute selbst nach SO EINEM Anschlag auf die Straße gehen, um sich einseitig (!) in Mitleids- und Solidaritätsbekundungen für die Palästinenser zu ergehen. Wer als Mensch nicht mehr in der Lage ist, Empathie für andere Menschen nach so einem Ereignis zu empfinden, bei dem läuft meines Erachtens einfach grundsätzlich etwas falsch. Und nein, ich fordere keineswegs, dass man sich auf irgendeine Seite stellt. Darum geht es überhaupt nicht. Es geht hier um die Frage, was ein solches Verhalten über die Weltsicht dieser Menschen aussagt.
 
Dass man grundsätzlich differenzieren sollte und muss, stelle ich überhaupt nicht in Frage. Jedoch empfinde ich es persönlich - und da sind wir dann eben unterschiedlicher Meinung - es als unerträglich, moralisch verwerflich, menschenverachtend und bigot, wenn Leute selbst nach SO EINEM Anschlag auf die Straße gehen, um sich einseitig (!) in Mitleids- und Solidaritätsbekundungen für die Palästinenser zu ergehen. Wer als Mensch nicht mehr in der Lage ist, Empathie für andere Menschen nach so einem Ereignis zu empfinden, bei dem läuft meines Erachtens einfach grundsätzlich etwas falsch. Und nein, ich fordere keineswegs, dass man sich auf irgendeine Seite stellt. Darum geht es überhaupt nicht. Es geht hier um die Frage, was ein solches Verhalten über die Weltsicht dieser Menschen aussagt.
Dass es ein einseitiges Empathieempfinden geben würde, ist doch zunächst mal eine Unterstellung - sofern nicht eindeutig zum Ausdruck gebracht!
Es wird halt auch schlicht verunmöglicht genau eine solche Perspektive überhaupt zu bekunden und das hat ganz viel mit den von mir oben kritisierten Pauschalisierungen zu tun, die einen Diskurs so weit verengen, dass Bekundungen für Palästina oder Gaza immer auch gegen Israel gelesen werden.

Ein Beispiel für diesen verengten Diskurs:
https://taz.de/Nahost-Konflikt-in-Berlin/!5963572/
Zuvor war eine für Samstag angemeldete propalästinensische Demonstration des Vereins „Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost“ verboten worden. Wie der Verein auf Facebook erklärte, habe sich daraufhin Vorstandsmitglied Iris Hefets mit einem Plakat auf den Hermannplatz gestellt, auf dem stand: „Als Jüdin und Israelin: stoppt den Genozid in Gaza“. Die Polizei habe ihr das mit Verweis auf ein Versammlungsverbot untersagen wollen, heißt es weiter in dem Post, Hefets habe aber darauf bestanden, „dass sie als Einzelperson das Grundrecht der freien Meinungsäußerung hat“. Darauf hätten sie die Polizist*innen zunächst in Gewahrsam genommen, später jedoch zurück an den Hermannplatz begleitet, wo sie dann ungestört ihr Schild hochhalten konnte.
 
Dass es ein einseitiges Empathieempfinden geben würde, ist doch zunächst mal eine Unterstellung - sofern nicht eindeutig zum Ausdruck gebracht!
Es wird halt auch schlicht verunmöglicht genau eine solche Perspektive überhaupt zu bekunden und das hat ganz viel mit den von mir oben kritisierten Pauschalisierungen zu tun, die einen Diskurs so weit verengen, dass Bekundungen für Palästina oder Gaza immer auch gegen Israel gelesen werden.

Ein Beispiel für diesen verengten Diskurs:
https://taz.de/Nahost-Konflikt-in-Berlin/!5963572/

Diesen Kommentar unten kann ich nur begrüßen und ich würde mir wünschen, das es hier im Forum auch in eine ähnliche Richtung geht und man sich dann auch irgendwo einig werden kann.
Sehe Threads wie diesen oder den "Ukraine Krieg" Beitrag aber eher wie eine Politshow, bei denen es am Ende auch nie eine Einigung oder einen Konsens gibt und daher empfinde ich sie in einem Videospielforum als vollkommen überflüssig wenn nicht gar als Spalterisch.
Und davon gibt es bereits genügend Plattformen im Netz, mir würde es viel besser gefallen, wenn wir näher zusammenrücken würden und harmonischer miteinander umgehen könnten. Aber leider verhärten sich die Fronten nach kürzester Zeit und/oder es besteht gar kein Interesse an einer gemeinsamen Verständigung.

Kommentar einer Userin:
"In einer Demokratie möchte ich sagen dürfen, dass ich eben auch Solidarität und Mitgefühl mit den aus ihrer Heimat vertriebenen Palästinensern habe.

