Wo wir ja wieder beim Thema Klassismus wären - dem sehr großen und weitreichendem Problem der zunehmenden und systematisch gestützten Unterschiede und der sehr ungleichen Aufstiegschancen innerhalb unserer Gesellschaft - von dem ja vor allem Menschen mit Migrationshintergrund sehr stark betroffen sind und aufgrund seiner systematischen Struktur nicht nur hinsichtlich der sozialen Position, sondern auch bezogen auf Hautfarbe, Religion, Geschlecht und Herkunft diskriminierend auf die Gesellschaft wirkt.
Richtig ist, dass man dieses Problem nicht einfach von vorne aufrollen kann, indem man wie in deinem Beispiel - faule Kredite an bonitätsschwache Bevölkerungsschichten verkauft damit sich diese, (auf einem hoch Spekulativen und kaputten Wohnungsmarkt) auf Hypothek ein Eigenheim abbezahlt, welche es sich eigentlich gar nicht leisten kann - sondern indem man das Problem ganzheitlich und erstmal von unten nach oben begreift und dann richtig anpackt. Indem man sich mal der wirklich unangenehmen Frage stellt, z.bsp. wieso sich seit den 70iger Jahren (und seitdem zunehmend) immer weniger Menschen (trotz oft gleicher Arbeit) den Traum zum Eigenheim leisten können und ob dass einerseits steuerliche und bürokratische Gründe hat (welches ihrerseits reformiert gehören), aber andererseits auch an einer unbändigen Marktschieflage und dem Inflationsbereinigten sinkenden, beziehungsweise stagnierendem Lohnniveau/Reallohn - trotz eines seit Jahrzehnten jährlich steigendem Wirtschaftswachstum - liegt.
Sprich der generellen Frage ob seit durchweg 50 Jahren (und seit Agenda 2010 in Deutschland nochmal zunehmend) ungleicher, zugunsten der Wirtschaft, Gut- und Spitzenverdiener entschieden und entlastet wird und auf Kosten der mehrheitlich geringen und mittleren Einkommen Politik in einer zunehmend globalisierenden Welt gemacht wurde. Anders lässt sich diese enorme gesellschaftlich Soziale-Schieflage doch gar nicht erklären.
Und genau diese wirtschaftsliberale Politik des jahrzehntelangen Wegduckens - der schlichten Verweigerung die sozialen Schieflagen an den richtigen Stellen anzupacken und ihr ein Gesicht zu geben - führt halt dann dazu, dass man wie anhand des Fair Housing Acts stattdessen an Positionen rumdoktert (und dies einem grandios um die Ohren fliegt), statt sich der wirklich grundlegenden Problemen (eine gesellschaftlich schädliche Markschieflage oder der Schieflage der Reallöhne und der zunehmen schwierigen bzw. teils fehlenden Aufstiegschancen der unteren Einkommensklassen) zuwidmen. Oder wie hier in Deutschland zusätzlich noch, bei der effektiven Umverteilung von Unten nach Oben, durch stetig steigende Mietpreise zuschaut und es zulässt. Das ist das wirkliche politische Versagen.