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Der Sexualitätsthread (Hetero, Bi, Homo, Trans, LGBTQ, ...)

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

ich muss sagen, ich bin da auch komplett offen für aber man sollte Kinder auch einfach mit sowas nicht überfordern. Die Kleinen kennen noch nicht einmal ihre eigene Sexualität und werden dann mit Dingen konfrontiert die imo einfach zu viel für sie sind. Das kann man alles im richtigen Alter ansprechen, eben einfach im Sexualkundeunterricht und dann auch dementsprechend gerne Leute dazu einladen.
 
Naja, eine Rockband versucht mir jetzt nicht eine Meinung aufzuzwingen. Sie beansprucht auch kein eigenes Gender-Pronomen oder verstört Kinder. Also in unserem Kindergarten wird zB. kein Rammstein oder Kiss zum Morgenkreis gespielt.

Nochmal, leben und leben lassen. Und ich akzeptiere/respektiere auch jeden so wie er ist oder sein möchte. Ich bin für die gleichgeschlechtliche Ehe und mir ist es auch egal ob sich jetzt jemand als Stehlampe identifiziert. Aber wenn jemand meiner 6-jährigen erklären muss, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt (was es faktisch auch nicht gibt), dann habe ich ein Problem damit. Das ist nämlich ein Thema, mit dem sie sich selbst beschäftigen kann wenn sie alt genug ist und sich dafür interessiert.

Amen. :)
 
Naja, eine Rockband versucht mir jetzt nicht eine Meinung aufzuzwingen. Sie beansprucht auch kein eigenes Gender-Pronomen oder verstört Kinder. Also in unserem Kindergarten wird zB. kein Rammstein oder Kiss zum Morgenkreis gespielt.

Nochmals, ich habe keinerlei Verbindung zur Bibliotheksvorlesung getätigt. Denn darum geht es: Drei Menschen wollen interessierten anderen Menschen in einer Bibliothek Bücher vorlesen. Es passiert nicht in einem Kindergarten, es passiert nicht ohne die Einwilligung der Eltern [denn die sollen wenn möglich dabei sein], und es wird kein Kind gegen seinen oder den Willen der Eltern von der Gendergestapo dorthin gezehrt.

Aber interessant das du die Allegorie bringst Drags würden Kinder verstören. Tolle Implikation. :) Das Rockbands dies nicht tun da würden btw. einige Elterngenerationen widersprechen. Meine Mutter fand das Bild der Mitglieder von Linkin Park auf der Hülle von "Hybrid Theory" fragwürdig. Meine Marilyn Manson-CD hat sie zum Glück nie gesehen...
 
Zuletzt bearbeitet:
ich muss sagen, ich bin da auch komplett offen für aber man sollte Kinder auch einfach mit sowas nicht überfordern. Die Kleinen kennen noch nicht einmal ihre eigene Sexualität und werden dann mit Dingen konfrontiert die imo einfach zu viel für sie sind. Das kann man alles im richtigen Alter ansprechen, eben einfach im Sexualkundeunterricht und dann auch dementsprechend gerne Leute dazu einladen.

Sehe ich genauso. Mein Ältester ist 10 und wird jetzt zum Ende der 4ten Klasse erstmal Sexualkunde haben. Da vorher mit irgendwas anzufangen ist Quatsch. Wenn die Kinder von sich aus mit Fragen kommen, werden die natürlich immer gern beantwortet aber mehr muss noch nicht sein.
 
Nochmals, ich habe keinerlei Verbindung zur Bibliotheksvorlesung getätigt. Denn darum geht es: Drei Menschen wollen interessierten anderen Menschen in einer Bibliothek Bücher vorlesen. Es passiert nicht in einem Kindergarten, es passiert nicht ohne die Einwilligung der Eltern [denn die sollen wenn möglich dabei sein], und es wird kein Kind gegen seinen oder den Willen der Eltern von der Gendergestapo dorthin gezehrt.

