Foren Aktuelles Erstellen Mitglieder Anmelden

Der Politikthread (3 Betrachter)

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Also soll die CDU auf den Mitte links Block einschwenken/bleiben? So dass es einfach keine konservative Partei mehr gibt? Das wäre sicher die Lösung aller Probleme. Mal abgesehen von der Tatsache, dass der Linksblock unter anderem deswegen nicht regiert, weil kein politischer Block so zerstritten, zersplittert und giftig ist, wie der linke.

Ich denke nicht, dass das notwendig ist. Man müsste nur mal alle paar Jahre den eigenen Kompass neu justieren und sich überlegen, was konservativ überhaupt bedeutet. Ist es z.B. konservativ Windräder abzulehnen? Ich denke nicht. Windräder sind die Möglichkeit schlechthin (zusammen mit PV), unsere Umwelt so zu erhalten, zu bewahren (= Conservare = konservieren), dass sie lebenswert ist. Braunkohle und sonstige fossile Energien sind das nicht. Denn die zerstören unsere Umwelt. Dementsprechend wäre es konservativ diese Technologie zu fördern. Und ja, damit würde man sicherlich auch Wähler verärgern und müsste sich auch ganz klar hinstellen und den Menschen erklären, warum die Windenergie (und die PV) so wichtig sind.

Ist es z.B. konservativ, jegliche Kooperation mit der Linken abzulehnen und dafür indirekt der AfD den Rücken zu stärken? Ich denke, spätestens in einem Bundesland, in dem die eigenen Anhänger den Ministerpräsidenten der Linken überwiegend für einen guten halten ist es das nicht mehr. Hier hat man sich über viele Jahre ein schönes Feindbild aufgebaut und will daran auch auf Teufel komm raus festhalten. Ganz egal, wie die Realität aussieht und sogar ganz egal, was die eigenen Wähler davon halten.

Die Welt ändert sich und so muss sich auch ändern, was man als "konservativ" definiert. Ansonsten wird aus erhalten und bewahren ein stumpfes Verweilen beim Status Quo, was insbesondere in der heutigen Welt politisch, wirtschaftlich und sozial sehr schnell in den Abgrund führt.

Die Union hat imo auch grundsätzlich die Fähigkeit sich zu ändern. Das ist keine Fraktion a la der aktuellen Republikanischen Partei, die in weiten Teilen wissenschaftsfeindlich ist und überall nur noch Feinde sieht (Ausländer, Landsleute, die Presse, Demokraten, Impfungen...).
 
Ich will hier auch nicht die 90er CDU in Schutz nehmen. Oder überhaupt alles gutheißen, was Parteilinie ist. Habe sie selbst auch seit Jahren nicht mehr gewählt. Aber die Menschen brauchen klare... wir brauchen irgendwie ein unbeschmutztes neues Wort für "Alternativen" :D. Dieses Wischi Waschi und was interessiert mich mein Geschwätz von gestern hat massiv zum politischen Niedergang der Großparteien beigetragen.
 
Ich will hier auch nicht die 90er CDU in Schutz nehmen. Oder überhaupt alles gutheißen, was Parteilinie ist. Habe sie selbst auch seit Jahren nicht mehr gewählt. Aber die Menschen brauchen klare... wir brauchen irgendwie ein unbeschmutztes neues Wort für "Alternativen" :D. Dieses Wischi Waschi und was interessiert mich mein Geschwätz von gestern hat massiv zum politischen Niedergang der Großparteien beigetragen.

Jetzt mal Butter bei die Fische. Wofür brauchen wir denn klare Alternativen?

Was ist "moderner" Konservatismus, den die CDU wieder besetzen sollte?

Und wer hat gesagt, dass die zwei ehemaligen "Grossparteien" für ewig gross bleiben müssen (ausser natürlich der eigene Wunsch danach)? Mit den Grünen wurde aus einer ehemaligen Randpartei selbst eine Volkspartei im aktuellen Maßstab. Grün-Rot (SPD; wobei das selbst mit den Linken noch passen würde) hätte weit mehr Stimmen als Schwarz-Gelb. Und da muss Gelb überhaupt erstmal ins Parlament kommen...

Konservatismus führt uns nicht in die Zukunft. Weder gesellschaftlich, noch wirtschaftlich.
 
Der Merz fischt nach mehreren Rechtsextremen Terroranschlägen (!) am rechten Rand.
Seine Strategie ausgerechnet JETZT ist es verloren gegangene AfD Wähler zurück zu holen, statt das Problem klar beim Namen zu nennen.

Und dann fragt man hier auch noch, ob das nicht ok ist.
Finde den Fehler.
 
Wie ja schon gesagt... potentielle oder verloren gegangene Wähler gibt es auf der Linken Seite der AFD mehr zu holen als bei ihr. Warum "fischt" die CDU also im rechten Rand? Schlicht weil sie dort zuhause ist... die CDU will ja immer die rechteste demokratische Partei sein. Das ist sie im Moment (wir nehmen hier jetzt einfach mal an die AFD ist demokratisch) schlicht nicht mehr. Also muss man noch mehr rechts stehen. Wenn das bedeutet man steht mit einem Fuß im braunen Sumpf ist das der CDU auch egal... da stand sie ja sonst auch immer.
Der CDU steht einfach ihre dumme, rechte Ideologie im Weg mit "Linken" nichts zu tun haben zu wollen. Um die Ideologie durchzusetzen ist man eben eher bereit mit Nazis zu spielen als mit in der Mitte stehenden Linken (damit meine ich jetzt Ramelow). Man will eben die ganzen Nazis wieder in die Partei holen.

