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Der Politikthread

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Ja, schlimm genug. Da kann man aber zumindest noch argumentieren, das der Staat seine Infrastruktur bereitstellt, um die Konsumgüter zum Kunden zu bringen. Aber wie dem auch sei. Die Propaganda gegen jegliche Form von Investoren und Unternehmertum hat in Deutschland ja eh bei der Mehrheit verfangen. Nach dem Motto "Wenn ich schon zu blöd bin, daran zu partizipieren, sollen wenigstens auch alle anderen möglichst wenig dran verdienen." Ich freue mich schon auf die Quittung, die wir alle dafür bekommen werden bezogen auf Altersarmut.
 
Ich freue mich schon auf die Quittung, die wir alle dafür bekommen werden.

Welche Quittung? Meinst du, wegen einer Steuer, die im Grundsatz nur die ganz grossen Spekulanten wirklich "hart" treffen könnte, wird in Deutschland nicht mehr investiert? Andere europäische (und weltweite) Länder haben diese Steuer bereits...

Ich kann dir mal eine Quittung nennen, die wir jetzt schon bezahlen. BMW ist ein aktiengeführtes Unternehmen und wenn wir in einem Jahr 6 Milliarden Euro GEWINN machen, dann ist das noch zu wenig. Dann MUSS im kommenden Jahr noch mehr Gewinn gemacht werden, egal wie. Was meinst du, wieviele Arbeitnehmer diese Scheisse heute ausbaden müssen? Was meinst du, welchen Druck ich jedes Quartal habe, um die wieder gestiegenen Zahlen zu erreichen? Oder dass dein Konzern an der Börse GEFEIERT wird, wenn du 5.000 Kündigungen aussprichst... Oder wenn Apple an der Börse nach einem Rekord-Quartal abgestraft wird, weil Analysten mit noch mehr Gewinn gerechnet haben...

Oder wo wir heute am gesamten spekulativen Finanzmarkt nach 2008 wieder angekommen sind...

Hier geht es nicht um Kleinsparer, dann macht man eben Freibeträge oder Ausnahmen.
 
BMW ist ein schlechtes Beispiel. Die baden in erster Linie das aus, was sie selbst verkackt haben. Wie auch bei den anderen deutschen Autobauern eine miserable Unternehmensführung - und deshalb auch völlig zu Recht an der Börse abgestraft.

Ich bin auch für mehr Regulierung, speziell im Bereich Hebelprodukte bis in den Hunderter-Bereich. Sowas braucht einfach kein Mensch, das ist reines Casino. Aber die Europäer treffen am Ende wieder mal die Falschen. Wahrscheinlich wird sich irgendwann herausstellen, dass die Großkunden an den Börsenplätzen die Steuer quasi "wegverhandelt" haben und die Börsenplätze dafür die Gebühren für Normalkunden einfach deutlich erhöht haben, um das auszugleichen...

Eine Steuer kann auch keine falsche Politik ausgleichen. Der amerikanische Staat hat durch schnelle und richtige Reaktionen mit seinen Finanzhilfen nach 2008 am Ende sogar Geld verdient. Nur die Europäer waren mal wieder zu dämlich dazu.
 
Zuletzt bearbeitet:
BMW ist ein schlechtes Beispiel. Die baden in erster Linie das aus, was sie selbst verkackt haben. Wie auch bei den anderen deutschen Autobauern eine miserable Unternehmensführung - und deshalb auch völlig zu Recht an der Börse abgestraft.

Ich rede nicht von jetzt. Ich bin seit knapp 20 Jahren bei dem Verein und vorher schon 6 Jahre bei VW/Audi. Meinst du echt, das war vor 5 Jahren anders? :ugly:
 
Nö, aber so läuft nun mal Kapitalismus. Kann man durchaus scheiße finden. Du bist jetzt natürlich auch in einer der kompetitivsten Branchen überhaupt, in der am Ende nur eine Hand voll überleben werden.
 
Nö, aber so läuft nun mal Kapitalismus. Kann man durchaus scheiße finden. Du bist jetzt natürlich auch in einer der kompetitivsten Branchen überhaupt, in der am Ende nur eine Hand voll überleben werden.

Nein, das ist kein "normaler" Kapitalismus. Es ist normal, dass ein Unternehmen aus eigener Motivation heraus gewinnorientiert handelt. Und Manager verdienen dabei auch gut bis abnormal viel.

Dass die Wörter Stagnation oder Abschwung im Prinzip garnicht mehr existieren, das ist kein normaler Kapitalimus. Und wenn das doch so sein sollte, dann gehört es entweder eingedämmt oder besteuert.

Und du wirst sehen, dass ein Unternehmen wie BMW auch mit 6 Milliarden Euro GEWINN weiter leben kann.
 
