Foren Aktuelles Erstellen Mitglieder Anmelden

Der Politikthread

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Wir können natürlich auch gleich vollkommen auf Steuern verzichten und nur auf das gute Gewissen einiger Vermögender hoffen. Dass sie Ihr Geld spenden und in Projekte investieren und dabei unzählige Infrastruktur Programme (staatliche Aufgaben) mangels Einnahmen ruhen lassen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Meiner Meinung nach hat das Thema sogar einen ganz eigenen Thread verdient.
Weil das Thema hier im Politikthread in ein paar Tagen einfach nur untergehen wird, ich jedoch finde es ruhig ein Dauerthema sein darf.
 
Das tuen einige, aber mit gewiss nicht alle.
Und bei einer Reichensteuer geht es ja nicht darum, den Vermögenden all ihr Vermögen abzuknüpfen sondern einen kleinen Teil (zwischen 2-5%) der Allgemeinheit zu überführen. Um damit mitunter die Wirtschaft zu stärken (Investition in die Zukunft), der Forschung und Bildung zu übergeben, mehr Geld für vernünftige Entwicklungshilfe parat zu haben oder einfach nur Ungleichheiten auszumerzen (Alters und Kinder Armut). Eine Infrastruktur die wiederum auch der Wirtschaft zugute kommt und somit auch den Profiteuren.

Und wir als Gesellschaft sind gefordert, dem Staat dabei auf die Finger zu schauen was er mit seinen Einnahmen macht.
deutschland hat in den vergangenen jahren jeweils einen überschuss erwirtschaftet. was genau soll sich also ändern?
 
Ja, klar dann kommen solche Kommentare :lol: Wie gesagt, wir kommen da auf keinen Konsenz. Nach Cycrons Ausgangspost würde es auch helfen, wenn man auf die neuste Iphone Revision verzichtet und stattdessen das Geld gespendet. 40 Menschen ein Jahr gerettet. Gibt hier und in Deutschland genug die das könnten. Aber nein, das Iphone oder Handy an sich braucht man ja. Die Reichen sollen es doch richten. Jobs hat doch schließlich mein Geld genommen und Milliarden damit verdient. Hätte der doch machen sollen. UPS, hat er ja ohne es an die große Glocke zu hängen.
 
Das sind zwei verschiedene Themen.

Ich sehe eine soziale Verantwortung bei jedem Menschen. Da ist es auch ein kontinuierliches Spektrum an sozialer Leistung, die man erbringen kann, und kein schwarz und weiß. Unabhängig (oder relativ) vom eigenen Einkommen. Man kann auf ein Auto verzichten oder auf Fleisch oder auf Produkte aus Chinas Fabriken. Oder auf alles oder auf gar nichts. Schön und gut.

Es gibt aber auch ein Problem, das tatsächlich Reiche betrifft, also müssen sie es auch richten. Wenn ein Großteil des weltweiten Vermögens bei Superreichen liegt, dann ist das per se zweifelhaft. Und es wird zum Problem, wenn es an anderen Stellen fehlt. Und Geld ist nun einmal limitiert. Ein Bezos ist so reich, weil seine Mitarbeiter so arm sind.

Und klar. Das Spiel kann man auch weiterspinnen und landet bei dem Ergebnis, dass wir so reich sind, weil andere Menschen am Ende der Welt so arm sind. Also wirklich arm. Und jetzt gibt es leider einen Knackpunkt, der ziemlich grau ist, und zugegeben dadurch schwierig zu verstehen und zu vermitteln ist. Aber man muss sich hier die Dimensionen deutlich machen.

Share_of_wealth_globally.png


Ungefähr die Hälfte des weltweiten Wohlstandes gehört einem Prozent der Menschen. Das sind alles Millionäre. Also selbst wenn die Menschen so viel abgeben würden, dass sie weiterhin superreich wären, könnten alle anderen Menschen auf der Welt doppelt so wohlhabend sein. Das ist von mir aus utopisch, aber wir müssen hier irgendwo ansetzen. Irgendwo muss man diese Ungleichheit angehen. Es kann doch nicht sein, dass einige wenige Menschen abartig viel Geld haben, so abartig viel, dass sie einen Verlust von 99% praktisch nicht spüren würden, weil sie sich immer noch alles auf der Welt leisten könnten, aber andere Menschen Existenzängste haben, die nicht weniger arbeiten. Klar, lässt sich das mit dem Kapitalismus legitimieren. Alles was der Kapitalismus erreicht, ist zwangsläufig moralisch, weil er der Motor der Wirtschaft ist. Aber ich persönlich bin mit der Antwort nicht zufrieden. Für mich muss es da eine Lösung geben, die für eine faire Verteilung des Wohlstands sorgt. Das müssen keine Steuern sein. Man wäre ja schon glücklich, wenn das Geld irgendwo hinfließen würde und nicht allein dem Reichtum dienen würde.

