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Der Politikthread

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Naja, ich denke nicht, daß dort eine neue konservative Partei entstehen kann, um den Platz der (vernünftigen) Republikaner einzunehmen. Außer die spalten sich irgendwann auch in Realos und Deppen auf. Also sollten wir darauf hoffen, daß sich die Reps auf ihre Werte besinnen, oder wir haben da dauerhaft einen rechtspopulisten Haufen in den Häusern.
 
Hier in Baden-Württemberg hatte die Linkspartei bei der letzten LTW fast 3% bekommen. Viele moderate Linke hier denken kaum an die Linke. Ich vergesse immer wieder, dass in Ostdeutschland nicht jeder Linkspartei-Wähler extrem ist. Ich frage mich aber auch, ob man in Ostdeutschland nichts aus der Geschichte gelernt hat. Immerhin gab es in der Friedrichshain-Kreuzberg-Prognose nicht annähernd 30% für die AfD, sondern nur 6. Das ist ähnlich viel wie in meinem Bezirk Wahlkreis bei der letzten LTW. :dhoch:
 
Ja, sehr gut zusammengefasst.

Jetzt kann er halt alles, was er nicht umgesetzt bekommt auf die bösen Demokraten schieben, weil die ja alles blockieren.

Naja, das ist jetzt nichts wirklich Neues. Das war bereits in jeder vorherigen Regierung so, wenn die beiden Häuser nicht in gleicher Hand waren. Jeder schiebt die Schuld der anderen Partei zu. Die Gründe für das alles sind vielschichtig. Ich persönlich denke es liegt hauptsächlich an der Außenpolitik. Wenn Obama eine große Schwäche hatte, dann war es seine inkonsequente Außenpolitik. Nicht dass Trump es auch nur irgendwo besser machen würde, aber zumindest lässt sich der konfrontative Trump Weg mit (vermeintlichen) Teilerfolgen und Lügen deutlich besser in (nicht unerheblichen Teilen) der Bevölkerung verkaufen.
 
Außerdem ist die Linke in Berlin auf Landesebene imo völlig wählbar und setzt sich für wichtige regionale Themen ein. Würde ich eher wählen als SPD/CDU. (Aber wähle die gesunde Mitte, also grün.)
Da unterscheiden wir uns. Wenn am nächsten Sonntag LTW in BW wäre, würde ich Grüne oder SPD wählen. Wenn sie eine Grün-rot-rote Regierung bilden, geht bei der übernächsten LTW aber meine Stimme vermutlich an die FDP.
 
Hier in Baden-Württemberg hatte die Linkspartei bei der letzten LTW fast 3% bekommen. Viele moderate Linke hier denken kaum an die Linke. Ich vergesse immer wieder, dass in Ostdeutschland nicht jeder Linkspartei-Wähler extrem ist. Ich frage mich aber auch, ob man in Ostdeutschland nichts aus der Geschichte gelernt hat. Immerhin gab es in der Friedrichshain-Kreuzberg-Prognose nicht annähernd 30% für die AfD, sondern nur 6. Das ist ähnlich viel wie in meinem Bezirk Wahlkreis bei der letzten LTW. :dhoch:
Die Linke im Westen (dogmatisch) kann man aber auch fast überhaupt nicht mit der Linken im Osten (pragmatisch) vergleichen.

Außerdem fehlen der Linken in einigen Westdeutschen Bundesländern das Milieu, das Vorfeld und linke Gruppierungen und Organisationen, die es im Osten deutlich mehr gibt.
Und natürlich denken viele im Westen bei der Linken noch an die alte PDS, den Sozialismus der DDR, was abschreckt. Und natürlich würden auch einige Personen mehr die Linke wählen, hätten sie in den Prognosen bessere Chancen (dann geht die Stimme eben an eine Partei, die sicher in den Landtag kommt als an die Linke, die dann irgendwo unter 5% rumkrebst) oder man könnte sie mal bei der Parlamentsarbeit beobachten und schauen, wie sie arbeiten, um Vorurteile abzubauen.
 
die spd merkt einfach überhaupt nichts mehr. nichts, nada, niente. die wundern sich nur dauernd, warum sie keiner mehr wählen will:

Bundesfinanzminister Olaf Scholz torpediert in Brüssel die Pläne für eine faire Besteuerung der Internetkonzerne. Sein Argument: Das könnte der Wirtschaft schaden. Der Sozialdemokrat könnte der Digitalsteuer damit den Todesstoß versetzt haben.
https://netzpolitik.org/2018/sozial...OFmy1UiZtuZXx1qjZGm1gu9dC0PelapXVdN5WiQZtd6uA
 
Die Linke im Westen (dogmatisch) kann man aber auch fast überhaupt nicht mit der Linken im Osten (pragmatisch) vergleichen.

Außerdem fehlen der Linken in einigen Westdeutschen Bundesländern das Milieu, das Vorfeld und linke Gruppierungen und Organisationen, die es im Osten deutlich mehr gibt.
Und natürlich denken viele im Westen bei der Linken noch an die alte PDS, den Sozialismus der DDR, was abschreckt. Und natürlich würden auch einige Personen mehr die Linke wählen, hätten sie in den Prognosen bessere Chancen (dann geht die Stimme eben an eine Partei, die sicher in den Landtag kommt als an die Linke, die dann irgendwo unter 5% rumkrebst) oder man könnte sie mal bei der Parlamentsarbeit beobachten und schauen, wie sie arbeiten, um Vorurteile abzubauen.