Kann es durchaus. Nur vielleicht irgendwann als Teil eines anderen Unternehmens. Wobei BMW da durch die Eignerstruktur ja noch relativ safe ist.

Dass es keine Rezession oder Stagnation mehr geben darf ist btw ein Verschulden der Politik und EZB, nicht des Marktes.
 
Nein, das ist kein "normaler" Kapitalismus. Es ist normal, dass ein Unternehmen aus eigener Motivation heraus gewinnorientiert handelt. Und Manager verdienen dabei auch gut bis abnormal viel.

Dass die Wörter Stagnation oder Abschwung im Prinzip garnicht mehr existieren, das ist kein normaler Kapitalimus. Und wenn das doch so sein sollte, dann gehört es entweder eingedämmt oder besteuert.

Und du wirst sehen, dass ein Unternehmen wie BMW auch mit 6 Milliarden Euro GEWINN weiter leben kann.
wobei das aber auch möglicherweise größer klingt, als es am ende ist. ich kenne jetzt die zahlen von bmw nicht, aber wenn die 100 milliarden umsatz haben und dabei am ende 6% rauskommen ist das ordentlich, aber nicht ungewöhnlich im vergleich zu kleineren unternehmen die prozentual ähnlich liegen. die schwankungen dort sind nunmal (absolut) heftig und in den größenordnungen muss zwangsläufig auch ein großer gewinn stehen.

dass das mit dem ewigen wachstum schwierig ist, ist aber unbestritten.
 
BMW ist ein schlechtes Beispiel. Die baden in erster Linie das aus, was sie selbst verkackt haben. Wie auch bei den anderen deutschen Autobauern eine miserable Unternehmensführung - und deshalb auch völlig zu Recht an der Börse abgestraft.

Ich bin auch für mehr Regulierung, speziell im Bereich Hebelprodukte bis in den Hunderter-Bereich. Sowas braucht einfach kein Mensch, das ist reines Casino. Aber die Europäer treffen am Ende wieder mal die Falschen. Wahrscheinlich wird sich irgendwann herausstellen, dass die Großkunden an den Börsenplätzen die Steuer quasi "wegverhandelt" haben und die Börsenplätze dafür die Gebühren für Normalkunden einfach deutlich erhöht haben, um das auszugleichen...

Eine Steuer kann auch keine falsche Politik ausgleichen. Der amerikanische Staat hat durch schnelle und richtige Reaktionen mit seinen Finanzhilfen nach 2008 am Ende sogar Geld verdient. Nur die Europäer waren mal wieder zu dämlich dazu.

Der amerikanische Staat hat eine Bank pleite gehen lassen, die die große Rezession nebenbei noch viel schlimmer gemacht hat. Dazu hat er hunderte Milliarden in Fannie Mae und Freddie Mac (oder wie diese Dinger auch immer hießen) gesteckt, Millionen Menschen in den Ruin gestürzt und die eigenen Staatsschulden binnen zehn Jahren verdoppelt. Von welchem Gewinn redest du da? :ugly:

Meinst wahrscheinlich die großen Konzerne. Ja, wenn es darum geht, sind die USA wirklich kompetent. Dummerweise vergessen sie dabei die 320 Millionen normalen Amerikaner.
 
Der amerikanische Staat hat eine Bank pleite gehen lassen, die die große Rezession nebenbei noch viel schlimmer gemacht hat. Dazu hat er hunderte Milliarden in Fannie Mae und Freddie Mac (oder wie diese Dinger auch immer hießen) gesteckt, Millionen Menschen in den Ruin gestürzt und die eigenen Staatsschulden binnen zehn Jahren verdoppelt. Von welchem Gewinn redest du da? :ugly:

Meinst wahrscheinlich die großen Konzerne. Ja, wenn es darum geht, sind die USA wirklich kompetent. Dummerweise vergessen sie dabei die 320 Millionen normalen Amerikaner.

Die letzte US Großbank hat bereits 2009 sämtliche Staatskredite zurückgezahlt.

https://m.faz.net/aktuell/wirtschaf...ssbank-zahlt-staatshilfe-zurueck-1901160.html

Fannie Mae & Freddie Mac haben 2014 sämtliche Staatskredite zurückgezahlt.

Der ehemals größte Versicherer AIG war 2017 schuldenfrei und die US Regierung hat die restlichen Aktien mit Gewinn verkauft.

https://www.treasury.gov/press-center/press-releases/Pages/tg1703.aspx

Lehman pleite gehen zu lassen war im Nachhinein vielleicht nicht so clever - aber es hat auch ein Signal an alle anderen Banken gesendet, dass sie sich keine Spielchen mit der Regierung leisten können. Wo steht der US Bankensektor heute? Wo steht der europäische Bankensektor heute?