Es ist an der Zeit, wieder über eine 2- Staaten- Lösung nachzudenken und dahingehend zu verhandeln. Der Angriff der Hamas ist Terror und zu verachten! Deshalb sind Übergriffe auf Palästinenser und Grausamkeiten und Vertreibung nicht in Ordnung, auch nicht, wenn sie durch Israel erfolgen. Eine Kritik an gewissen Vorgehensweisen des israelischen Staates ist nicht gleichzusetzen mit Antisemitismus und Judenhass und muss in einer Demokratie erlaubt sein und auch in Deutschland ausgehalten werden! Wer Palästinensertücher verbietet, wer alle Palästinenser qua Geburt als Aggressor und alle Israelis qua Geburt
als unfehlbar einstuft, wer Kritik an Israel automatisch und ohne zu hinterfragen als Antisemitismus einstuft, der hat nicht verstanden wie Konflikte gelöst werden könnten bzw. sich verstärken. Von solch engstirnig denkenden Menschen bin ich enttäuscht.

Mein Mitgefühl gilt ALLEN im Kriegsgebiet leidenden Zivilisten, egal welchen Glaubens und welcher Staatszugehörigkeit. Die Politik muss endlich Willen zu einer friedlichen Lösung zeigen, sonst brennt bald die ganze Welt!"
Quelle: https://taz.de/Nahost-Konflikt-in-Berlin/!5963572
 
Zuletzt bearbeitet:
Dann habe ich die ganzen Israelfahnen und Empathiebekundungen für Israel in Neukölln & Co. wohl einfach bislang total übersehen. Mea culpa!
Ich habe auch gesagt Emphatieempfinden und nicht Empathiebekundung.

Aber abgesehen davon entfernt sich unsere Diskussion immer wieder von dem Ausgangspunkt. Weil dass es (zu) viele Demonstationen und Proteste gibt, in denen auch mehr als eine Prise Antisemitismus und Israel-Hass mitschwingt, ist ja überhaupt nicht wegzudiskutieren und stelle ich auch überhaupt nicht in Frage. Auch dass auf solchen Veranstaltungen sich leider allzu sehr eine Art Querfront bildet, wo dann wenig Distanz zwischen Palästinazuspruch und Israelablehnung hergestellt wird, ist ein Problem.
Dass Juden und Jüdinnen hierzulande auf Grund ihres Jüdischseins bedroht sind, ist grässlich.

Und dennoch halte ich fest, dass hinter dem Slogan 'Free Palestine' auch zahlreiche Menschenrechtsorganisation, soziale Bewegungen, Menschenrechtler*innen etc. stehen und zwar aus gutem Grund - und nicht aus Antisemitismus.
Wenn wir alles propalästinensische als antisemitisch lesen, dann werden wir diesen Konflikt niemals lösen können.
 
Diesen Kommentar unten kann ich nur begrüßen und ich würde mir wünschen, das es hier im Forum auch in eine ähnliche Richtung geht und man sich dann auch irgendwo einig werden kann.
Sehe Threads wie diesen oder den "Ukraine Krieg" Beitrag aber eher wie eine Politshow, bei denen es am Ende auch nie eine Einigung oder einen Konsens gibt und daher empfinde ich sie in einem Videospielforum als vollkommen überflüssig wenn nicht gar als Spalterisch.
Und davon gibt es bereits genügend Plattformen im Netz, mir würde es viel besser gefallen, wenn wir näher zusammenrücken würden und harmonischer miteinander umgehen könnten. Aber leider verhärten sich die Fronten nach kürzester Zeit und/oder es besteht gar kein Interesse an einer gemeinsamen Verständigung.

Das fände ich auch schön.

Ansonsten verstehe ich das Problem nicht, warum man wenn man mit Themen im Forum oder sonst wo konfrontiert wird im Internet diese nicht ignorieren kann?
Ich glaube weiterhin nicht das die "aufgeheizte" Stimmung sich auf Politikthemen beschränkt - oder generell auf irgendwelche Themen.

Für manche hier sind Videospiele auch ähnlich aufheizend wie Politik und es geht schon mal zwischendrin in anderen Threads genauso rund - es wird also nicht die Lösung seine gewissen Themen komplett auszuklammern. - Außer man beschließt es halt eben für sich selbst.

Generell muss sich einfach derjenige etwas an die Nase fassen und möglicherweise etwas zurückschalten oder Threads ignorieren. Hab ich beim Corona Thread auch geschafft.
 
Zuletzt bearbeitet:
Was soll denn "ein freies Palästina" sein? Es gibt keinen Staat Palästina.
Auf dem ursprünglichen, jüdischen, Palästina Gebiet sitzen viele Staaten.

Am Ende steht hinter dieser Forderung eine antisemitische Haltung. Weil es im Grunde immer nur gegen Israel geht.
 
seh grad ne demo in berlin.. einige forderungen finde ich ja auch sehr unterstützenswert und richtig. aaaber da wird gleichzeit "from the river to the sea" gerufen und das wäre der punkt, wo ich mich distanzieren muss und gehen würde. bisher bleiben alle da..
 
Es gibt keinen Staat Palästina.
Also erstens gibt es einen Staat Palästina, der von der Mehrheit der internationalen Gemeinde als solcher anerkannt wird.
Zweitens wird ein freier und unabhängiger Staat Palästina in der Zwei-Staaten-Lösung angestrebt.
Und drittens steht dem palästinensischen Volk nach dem Selbstbestimmungsrecht der Völker ein solcher Staat auch zu.
 
