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Der "Ich könnte kotzen" Thread

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Das ist schon eine krass klassistische Perspektive.
Die Bildungschancen in Deutschland sind schon jetzt zu eng verknüpft mit der ökonomischen Situation des Elternhauses; die Veranwortung dann auch noch komplett auf die individuelle Ebene zu verlagern statt Bildungsgerechtigkeit sozial zu denken ist dann aber endgültig der feuchte Traum jedes Neoliberalen.
Für mich ist es ein Albtraum.
 
Da bin ich ja komplett bei dir. Solange Parteien wie CDU und FDP immer noch auf fast 50% bei Umfragen kommen muss man aber leider selber für die Bildungschancen seiner Kinder sorgen.
Du schreibst aber:
In unserer heutigen Welt ist Bildung nunmal alles, dementsprechend muss ich meinem Kind auch den höchsten Bildungsweg finanzieren können um ihm alle Chancen zu ermöglichen. Wenn ich das nicht kann setze ich kein Kind in die Welt und muss mir einen anderen Lebenssinn suchen.
D.h. also, dass arme Menschen weniger Recht auf Reproduktion haben als reiche Menschen.
Das ist Klassismus in Reinform.

Jeder Mensch hat das Recht auf Fortpflanzung. Keine Bedinungen. Punkt.

edit: Wobei ich das Szenario einer Welt, in der sich nur reiche Menschen fortpflanzten, in einem Gedankenspiel sehr reizvoll fände.
Weil ich mir zu gerne die Gesichter der Reichen vorstelle, wenn sie realisieren, dass nicht alle Menschen Anwälte, Banker, Zahnärzte, Unternehmensberater etc. werden können und ihr Reichtum im Wesentlichen auf der Ausbeitung proletarischer Arbeit beruht; die aber dann nicht mehr existierte - genausowenig wie ihr davon abhängiger Reichtum.
 
Zuletzt bearbeitet:
@el_barto
Bitte meinen Text richtig lesen. Die Eltern haben ihren Kindern Vorwürfe gemacht...und wir haben alle staatlich studiert.

Man muss aber eben auch das Leben in einer Großstadt (größeres Studienangebot), private Hochschulen oder in 2 Jahrzehnten eingeführte Studiengebühren bei Kindern einplanen.
Was für Eltern machen denn bitte ihren eigenen Kindern Vorwürfe, dass Ausbildung/Studium whatever zu teuer wäre?
Dazu fällt mir rein gar nichts mehr ein und übersteigt meine Vorstellungskraft.
Uff.
Generell die Ansicht finde ich schon ... erschreckend. Höre sowas aber auch zum ersten mal.
 
@el_barto
Bitte meinen Text richtig lesen. Die Eltern haben ihren Kindern Vorwürfe gemacht...und wir haben alle staatlich studiert.

Man muss aber eben auch das Leben in einer Großstadt (größeres Studienangebot), private Hochschulen oder in 2 Jahrzehnten eingeführte Studiengebühren bei Kindern einplanen.

Dann hätten meiner Meinung nach DIESE Eltern keine Kinder auf die welt setzen dürfen, wenn die sich beschweren. Und seien wir mal ehrlich, wenn jemand studieren möchte, soll er das tun. Natürlich werde ich da wo es geht meine Kinder unterstützen, aber sie sollten die Möglichkeiten nicht außer acht lassen. Ich habe Bafög bezogen und habe nebenzu gejobbt. Das hat für eine normale Hochschule absolut ausgereicht.

EDIT: Mein Vater hat mir die ersten zwei Studiengebühren finanziert. Danach wollte ich es selber nicht, ihm auf der Tasche zu liegen.
 
2000€ pro Monat? Das verdient das Kind ja doch nicht mal netto nachm studium.. wtf. In diesem Fall würde ich meinem Kind raten eine Ausbildung zu machen und Berufserfahrung zu sammeln und hinterher den Ingenieursstudiengang mit Elternunabhängigem Bafög .. ich musst mir meinen scheiss zum Großteil auch selbst finanzieren und organisieren und mir würde im Traum nicht einfallen meine Eltern da anzupumpen.

genau so entstehen reiche verzogene Plagen, die jegliches Verständnis zum Geld verloren haben. Papi wird’s schon richten
 
Ich bin echt grad ein bisschen schockiert ey.

Im Leben hätten mir meine Eltern kein Studium zahlen können.
Im Leben nicht.
Und ich bin meine ganze Kindheit ein einziges mal im Flieger gesessen.
Nur ein mal und habe tolle Eltern, eine tolle Kindheit und alles was ich brauchte,
angefangen von Geborgenheit und sorry aber ich muss es sagen: Ganz, ganz viel Liebe.

Abseits von Straikar stört mich auch die Aussage von Bitbyter, der eine Dissbalance sieht, wenn man schreibt,
dass man glücklich ist, auch wenn man in Sachen Urlaub etc. zurückstecken musste.
 
Naja, ich hab jetzt zumindest gelernt, dass ich ein Egoist bin, weil ich zwei Kinder in die Welt gesetzt hab, die maximal hier auf die normale Uni können. Und ich kann ihnen finanziell auch nur noch einmal Urlaub im Jahr bieten. Egoist zu sein hab ich als Vater bisher am wenigsten wahr genommen. Da denkt mann mann "opfert" sich und gibt viel von sich her für die Kinder, dabei ist man Egoist. Damn!
 
Ich hab damals auch nicht studiert, auch weil meine alleinerziehende Mutter es sich nicht leisten konnte. Und ich komme aus einer klassischen Arbeiter/Bauernfamilie, ich war der Erste aus der ganzen Familie, der je aufs Gymnasium ging. Ich war mit dem Bafög-Antrag und dem ganzen Papierkram damals überfordert und Hilfe seitens der Familie gabs auch nicht viel. (Die ganze Abiturzeit (im grunde ab der 7 Klasse) war ich schulisch gesehen auf mich alleine gestellt.) Sicher hätte ich bafög bekommen können, aber abgesehen davon hätte das Geld trotzdem nicht gereicht.
Aber wenn ich ehrlich bin, so wahnswinnig scharf war ich auch nicht aufs Studieren. Schule war nervig genug und ich wollte GEld verdienen. Vor allem weil viele die ich so kannte mit 19 bereits fertig mit der Ausbildung waren und schon eigenes Geld verdient hatten.

Ich hab das dann halt Jahre später nachgeholt und habe nebenberuflich den Betriebswirt gemacht.
War im Nachhinein gesehen alles ok und ich würde meiner Familie da auch niemals einen Vorwurf machen. Sie haben getan was sie konnten.

Mit meinen eigenen Kindern mache ich es natürlich ganz anders, ich versuche sie so gut wie möglich zu fördern und zu unterstützen. Auch wenn ich ehrlich gesagt keine 600€ pro Monat zurücklegen kann, und das auch wohl nie können werde. Aber ich denke nicht, dass das für meine Kinder ein Problem wäre. Wir erziehen die beiden zur Selbstständigkeit.
 
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