Foren Aktuelles Erstellen Mitglieder Anmelden

Der Politikthread

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Naja, du müsstest die Zahl schon gegen die Zahl der Erwerbsfähigen rechnen, dann ist man bei um die 3%. Aber die sehe ich auch nicht als Hauptproblem. Ein leicht zugängliches und fast komplett sanktionsloses Sozialsystem ist eher per se schon ein Problem an sich.
 
Naja, du müsstest die Zahl schon gegen die Zahl der Erwerbsfähigen rechnen, dann ist man bei um die 3%. Aber die sehe ich auch nicht als Hauptproblem. Ein leicht zugängliches und fast komplett sanktionsloses Sozialsystem ist eher per se schon ein Problem an sich.

Aber von diesen 3% wird wiederum ein guter Teil schlicht erwerbsunfähig sein.

Zu Deinem Kommentar bezüglich Privatvermögen finde ich gerade keine Zahl, aber ich meine mal gelesen zu haben dass rund 50% der Haushalte in Deutschland Sparguthaben aufbauen. Auch das sehe ich jedenfalls nichts als Dealbreaker für den deutschen Wohlstand.
 
Ich tue mich bei der ganzen Steuersatzdiskussion bezüglich der Reichen immer schwer. Zur Wahl war das Thema ja wieder ganz präsent. Da lagen die Schätzungen glaub bei 4-5 Milliarden, die durch deutliche Erhöhung rein der Einkommensteuer rein kommen könnten. Wenn man sieht, dass Hartz4 Deutschland ca. 50 Milliarden im Jahr kostet, würden wir uns also über 10 Prozent unterhalten was bei 1:1 Umverteilung maximal überhaupt rein kommen könnte. Das wären vielleicht 40 oder 50 Euro im Monat pro Empfänger. Klar ist mehr wie jetzt aber doch kein wirklicher Sprung. Umgekehrt wären nach den Plänen auch Menschen wie Leo schon massiv betroffen, da nach den Plänen ja auch Arbeitnehmer die 4500 Euro Brutto verdienen schon gleich mehr Steuern zahlen würden. Im Spitzenverdienst ist man ja schon wenn man knapp das 1,5 fache wie der Durchschnittsverdienst verdient.

Und auch wenn das hier immer nicht gehört werden möchte - auch diese Einkommen sind stark von den aktuellen Umständen betroffen und müssen sich stellenweise gerade kostenmäßig neu ausrichten. Bei der Diskussion kommt mir sowieso immer zu kurz, dass Menschen mit 100K Brutto dann doch oft auch noch 2 oder 3 Kinder zu versorgen haben, was zu einem deutlich geringeren Realeinkommen führt. Von daher sind 100K pro Jahr schwer mit 100K pro Jahr zu vergleichen. Da sind die Fälle einfach unterschiedlich.

Man kann zwar überall herumdoktern und hier und da durch Erhöhungen ein paar Milliarden heraus holen, aber am Ende wäre ja ein Sprung nur zu spüren wenn eine Vermögensteuer wieder eingeführt würde mit entsprechenden Abgaben. Allerdings würde ich da tatsächlich auch befürchten, dass die Superreichen die davon betroffen wären, entsprechende Modelle fahren um ihr Vermögen zu verlagern oder eben diejenigen die letztlich schon einiges sozial gespendet und geleistet haben, diese Bemühungen zurück fahren würden. Bei allen Steuerschätzungen lassen sich diese Szenarien imho nur schwer abschätzen.

Immerhin ist Deutschland jetzt schon eines der Länder mit den höchsten Abgaben aus Steuern und Sozialabgaben. Da darf man sich halt auch eher mal fragen, ob da an der Verwendungsseite nicht viel schief läuft. Das macht mir ehrlich gesagt viel mehr Kummer oder ärgert mich. Wenn man sieht wie im öffentlichen Haushalt mit den Steuergeldern umgegangen wird. Ich verstehe nicht, weshalb hier überhaupt nicht mal angesetzt wird. Bevor ich Steuern erhöhe, reformiere ich doch erstmal das System. Aber hier passiert nichts.

Insgesamt ein elendes und beängstigendes Thema - insbesondere für die nähere Zukunft.
 
