„Wir weißen Männer nennen uns teils Antirassisten oder Feministen. Viel hilfreicher wäre es doch, sich nicht ständig in den Mittelpunkt zu stellen.“
„Ähnlich problematisch ist der Versuch, sich durch Antirassismus-Kommentare aus der Kritik zu nehmen. Besonders deutlich wird das
beim alltäglichen Rassismus, der in vielen Teilen der Welt herrscht und der in den USA gerade zu großen Protesten geführt hat. Anlässlich des Mordes eines weißen Polizisten am Schwarzen George Floyd gab es viele empörte Posts weißer Männer in den sozialen Medien, in denen sie das Video des Todeskampfes teilten und empörte Kommentare dazu schrieben. Das war sicher gut gemeint. Aber Empörung allein kostet nicht viel. Viel wichtiger ist es doch, Menschen zuzuhören, die von
Rassismus betroffen sind und die sich immer wieder genau dieses wünschen: Hört uns an, steht uns bei, unterstützt uns, setzt euch öffentlich für uns ein – aber macht dabei unsere Unterdrückung nicht zu eurer eigenen Geschichte, bei der es vor allem wieder um euch geht. Und vor allem: Zeigt eure Unterstützung auch im Alltag, wenn das Thema nicht mehr so sehr die Medien beherrscht!“
„Der richtige Schritt ist viel unprätentiöser, aber gerade deshalb nicht weniger schwer: Unser größter Beitrag zur Rettung der Menschheit besteht in vielen Alltagssituation darin, häufiger in den
Hintergrund zu treten und denjenigen, deren Stimmen wir dann zu hören beginnen, besser zuzuhören.“