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Der Politikthread

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Spannend das zu beobachten.
Er wirft Rezo Populismus vor und geht gleichzeitig inhaltlich auf keinen einzigen Vorwurf ein. Merkt er eigentlich, dass genau das Teil des von Rezo hervorragend beschriebenen Problems ist?

Edit:
Hier eine andere Antwort, wo die Strategie offensichtlich einfach nur "derailing" ist:
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Zuletzt bearbeitet:
Am Ende kann man wirklich nur hoffen dass sich das auch in Ergebnissen bemerkbar macht indem so viele wie Möglich Ihre Stimmen woanders abgeben. Egal wie die CDU auf das eine Video noch reagieren will, viel mehr als diesen Schwachsinn erwarte ich nicht ... ich meine wie will man denn Ernsthaft die angesprochenen Punkte der negativen Klimapolitik oder den immer wieder heuchlerischen Umgang in der Außenpolitik rechtfertigen. Man ignoriert doch bis hierhin ja auch gekonnt jeglichen Protest und schafft es wieder das ganze umzudrehen.
Allein das Argument "schaut mal dem Jungen geht es doch gut, der sollte sich überlegen was er da kritisiert" ist doch so unangenehm peinlich ...
 
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Nochmal kurz zu Kurz und dem Thema Antisemitismus.

hat halt an diversen orten auf der welt dreck am stecken.

sehe nach wie vor das problem nicht.
Das Problematische ist, dass Kurz selbst dieses Thema setzt und den Namen Silbersteins ins Spiel bringt. Du tust so, als wäre das Thema irgendwie auf wundersame Weise aufgepoppt und wenn es schon mal da ist muss man ja wohl Ross und Reiter nennen dürfen. @Gerri hat ja ganz ähnliche Vorbehalte angebracht mit seiner "Extrawurst", was ebenfalls in die Richtung 'Selbstzensur' geht.
Aber das ist nicht der Fall. Es gibt keinen Grund für Kurz sich zu diesem Thema zu äußern, beispielsweise weil es dazu einen bestehenden Diskurs gäbe oder ähnliches. Im Gegenteil, er stößt diesen Diskurs ja erst an. Mit all den Folgen, medialen Verkürzungen (siehe BILD, siehe Welt, siehe diverse österreichische Medien) und Auswirkungen auf das Leben von jüdischen Österreicher*innen (siehe Ausführungen weiter unten).
Ich versuche es zu verstehen, krieg's aber momentan auch noch nicht hin. Kurz nennt Silberstein beim Namen. Ja, Silberstein klingt offensichtlich jüdisch, aber es ist nunmal sein Name.
Ja, es ist nun mal sein Name. Aber es ist nicht so, dass dieser Name ohne Kurz momentan wieder prominent in den Medien wäre. Genau das ist ja der Vorwurf, den ich (und andere) Kurz hier machen.
Ich kann zwar deinen Gedankengang nachvollziehen aber hier kann ich dieses Mal leider nicht mit dir mitgehen, auch wenn ich deine Meinung sonst oft teile.

Ich gehe sogar soweit, dass diese gedankliche Verknüpfung erst den Antisemiten in die Hände spielt.

Man hört dieses Argument oft in Bezug auf Diskriminierung ("I don't see race / Ich sehe keine Hautfarbe" etc) und damit gerieren sich privilegierte Menschen gegenüber Betroffenen und deren Alliierten als moralisch überlegen und betreiben de facto eine Täter-Opfer-Umkehr:
eure Betroffenheit und euer Aktivismus ist das Problem und nicht das, was diese Betroffenheit ursächlich ausgelöst hat und den Aktivismus überhaupt erst nötig macht. In dieser Sicht sind Betroffene keine Opfer von Diskriminierung sondern begeben sich bereitwillig in eine Opfer-Rolle.
Aber das Gegenteil ist der Fall: wenn man als nicht unmittelbar von Diskriminierung betroffene Person nicht bereit ist anzuerkennen, dass Diskriminierung nicht imaginiert wird sondern tatsächlich stattfindet dann überlässt man es den Betroffenen "ihren" Kampf selbst auszutragen und mit den Folgen umzugehen.

Denn die oben zitierte Schlussfolgerung von Zimtzicke kann man auch so lesen: die gedankliche Verknüpfung findet bei echten™ Antisemit*innen und Rassist*innen ohnehin statt (weshalb solche Aussagen ja überhaupt nur als dog whistling funktionieren).

Nur zur Einordnung in welchem gesellschaftspolitischen Klima Kurz sein agenda setting vorgenommen hat:
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Das sind zwei mehr oder weniger willkürliche Beispiele für die Realität von Juden und Jüdinnen in Österreich, die mir (natürlich entsprechend meiner Filterblase™) in die Timeline gespült wurden.
Sowas kommt nunmal von sowas. Rassist*innen und Antisemit*innen fühlen sich bestärkt in ihrem Handeln wenn selbst der Kanzler der Republik sich nicht davor scheut, aus populistischen Gründen antisemitische Ressentiments zu bedienen.
Und im Gegenzug fühlen sich jüdische Österreicher*innen immer unsicherer in einem Land, in dem selbst der Kanzler der Republik sich nicht davor scheut, aus populistischen Gründen antisemitische Ressentiments zu bedienen.

Von daher: nein, nicht diejenigen sind die "eigentlichen Antisemit*innen", die auf - auch verborgenen, unbeabsichtigten, unebdachten - Antisemitismus hinweisen.
Die Bekämpfung von Antisemitismus - aber auch von anderem Rassismus, Sexismus etc. - setzt eine Sensibilität und damit kritische Perspektive voraus. Mit einem "I don't see race / Ich sehe keine Hautfarbe" hat man den Antirassismus nicht durchgespielt sondern man spielt gar nicht erst mit. Diese Position kann man nur einnehmen, wenn man das Privileg hat, nicht selbst und unmittelbar betroffen zu sein.
Alliierte sind wir, wenn wir betroffene Personen nicht "ihre" Kämpfe selbst austragen lassen, sondern sie auch als unsere Kämpfe betrachten und uns an ihre Seite stellen.

Um es nochmal an einem anderen Beispiel zu verdeutlichen, das auch mit Namen zu tun hat.
Dass Beate Zschäpe für ihren Prozess Strafverteidiger*innen mit den Namen Stahl, Sturm und Herr ausgewählt hat war natürlich kein Zufall sondern eine bewusste Provokation und eine Verhöhnung der Opfer und ihrer Hinterbliebenen. Auch hier kann man nun sagen "Ja gut, so sind eben ihre Namen, ist dann wohl so"; oder aber man erkennt an, welche Erniedrigung das für die Hinterbliebenen darstellt und welche Freude es für die Sympathisant*innen des NSU (die während des jahrelangen Prozesses stets im Gerichtssaal zugegen waren und unter anderem bei Urteilsverkündung in Jubel ausgebrochen sind - aber das ist nochmal eine andere Geschichte) bedeutet hat und empört sich entsprechend darüber.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich will damit nicht sagen, das Kurz Antisemit ist. Aber seine Wortwahl und sein Reflex (hinter so einer politisch schmutzigen Kampagne, kann ja nur Silberstein stecken) Silberstein wars, füttert natürlich jeden der solche Verbindungen gerne sehen will. Er äußert sich mir da als kluger Mann viel zu unvorsichtig. Kalkül? Vielleicht. Schließlich braucht er die Stimmen aus dem rechten FPÖ Lager.
Natürlich ist Kurz Antisemit - deshalb heißt er ja auch "Baby-Hitler" ...:D
 
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