Jesus Maria und Josef.
Daher glaube ich auch nicht an die oben geäußerte Theorie, dass Putin von vorneherein einen Abnutzungskrieg wollte. Es bleibt ihm sonst nur - in seinem Selbstverständnis - nichts übrig und ich glaube auch nicht, dass er den gewinnen wird.
Falls sich das auf meinen Beitrag bezieht: Da hast du mich falsch verstanden oder ich mich missverständlich ausgedrückt. Ich weiß gar nicht, ob es überhaupt ein historisches Beispiel gibt für einen Krieg, wo der Aggressor vor Kriegsbeginn auf einen Abnutzungskrieg setzt. Abnutzungskriege sind das Ergebnis gescheiterter Offensiven, nachdem tolle Sandkastenoffensivpläne an der harten Wirklichkeit gescheitert sind und einer Kriegspartei militärisch wenig anderes übrig bleibt. Will heißen: Putin hat auf einen schnellen Sieg gesetzt. Der blieb aus, und jetzt steht er vor der bitteren Realität eines Abnutzungskrieges, da seine Streitkräfte offensichtlich weder dafür ausgebildet noch dafür ausgestattet sind, raffinierte Offensiven im Zusammenspiel mehrerer Divisionen und Waffengattungen durchzuführen, um den viel kleineren Kriegsgegner Ukraine entscheidend auf dem Schlachtfeld zu besiegen.
Grundsätzlich würde ich mir wünschen, dass Team
#Friedensverhandlungen und Team
#Waffen es schaffen, etwas die Emotionen aus der Diskussion herauszuhalten. Überall erlebe ich, wie die einen als Putin-Versteher und Naivlinge verspottet werden, die anderen als Kriegstreiber mit Apokalypse-Gelüsten. Das ist aber alles Quatsch.
Lasst uns doch mal auf besinnen, das uns eint: Wir alle verabscheuen diesen Krieg. Wir alle verteufeln Putin. Wir alle finden es unerträglich, dass die Ukrainer derart leiden müssen. Wir alle finden es schrecklich, wie der Kreml seine Soldaten sinn- wie skrupellos zu Tausenden in den Tod schickt, ohne jede Empathie.
Und wenn wir jetzt mal nüchtern auf Lösungen für diese fürchterliche Lage schauen, müssen wir eines feststellen eingedenk der Tatsache, dass Putin an seinen Zielen und Methoden festhält:
Es gibt keine guten Lösungen. So gut wie jede mögliche Lösung ist schlecht.
- Jetzt Friedensverhandlungen - die Ukraine muss Territorium abtreten, und Putin bekommt Luft, um sich auf den nächsten Streich vorzubereiten. Aber das Töten würde zumindest aufhören. Schrecklich!
- Weiter und weiter Waffen liefern - die Leos kommen ja nicht nur in die Ukraine, um toll auszusehen. Sie werden Menschen töten. Und in ihnen werden Menschen sterben - verbrennen, ersticken, in Fetzen gerissen. Das ist die Realität von Waffenlieferungen. Jeden Tag sterben Tausende und leiden Hunderttausende in der Ukraine. Und solange der Westen das ukrainische Militär am Leben hält, wird das nicht aufhören - und steht eine weitere Eskalation zwischen Russland und der Nato immer im Raum. Fürchterlich!
Jetzt sagen die einen:
"Lieber unter russischer Zwangsherrschaft leben als tot sein. Lieber Putins Aggression hinnehmen als am Ende die Welt in einen Atomkrieg treiben. Weitere Waffenlieferungen verschärfen die Eskalation."
Und die anderen sagen:
"Wir müssen Putin jetzt stoppen! Wenn wir ihn in der Ukraine nicht aufhalten, droht der Weltkrieg."
Beides kann richtig sein. Beides kann sich auf historische Beispiele stützen. Die Welt ist nicht schwarz und weiß, und es gibt nicht nur die eine oder die andere Lösung. Je nach Datum, Umständen und tausend anderen Faktoren kann sich plötzlich alles drehen, und dann ist das eine zielführend, oder das andere, oder eine Mischung aus beidem.
Beide Positionen fußen aber immerhin auf derselben Abscheu für diesen Krieg. Und beide Seiten fürchten eine weitere Eskalation hin zum Weltkrieg. Damit haben beide Seiten mehr gemeinsam, als sie zu erkennen scheinen
Ich verzweifle jedenfalls daran, wie fürchterlich das alles ist. Ich kann beide Seite absolut verstehen, finde die Argumente stichhaltig. Das Problem ist nur: Wir wissen es nicht - wir können alle nur raten. Ich würde nicht mal ausschließen, dass uns ohnehin die negativen Konsequenzen drohen - wenn wir Putin jetzt nicht durch Waffenlieferungen stoppen, haben wir in zwei Jahren den Krieg Russland-Nato. Und wenn wir weiter die Ukraine unterstützen, haben wir in zwei Jahren den Krieg Russland-Nato ...