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Der Politikthread

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falls sich einer über den Sonneborn Tweet oben wundert und nicht das Kleingedruckte sieht...das ist der Hintergrund:

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Hatte Langeweile. Photoshop-Skillz immer noch ausreichend.


Edit: Bonus-Runde
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich verstehe nicht, warum sich die wirtschaftliche Linke (hier stellvertretend durch @Cycron ) und die wirtschaftliche Rechte (stellvertretend durch @Mondknallschlumpf ) so unversöhnlich gegenüberstehen. In meiner Wahrnehmung betrachten beide Seiten jeweils nur eine Seite der Medaille und erklären diese zur einzig zulässigen Wahrheit.

Ich meine, die wirtschaftliche Linke hat mit ihren Vorwürfen von Ungerechtigkeiten und Bereicherung definitiv einen Punkt. Unser System trieft vor Ungleichheiten, und es gibt Millionen Menschen, die durchs Raster fallen, weil ihnen die finanzielle Intelligenz fehlt - diese Menschen sind nicht dumm, aber unter denkbar schlechten Startbedingungen gestartet und hatten nie den Hauch einer Chance, überhaupt nur zu erkennen, was sie tun müssten, um ihre Situation zu verbessern. Stattdessen wird durch ihre soziale Herkunft ein Karriereweg vorgezeichnet, der ein enger und ungemütlicher Korridor ist und aus dem sie nicht herauskommen. Ich würde mir hier wünschen, dass die wirtschaftliche Rechte sich mal mit diesen Biografien ernsthaft beschäftigt - dann würden Rufe nach Leistungsgesellschaft und "Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied" schnell leiser werden, denke ich.

Um es mal plakativ zu machen: Ich komme aus einem recht stabilen Elternhaus, bin aufs Gymnasium gegangen, es hatte nie an etwas gefehlt. Ich bin weiß, männlich, jung. Ich bin Unternehmer, verdiene sehr gut und kann mir Dinge leisten, von denen viele nur träumen können. Gleichzeitig bin ich überzeugt davon, dass ich heute nicht da stünde, wo ich stehe, wenn meine Herkunft oder Hautfarbe eine andere wäre.

Ich stehe aber auch zwischen den Stühlen, weil ich den blanken Hass der politischen Linken auf Unternehmer und Reiche nicht begreifen kann. Auch hier starrt man wieder nur auf seine Seite der Medaille. Es stimmt eben auch nicht, dass Unternehmer sich zurücklehnen und gemütlich ihre Moneten zählen. Meine Biografie war trotz Startvorteilen kein Selbstläufer. Ich habe parallel studiert, eine Ausbildung gemacht und meine Selbstständigkeit aufgebaut. Für mich bedeutete dass, jahrelang um 5 Uhr aufzustehen, um vor Arbeitsbeginn in meinem Angestelltenjob für meine Selbstständigkeit zu arbeiten. Es bedeutete für mich, die Abenden und die Nächte zu lernen, wenn andere auf der Couch saßen und Netflix geschaut haben. 60 Stunden Wochen waren bei mir über viele viele Jahre Standard, um letztlich das zu aufzubauen, was ich heute habe. Das wollen viele nicht sehen, wenn sie mit dem Finger auf "Die da oben zeigen" und zu einem solchen Einsatz sind viele auch nicht bereit. Arbeitstechnisch wird nur das Allernötigste gemacht - Verantwortung Fehlanzeige - und dann regt man sich über den Chef auf, der ja das Doppelte verdient. Da reagiere ich echt allergisch. Ich habe selbst 2,5 Jahre als Führungskraft für 250 Mitarbeiter*innen gearbeitet - und nein, das kann nicht jeder, absolut nicht. Dafür benötigt man erstens ein spezielles Set an Fähigkeiten und Kenntnissen und zweitens verkennen diejenigen, die solche Jobs nur von außen kennen, mit welchen Belastungen und welchem Stress das verbunden ist. Da ist das höhere Gehalt eine notwendige Kompensation.

Es stimmt zudem halt auch, was die FDP sagt: Wir brauchen eine starke Wirtschaft, und diese wird uns flöten gehen, wenn wir immer nur die Belastungen erhöhen und im Umverteilungswahn alles umschichten. Das wird auch einfach den vielen Unternehmern nicht gerecht, die sich wirklich den Arsch aufreißen, während beim normalen Arbeiter trotz aller Belastungen während der Arbeit ebenjene Arbeit und die damit verbundene Verantwortung mit dem Schichtende aufhört und er darüber hinaus kaum Risiken trägt.

Gleichzeitig dürfen sich Unternehmer und Besserverdienende nicht zu abgehoben über die berechtigten Interessen der sozial Schwächeren hinwegsetzen. Wer gegen einen Mindestlohn von 12,00€ ist, ist gegen ein menschenwürdiges Leben. Punkt. Keiner derjenigen, die die Mindestlohnerhöhung bekämpfen, würde sich für 12,00€ auch nur aus seinem Bett erheben.

Ich finde, die Linke und die Rechte müssten endlich mal begreifen, dass keine Seite für alle spricht, sondern jeweils für ein bestimmtes Klientel. Beide Klientels müssen bedient und deren Bedürfnisse ernstgenommen werden, aber das muss nicht zwingend ein Gegeneinander sein. Eine kluge Politik sollte dafür sorgen, dass beide Seiten profitieren. Sie muss die gefühlte Feindschaft auflösen - eine Feindschaft, die u.a. daran zu erkennen ist, dass die Linken und die FDP nicht miteinander koalieren wollen. Dabei könnte genau eine solche Koalition in meinen Augen helfen, dass beide Seiten zueinander finden und wir die Schere zwischen arm und reich effektiv verkleinern.
 
