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Der Politikthread (1 Betrachter)

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Wir haben hier in unserem Provinzstädtchen auch so'ne geile Facebookgruppe, wo ich nur mit nem Fakeaccount drin bin, weil es so einen Heidenspaß macht da mitzulesen. Gerade, wenn es um unsere Behörde geht natürlich ^^

Hier wird niemandem was gegönnt. "Hilarious," wie der Ami sagen würde :ugly:
 
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Reaktionen: pil
Da schließe ich die Konservativen, die nicht auf gleichgeschlechtliche Paare klar kommen und sich beschweren, wenn es mal einen Tag Salat gibt genauso ein. Sollten einfach mal alle wieder klar kommen mit ihrem Leben und alles etwas entspannter sehen. Bei den Leuten bricht schon bei kleinen angeblichen Verfehlungen der anderen Seite verbaler Krieg aus.
Dann ergibt dein "mittlerweile" aber keinen Sinn.
 
Doch, ich denke schon, weil das was früher noch halb anonym per Facebook und später Whats App ausgetragen wurde mittlerweile 1:1 im Real Life angekommen ist.
Du hast mir gerade zugestimmt, dass du das auch der konservativen Gesellschaft attestieren würdest, willst das jetzt aber wieder auf die Lautstärke der Debatte beziehen - die ja nur deswegen zustande kommt, weil konservative Weltbilder in Frage gestellt werden? Du hast also mehr ein Problem mit dem Hinterfragen der konservativen Weltbilder als mit den Weltbildern selbst, selbst wenn sie invididuelle Freiheiten beschneiden?
Das heißt, du hast nur ein Problem mit einem "Savior Complex", wenn er für dich hör- und wahrnehmbar wird?
Aber wenn er sich in tatsächlich diskriminierenden Gesetzen und Praktiken äußert, dann ist das für dich ok? Weil, betrifft dich ja nicht und solange die Diskriminierten im Diskurs ungehört bleiben ist alles in bester Ordnung?
 
Glaub ich muss mal etwas ernsthaftigkeit in den thread bringen

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Hm... ich spreche natürlich wie alle hier nur für mich und klinke mich auch nur ein wenn ich etwas anders sehe (daher auch hier alles nur unter m.E.)

Wie @pil ja so schön Einwarf, würde die Titanic so ein Cover wie Anno 2002 heute vermutlich auch nicht mehr bringen, weswegen ich Mingos Beispiel auch als Ultima Ratio Antwort auf die steile (offensichtlich falsche) These "Satire kann per se XYZ nicht sein" im Kontext und Hinweis auf den ständig wandelnden Zeitgeist verstehe. Ein simples Rhetorisches q.e.d. - weil die Antwort auf Mingos Frage war nicht "demnach bist ein Nazi" sondern "demnach liegst du falsch".

Und völlig natürlich sehe ich die NS-Propaganda und ihre Karikaturen ("Karikaturen sind meist eine bildliche Form der Satire, die sich als parteiische Kritik an bestehenden Werten oder politischen Verhältnissen versteht" [wikipedia]) oder die anderer Neu-Rechter Strömungen - so wie du auch - in keinster Weise als Satire an. Das ist einfach abscheulicher rassistischer / völkischer Bockmist. Dies ändert halt aber meiner Meinung nach leider nur wenig daran, dass dies in einer anderen Zeit unter einem anderem Zeitgeist als solches vertrieben und von der Gesellschaft als solches verstanden und angenommen wurde. Anders, aber nicht wesentlich unähnlicher verhält es sich meiner Meinung nach heutzutage zum Beispiel beim Thema Yellow-/Blackfacing. Dies wurde ja auch lange von der Gesellschaft unkommentiert mitgetragen bevor der Zeitgeist dies zu einem Unding bzw. zumindest zu einem problematischen Stilmittel machte. Aber natürlich unterscheiden sich beide Dinge in ihrer Intention. Der gewollte Rassismus seitens der Nazi-Propaganda versus dem unbeabsichtigten Rassismus der in der heutigen Satire meist durch Ignoranz oder aufgrund fehlender Sensibilität beruht.

Edit: Deswegen ist ein Sonneborn auch nicht gleich ein Nazi wenn er solche Jokes verbreitet, sondern seine Jokes lediglich (Ansichtssache) problematisch.
Ich finde sie stellenweise problematisch, weil sie so völlig unnötig Rassismus reproduziert, damit spielt und man dies für eine geistreiche Pointe überhaupt nicht braucht.