Ich hatte jetzt Zeit, mich mit dem AI Bericht und dessen Rezeption zu beschäftigen. Es ist ziemlich eindeutig, dass der Bericht stark polemisiert, vielfach Dinge einseitig betrachtet und andere wiederum unterschlägt. Es wird das schwarz weiß Bild der Unterdrückung der Palästinenser gezeichnet. Der Bericht ist daher auch stark kritisiert worden. Das nur nochmal zur Einordnung der Tendenz von AI in dieser Beziehung. Siehe z.B. auch

https://www.ngo-monitor.org/reports/amnesty-internationals-cruel-assault-on-israel/

Amnesty unterstellt Israel „Apartheid“: Nichts als antiisraelische Stimmung - TAZ https://taz.de/Amnesty-unterstellt-Israel-Apartheid/!5830467/
Amnesty International: Eine Einladung zur Selbstzerstörung | ZEIT ONLINE https://www.zeit.de/kultur/2022-02/amnesty-international-israel-apartheidstaat

Amnesty-International-Bericht zu »Apartheid«: Bundesregierung nimmt ... https://www.spiegel.de/politik/deut...schutz-a-2c0069bd-7a6c-417e-b486-afca61563383
Es gibt auch genug gegenteilige Stimmen. Aber genau das stört mich am Umgang mit Israel. Immerfort werden Missstände beschönigt und ausgesessen. Ich finde hier insbesondere auch die dt. Politk mehr als schwach. Es hilft keinem, wenn für eine Seite immer ein Auge zugedrückt wird.

Ich frage mich auch generell, wie man einen Staat, der von einer ultrarechten Regierung geführt wird, überhaupt derart in Schutz nehmen kann. z.B. erst im Mai diesen Jahres sind zwei israelische Minister auf einer nationalistischen Demo in Jerusalem mitgelaufen und haben in der Altstadt lebende Palästinenser bedroht:
Tausende nationalistische Israelis sind unter Polizeischutz mit israelischen Flaggen durch Jerusalem gezogen. Der umstrittene Marsch führte auch durch das muslimische Viertel der Altstadt, was von Palästinenserinnen und Palästinensern als Provokation angesehen wird. Der Nachrichteseite Haaretz zufolge versammelten sich etwa 20.000 Menschen. Unter den Teilnehmenden waren demnach auch Israels rechtsextremer Polizeiminister Itamar Ben-Gvir sowie Finanzminister Bezalel Smotrich.

Etwa 3.200 Einsatzkräfte waren laut Polizei aus Sorge vor Konfrontationen in Alarmbereitschaft versetzt worden. Mehrere jüdische Gruppen skandierten während des Marsches laut Haaretz Slogans wie "Tod den Arabern" oder "Möge euer Dorf brennen".

...
Der Marsch findet jährlich am Jerusalem-Tag statt. Dabei wird die israelische Eroberung Ost-Jerusalems während des Sechstagekrieges 1967 gefeiert. 1980 hat Israel den Ostteil völkerrechtswidrig annektiert.

https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2023-05/israel-flaggenmarsch-jerusalem-palaestinenser
 
seh grad ne demo in berlin.. einige forderungen finde ich ja auch sehr unterstützenswert und richtig. aaaber da wird gleichzeit "from the river to the sea" gerufen und das wäre der punkt, wo ich mich distanzieren muss und gehen würde. bisher bleiben alle da..

Auch hier ist die Bedeutung nicht so eindeutig wie man vielleicht meinen mag: What does From The River To The Sea really mean (jewishcurrent.com)

Aber ich wurde natürlich auch politisch sozialisiert mit der Deutung, die man hierzulande kennt - also dass damit ein durchgängiges Palästina ohne einen Staat Israel gemeint sei. Daher würde ich mich auch nicht wohl damit fühlen das zu skandieren.
 
Biden warnt Israel davor, Fehler der USA nach 9/11 zu wiederholen
Joe Biden hat sich mit seiner Israel-Visite klar auf die Seite der jüdischen Demokratie gestellt. Er mahnte aber auch: Israel dürfe von seiner »Wut« auf die Hamas nicht »verzehrt« werden.

»Nach 9/11 waren wir in den USA wütend«, sagte Biden. »Während wir Gerechtigkeit gesucht und Gerechtigkeit erhalten haben, haben wir auch Fehler gemacht.«

https://www.spiegel.de/ausland/joe-...h-9-11-a-551b46a8-a51f-48b6-9502-1cc77f15c089

Verhandlungserfolg
Israel lässt Hilfslieferungen in den Gazastreifen aus Ägypten zu
Etwa zwei Millionen Menschen sitzen im Gazastreifen fest, die Lage dort ist katastrophal. Jetzt kündigt die israelische Regierung an: Hilfslieferungen aus Ägypten wolle man »nicht behindern«.

https://www.spiegel.de/ausland/isra...gypten-a-47904c38-065b-4560-9a14-88363fa5e3c8

Vermutlich ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber auch vermutlich besser wie gar nichts...
 
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