Auch bei einem Abo-Modell hast du Leute, die Netflix komplett weggucken und Leute, die einmal in der Woche random irgendwas schauen. Ganze Sportstudioketten leben von Kunden, die nie vorbeikommen. Gut, da kann man immer sagen, die Leute haben das selbst zu verantworten. Aber automatisch mehr Gerechtigkeit hast du da nicht. Ich kann bei Netflix keinen Zugang für 5 Euro im Monat kaufen, wo ich dann in der Woche nur 4 Stunden gucken kann, weil mir das reicht. So als Beispiel.
Je nach Größe des Haushalts zahlt man ja im Prinzip auch weniger bei den ÖR. Ich als Single zahle doch mehr als ihr. Und niemand kann den ÖR-Content wegbingen oder ausreizen. Ich bin da fast nur auf Spartenkanälen unterwegs und kratze an der Oberfläche. Es ist einfach zu viel, allein die Arte-Mediathek ist riesig. Ich kann auch nicht sagen, dass ich massig Zeit zum Gucken habe. Ich hab nen fordernden Job und meine Kinder sind die halbe Woche bei mir. Also ich sitz hier Abends auch nicht lange. Es geht eher darum, dass wenn ich etwas gucken möchte, dann bekomme ich da garantiert substantielle und hochwertige Beiträge, die für mich eine echte Bereicherung sind.
Das kann man doch aber überhaupt nicht vergleich.
Wie Du schreibst, Netflix ist freiwillig. Die GEZ ist eine Zwnagsgebühr.
Selbst wenn ich exakt null von den ÖR konsumiere, wird diese Gebühr fällig.
Man hat es also bei nem Abo selbst in der Hand oder kann mal eine Zeit lang abonnieren,
weil man temporär mehr Zeit für den Konsum hat.
Aber um die Sache hier zu Ende zu bringen.
Ich halte die ÖR für sehr wichtig.
Ist einfach ein Unterschied zu dem populistischen Mainstream TV.
Vorhin erst ne Doku über die Klimakleber gesehen.
Da wurde dann berichtet, dass es durchaus auch Befürworter gibt und den Aktivisten Kaffee bringen und
lobende Worte parat haben.
Das hört man so wirklich nie und kein Wunder, die Doku war nicht von Spiegel TV ;-)
Das ist eben die offenen Berichterstattung, die abseits der ÖR quasi nicht existent ist.
Ändert aber nichts an meiner Grundeinstellung.
Du sagst es ja selbst. Du konsumierst da sehr viel (im Rahmen der zeitlichen Möglichkeit) und kratzt an der Oberfläche. Dazu ein aufgeblasener Apparat, kaum Controlling.
Dann sollte die Prämisse nicht sein, die Gebühren deutlich zu erheben sondern soweit zu reduzieren,
bis man mit den jetzigen Gebühren klarkommt oder es nur eine kleine Anpassung benötig.
Die Schweiz hat ihre Gebühren 2021 drastisch gesenkt.
Österreich hat die Gebühren drastisch gesenkt.
In einer Zeit mit so einer hohen Inflation, so hohen Energiekosten, eine Regierung,
die ein umfassende Revolution bei der Modernisierung von Bestandsimmobilien plant was wiederum
für so viele Menschen Folgen haben wird, sollten sie ihren Plan, der vermutlich nicht erst gestern entstanden ist, wieder zurück in die Schublade stecken.
Aber jetzt warten wir mal ab was passiert.
Wenn das auf dem Weg geleakt wird, ist das halt immer unglücklich.
Der Rundfunkbeitrag wird übrigens per Wohnung erhoben.
D.h. wir sollten exakt das Selbe zahlen.
Nur ganz am Rande.