Aber interessant das du die Allegorie bringst Drags würden Kinder verstören. Tolle Implikation. :) Das Rockbands dies nicht tun da würden btw. einige Elterngenerationen widersprechen. Meine Mutter fand das Bild der Mitglieder von Linkin Park auf der Hülle von "Hybrid Theory" fragwürdig. Meine Marilyn Manson-CD hat sie zum Glück nie gesehen...
Da hast Du mich aber jetzt ganz falsch verstanden; Drags verstören doch keine Kinder. Zumal das Verkleiden und sich schmücken gerade bei Kindern total beliebt und ganz normal ist. Mit verstören/verwirren meinte ich, wenn man Kinder bereits im Kindergartenalter mit verschiedensten Pronomen/Gendern konfrontiert; damit überfordert man sie. Oder wie es in den USA teilweise schon von Eltern praktiziert wird, die zB angeben, dass ihre zweijährige Tochter nonbinär aufwächst, weil sie das so mitgeteilt hat. Eine zweijährige! Die nicht mal ordentlich sprechen oder sich ausdrücken kann.

Und sry, das kann doch nicht gut für Kinder sein, wenn man ihnen in dieser herausfordernden Entwicklungsphase zusätzlichen Ballast auferlegt.
 
Ich muss sagen, ich finde das Gendern auch schwierig.
Eigentlich stört man sich ja meist nur an der Nutzung des generischen Maskulins, also sprachlich.
Hab jetzt nicht gehört das in anderen Sprachen gegendert wird.
Eigentlich sollte doch auch klar sein das alle damit gemeint sind, völlig unabhängig vom Geschlecht.

Und Geschlecht selbst ist auch schwierig.
Ich bin biologisch männlich, sehe mich als Mann, hab aber öfters Probleme mit der Art meiner "Geschlechts Genossen" (Stichwort: toxische Männlichkeit), die ich als schwuler auch kennengelernt habe.

Und von Gleichberechtigung bei Berufen fange ich gar nicht erst an.
Was wurde mir an Berufen und Umschulung verwehrt (vor allem Verwaltung) weil ich keinen Rock trage.

Dennoch ist wie schon geschrieben wurde, biologisch das Geschlecht ziemlich klar.
XX oder XY oder auch mal Variationen wie XXY oder XXX.

Zur Sexualkunde, ich finde die wichtig.
Das Gendern darin eher nicht.
Sexualkunde würde ich sagen ab Klasse 4 passt das Recht gut.
Da lässt das Bienchen und Blümchen denken langsam nach.
 
Und sry, das kann doch nicht gut für Kinder sein, wenn man ihnen in dieser herausfordernden Entwicklungsphase zusätzlichen Ballast auferlegt.

Wenn du es so meintest ist es natürlich etwas anderes, aber auch da würde ich gerne eher Forschungsergebnisse zu haben als einfach nur das Gefühl, nicht bzgl. des Bsp. mit dem zweijährigen, nonbinären Kind aber zumindest bzgl. der verschiedenen Pronomen und dem Gendern. Ich glaube da unterschätzen auch viele wiederrum Kinder und wollen sie zu sehr beschützen. Gerade in der heutigen Zeit in der ja praktisch alle bedeutend eher/mehr Helikoptereltern sind als bspw. in meiner Kindheit in den 90ern oder auch früher, u.a. auch durch die viel frühere Bekanntschaft mit dem Englisch geprägten Internet.

Auch das es schon lange vor dem Gendern so war das es Eltern gab die wiederrum ihre Kinder überforderten ist nicht von der Hand zu weisen, nur eben mit anderen Dingen, bspw. Fremdsprache in sehr jungen Jahren. Da ist jetzt wie ich finde dein Bsp. nicht unbedingt ein sehr extremes, nur eines mit einem anderen Themengebiet im Bereich "warum". Du wirst halt in jeder Generation Bsp. finden zu denen andere Eltern sagen "Das könnt ihr eurem Kind doch nicht antun!" und vorhersagen das das Kind dadurch in der Entwicklung gestört wird bzw. sich nicht gerade zu einem einfach gesagt guten Menschen entwickeln wird.

Und doch sind wir da wo wir heute sind. Oder vieleicht deswegen? :?
 
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Ich hatte heute das erste mal wirklich zwei Momente gebraucht um zu verstehen, was die Spotifywerbung mir sagen will, als es um die "trierer Innenstadt" ging.
Bin nicht sicher, on ich das ulkig oder bedenklich finde.
 
