In der Sache ist es zunächst nie eindeutig, wenn man nicht dabei gewesen ist und es vorerst keine klaren Beweise gibt.
Aber für mich ist es eindeutig, wie ich mich als emphatischer Mensch positioniere und wem meine Solidarität gilt. Die liegt beim potentiellen Opfer - was aber eben nicht bedeutet, dass ich den Täter/die Täterin zur nächstbesten Gelegenheit mit Fackel und Mistgabel aufsuche.
Was lege ich denn aus wie es mir passt. Vetulus hat geschrieben:
Das ist Täter-Opfer-Umkehr par excellence. Nenn mir bitte auch nur ein einziges Beispiel, das diese dreiste Behauptung stützt? Die Aussage ist einfach kompletter Bullshit und ein Schlag in die Fresse von allen, die Rassismus, Diskriminierung und Hate Speech erleben und den Mut haben, sich dagegen zu Wehr zu setzen.
Dann fabuliert er von "Unschuldsvermutung", nur um diese im nächsten Satz ausgerechnet Ofarim nicht zuzustehen. Ganz im Gegenteil sogar:
Das ist nicht der zweite Schlag, das ist ein Roundhouse Kick mit Anlauf ins Gesicht von Opfern, die ihre Erfahrungen öffentlich machen (wollen).
Wagt es nicht, über die Ungerechtigkeit, die euch widerfährt, zu sprechen, denn das wird sanktioniert! Und zwar unabhängig davon ob es wahr ist oder nicht! Das ist absurd und einfach unglaublich niederträchtig.
Bei ihm sind es nicht die rasisstischen, antisemitischen, sexistischen Gewalttäter*innen, die ein Problem für unsere Gesellschaft darstellen. Für ihn sind die Opfer, die sich Gehör verschaffen wollen, diejenigen, die "brandgefährlich" sind. Das ist einfach komplett irre!
Edit
Und ganz ehrlich: gerade im Kontext mit Antisemitismus hat die Erzählung vom sich profilierenden Opfer, das medial Macht hat, einen ganz, ganz üblen Unterton.