SPIEGEL: Schlafen wir heute anders als früher?
Zulley:
Vom Mittelalter bis vor etwa hundert Jahren schlief man bis ungefähr drei Uhr, das war der erste Schlaf. Dann ist man aufgestanden, hat sich angezogen, war für ein, zwei Stunden wach, ging sogar raus und unterhielt sich mit den Nachbarn, die auch auf den Beinen waren, und dann ging man wieder ins Bett und nahm sich den zweiten Schlaf. Früher war Schlaf also zweigeteilt. Warum setzen wir uns also heute dermaßen unter Druck, wenn wir nachts wach werden? Man kann sich doch mal ans Fenster setzen und dem Mond zuschauen oder den Mardern.
SPIEGEL: Kamen die Menschen früher mit weniger Schlaf aus?
Zulley: Im 16. und 17. Jahrhundert wurde im Durchschnitt sieben Stunden geschlafen. Definitiv gab es eine Phase um 1900 zum Beispiel, wo man weniger schlief, dann wurde wieder mehr geschlafen. Ein Arbeiter in dieser Zeit kam vielleicht um 23 Uhr nach Hause und musste um 4 Uhr wieder zur Arbeit. Das waren noch Verhältnisse.
Quelle:
Spiegel Online