Ich sehe das Hauptproblem im jahrzehntelangen Lobbyismus, der für mich in seinen schlimmsten Auswüchsen einfach nur politische Korruption ist.

Ein Staat, der "mal eben" eine neue Energieumlage beschließt und einführt, aber bei einer Übergewinnsteuer ewig lang herumlaviert, dass man das ja nicht machen könne, zeigt doch eindeutig, dass viel falsch läuft in so einem Staat.

Warum könnte der Staat einem Mineralölkonzern nicht mal Höchstpreise vorschreiben? Weil das ein Eingriff in den Markt wäre? Weil es vermeintlich Investoren abschrecken würde? Deutschland ist ein Markt, der groß genug ist, dass genug Investoren hier gut Geld verdienen können. Insbesondere bei einem Produkt wie Sprit, der eh vor Ort konsumiert werden muss.

Für solche Maßnahmen ist kein Wille zur Gesetzesänderung da. Es gibt weiterhin große Steuer-Gesetzeslücken für internationale Großkonzerne. Es gibt nach wie vor keine steuerlichen Maßnahmen zur Eindämmung des Hyper-Tradings. Nichts. Aber eine Energie-Umlage wird ruckzuck durchgewunken.

Der Staat lässt genügend Einnahmemöglichkeiten liegen. Der Staat belastet den Mittelstand (Private und Unternehmen) steuerlich zu stark. Der Staat toleriert einen Niedriglohnsektor, der dazu führt, dass die Leute dort selbst gar nicht finanziell auf die Beine kommen (können) und der Staat sie im ungünstigsten Fall bezuschussen muss (trotz Arbeitsverhältnis).

Und nun kommen die explodierenden Energiekosten dazu.

Auch die politisch uninteressierten Menschen merken langsam, dass "da was nicht stimmt". Der Staat, der sich in den letzten Jahrzehnten durch seine handelnden politischen Akteure so heruntergewirtschaftet hat, schafft es damit, dass immer mehr Menschen kein Vertrauen mehr in ihn haben.

Und darüber freut sich dann die Reichsbürger-Bagage und andere Demokratiefeinde. Der Staat bzw. die Politik ist selbst schuld, dass es momentan so "brodelt". Sie hat dies durch zahlreiche Fehlentscheidungen zugunsten weniger selbst heraufbeschworen.

Nun halte ich "den Deutschen" nach wie vor für zu demonstrationsfaul, als dass wir im Winter wirklich große Demonstrationen sehen werden, aber gleichzeitig darf die Politik die Belastungsgrenzen für Normal- und Geringverdiener nicht weiter ausreizen. Mit den bislang getroffenen Entscheidungen spielt man einem Putin ja in die Hand, der von einer Destabilisierung der EU und ihrer Länder träumt. Dieser soziale Sprengstoff wäre total unnötig, wenn wir nicht in einem System leben würden, in dem persönliche Bereicherung von Politikern ungesühnt immer weiter gehen kann.
 
Werden die Erwerbsunfähigen noch unter den Langzeitarbeitslosen geführt? Ich dachte eigentlich, damit bist Du raus?

Ich bin nicht sicher ... ich hab auch auf die Schnelle keine guten Zahlen gefunden, erinnere mich aber, dass ein Journalist im Presseclub die Zahlen mal nachvollziehbar heruntergebrochen hat. Da kam er dann auf einen mittleren Hunderttausenderwert wirklich Arbeitsunwilliger. Aber ich kriege es nicht mehr zusammen.
 
Da darf man sich halt auch eher mal fragen, ob da an der Verwendungsseite nicht viel schief läuft. Das macht mir ehrlich gesagt viel mehr Kummer oder ärgert mich. Wenn man sieht wie im öffentlichen Haushalt mit den Steuergeldern umgegangen wird. Ich verstehe nicht, weshalb hier überhaupt nicht mal angesetzt wird. Bevor ich Steuern erhöhe, reformiere ich doch erstmal das System. Aber hier passiert nichts.

Danke.
 