Hatte mir mal einen, wie ich finde, exzellenten Leserbrief in der FAZ zum Thema "gendern" gespeichert:

In der deutschen Sprache gibt es ein natürliches Geschlecht (Sexus) und ein grammatisches Geschlecht (Genus).

Beides wird von feministischen Linguistinnen gerne verwechselt, um nicht zu sagen: wild durcheinandergeworfen.

Dabei können auch sprachwissenschaftliche Laien, wenn ihr Blick nicht ideologisch getrübt ist, den Unterschied leicht erkennen.

Erstens nämlich gibt es drei Genusformen (maskulin, feminin, neutrum), aber nur zwei biologische Geschlechter (männlich und weiblich).

Zweitens wird das Genus auch für Objekte ohne jede erkennbare Parallele zum natürlichen Geschlecht verwendet: der Herd, die Straße oder das Buch. Auch dass der Busen maskulin, die Eichel feminin und das Glied neutrum sind, beruht ganz offensichtlich nicht auf irgendwelchen biologischen Hintergründen.

Ähnlich verhält es sich z. B. mit der Leser oder der Kunde. Während der Genus übergeschlechtlich verwendet wird (der Gast, der Mensch, die Person, die Waise, das Kind, das Individuum), stellt der Sexus eine weitere Aufsplitterung in männlich und weiblich dar.

Wir haben es hier mit etwas zu tun, was man in der Sprachwissenschaft "Synonymie" nennt. Synonyme sind gleichlautende Wörter, die aber unterschiedliche Dinge meinen. Ein "Flügel" kann beispielsweise der Teil eines Vogels sein, der Teil einer Fußballmannschaft oder ein Klavier.

Manchmal sind diese Synonyme nicht so leicht auseinanderzuhalten, und da kommt es dann zu Missverständnissen wie in der feministischen Sprachwissenschaft.

"Kunden" kann nämlich ebenfalls zweierlei bedeuten: "Menschen, die einkaufen" ebenso wie "Männer, die einkaufen". Indem Sprachkritiker*innen behaupten, mit "Kunden" seien nur Männer gemeint, erzeugen sie den Eindruck, Frauen würden sprachlich unterdrückt. Sie richten sich nicht danach, was Menschen meinen, wenn sie etwas sagen, sondern danach, was sie ihnen unterstellen, was sie meinen: "Sie reden ja nur von den Männern! Uns Frauen lassen Sie mal wieder unter den Tisch fallen!"

Aber das ist ebenso Nerv tötend wie falsch.

Auch sorgt der Artikel im Singular mit dem grammatischen Geschlecht für den Unterschied zwischen der (frohen) Kunde und dem Kunden sowie der Leiter und dem Leiter ...

Aus eben den soeben erklärten Gründen sind 99 Lehrerinnen und ein Lehrer zusammen hundert Lehrer: Es wird nämlich der grammatikalische Oberbegriff verwendet, sobald eine auch nur irgendwie gemischte Gruppe besteht.

Ohne einen solchen Oberbegriff, der für beide Geschlechter gilt, würden sich bestimmte Sachverhalte auch überhaupt nicht formulieren lassen (etwa "Jeder dritte Unternehmer in Österreich ist eine Frau." oder "Wir kennen nicht mal das Geschlecht des Verdächtigen.") Ein "Tag" mit seinen 24 Stunden besteht aus Tag und Nacht, genauso wie "der Kunde" männlich oder weiblich sein kann - unabhängig von seinem grammatischen Geschlecht. Ähnlich verhält es sich mit "die Katze": Die weibliche Form steht als Oberbegriff sowohl für das weibliche Tier als auch für das männliche, das wir, wenn wir es genauer spezifizieren möchten, als "der Kater" bezeichnen (so wie "der Kunde", wenn weiblich, zu "die Kundin" wird).

Zu behaupten mit "der Kunde" seien nur Männer gemeint, allein weil "der" davorsteht, ist grammatisch ungefähr so durchdacht wie es die Argumentation ist, mit "die Kunden" seien offenbar nur Frauen gemeint, weil "die" davorsteht.

In Wahrheit drückt natürlich keiner der beiden Artikel den Sexus aus: "die" bezieht sich auf die Pluralform, "der" auf den Genus.