Das wäre sicher schön und optimal. Aber diese Feindschaft hat sich über Jahrzehnte aufgebaut und zumindest meinerseits besteht auch kein Interesse mehr an einer Entschärfung, weil es einfach null Schnittmengen für Kompromisse gibt. Was den Mindestlohn an sich angeht ist es allerdings eine der wenigen Sachen aus dem eher linken Lager, die ich befürworte.
 
Was mich ankotzt ist dass jetzt CDU und die FDP eigentlich schon die Koalitionsverhandlung abgeschlossen haben. Laschet sagte ja schon im Triell der Wähler entscheidet nicht über die Koalition. Lindner und jetzt Kubicki haben ja Jamaika als eigentlich einzige Koalition dargestellt (auch wenn sie dem Wunsch der CDU nicht entsprechen und eine Ampel zu 100% ausschließen). Hoffe halt echt, dass die Grüne sich nicht mit dem Versprechen "ihr dürft dann Klima" einlullen lässt und den Gesellschaftsverrätern das Regieren ermöglicht.

Leider habe ich da echt Angst davor, dass das die Grünen aber dennoch machen werden, wenn Lindner ne Ampel gleich von vornherein ausschließt.
 
Falls sich jemand noch unschlüssig ist, hätte ich da eine schöne Rede vom Söder, so mit Anstiftung zu Wahlmanipulation und Täuschung. Unfassbar. Aber gut, ich geb's auf. Die Main Stream Medien greifen sowas eh nicht auf.

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Die CDU versucht das FIU Thema echt immer noch am köcheln zu halten:

https://www.zeit.de/news/2021-09/18/jung-cdu-scholz-soll-wahlkampftermine-am-montag-streichen

Dass da jetzt alles rund lief in der FIU darf bezweifelt werden (lag aber vor allem für den Fall den die Staatsanwaltschaft untersucht an Schäuble, da das 2018 war), aber würden die Medien mal bissl ihrer journalistischen Arbeit nachgehen, könnte ja die ZEIT auch mal versuchen zumindest in einem Artikel das halbwegs mal einzuordnen.

Dass Laschet mit der jetzigen Einschätzung zum illegalen Einsatz im Hambacher Forst (mit Todesfolge) auch medial ungeschoren davon kommt (bei dem es ja auch ein Video gibt in dem er zugibt dass er einen Vorwand brauchte), ist ja auch wieder ein Skandal. Kkar über Lacher und Patzer kann man ja besser schreiben, weil man hier keine Arbeit verrichten muss, aber die eigentliche Skandale werden da echt gekonnt ignoriert. Schon schwach das alles derzeit.

Aber Hauptsache Schlagzeilen wie Laschet holt auf bringen, damit es ja spannend bleibt.
 
»Wir können nicht zufrieden sein, wenn wir unter 30 Prozent landen«
Was droht der Union bei der Wahl? CSU-Spitzenkandidat Alexander Dobrindt über einen möglichen Regierungsauftrag für die SPD, Konsequenzen für die Konservativen – und die Verantwortung für einen aufgeblähten Bundestag.

https://www.spiegel.de/politik/deut...landen-a-5a6c9e9c-aac5-4060-a392-0a4578f71f81

Diesem Ar***loch müsste man so dermaßen die Fresse polieren, etwas dreisteres hat es in der dt. Nachkriegspolitik sicher noch nie gegeben....

Das die anderen Parteien sowas nicht laufend aufgreifen...
 
Ich könnte mir auch vorstellen, dass die Grünen aus strategischen Gründen sich eher auf Jamaika einlassen.
Nen Laschet in 4 Jahren zu schlagen ist warscheinlich einfacher als gegen Söder und einen Scholz zu kämpfen, der dieses Jahr ein hervorragendes Ergebnis abiefern wird.

Fänd ich aber scheiße.
 
Gibt es eigentlich noch halbwegs neutrale Medien die Dinge weder Rechts noch links einordnen oder Meinungen abgegeben? Ist eine ernst gemeinte Frage, in diesem Wahlkampf ist es mir wieder extrem aufgefallen wie eingenommen viele zu sein scheinen (bei der Bild war es mir schon lange bekannt, aber die sind ja leider nicht alleine)

Da kann man schon verstehen wenn zb hier bei mir im Osten gerne der Begriff "Lügenpresse" rausgeholt wird, auch wenn ich wahrlich kein Fan von solchen Aussagen sind.

Ich glaube allerdings das wir teilweise schon ein Presseproblem haben und vor allem Parteien wie die AFD gerade davon profitieren, wenn sie sich dann in die Opferrolle selber schieben. Das war ja davor genauso bei der Linken abgelaufen, was wurde da in den Medien vor RotRotGrün gewarnt auf Landesebene...wirklich neutral wurde da auch nie berichtet (forderung nach Aufarbeitung der DDR Vergangenheit gefordert, aber zb CDU wurde dahingehend in Ruhe gelassen)

Ich habe da schon Befürchtungen was die Zukunft angeht. Auch die polasisierung von Positionen und das es wie hier auch schon erwähnt kein Interesse an Entschärfungen gibt kann uns in eine schlimme Zukunft führen...

Kann dem Beitrag von Leo_Lausemaus nur zustimmen, finde ich absolut richtig und könnte meiner Meinung nach auch nur so funktionieren. Das Problem an Parteien von zb FDP ist meiner Meinung nach das es Ihnen nicht um ihre Wähler geht, sondern die Lobbyisten die größere Rolle spielen, ein Kompromiss mit der Linken wären für deren Interessen immer schlecht, auch wenn es für das soziale Gleichgewicht richtig wäre.
Ich glaube im übrigen auch das viele Leute mit mehr Einkommen auch gerne mehr abgeben würden, wenn es Sinnvoll eingesetzt wird.
 
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