Der Lindner und seine Fahr-doch-Porsche halt [ist von 2018]:

Ex-Bundestagsfraktion - FDP bezahlt Millionenschulden nicht - und kommt damit durch [spiegel.de]

Als die FDP im September 2013 mit 4,8 Prozent der Stimmen aus dem Bundestag flog, war der Schock der Liberalen groß. Schließlich hatte das Ergebnis nicht nur drastische Auswirkungen auf das Leben der Abgeordneten, auch das finanzielle Überleben der Partei schien gefährdet zu sein. Denn neben den 8,6 Millionen Euro Schulden, die der FDP-Bundesverband bis Ende 2013 angehäuft hatte, gab es weitere hohe Forderungen an die gerade abgewählte Fraktion.

So verlangte allein die Rheinische Zusatzversorgungskasse (RZVK) etwa 5,8 Millionen Euro von der Fraktion. Grund war unter anderem die Entlassung der etwa 100 direkt angestellten Mitarbeiter nach der Wahlniederlage.

Diese hatten bei der RZVK künftige Rentenansprüche erworben, die die Fraktion aber nicht in das System eingezahlt hatte. Auch ehemalige Mitarbeiter beziehen und bezogen eine Rente von der RZVK. Deshalb wurde laut vertraulichem Gutachten der Zusatzversorgungskasse zum Stichtag 31. Dezember 2013 eine Ausgleichzahlung fällig. Zahlbar "innerhalb eines Monats nach Zugang der Mitteilung". Das enthüllte der SPIEGEL im September 2017.

Andere Fraktionen waren damals empört, als die miserable Zahlungsmoral der Liberalen öffentlich wurde: "Es kann nicht sein, dass sich die FDP-Fraktion ihren Verpflichtungen für die Zusatzversorgung ihrer ehemaligen Mitarbeiter entzieht. Wir erwarten, dass die Beitragsschulden in vollem Umfang beglichen werden", sagte die Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Fraktion, Christine Lambrecht, dem SPIEGEL.

Doch gleichermaßen unbeeindruckt von den Appellen aus dem Parlament wie von denen des Gläubigers zahlte die FDP-Fraktion in Liquidation einfach nicht. Über Jahre nicht. Die frühere Fraktion weigerte sich sogar beharrlich, die Forderung überhaupt anzuerkennen. Und diese Mauertaktik der Liberalen hat nach SPIEGEL-Informationen nun Erfolg.

"Die RZVK hat uns mitgeteilt, dass sie ihre Ansprüche nicht mehr geltend machen wird. Damit hat sich der Vorgang erledigt", sagte Fraktionsjustiziar Rainer Funke dem SPIEGEL.

Die Rheinische Zusatzversorgungskasse hingegen möchte den Verzicht auf die Durchsetzung der Ausgleichszahlung nicht als ein Erlassen der Millionenschuld verstanden wissen. Die Forderung habe weiterhin Bestand, man sehe lediglich von einer gerichtlichen Durchsetzung des Anspruchs ab, so die RZVK.

Es ist davon auszugehen, dass die anderen Kunden der Zusatzversorgungskasse die Zahlungen an die ehemaligen Fraktionsmitarbeiter der FDP nun mittragen müssen, schließlich handelt es sich um ein umlagefinanziertes System.


[...]


¯\_(ツ)_/¯

Ach ne halt moment, der isses:

....................../´¯/)
....................,/¯../
.................../..../
............./´¯/'...'/´¯¯`·¸
........../'/.../..../......./¨¯\
........('(...´...´.... ¯~/'...')
.........\.................'...../
..........''...\.......... _.·´
............\..............(
..............\.............\...
 
Ich bin nicht sicher ... ich hab auch auf die Schnelle keine guten Zahlen gefunden, erinnere mich aber, dass ein Journalist im Presseclub die Zahlen mal nachvollziehbar heruntergebrochen hat. Da kam er dann auf einen mittleren Hunderttausenderwert wirklich Arbeitsunwilliger. Aber ich kriege es nicht mehr zusammen.
Das will ich gar nicht bestreiten. Soweit ich weiß, sind (voll) Erwerbsunfähige nicht mehr in der Arbeitslosenstatistik enthalten, weil sie für den Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen. Die sind afaik genauso raus, wie Frührentner. Aber so genau bin ich da auch nicht drin.
 