Erst durch die konsequente Doppelbenennung in der feministischen Sprache "die Kunden und Kundinnen" wird der Sexismus in die Sprache eingeführt, wo er vorher durch den geschlechtsunabhängigen Oberbegriff nicht vorhanden war.
 
Wenn man in 100 Jahren einen Körper ausgräbt, dann kann man feststellen, ob dieser Körper faktisch ein Mann oder eine Frau war. Man kann nicht den Gefühls- oder Identifikationszustand eruieren.

Aber es gibt doch Menschen, die Zwitter sind oder wo es scheinbar biologisch bedingt nicht möglich ist, sie in eine Kategorie zu zuordnen, oder?

Ich gehe da nur von meinem begrenzten Wissen aus - daher kann ich die Kategorie Divers absolut verstehen. Mir geht's rein um die biologische Ebene.

Ich kannte bis jetzt auch nur eine Person in meinem Leben, die sich zwar 25 Jahre scheinbar als Frau gefühlt hat, aber dann entschieden hat sich die Brüste abnehmen zu lassen, ihren Namen Geschlechtsneutral-klingend zu ändern und gebeten hat, dass man keine Pronomen und Artikel bei ihr verwendet. Sie sieht sich als Geschlechtslos.

Für mich ist diese Person dennoch weiblich - egal was sich da zusammenreimt. Ich bin auch froh nicht mehr in dieser Phase sie zu begleiten, da ich mit der Anrede extreme Probleme hätte. Versucht mal über Menschen ohne Pronomen und Artikel zu reden...
 
Eltern sollen Geschlecht ihres Kindes selbst bestimmen
9.5.2023


Das Bundesjustizministerium hat heute den Referentenentwurf für ein neues Selbstbestimmungsgesetz veröffentlicht. Kern der Regelung ist die Möglichkeit, dass jeder künftig sein Geschlecht ändern kann – auch wenn er gar nicht unter einer Störung seiner geschlechtlichen Identität leidet. Eine bloße Eigenerklärung soll reichen. Für Kinder unter 14 Jahren sieht der Gesetzentwurf vor, dass Eltern ihrem Kind quasi nach Belieben ein Geschlecht zuweisen können.

Natürlich ist es auch heute schon möglich, dass Eltern ein Mädchen wie einen Jungen (oder umgekehrt) erziehen. Oder sich nach Kräften um eine genderfluide Entwicklung des Kindes bemühen. Neu an dem Entwurf ist allerdings, dass Eltern diese Entscheidung nun auch nach außen „rechtssicher“ dokumentieren können, und zwar durch einen geänderten Geschlechtseintrag für ihr Kind. Theoretisch, ich korrigiere praktisch kann also schon einem Neugeborenen von den Eltern künftig ein anderes Geschlecht „zugewiesen“ werden, passender Vorname inklusive. Einer wie auch immer gearteten Überprüfung, ob das Ganze auch tatsächlich dem Wohl des Kindes dient, soll das nicht unterliegen.

Wer sein Geschlecht ändern möchte, soll künftig nur eine entsprechende Erklärung abgeben müssen. Bei jungen Menschen im Alter von 14 bis 18 Jahren bedarf es der Zustimmung der Eltern oder, sofern diese sich weigern, des Gerichts. Eine wie auch immer geartete Überprüfung der Entscheidung Erwachsener ist nicht vorgesehen. Auch soll es bei der Möglichkeit bleiben, den Geschlechtseintrag jährlich zu ändern. Nach einer beim Standesamt eingetragenen Änderung soll es mit einem Bußgeld bedroht sein, wenn man nicht mehr aktuelle Geschlecht des Betreffenden benennt (Offenbarungsverbot). Das Bußgeld soll bis zu 10.000,00 € betragen.

Einen automatischen Zugang zu „Schutzräumen“, also etwa Toiletten, Umkleiden oder Frauenhäusern, soll der neue Geschlechtseintrag nicht gewähren. Vielmehr soll das allgemeine Hausrecht gelten. Damit wird die Verantwortung also in die Hände des Hausrechtsinhabers gegeben. Dieser muss künftig den schwierigen Spagat zwischen Schutzbedürfnis und Selbstbestimmungsgesetz hinbekommen.