Der Merz fischt nach mehreren Rechtsextremen Terroranschlägen (!) am rechten Rand.

Und das ist dann genau das Ergebnis. Ich hab einen Teil der CDU schon immer für deutlich rechts (oder braun um das N-Wort zu vermeiden) gehalten und jetzt lässt man eben mal die "bürgerlich, mittige" Maske ein Stück weit fallen.
Damit wird die CDU hoffentlich noch weiter einbrechen. Ich würde mich freuen wenn die CDU endlich mal nur eine der vielen Parteien ist und nicht mehr eine selbsternannte "Volkspartei".
 
Jetzt muss man der Fairness halber sagen, dass das nicht für die gesamte CDU gilt.

Ein Laschet ist deutlich mehr in der Mitte zu verorten als Merz. Ein Spahn wohl auch.

Ich wage nicht zu prognostizieren, wie sich die Delegierten am 25. April entscheiden werden. Gut möglich, dass Merz sogar gewinnt. Aber wenn, dann eher knapp. Und ich glaube nicht, dass er die andere Hälfte der Partei hinter sich vereinen kann. Weil es eben eine Richtungsentscheidung ist. Das wird die Spaltung der Partei eher noch verschärfen, vor allem, weil Merz eh ein Spalter ist.

Interessant auch, wie es dann weiter gehen würde. Die CDU wird ganz sicher keine absolute Mehrheit mehr bekommen. Und die FDP bleibt hoffentlich ein Häufchen Nichts. Eine grosse Koalition mit Merz? Glaub ich bei der SPD nicht dran. Bei den Grünen noch viel weniger. Das wird eh nicht das sein, was irgendjemand will. Aber es wird wohl sehr wahrscheinlich werden...
 
Die Wiki hat auch dazu eine ganz gute Aufzählung:


Zum Konservatismus werden grundsätzlich folgende Grundpositionen gerechnet:
  1. die Einsicht in die Unzulänglichkeit der menschlichen Vernunft
  2. die konkrete Anschauung und aus der Geschichte gewonnene Erfahrung im Unterschied zu abstrakter Systematik
  3. die Vielfalt des historisch Gewachsenen in der Gesellschaft im Unterschied zur uniformen Freiheit für alle
  4. Tradition in der Gestalt der unbewussten Weisheit der Ahnen
  5. Autorität mit Rücksicht auf die natürliche Ungleichheit der Menschen im Gegensatz zum egalitären Denken
  6. die Einheit von bürgerlicher Freiheit und Privateigentum

Kann ich alles durchaus unterschreiben. Naja, das Meiste...
 
Zuletzt bearbeitet:
Konservative wollen den eigenen oder auch nationalen, dabei wirtschaftlichen als auch kulturellen, reellen oder gefühlten, Wohlstand schützen.
Ich weiß, was die Ideologie dahinter ist. Für mich ist vieles davon halt nicht relevant. Gerade was Gesellschaftliche, familiäre, religiöse und kulturelle Sachen angeht.
Ich wollte deren Sicht wissen.
 
Konservativismus oder auch besser bekannt als:
Die gesellschaftlichen Evolutions-Bremsen, in einer sich immer schneller verändernden (und zusammenrückenden) Welt.
 
Ist vielleicht auch nicht verkehrt, zu hinterfragen, ob die schnellen Veränderungen immer zum Besten sind. Der Begriff „Schnellschuß“ ist ja nicht umsonst negativ konnotiert.

Ich glaub da könnten wir uns bezogen auf den Konservativismus und deren Bedeutung in der heutigen und jüngeren Vergangenheit in der Gesellschaft Endlos den Ball hin und her spielen:

In seiner Entstehung als politische Weltanschauung wurde der Konservatismus als Gegenbewegung zur Epoche der Aufklärung und den Ideen der Französischen Revolution sowie des Liberalismus und des Radikalismus beschrieben.

Wikipedia: Konservativismus

Als wichtige Kennzeichen der Aufklärung gelten die Berufung auf die Vernunft als universelle Urteilsinstanz, mit der man sich von althergebrachten, starren und überholten Vorstellungen und Ideologien „auch gegen den Widerstand von Tradition und Gewohnheitsrecht“[1] befreien will. Dazu gehörte im Zeitalter der Aufklärung der Kampf gegen Vorurteile und die Hinwendung zu den Naturwissenschaften, das Plädoyer für religiöse Toleranz und die Orientierung am Naturrecht. Gesellschaftspolitisch zielte die Aufklärung auf mehr persönliche Handlungsfreiheit (Emanzipation), Bildung, Bürgerrechte, allgemeine Menschenrechte und das Gemeinwohl als Staatspflicht.

Wikipedia: Aufklärung

Mit dem konservativen stehe ich da leider noch auf Kriegsfuß. :D

Edit: Vielleicht stehen die heutigen Konservativen irgendwann mal soweit in der Moderne, wo ich sagen kann "okay mit diesen Ideen/Forderungen kann ich mit gehen." Noch ist mir vieles zu altbacken und ewig-gestrig.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück
Oben