Manche Menschen können es nicht ertragen, daß andere rumsitzen während sie arbeiten und sich den dreiwöchigen Hawaii Urlaub vom Mund absparen. :mhm:

Mein Vater war genau von diesem Schlag, hat es selbst seinen Kindern nicht gegönnt, daß sie Spaß haben während er so hart Kaffee trinkt auf der Arbeit.

Du solltest dir mit dieser Narbe rund um deinen Vater professionell helfen lassen, statt zu versuchen falsche Vergleiche anzustellen und Leute aus der Reserve zu locken ;) Ansonsten nochmal meinen Beitrag lesen und verstehen... :lehrer:

Aber langsam beschleicht mich der Eindruck, dass auch du einer der Menschen bist, die nicht verstehen, dass man Spaß an der Arbeit haben kann und sie nur keine Schmarotzer ertragen können (wollen). Und NEIN, ich sage nicht, dass dies alle Arbeitslosen sind... bevor gleich wieder einer aufspringt.
 
noch ein paar infos diesbezüglich:

Um diese Inhalte anzuzeigen, benötigen wir die Zustimmung zum Setzen von Drittanbieter-Cookies.
Für weitere Informationen siehe die Seite Verwendung von Cookies.

Um diese Inhalte anzuzeigen, benötigen wir die Zustimmung zum Setzen von Drittanbieter-Cookies.
Für weitere Informationen siehe die Seite Verwendung von Cookies.

Um diese Inhalte anzuzeigen, benötigen wir die Zustimmung zum Setzen von Drittanbieter-Cookies.
Für weitere Informationen siehe die Seite Verwendung von Cookies.
 
Reiche tun in der Regel sehr viel mehr Soziales als ihnen zugestanden wird. Auch ohne zur Kasse gebeten zu werden. Dabei sprechen wir nicht nur über soziales Engagement, sondern eben auch über die Schaffung von Arbeitsplätzen. U.a.
Nach Unten treten ist immer leichter als nach Oben. Allerdings wird man in den meisten Fällen nicht superreich ohne die Ellenbogen einzusetzen. Stichwort Panama Papers, Cum Ex, etc. .. was durch Steuervermeidungstricks dem Staat an Geldern entgeht das kann man nur erahnen, aber das Ausmaß dürfte beträchtlich sein. Mir wäre es mir lieber alle zahlen ordentlich Steuern, das wäre für mich echtes soziales Engagement.
 
Nach Unten treten ist immer leichter als nach Oben. Allerdings wird man in den meisten Fällen nicht superreich ohne die Ellenbogen einzusetzen. Stichwort Panama Papers, Cum Ex, etc. .. was durch Steuervermeidungstricks dem Staat an Geldern entgeht das kann man nur erahnen, aber das Ausmaß dürfte beträchtlich sein. Mir wäre es mir lieber alle zahlen ordentlich Steuern, das wäre für mich echtes soziales Engagement.

Wie sich einige hier immer an den sehr raren "Superreichen" festbeißen :ugly:

Die spielen praktisch KEINE Rolle!

Natürlich hat die Politik mal wieder voll versagt bei Cum EX - und auch bei der Strafverfolgung!

SOZIAL und HILFREICH wäre:

ALLE müssen (etwas) in die gesetzliche Krankenkasse,Rentenversicherung und Arbeitslosengeld einzahlen.
Lohnnebenkosten senken - mehr Netto vom Brutto speziel für Steuerklasse 1 & 5!
Steuerschlupflöcher schließen & Steuerrecht vereinfachen.
 
Nach Unten treten ist immer leichter als nach Oben. Allerdings wird man in den meisten Fällen nicht superreich ohne die Ellenbogen einzusetzen. Stichwort Panama Papers, Cum Ex, etc. .. was durch Steuervermeidungstricks dem Staat an Geldern entgeht das kann man nur erahnen, aber das Ausmaß dürfte beträchtlich sein. Mir wäre es mir lieber alle zahlen ordentlich Steuern, das wäre für mich echtes soziales Engagement.

Da sollte der Staat auch als allererstes ansetzen. Wenn man sieht, dass überhaupt kein staatliches Interesse an der Cum Ex Aufklärung bestand, ist das einfach nur absurd. Nur dann kann man überhaupt an weitere Reformen denken, ohne dass die Betroffenen sich zu Recht unfair behandelt fühlen.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück
Oben