Für den Sport soll „die Bewertung sportlicher Leistungen unabhängig von dem aktuellen Geschlechtseintrag geregelt werden“ können. Auch hier wird also die Verantwortung auf die Vereine und Verbände abgewälzt. Diese müssen künftig eigenständig und im Vorfeld Vorgaben machen, wie sie es mit Sportlern halten wollen, die ihren Geschlechtseintrag geändert haben. Tun sie dies nicht, gilt der Geschlechtseintrag.

Bei Frauen- und anderen Gleichstellungsquoten sieht der Entwurf im wesentlichen vor, dass eine Änderung des Geschlechtseintrags sich auf laufende Verfahren nicht auswirkt, aber eben nur auf diese. Für den Strafvollzug soll der Geschlechtseintrag nicht verbindlich sein, wenn Sicherheitsinteressen und die Persönlichkeitsrechte anderer Gefangener gefährdet sind. Hier soll es nach der Begründung Entscheidungen im Einzelfall geben.

Quelle:https://www.lawblog.de/archives/202...-ihres-kindes-selbst-bestimmen/#disqus_thread


Wir haben anscheinend keine anderen Probleme mehr.
 
Hatte mir mal einen, wie ich finde, exzellenten Leserbrief in der FAZ zum Thema "gendern" gespeichert:

In der deutschen Sprache gibt es ein natürliches Geschlecht (Sexus) und ein grammatisches Geschlecht (Genus).

Beides wird von feministischen Linguistinnen gerne verwechselt, um nicht zu sagen: wild durcheinandergeworfen.

Dabei können auch sprachwissenschaftliche Laien, wenn ihr Blick nicht ideologisch getrübt ist, den Unterschied leicht erkennen.

Erstens nämlich gibt es drei Genusformen (maskulin, feminin, neutrum), aber nur zwei biologische Geschlechter (männlich und weiblich).

Zweitens wird das Genus auch für Objekte ohne jede erkennbare Parallele zum natürlichen Geschlecht verwendet: der Herd, die Straße oder das Buch. Auch dass der Busen maskulin, die Eichel feminin und das Glied neutrum sind, beruht ganz offensichtlich nicht auf irgendwelchen biologischen Hintergründen.

Ähnlich verhält es sich z. B. mit der Leser oder der Kunde. Während der Genus übergeschlechtlich verwendet wird (der Gast, der Mensch, die Person, die Waise, das Kind, das Individuum), stellt der Sexus eine weitere Aufsplitterung in männlich und weiblich dar.

Wir haben es hier mit etwas zu tun, was man in der Sprachwissenschaft "Synonymie" nennt. Synonyme sind gleichlautende Wörter, die aber unterschiedliche Dinge meinen. Ein "Flügel" kann beispielsweise der Teil eines Vogels sein, der Teil einer Fußballmannschaft oder ein Klavier.

Manchmal sind diese Synonyme nicht so leicht auseinanderzuhalten, und da kommt es dann zu Missverständnissen wie in der feministischen Sprachwissenschaft.

"Kunden" kann nämlich ebenfalls zweierlei bedeuten: "Menschen, die einkaufen" ebenso wie "Männer, die einkaufen". Indem Sprachkritiker*innen behaupten, mit "Kunden" seien nur Männer gemeint, erzeugen sie den Eindruck, Frauen würden sprachlich unterdrückt. Sie richten sich nicht danach, was Menschen meinen, wenn sie etwas sagen, sondern danach, was sie ihnen unterstellen, was sie meinen: "Sie reden ja nur von den Männern! Uns Frauen lassen Sie mal wieder unter den Tisch fallen!"

Aber das ist ebenso Nerv tötend wie falsch.

Auch sorgt der Artikel im Singular mit dem grammatischen Geschlecht für den Unterschied zwischen der (frohen) Kunde und dem Kunden sowie der Leiter und dem Leiter ...

Aus eben den soeben erklärten Gründen sind 99 Lehrerinnen und ein Lehrer zusammen hundert Lehrer: Es wird nämlich der grammatikalische Oberbegriff verwendet, sobald eine auch nur irgendwie gemischte Gruppe besteht.