Und selbst wenn es dafür keine Lösung gibt und die Weltwirtschaft zusammenbricht, wenn Top Manager nur noch Millionen und keine Milliarden verdienen, weil ihnen die Motivation fehlt, verstehe ich nicht, wie man sich das schönreden kann und mit Neid und gesellschaftlichen Leistungen (die noch nicht einmal auf Multimilliardäre zurückzuführen sind) gegenargumentiert.
 
Und ich habe halt mein Problem damit jedem Reichen die Schuld zu geben, wenn wir selbst dazu beitragen ihn reich zu machen. Benzos hat sein Einkommen doch, weil wir alle wie blöd bei Amazon bestellen. Würde kein Mensch dort bestellen, wäre er nicht reich. Sich dann darüber beschweren ist mir befremdlich und erinnert an Klagen gegen Mc Donald. Warum werde ich fett und krank wenn ich bei Mc Donald esse?
 
Und ich habe halt mein Problem damit jedem Reichen die Schuld zu geben, wenn wir selbst dazu beitragen ihn reich zu machen. Benzos hat sein Einkommen doch, weil wir alle wie blöd bei Amazon bestellen. Würde kein Mensch dort bestellen, wäre er nicht reich. Sich dann darüber beschweren ist mir befremdlich und erinnert an Klagen gegen Mc Donald. Warum werde ich fett und krank wenn ich bei Mc Donald esse?

Die Kausalität ist eine etwas andere. Würde das Geld innerhalb von Amazon anders verteilt werden, gäbe es kein Problem. Nur weil ich bei Amazon einkaufe, heißt es nicht zwangsläufig, dass Bezos hundert Milliarden verdienen muss.
 
Ach so, ihm wird jetzt vorgeworfen höchstmöglich wirtschaftlich zu denken und arbeiten, während es für dich in Ordnung ist günstiger bei Amazon einzukaufen wie beim teureren Laden vor Ort?
 
Die Kausalität ist eine etwas andere. Würde das Geld innerhalb von Amazon anders verteilt werden, gäbe es kein Problem. Nur weil ich bei Amazon einkaufe, heißt es nicht zwangsläufig, dass Bezos hundert Milliarden verdienen muss.
Ich Frage mich, wie das gehen soll. Afaik sind weit über 90% bezos' Vermögens Amazon Aktien. Er musste müsste also allen Mitarbeitern Aktien geben oder sie verkaufen und den MA geld schicken.
Realistisch betrachtet würde er wohl Aktien abgeben, wie es Unternehmen ja schon Mal machen. Um davon auch finanziell zu profitieren müssten die MA die Aktien verkaufen und laufen bis zu einem Verkauf immer Gefahr, dass die Aktien an Wert verlieren. Sagen wir, sie verkaufen die. Was dann? Sie hauen die Kohle auf den Kopf? Gibt's dann neue Aktien oder wie soll das gehen?

Genau das meine ich mit einem fiktiven Vermögen. Dass bezos das Mal so eben 1:1 zu geld machen kann halte ich schon auf Grund des sinkenden Aktienwerts durch die dann nötigen großen Verkaufsmengen für fraglich.
 
Und nach welchem Schlüssel? Was passiert, wenn die das Unternehmen verlassen? Was passiert mit neuen MA?

Keine Ahnung? Was sind das für extrem spezifische Fragen. Dazu noch für eine Gewinnbeteiligung wie es in einigen Unternehmen bereits umgesetzt wird. Also kann es so utopisch nicht sein.

Außerdem habe ich sogar geschrieben, dass ich nicht weiß, ob es eine gute Lösung dafür gibt, aber ich nicht verstehe wie man den Status Quo auf diese Weise verteidigen kann.
 
Keine Ahnung? Was sind das für extrem spezifische Fragen. Dazu noch für eine Gewinnbeteiligung wie es in einigen Unternehmen bereits umgesetzt wird. Also kann es so utopisch nicht sein.

Außerdem habe ich sogar geschrieben, dass ich nicht weiß, ob es eine gute Lösung dafür gibt, aber ich nicht verstehe wie man den Status Quo auf diese Weise verteidigen kann.
Gewinnbeteiligungen hat aber erst einmal nichts mit dem Vermögen von bezos zu tun.

Mir geht's auch nicht darum, irgendwas zu verteidigen. Mir ist am Ende ziemlich wumpe was mit Milliardären und deren Vermögen passiert. Aber genau wie @Mandos kommt mir das hier teilweise wie eine Hexenjagd vor und als wäre einigen überhaupt nicht bewusst, dass bezos nicht mal eben die Kohle auf die Konten der MA überweisen kann.
 
@eape Sagen wir so, sicher ist derzeit vieles im Argen und nicht gut, aber eine Welt in der man das Gefühl bekommt dass ein anderer mir sagen kann was ich von meinem Verdienst behalten kann und was nicht, eine Welt der kompletten Gleichmacherei in der unternehmerisches Denken und vor allem Risiko nicht mehr belohnt wird möchte ich genauso wenig erleben. Denn es wird solange immer jemanden geben der sich darüber beschwert dass irgendwer zuviel hat und verdient, wie nicht jeder das Gleiche verdient.
 
Und Geld ist nun einmal limitiert.