Schön, dass du es hier verstehst. Wirkt für mich aber, als würdest du deine Meinung ändern, wie eine Fahne im Wind. Mich wolltest du vor ein paar Wochen mit einem lächerlichen und oberlehrerhaftem Post auf meine Klarstellung darauf hinweisen, worauf ich in einem öffentlichem Forum bei meinen Posts zu achten habe.
Es war eine lächerliche Unterstellung, mir eine Relativierung des Holocaust vorzuwerfen.
Ich hatte ganz deutlich darauf hingewiesen, dass ich von rechtem Gedankengut nichts halte, daher hättest du dir deine Antwort schlicht sparen können.
Übrigens sehe ich Mingos Beitrag grenzwertig, aber im Rahmen der Diskussion.

Es gibt hier seit Wochen einen Beitrag im Forum, der alle Deutsche als Nazis pauschalisiert, weil unsere Großeltern das ja waren. Es wird eine Auslöschung von Land und Menschen mit Atombomben propagiert.
Egal was der Grund ist, eine Auslöschung von Millionen Menschen und des Landes zu fordern, ist extremistisches Gedankengut und ist sicher keine Antwort auf wirklich schlimme Dinge, die in der Vergangenheit passiert sind. Aus meiner Sicht ist das eine Verunglimpfung des Kampfes gegen Rechtsextremismus und Faschismus. Extremismus mit Extremismus bekämpfen war schon immer eine gute Idee.

Aber scheinbar interessiert es nicht. Niemand regt sich auf und der Beitrag wird nicht gelöscht.
Oder läuft das unter Satire bzw. Kulturgut? Dann ist ja alles gut. :roll:
 
Ich habe ein Problem mit unentspannten Leuten, die gehen mir auf den Sack, egal von welcher Seite. Da kannst du auch gern hinein interpretieren, was du gerne möchtest.
Ich finde es eben bemerkenswert, dass du eine Gesellschaft, in der ein lebhafter Diskurs über die Regeln des Miteinanders stattfindet, als neurotisch beschreibst.
Eine Gesellschaft, die bereit ist ihre diskriminierenden Moralvorstellungen per Allmachtsfantasie in Gesetzesform durchzusetzen, ist demgegenüber nicht neurotisch, solange der Diskurs bloß unterdrückt wird.
 
Der von dir genannte erhobene Zeigefinger hat jedenfalls mehr mit Diskurs zu tun als der Zeigefinger, der erst gar nicht erhoben werden muss, weil tradierte Moralvorstellungen sowie Recht und Gesetz ein Aufzeigen redundant erscheinen lassen würden.
 
Ich glaube, @Mondknallschlumpf meint eher die sehr extremen und teils meinem Empfinden nach einfach nur over the top Auswüchse des grundsätzlich richtigen und wichtigen Kampfes gegen rassistische Strukturen.

Wenn ein Schwarzer ein Restaurant betreibt, das er "Zum Mohrenkopf" nennt, und dann ein weißes Paar schnaubend hineinstürmt, um gegen den rassistischen Namen zu protestieren, dabei aber den schwarzen Restaurantbesitzer nicht als ebendiesen Besitzer anerkennt, sondern wiederholt nach dem Chef verlangt, ist das absurd und ja ... auch neurotisch.

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(Ab Minute 51:00).

Oder wenn der renommierte Historiker Helmut Bley von einem Vortrag über die Kolonialgeschichte ausgeladen wird, einfach nur weil er weiß ist, ist auch das einfach zu viel des Guten.
(Quelle: https://taz.de/Streit-um-Rassismus-Vortrag/!5758214/)

Es gibt unzählige weiterer solcher Beispiele.

Durch solche völlig abgehobenen Aktionen, so fürchte ich, verliert man sehr viele Menschen, die sich dem Thema dann komplett verschließen, weil sie einfach befürchten, permanent unter Generalverdacht gestellt zu werden. Das schadet der Sache statt ihr zu helfen.
 