Ohne einen solchen Oberbegriff, der für beide Geschlechter gilt, würden sich bestimmte Sachverhalte auch überhaupt nicht formulieren lassen (etwa "Jeder dritte Unternehmer in Österreich ist eine Frau." oder "Wir kennen nicht mal das Geschlecht des Verdächtigen.") Ein "Tag" mit seinen 24 Stunden besteht aus Tag und Nacht, genauso wie "der Kunde" männlich oder weiblich sein kann - unabhängig von seinem grammatischen Geschlecht. Ähnlich verhält es sich mit "die Katze": Die weibliche Form steht als Oberbegriff sowohl für das weibliche Tier als auch für das männliche, das wir, wenn wir es genauer spezifizieren möchten, als "der Kater" bezeichnen (so wie "der Kunde", wenn weiblich, zu "die Kundin" wird).

Zu behaupten mit "der Kunde" seien nur Männer gemeint, allein weil "der" davorsteht, ist grammatisch ungefähr so durchdacht wie es die Argumentation ist, mit "die Kunden" seien offenbar nur Frauen gemeint, weil "die" davorsteht.

In Wahrheit drückt natürlich keiner der beiden Artikel den Sexus aus: "die" bezieht sich auf die Pluralform, "der" auf den Genus.

Erst durch die konsequente Doppelbenennung in der feministischen Sprache "die Kunden und Kundinnen" wird der Sexismus in die Sprache eingeführt, wo er vorher durch den geschlechtsunabhängigen Oberbegriff nicht vorhanden war.

Exakt diesen Text hab ich auch noch irgendwo in meinem Screenshot Ordner gespeichert.
Und das kommt bei mir mit Texten recht selten vor.
 
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Hatte mir mal einen, wie ich finde, exzellenten Leserbrief in der FAZ zum Thema "gendern" gespeichert:

In der deutschen Sprache gibt es ein natürliches Geschlecht (Sexus) und ein grammatisches Geschlecht (Genus).

Beides wird von feministischen Linguistinnen gerne verwechselt, um nicht zu sagen: wild durcheinandergeworfen.

Dabei können auch sprachwissenschaftliche Laien, wenn ihr Blick nicht ideologisch getrübt ist, den Unterschied leicht erkennen.

Erstens nämlich gibt es drei Genusformen (maskulin, feminin, neutrum), aber nur zwei biologische Geschlechter (männlich und weiblich).

Zweitens wird das Genus auch für Objekte ohne jede erkennbare Parallele zum natürlichen Geschlecht verwendet: der Herd, die Straße oder das Buch. Auch dass der Busen maskulin, die Eichel feminin und das Glied neutrum sind, beruht ganz offensichtlich nicht auf irgendwelchen biologischen Hintergründen.

Ähnlich verhält es sich z. B. mit der Leser oder der Kunde. Während der Genus übergeschlechtlich verwendet wird (der Gast, der Mensch, die Person, die Waise, das Kind, das Individuum), stellt der Sexus eine weitere Aufsplitterung in männlich und weiblich dar.

Wir haben es hier mit etwas zu tun, was man in der Sprachwissenschaft "Synonymie" nennt. Synonyme sind gleichlautende Wörter, die aber unterschiedliche Dinge meinen. Ein "Flügel" kann beispielsweise der Teil eines Vogels sein, der Teil einer Fußballmannschaft oder ein Klavier.

Manchmal sind diese Synonyme nicht so leicht auseinanderzuhalten, und da kommt es dann zu Missverständnissen wie in der feministischen Sprachwissenschaft.

"Kunden" kann nämlich ebenfalls zweierlei bedeuten: "Menschen, die einkaufen" ebenso wie "Männer, die einkaufen". Indem Sprachkritiker*innen behaupten, mit "Kunden" seien nur Männer gemeint, erzeugen sie den Eindruck, Frauen würden sprachlich unterdrückt. Sie richten sich nicht danach, was Menschen meinen, wenn sie etwas sagen, sondern danach, was sie ihnen unterstellen, was sie meinen: "Sie reden ja nur von den Männern! Uns Frauen lassen Sie mal wieder unter den Tisch fallen!"

Aber das ist ebenso Nerv tötend wie falsch.

Auch sorgt der Artikel im Singular mit dem grammatischen Geschlecht für den Unterschied zwischen der (frohen) Kunde und dem Kunden sowie der Leiter und dem Leiter ...

