Solange ich alles blöd finden kann und das bei Bedarf auch angemessen äußern darf, solls mir recht sein.
Disclaimer: gilt auch für Dosenfrüchte, Autos, Musikrichtungen etc.
Ich denke das ist so wichtig und schürrt viele Ängste, die das in Gefahr sehen.
Ich arbeite seit 12 Jahren mit der Gendersprache und bin absolut kein Fan davon - dafür gibt es etliche Gründe, die ich aber gar nicht debattieren will. Ich merke es nur speziell gerade in einer weitläufigen Fortbildung, wie mir indirekt gesagt hat: "Menschen, die die Gendersprache verwenden, sind weltoffenere (bessere) Menschen."
Okay, jemand der seit 15 Jahren mit Randgruppen arbeitet, sich aktiv für Menschen mit Behinderung und psychischen Erkrankungen einsetzt, der politisch sich für Frauen und gegen Rechtsextreme eingesetzt hat und generell Frauen als die besseren Menschen in seinem Leben erlebt hat, ist jetzt kein so weltoffener Mensch (bzw. ein Dorn im Auge).
Beruflich und in Fortbildungen bin verpflichtet schriftlich zu gendern - ist halt so. Aber nur weil ich nicht wie mittlerweile sehr viele aus dem Sozialbereich gegendert Rede (z.B. Klient Innen) und mich verbal klar davon distanziere, bin ich sicher kein schlechterer Mensch.
So wie ich mich jahrelang gegenüber Rechtsextremen gewährt habe, so finde ich Linksextreme beschissen. Extremen beeinflussen sich auch immer gegenseitig. Es ist nur ein subjektives Empfinden, aber eine Spaltung der Gesellschaft auf so vielen Ebenen, habe ich noch nie erlebt. Das hat auch den biederen Beigeschmack, dass man bei so vielen Themen auch nicht mehr den Menschen sieht, sondern nur die politische Message. Und wenn diese Message einen auf die Nerven geht, weil sie mit dem Schlaghammer serviert wird, dann können wichtige Botschaften komplett in den Hintergrund geraten und auf Ablehnung treffen.