Diese Auswüchse sind ja nur deshalb als solche wahrnehmbar, weil es überhaupt erst den Raum für einen Diskurs gibt, bei dem dann und wann auch Leute "über's Ziel hinaus schießen" können.
Dabei vergisst man aber, dass es "die Sache" oder "das Ziel" nicht vor dem Diskurs gibt sondern das gemeinsame "Ziel" und die gemeinsame "Sache" erst im Diskurs geformt wird. Die Ausreißer, die man dann als "over the top" wahrnehmen und einordnen kann, sind aber eine - vielleicht notwendige, in jedem Fall aber logische - Begleiterscheinung des überhaupt erst ermöglichten Diskurses.

Ein sich öffnender Diskurs ist per se weniger geordnet als ein geschlossener Diskurs; die Gesellschaft, die das Öffnen des Diskurses zulässt oder ermöglicht ist aber in meinen Augen nicht neurotischer als die Gesellschaft, die sich einem offenen Diskurs verschließt - eher im Gegenteil.
 
Weiß Du, @Mingo, ich bin bei diesem Thema oft ganz bei Dir - und ich muss sagen, dass Deine oft hier sehr ausführlichen Beiträge auch meine Wahrnehmung dieses Themas mit beeinflusst haben - vielleicht sogar entscheidend beeinflusst haben.

Diejenigen, die Rassismus und Benachteiligung erdulden müssen, wollen das am liebsten sofort abschaffen, und das kann ich verstehen. Da das nicht klappt, kommt es zu teils überzogenen Aktionen und zu Wut in der Community der betroffenen Minderheiten. Auch das kann ich verstehen.

Aber Gesellschaften verändern sich nun mal langsam. Das ist die (deprimierende) Realität. Aber sie verändern sich, das ist die gute Nachricht.

Unsere Gesellschaft ist heute meiner Wahrnehmung nach offener den je, auch trotz AfD und rechten Auswüchsen. Man muss doch nur mal in die Unterhaltungsindustrie von vor 20 Jahren schauen. So was wie die Clips von der Bullyparade oder Traumschiff Surprise lösen heute in mir nur noch Fremdscham aus ... und so etwas wäre heute auch aufgrund von sicherlich erfolgenden Reaktionen aus der Öffentlichkeit nicht mehr möglich. Gott sei Dank!

Ich kann dennoch verstehen, dass es den Betroffenen nicht schnell genug geht. Wer heute schwarz/schwul/etc. ist, möchte heute leben und gleichberechtigt sein und nicht mit einer Aussicht auf Gleichberechtigung in 50 Jahren vertröstet werden. Aber das ist meiner Meinung nach leider einfach nicht drin, so traurig das auch ist. Wir können also alle nur dafür sorgen, dass diese Entwicklung so schnell wie möglich vonstatten geht, in dem wir diese mitgestalten. Aber dafür wiederum brauchen wir eine breite Mehrheit der Gesellschaft, die gewillt ist, auch daran mitzuarbeiten.

Und diese drohen wir gerade meiner Wahrnehmung nach zu verlieren. Wenn wir mit dem Finger auf Menschen zeigen und sie als Rassisten bezeichnen, weil sie innerhalb rassistischer Strukturen und nach jahrzehntelanger rassistischer Prägung rassistisch agieren, tun wir der Sache keinen Gefallen. Denn - und das ist für mich der entscheidende Punkt - diese Menschen verstehen sich selbst nicht als Rassisten und möchten auch keine sein, im Gegenteil. Auch die Masse der AfD-Wähler versteht sich nicht als Rassisten, ebenfalls im Gegenteil. Die meisten Menschen empfinden sich als weltoffen und tolerant, weil sie nicht sehen (können), wie sich rassistische Grundstrukturen in ihrem Leben etabliert haben. Ich behaupte aber, dass die Mehrheit bereit ist, sich mit der Problematik ernsthaft auseinander zu setzen und sich auch weiterzuentwickeln. Dafür müssen wir sie aber an die Hand nehmen und mit ihnen auf Augenhöhe sprechen.

Leider kippt es, wie ich finde, seit einiger Zeit in eine Richtung, die alle Weißen pauschal als Rassisten und Teil des Problems verortet. Und mehr noch wird man nicht müde, es den Weißen lautstark und wutentbrannt um die Ohren zu knallen. Das stellt Millionen Menschen unter einen Generalverdacht, den ich persönlich zwar für angebracht halte, der aber im Endeffekt nur dazu führt, dass diese Leute für das Thema komplett zu machen. Das verlangsamt die gesellschaftliche Entwicklung hin zu einer offeneren und gleicheren Gesellschaft dann bzw. könnte diese Entwicklung im schlimmsten Fall sogar kippen lassen.