Also wenn Geld eines nicht ist, dann limitiert :D.

Dass sich etwas ändern sollte, darauf können wir uns sicher einigen. Das europäische - und ganz besonders das deutsche - Steuern- und Abgaben-System ist katastrophal und erdrückt die Mittelschicht während Wohlhabende und z.B. auch Beamte durch Beitragsbemessungsgrenzen und Steuervermeidungstechniken viel zu stark bevorteilt werden. Ein gerechtes Steuersystem ist aber sicherlich auch möglich ohne dass man auf Reichen Shaming zurückgreifen muss. Gerade auch im Bereich Altersvorsorge könnte der Staat so unendlich viel machen. Da müsste man teilweise nur in die direkte Nachbarschaft schauen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Gewinnbeteiligungen hat aber erst einmal nichts mit dem Vermögen von bezos zu tun.

Mir geht's auch nicht darum, irgendwas zu verteidigen. Mir ist am Ende ziemlich wumpe was mit Milliardären und deren Vermögen passiert. Aber genau wie @Mandos kommt mir das hier teilweise wie eine Hexenjagd vor und als wäre einigen überhaupt nicht bewusst, dass bezos nicht mal eben die Kohle auf die Konten der MA überweisen kann.

Was? Bezos' Vermögen hängt doch unbestritten mit den Gewinnen von Amazon zusammen, sowohl der Aktienanteil als auch der Rest seines Vermögens. Natürlich lässt sich das auch anders verteilen.

@eape Sagen wir so, sicher ist derzeit vieles im Argen und nicht gut, aber eine Welt in der man das Gefühl bekommt dass ein anderer mir sagen kann was ich von meinem Verdienst behalten kann und was nicht, eine Welt der kompletten Gleichmacherei in der unternehmerisches Denken und vor allem Risiko nicht mehr belohnt wird möchte ich genauso wenig erleben. Denn es wird solange immer jemanden geben der sich darüber beschwert dass irgendwer zuviel hat und verdient, wie nicht jeder das Gleiche verdient.

In dieser Diskussion geht es aber um Superreiche. Niemand wünscht sich ein kommunistisches System, bei dem alle das selbe Einkommen haben. Niemand. Risiko und Leistung sollen belohnt werden. Nur eben in einem angemessenen Rahmen. 100 Milliarden Euro Privatvermögen sind meiner Meinung nach nicht angemessen. Aber soll das jeder für sich entscheiden.
 
@eape 's Grafik zeigt doch sehr drastisch wie die Schere zwischen Arm und Reich Weltweit alleine zwischen 2010-2015 auseinanderklafft und dass obwohl nicht wenige Super-Reiche durch zahlreiche Projekte und Stiftungen gewillt sind ihr Vermögen zurück zugeben (manchmal aber auch nur um einfach bei der Steuer zu tricksen).


Um mal zu verdeutlichen wie unfassbar Reich einige sind.
Laut dieser Grafik gehörst du mit einem neuseeländischen Durchschnittseinkommen von 45,800$ im Jahr schon zu den 1,32% der reicheren dieser Welt:
Quelle: https://stoppress.co.nz/poppress/how-rich-are-you-really

Anhang anzeigen 112663

Anhang anzeigen 112664

Edit: Und obwohl Joe fast zur 1% der reicheren dieser Welt gehört, sprechen wir von ihm zu fast ganz nach unten von einer Differenz von "nur" 28 X.
Jetzt überlegt mal wie viele X'e zwischen dir und einem Multimillionär oder Milliardär oder Multimilliardär liegen.



Jetzt nehmen wir mal ganz unrealistisch an du würdest dein neuseeländischen Durchschnittseinkommen durchgehend 60 Jahre bis zur Rente erwirtschaften und wirklich alles bis auf den letzten Cent unter deiner Bettdecke bunkern (und bis dahin von Luft und Liebe leben). Dann kämst du zum Eintritt deiner Rente mit einem Vermögen von 2.748.000$ raus! Wird ihm allerdings unmöglich sein nur von Luft und Liebe zu leben. Da er mindestens 30-50% seines Einkommens in laufe seines Lebens für die Miete/oder fürs Abzahlen eines Eigenheims und Zwischen 10-20% für Lebensmittel ausgeben wird. Bafög, Klamotten, Möbel, Fahrkosten, Auto, Arztkosten, Versicherungen, Pflegeprodukte, Dinge die er fürs Arbeiten benötigt. Der durchschnittliche Joe wird es bis ans Ende seines Lebens nicht auf ein beständiges Vermögen nahe der halben Million schaffen.

Und jetzt nochmal @Mingo 's beigesteuerten Tweet:
Um diese Inhalte anzuzeigen, benötigen wir die Zustimmung zum Setzen von Drittanbieter-Cookies.
Für weitere Informationen siehe die Seite Verwendung von Cookies.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
und da les ich das hin und her hier der letzten seiten und sehe in der tagesschau was grade in chile abgeht. wollen reiche menschen das es irgendwann mal überall so ist?

denk bei solchen bildern immer an nick hanauers ted talk „pitchforks are comming“
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück
Oben