Jop, ich habe seit 14 Jahren wieder einen Laptop, mit dem ich spielen kann.
Mein erster Einstieg war neben CS GO (bei Source kurz vor anstehenden Vertrag aufgehört
Ich bin ja sehr konservativ, wenn es um Videospiele geht. Ich bin ja dagegen, dass ich auf allen Plattformen das gleiche spielen kann. Ich liebe es ein neues Spielgerät zu kaufen, was sein eigenes charakteristisches Eingabegerät und seine eigenen Spiele hat. Klar, ich habe die geniale "Orange Box" auf der Xbox 360 auch geliebt, aber ich verbinde "Half Life" immer mit dem PC. Schon als Teenager habe ich mehrmals versucht Half Life am PC durchzuspielen, aber meistens konnte ich mich nicht mehr motivieren als es 2 Stunden zu spielen und mich dann wieder auf die Mods zu konzentrieren. Alleine wegen Counterstrike 1.3 bin ich Half Life sehr dankbar. Mit Age of Empires 2 mein meistgezocktes Onlinespiel und das einzige Onlinespiel in dem ich vlt. wirklich sehr gut war. Nicht zu vergessen die ganzen Dragonball Mods ala "ESF", die wir im Freundeskreis rauf und runter gespielt haben. Ich liebe also Half Life, obwohl ich den Ersten bis dato nie durchgespielt habe.
Black Mesa wurde von Fans entwickelt mit einer Entwicklungsdauer von 10 Jahren. Und ich bewundere ihre Arbeit, da ich generell gute Arbeit gerne bewundere. Ich habe zwar keine Erfahrung mit vergleichbaren Projekten und ich kann das Original nicht mit dem Remake vergleichen, aber hätte ich das nicht gelesen, dann würde ich nie auf die Idee kommen, dass das nicht "richtige" Entwickler kreiert haben. Zwar ist die Technik auch nicht "up to date" oder zumindest erinnert es mich sehr stark an die normale Source Engine von Half Life 2 noch (ich denke mal, dass es auch so ist), aber es hat einen absolut runden und sauberen Look. Besonders die späteren Abschnitte brillieren mit gekonnten Design und einer coolen Farbpalette. Es spielt sich mit Ultra Settings absolut flüssig und die bekannten Soundfiles sind ein Fest für NerdOhren. Ich glaube es gibt kaum ein Spiel, wo sich jedes Geräusch so leicht auf ein Spiel zuordnen lässt wie in Half Life. Und alleine das Triggert bei mir viele schöne Kindheitserinnerungen. Das Einzige was mir technisch etwas auf die Nerven gegangen ist, sind die zwischenzeitliche Ladezeiten während eines Levels. Es blobbt einfach während des Spiels "Es ladet" auf und man muss einige Sekunden warten bevor der Spass weitergeht. Das ist nicht die Welt, aber es ist unschön, kann einen gewissen Rhythmus kurzzeitig rausnehmen und es ist sicher nicht mehr "State of the Art".
Die KI hat manchmal ihre Aussetzer und kann auf einen wie blinde Hühner zulaufen, aber generell muss ich sagen, dass sie oft bedeutend besser ist als viele Shooter, die ich die letzten Jahre gespielt habe. Ich verstehe es auch nicht, dass in diesem Bereich noch immer keine deutliche Steigerung in den letzten 20 Jahren zu merken ist. Ich bin da regelrecht erschüttert wie Fantasielos die ganzen Spieleentwickler sind. Ich glaube Halo hat für mich noch immer die Spaßigste KI bei Egoshootern. In Half Life gehen sie in Deckung, kommandieren zeitweise das Geschehen, werfen Granaten, gehen bei Rückzug in den Angriff usw. Nichts bahnbrechendes aber nach wie vor angenehm spaßig. Was mir als Konsolenspieler sofort aufgefallen ist, dass ich mein Komfortdenken ändern musste. Das Leveldesign ist oftmals so angelegt, dass man nicht auf den ersten Blick erkennt auf welches Objekt man vlt klettern muss, um weiter zu kommen oder welchen Schalten man vlt. betätigen kann, um ein neues Event auszulösen. Daher habe ich manchmal bei einigen Stellen einige Sekunden oder vlt sogar Minuten bewusst nachdenken müssen, was als nächstes zu tun ist. Was ich übrigens sehr geil fand. Ich bin auch überrascht wie klein die Rolle des G-Man ist. Ich kannte ihn ja aus Half Life 2 und daher dachte ich, dass er auch hier eine größere Rolle spielen wird. Generell ist Half Life 1 bedeutend einfacher gestrickt, weniger sichtbares Storywriting verstrickt als Half Life 2. Auch andere Charaktere spielen hier keine Rollen. Du bist Dr.Freeman, der einfach Aliens in den Arsch tretet und im Hintergrund sich einige Zusammenhänge zusammenreimen kann. Ich muss gestehen, dass ich hier Half Life 2 deutlich mehr mag - auch von den Levels. Bei Half Life 2 habe ich noch immer einige Levels im Kopf, die in mir gewisse freudige Erinnerungen auslösungen. Ich glaube bei Half Life 1 wird bis auf die anfängliche Zugfahrt und vlt. das Ende nichts im Kopf bleiben. Zwar ist die Levelgestaltung und die Lösung sehr kreativ und wie gesagt ist das bewundernswert, aber gleichzeitig sehen viele Abschnitte mMn sehr monoton aus und haben einen fast schon repetitiven Charakter (wobei man von Innenräumen, zu Außenräumen öfters wechselt).
Die größte Schwäche des Spiels ist für mich mittlerweile ein bekanntes Problem der heutigen Zeit. Es war mir gute 3 bis 4 Stunden zu lang. Klar, das hängt daran, dass auch der letzte Abschnitt fast komplett neu dazu entwickelt wurde (und wieder sehr kreativ), aber ich hatte das Bedürfnis endlich ans Ziel zu kommen. Ich habe nichts mehr erlebt, was mir wie auch schon gesagt lange in Erinnerung bleiben wird. Ein Spiel muss für mich den Spaßfaktor bzw Faktoren die den Spielspaß ankurbeln am Laufen halten und das machen sie nicht, wenn sie einfach ein Spiel wegen der Laufzeit einfach länger machen. Das kann für mich sogar den guten Eindruck zu einem mittelmäßigen ändern.
Nichtsdestotrotz bin ich froh endlich Half Life 1 nach 20 Jahren durchgespielt zu haben und dann auch noch in einer so liebevollen Aufmachung. Es ist kein Spiel, was sich bei mir in die Nähe der besten Spiele aller Zeiten oder gar Egoshooter platzieren wird, aber ich hatte trotz des hohen Alters immer wieder gute Momente und der Nostalgiefaktor und die Dankbarkeit was dieses Spiel an extrem vielen schönen Momenten für mich generel gebracht hat, ist immens. Ein gutes Spiel mit einer Menge Kreativität und Liebe, was sich aber für mich in der Spiellänge etwas verliert und das Storytelling die Zeit nicht ganz so Spurlos überstanden hat.
Zuletzt bearbeitet:
