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Der Politikthread

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Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Insofern ist die finanzielle Grundsicherung, die also ein würdevolles Leben ermöglichen soll, ohnehin nicht an Bedingungen geknüpft - oder sollte sie zumindest nicht sein (dass Menschen, die Maßnahmen des Jobcenters verweigern, de facto Kürzungen von Hartz-IV erfahren ist daher ohnehin schon mehr als problematisch).

Darüber hinaus hat das unbedingte Leistungsprinzip unseren Sozialstaat aber bereits dergestalt unterhöhlt, dass selbst Menschen, die keine "Leistung" erbringen können - weil ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt schlicht nicht nachgefragt wird (was glaube ich auch niemand leugnet, dass ein erheblicher Teil der Arbeitslosen einfach nicht vermittelbar ist) -, weiterhin eine Leistungsbereitschaft abverlangt wird.
D.h. trotz der Tatsache, dass kaum jemand noch leugnen kann, dass so etwas wie "Vollbeschäftigung" ein Mythos der Vergagenheit ist, wird in der Leistungs-Maschinerie mit Maßnahmen, Umschulungen, rein symbolischen 1€-Jobs etc. gegängelt.

Die Ökonomisierung von Arbeitslosigkeit, eingeflochten in einer kapitalistischen Leistungslogik, finde ich persönlich bereits absolut würdelos.

Von daher ist ein Modell wie das bedingungslose (sic!) Grundeinkommen für mich eine reizvolle Idee.
Ich habe im Übrigen den Eindruck, dass das Argument "dann würde ja niemand mehr arbeiten gehen" nur von Leuten kommt, die selbst niemals ihren Job aufgeben würden, da sie keinesfalls nur von 1000-1500€ im Monat leben wollten. Und auch über das monitäre hinaus ist Arbeit sinnstiftend, wer würde das leugnen wollen?
 
Man kann sich vortrefflich "streiten", ob nun ein bedingungsloses Grundeinkommen oder Sozialhilfe geknüpft an Bedingungen die bessere Wahl wären.

IMO sollten die Sätze aber höher sein als jetzt. Wenn ich mir anschaue, was der Sauladen Bundeswehr jährlich 43 Milliarden Euro verschlingt und NICHTS vorweisen kann, dann wäre auch eine Finanzierung kein Problem. Dazu so Sachen wie Digitalsteuer und Finanztransaktionssteuer, und schon hätte man mehr Geld in den Sozialkassen.

IMO müssen aber auch die Löhne steigen, damit Arbeit sich wirklich lohnt!!! Mindestlohn? Wer seine 170 Stunden im Monat buckelt und dafür Mindestlohn bekommt... welcher Anreiz ist das denn? Und gestern noch gelesen, dass 2017 1,3 Millionen Menschen (!!!) unter Mindestlohn gearbeitet haben.
 
Das ist genau der springende Punkt.
Das bedingungslose Grundeinkommen kann meiner Meinung nach nur in einem System funktionieren, indem Arbeiten lukrativ ist. Das ist leider in vielen Bereichen nicht der Fall.

Zu welchem Friseur würden wir gehen, welche Erzieher würden unsere Kinder betreuen?

Sind alle diese (und andere) Sparten gesichert, weil ausreichend Menschen aus Überzeugung weiterhin arbeiten gehen?
 
Das ist genau der springende Punkt.
Das bedingungslose Grundeinkommen kann meiner Meinung nach nur in einem System funktionieren, indem Arbeiten lukrativ ist. Das ist leider in vielen Bereichen nicht der Fall.

Zu welchem Friseur würden wir gehen, welche Erzieher würden unsere Kinder betreuen?

Sind alle diese (und andere) Sparten gesichert, weil ausreichend Menschen aus Überzeugung weiterhin arbeiten gehen?
Aber das Grundeinkommen bekommt doch jeder, wie jetzt ja auch schon nur dann auch der der arbeiten geht. So ist zumindest das Prinzip. Keine Ahnung ob es in dem Konzept dann noch arbeitslosengeld geben soll denn man bekommt ja automatisch immer Geld, dafür eben auch wenig, bezahl davon erstmal deine Wohnung, gibt dann ja kein Amt mehr bei dem du dich beschweren kannst denn das ist doch der Sinn dahinter dass dieser ganze Apparat dann abgeschafft wird. So ungefähr ist doch das Prinzip dachte ich. Deswegen wird auch noch immer einen Friseur geben denn er bekommt das was er jetzt verdient plus 800€. z.B.

Aber kann man das überhaupt gegenfinanzieren? Werd ich nicht schlau daraus.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ein deutlich höheres Grundeinkommen als Sozialhilfe, das von der arbeitenden Bevölkerung finanziert wird ist imo nicht möglich. Also praktisch schon, aber dann wäre das was in Frankreich mit den Gelbwesten war ein Pipifax gegen das, was dann kommt.

Der einzige Fall, den ich mir mit Grundeinkommen vorstellen kann ist der, der notwendig wird, falls die "K.I. Revolution" wirklich große Teile der Joblandschaft dahinrafft. Dann wird man nämlich ein größtenteils unternehmensfinanziertes Grundeinkommen benötigen (finanziert von dem, was die Unternehmen an HR Ausgaben/Steuern eingespart haben), falls die ihre Waren/Dienstleistungen auch weiterhin an jemanden loswerden wollen. Problem wird dann sein, dass in dem Bereich ebenfalls wie bei Apple, Amazon & Co. das große weltweite Steuerschlupfloch-Rennen losgeht und fast nur Verlierer zurücklässt.
 
Aber wenn ich doch als Arbeiter auch das Grundeinkommen bekomme, also so viel Gegenstimmen wirds da nicht geben, die Frage ist doch die Finanzierung, wenn man dann natürlich 800€ zusätzliche Steuerlast pro Monat hat ist das natürlich dann sinnfrei. :P
 
Grundeinkommen ok... dann sollte das Amt aber auch den Wohnraum/NK etc nicht mehr bezahlen... ich wäre gespannt, wie schnell dass Geschrei groß wird...
 
Grundeinkommen ok... dann sollte das Amt aber auch den Wohnraum/NK etc nicht mehr bezahlen... ich wäre gespannt, wie schnell dass Geschrei groß wird...
Das ist doch das prinzip, es gibt dann kein amt mehr, das ist ja der sinn dahinter dass die gesamte bürokratie abgeschafft und eingespart wird. Deswegen ja, wenn du dann nur 800€ bekommst dann viel spaß beim leben.
 
Aber wenn ich doch als Arbeiter auch das Grundeinkommen bekomme, also so viel Gegenstimmen wirds da nicht geben, die Frage ist doch die Finanzierung, wenn man dann natürlich 800€ zusätzliche Steuerlast pro Monat hat ist das natürlich dann sinnfrei. :p

Natürlich hättest du dann ne höhere Steuerlast, so dass sich normale Jobs noch weniger lohnen als heute schon.
 
Ein deutlich höheres Grundeinkommen als Sozialhilfe, das von der arbeitenden Bevölkerung finanziert wird ist imo nicht möglich. Also praktisch schon, aber dann wäre das was in Frankreich mit den Gelbwesten war ein Pipifax gegen das, was dann kommt.

Der einzige Fall, den ich mir mit Grundeinkommen vorstellen kann ist der, der notwendig wird, falls die "K.I. Revolution" wirklich große Teile der Joblandschaft dahinrafft. Dann wird man nämlich ein größtenteils unternehmensfinanziertes Grundeinkommen benötigen (finanziert von dem, was die Unternehmen an HR Ausgaben/Steuern eingespart haben), falls die ihre Waren/Dienstleistungen auch weiterhin an jemanden loswerden wollen. Problem wird dann sein, dass in dem Bereich ebenfalls wie bei Apple, Amazon & Co. das große weltweite Steuerschlupfloch-Rennen losgeht und fast nur Verlierer zurücklässt.


Aber... Die Mittelschicht hat doch keine Zeit zum Streiken, die müssen doch Arbeiten. Win-Win.
 
Zum Thema Grundeinkommen:


Man kann ja auf Bundeshaushalt.de sehen wie es in Deutschland mit den Einnahmen und Ausgaben aussieht.
Rein finanziell könnte sich Deutschland das leisten. 2019 belaufen sich die Einnahmen auf 356 Milliarden Euro.
knapp 83 Mio. Einwohner x1.500 Euro = 124,5 Mrd. Euro.

Die aktuellen Ausgaben für den Posten für Arbeit und Soziales (Rente, Grundsicherung, Leistungen nach SGB 2+3) belaufen auf 145 Mrd. Euro. Bürokratisches und Sinn befreite Arbeitsbeschäftigungsmaßnahmen ließen sich da sicher einiges streichen um da Platz für das bedingungslose Grundeinkommen zu schaffen. Dafür wird over-all ja auch nur knapp 6 Mrd. ausgegeben (Eingliederungshilfe/Sprachkurse/Bildungsmittel), da könnte man ruhig einiges streichen oder es in sinnvollere und bessere Modelle Investieren.

Man müsste für all das nicht mal groß an irgendwelche Steuermodelle rum schrauben, wenn man das Rentenmodell umstellt und einfach nur eine Grundrente von 1500 Euro garantiert und darüber hinaus sich jeder privat zusätzlich absichern soll.

Edit: Ob so ein Modell funktioniert ist allerdings ne andere Frage.
Gibt ja einige Studien dazu. (lohnt sich zumindest mal anzuschauen)
 
Zwei Schicht Rotation? Hatte das mal mit den gleichen Zeiten, aber zusätzlich noch Nachtschicht von 22-6. Wechsel jede Woche, das war heftig und hätte ich über Jahre sicher nicht machen können.
Hab ich 20 Jahre gemacht, jetzt die letzten Jahre kamen immer mehr Schlafprobleme dazu,bis ich zum Schluss gar nicht mehr schlafen konnte. Jetzt mach ich nur noch Früh und Spät, jetzt geht's wieder.
 
Wenn nicht jetzt, wann dann? Bin ganz klar dafür und würde natürlich auch weiterhin arbeiten gehen. Wie @Cycron schon sagt, gibt einige Studien und auch Bücher dazu (@dm Gründer). Ist ganz klar (n.m.M.) möglich. Klar gibt es immer Miesepeter wie @mks die alles schwarz sehen... aber was soll denn sozial technisch noch schlechter werden als aktuell?

Der Netto-Durchschnitt liegt irgendwo bei knapp über 2.000 Euro. "Du" würdest also für (dann wahrscheinlich wegen höherer Abgaben sogar noch weniger) 500 Euro weiter 40 Stunden die Woche weiter arbeiten gehen? Na dann :D. Denn du glaubst doch nicht, dass man das wirklich noch wie das alte Gehalt in voller Höhe oben drauf bekommen würde.
 
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