Die Reaktionen von @Cybernet1000 kürzlich hier im Thread sprechen Bände und verdeutlichen, warum wir alle es schaffen müssen, in einen behutsamen Dialog zu treten. Auch ich empfinde seine Äußerungen bezüglich Satire als sehr problematisch, dennoch bin ich fest davon überzeugt, dass er sich nicht als intolerant versteht und das auch nicht sein möchte. Da habe ich ihn hier anders kennengelernt. Da man ihm hier aber das Gefühl gegeben hat, ein Nazi zu sein oder Nazis nahezustehen, kommt es zu einer so heftig geführten Diskussion und zu einer verbalen Abwehrschlacht, statt zu einer echten Auseinandersetzung mit den Inhalten.

Und da schließt sich der Kreis zu Dir, @Mingo. Ich habe da ehrlich gesagt kein Patentrezept, aber ich finde Deine (und andere) Beiträge hier schießen auch manchmal übers Ziel hinaus und das schadet dann der gesamten Sache. Das wollte ich Dir zumindest mal spiegeln. Dennoch hast Du mich auch immer wieder erreicht und meine Sicht auf das Thema verändert, was mir nur zeigt, wie schwierig es ist, dieses Thema zu verhandeln.

EDIT: Vielleicht oute ich mich auch nochmal: Mein erstes Kreuz in der Wahlkabine habe ich von rund 15 Jahren bei der NPD gemacht. Ich war nie in rechten Kreisen unterwegs, aber für mich selbst schon sehr national eingestellt. U.a. den vielen Diskussionen und Beiträgen hier im Forum (ich lese hier und im Vorgängerforum schon viel länger mit als ich hier aktiv bin) ist es zu verdanken, dass ich mich in den zurückliegenden rund 12 Jahren vom Rechtsaußen zum Linksaußen entwickelt habe.
 
Und da schließt sich der Kreis zu Dir, @Mingo. Ich habe da ehrlich gesagt kein Patentrezept, aber ich finde Deine (und andere) Beiträge hier schießen auch manchmal übers Ziel hinaus und das schadet dann der gesamten Sache.
Welches Ziel? Welche Sache?
Ich halte nichts von dieser Meta-Diskussion, wie man welche Personen mit welchen Inhalten am besten erreicht oder wem man womit vor den Kopf stößt und womit nicht.

Ich hatte in diesem Forum nie einen pädagogischen Auftrag, ich bin bzw. war nicht hier um KT-User an die Hand zu nehmen und für eine wie auch immer geartete Sache zu gewinnen. Dieser Auftrag wird mir nur immer wieder angedichtet.

Ich vertrete hier meine Position und die habe ich immer versucht argumentativ zu begründen; ich muss aber niemandem die Hand reichen oder zwanghaft einen Konsens anstreben.
Wenn es den nicht gibt, dann ist es so. Wenn meine Ziele nicht mit deinen übereinstimmen, dann ist es so.
Wenn du denkst, dass ich einer Sache schade, dann ist das vielleicht gar nicht meine Sache - sondern dann haben wir an bestimmten Punkten eben einen Dissens. Damit komme ich klar.

Dass du aus meinen Beiträgen dennoch immer mal wieder was für dich mitgenommen hast ist natürlich schön - aber keiner expliziten Pädagogik meinerseits zu verdanken.

(Ich habe aus den Diskussionen hier auch immer was mitgenommen und auch eigene Standpunkte reflektiert - just for the record)
 
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Was für ein Kasper, meine Fresse, ist der peinlich. :fp: :wand:
 
Betonung auf immer.. und immer immer wieder. Aber wie du schon sagst, der Sinn ist wahrscheinlich, dass du es ohne Ziel für dich machst :)
Ich hab hier über ein halbes Jahr gar nichts gepostet. Aber schön zu lesen, dass ich dir derart im Gedächtnis geblieben bin und meine Beiträge bei dir immer noch nachhallen :)

Und ich habe nicht geschrieben, dass ich es "ohne Ziel für mich" mache btw.
 
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