Aus eben den soeben erklärten Gründen sind 99 Lehrerinnen und ein Lehrer zusammen hundert Lehrer: Es wird nämlich der grammatikalische Oberbegriff verwendet, sobald eine auch nur irgendwie gemischte Gruppe besteht.

Ohne einen solchen Oberbegriff, der für beide Geschlechter gilt, würden sich bestimmte Sachverhalte auch überhaupt nicht formulieren lassen (etwa "Jeder dritte Unternehmer in Österreich ist eine Frau." oder "Wir kennen nicht mal das Geschlecht des Verdächtigen.") Ein "Tag" mit seinen 24 Stunden besteht aus Tag und Nacht, genauso wie "der Kunde" männlich oder weiblich sein kann - unabhängig von seinem grammatischen Geschlecht. Ähnlich verhält es sich mit "die Katze": Die weibliche Form steht als Oberbegriff sowohl für das weibliche Tier als auch für das männliche, das wir, wenn wir es genauer spezifizieren möchten, als "der Kater" bezeichnen (so wie "der Kunde", wenn weiblich, zu "die Kundin" wird).

Zu behaupten mit "der Kunde" seien nur Männer gemeint, allein weil "der" davorsteht, ist grammatisch ungefähr so durchdacht wie es die Argumentation ist, mit "die Kunden" seien offenbar nur Frauen gemeint, weil "die" davorsteht.

In Wahrheit drückt natürlich keiner der beiden Artikel den Sexus aus: "die" bezieht sich auf die Pluralform, "der" auf den Genus.

Erst durch die konsequente Doppelbenennung in der feministischen Sprache "die Kunden und Kundinnen" wird der Sexismus in die Sprache eingeführt, wo er vorher durch den geschlechtsunabhängigen Oberbegriff nicht vorhanden war.
Und genau das geht mir auf den Zeiger. Statt in Artikeln und Nachrichten wie hunderte Jahre zuvor auch das generische Maskulinum zu benutzen, wird munter gegendert.
Wobei das eben garnicht notwendig ist. Das generische Maskulinum ist so inklusiv, dass einfach geschlechtsübergreifend alle gemeint sind. Besser geht es doch eigentlich gar nicht.
Einfach "Lehrer" statt Lehrer und Lehrerinnen, Lehrer*innen, Lehrer:innen, LehrerInnen und ganz schlimm Lehrende. Die also 24/7 lehren, da sie ja ständig lehrend sind.
 
man könnte auch einfach nur Lehrerinnen sagen und die männliche Form weglassen? Dann hat man auch keine Pause.

Dann sind aber nicht alle Geschlechter inkludiert.

Man könnte aber auch Lehrer lassen und es je nach Kontext betrachten. Man könnte z.B. das Geschlecht mit männlichen, weiblichen oder diversen Lehrer hervorheben ( z.B. der männliche Lehrer)und Plural mit die Lehrer lassen... Moment, das hatten wir ja.

Aber ich würde sogar alles verweiblichen. Das wäre mir sogar lieber als das Binnen I * : oder Doppelnennung. Hauptsache es gibt endlich Ruhe.

Ich erachte es als sehr bedenklich, dass wir keine gemeinsame Sprache mehr sprechen, sondern jeder wie er will...
 
also lieber der männliche Lehrer schreiben und v.a. SPRECHEN als LehrerInnen, ernsthaft? :ugly:

sorry aber in der Gedankenwelt bin ich nicht mehr dabei.

Sprache kann man imo ruhig angleichen und wenn ihr z.b. Böhmermann zuhört bekommt er das richtig gut und nicht störend hin.
Es ist was Neues aber da kann man sich auch ruhig dran gewöhnen.
 
Was bin ich froh das mich das absolut gar nicht kümmert.
Weder Beruflich noch Privat
Und umso mehr das der ganze Scheiß nicht aufkam, als ich auf der Schule war.
Beides zu benennen, also z.B "Liebe Lehrer und Lehrerinnen" absolut okay. Gerne.
Aber dieses "LehrerInnen" boooah. Schriftlich absolut nervig und akustisch klingts auch bescheuert, vorallem wenn da gefühlt eine Sekunde Pause zwischen ist
 
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