Mit den zusätzlichen Folgen der Finanzkrise hast du natürlich Recht, da will ich auch gar nichts wegdiskutieren, aber die Inkompetenz Europas in der Bewältigung der Krise ist verglichen mit den USA einfach zu offensichtlich.
 
Die letzte US Großbank hat bereits 2009 sämtliche Staatskredite zurückgezahlt.

https://m.faz.net/aktuell/wirtschaf...ssbank-zahlt-staatshilfe-zurueck-1901160.html

Fannie Mae & Freddie Mac haben 2014 sämtliche Staatskredite zurückgezahlt.

Der ehemals größte Versicherer AIG war 2017 schuldenfrei und die US Regierung hat die restlichen Aktien mit Gewinn verkauft.

https://www.treasury.gov/press-center/press-releases/Pages/tg1703.aspx

Lehman pleite gehen zu lassen war im Nachhinein vielleicht nicht so clever - aber es hat auch ein Signal an alle anderen Banken gesendet, dass sie sich keine Spielchen mit der Regierung leisten können. Wo steht der US Bankensektor heute? Wo steht der europäische Bankensektor heute?

Mit den zusätzlichen Folgen der Finanzkrise hast du natürlich Recht, da will ich auch gar nichts wegdiskutieren, aber die Inkompetenz Europas in der Bewältigung der Krise ist verglichen mit den USA einfach zu offensichtlich.

Ich denke, das kommt sehr stark darauf an welche Perspektive man einnimmt. Interessieren einen Banken oder Menschen? Wenn ersteres, dann haben die USA sicher vieles richtig gemacht.
 
Ich denke, das kommt sehr stark darauf an welche Perspektive man einnimmt. Interessieren einen Banken oder Menschen? Wenn ersteres, dann haben die USA sicher vieles richtig gemacht.

Es ist ja nicht so, dass das überhaupt nicht zusammenhängt. Die Wirtschaft hat sich ebenfalls viel schneller erholt. Es gibt Zinsen und es gibt Rekordbeschäftigung. Was davon gibt es in Europa. Ja, es gibt kein echtes Sozialsystem in den USA und Leute wurden aus ihren Häusern geworfen, aber das war vor der Weltfinanzkrise ja auch schon so. Die Krise hat es nur noch mal explizit deutlich gemacht. In Europa können die jungen Leute gar nicht aus ihren Häusern fliegen, weil sie keine haben, sondern gezwungen sind, bei ihren Eltern zu wohnen :O_o:.
 
Der Lindner :wand:

Es ist ja nicht so, dass das überhaupt nicht zusammenhängt. Die Wirtschaft hat sich ebenfalls viel schneller erholt. Es gibt Zinsen und es gibt Rekordbeschäftigung. Was davon gibt es in Europa. Ja, es gibt kein echtes Sozialsystem in den USA und Leute wurden aus ihren Häusern geworfen, aber das war vor der Weltfinanzkrise ja auch schon so. Die Krise hat es nur noch mal explizit deutlich gemacht. In Europa können die jungen Leute gar nicht aus ihren Häusern fliegen, weil sie keine haben, sondern gezwungen sind, bei ihren Eltern zu wohnen :O_o:.

Die Wirtschaft hat sich schneller erholt, das stimmt schon. Allerdings muss man sich auch anschauen, wie das passiert ist. Die Fiskalpolitik in den USA läuft seit 2009 im Grunde auf Dope, im Schnitt hat sich die Staatsverschuldung um rund eine Billion Dollar pro Jahr erhöht, was so etwa 5-6% des BIP entspricht (man erinnere sich an den Skandal bezüglich Italien und den ~2,5% Neuverschuldung).
Wo Europa m.E. deutlich zu viel gespart hat (und damit die Erholung der Wirtschaft in diversen Ländern verhindert hat), sind die USA m.E. viel zu expansiv. Im nächsten Abschwung kann Europa immerhin noch fiskalpolitisch reagieren. Die USA dagegen müssten im Grunde sogar nochmal auf die Bremse treten, weil die Neuverschuldung in der nächsten Krise ganz schnell in Richtung 8-10% gehen würde. Und geldpolitisch haben die USA auch nur etwas mehr Luft, als die Eurozone.
 
Ich finds lustig das die Schüler tatsächlich mit lindner ins Gespräch gehen. Damit wird nichts erreicht außer das die FDP eine kostenlose wahlkampfplattform bekommt. Da sind sie an der völlig falschen Stelle. Die regierenden Parteien lehnen sich derweil zurück und betrachten das Spektakel :ugly:
 
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