An deinem Beitrag ist viel Wahres dran. Ich denke aber nicht, dass v.a. die Wahlberechtigten Vorurteile haben, sondern die Linkspartei ihren Ruf zu Recht hat.
 
Einstiegsdroge in den Extremismus

Alarmierende Ergebnisse: Jeder dritte Deutsche vertritt ausländerfeindliche Positionen, erschreckend hoch ist die Abwertung von Muslimen, auch Antisemitismus ist weit verbreitet. Und es gibt ein deutliches Ost-West-Gefälle.

Die Deutschen werden immer intoleranter. Die Ausländerfeindlichkeit steigt. Muslime werden deutlich negativer gesehen. Antisemitismus ist nach wie vor verbreitet und die offene Gesellschaft, in der alle Gruppen gleiche Rechte haben, wird zunehmend infrage gestellt. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie von Leipziger Forschern zum Thema Autoritarismus. Die Soziologen Oliver Decker und Elmar Brähler von der Universität Leipzig haben sie am Mittwoch in Berlin vorgestellt. Studienleiter Decker zeigte sich alarmiert von den Ergebnissen. "Wir beobachten hohe Zustimmungswerte für die Einstellung, die in der Forschung als ,Einstiegsdroge' in den Rechtsextremismus gilt: Die Hemmschwelle, rechtsextremen Aussagen zuzustimmen, ist besonders niedrig." Für die repräsentative Studie wurden zwischen Mai und Juli dieses Jahres 2416 Menschen in Deutschland (West: 1918, Ost: 498) zu ihren Einstellungen interviewt. Seit 2002 beobachten die Forscher die Einstellungen der Deutschen zum Rechtsextremismus.

Die Befragung in der Kategorie Ausländerfeindlichkeit zeigt, dass 24 Prozent und damit rund ein Viertel der Deutschen eine ablehnende Haltung gegenüber Ausländern haben. Deutlich zeigt sich hier ein Ost-West-Gefälle. Während im Westen 22 Prozent der Befragten ausländerfeindlich eingestellt sind, sind es im Osten 31.

Insgesamt stimmen 36 Prozent der Deutschen der Aussage zu, dass Ausländer nur hierherkommen, um den Sozialstaat auszunutzen. Mehr als ein Viertel würde Ausländer wieder in ihre Heimat zurückschicken, wenn in Deutschland die Arbeitsplätze knapp werden. 36 Prozent halten die Bundesrepublik durch Ausländer in einem gefährlichen Maß für "überfremdet". Bei all diesen Antworten stimmten Ostdeutsche öfter zu als Westdeutsche.

Obwohl interkultureller Austausch im Alltag stattfinde, würden Vorurteile nicht abgebaut, analysieren die Forscher. Deutlich zeigt sich, dass Menschen mit Abitur viel seltener rechtsextrem sind als jene ohne Hochschulreife. Außerdem erreichen Männer in allen Kategorien höhere Werte als Frauen. Deutlich mehr Männer (26,3 Prozent) stimmen zum Beispiel ausländerfeindlichen Aussagen zu als Frauen (22,2). Ältere tendieren eher zu rechtsextremen Positionen als jüngere.

"Erschreckend hoch" sei die Abwertung von Muslimen. 44,1 Prozent der Befragten finden, dass Muslimen die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden sollte. In den neuen Bundesländern sieht das sogar jeder Zweite so. Der Anteil derer, die sich "durch die vielen Muslime wie ein Fremder im eigenen Land fühlen" ist 2018 in ganz Deutschland ebenfalls gestiegen, auf 56 Prozent (2014 waren es 43 Prozent). Ähnliches zeigt sich beim Antiziganismus. 56Prozent der Deutschen geben zu, Probleme damit zu haben, wenn sich Roma und Sinti in ihrer Gegend aufhalten, 50 Prozent wollen sie aus Innenstädten verbannen, 60 Prozent stimmen der Aussage zu, dass Sinti und Roma zur Kriminalität neigen.

Weit verbreitet ist auch Antisemitismus. Der Aussage, "Juden haben einfach etwas Besonderes und Eigentümliches an sich und passen nicht so recht zu uns" stimmen in Westdeutschland 26 Prozent entweder voll oder in Teilen zu; im Osten sogar 39,6 Prozent. Der Anteil an Personen, den die Forscher als "manifest antisemitisch" identifizieren, ist im Westen leicht zurückgegangen (von 5 Prozent 2016 auf 4,2 Prozent 2018). In Ostdeutschland stieg der Wert an (von 4,1Prozent auf 5,2 Prozent). Erfreulich nannten die Autoren der Studie, dass die Deutschen das Prinzip der Demokratie befürworten (93,9 Prozent). Fragten die Forscher jedoch detaillierter nach, zeigte sich ein anderes Bild. Mehr als die Hälfte der Befragten finden, "manche Gruppen sollten sich nicht wundern, dass der Staat ihre Rechte einschränkt". Das Prinzip "gleiche Rechte für alle" lehnt eine hohe Zahl der Studienteilnehmer also ab. Weiter drücken die Befragten eine große Politikverdrossenheit aus: 70 Prozent geben an, "Leute wie ich haben sowieso keinen Einfluss darauf, was die Regierung tut".
https://www.sueddeutsche.de/politik/studie-einstiegsdroge-in-den-extremismus-1.4200893

Wenn man diese Einstellungen der Leute weiterführt, ergäben sich ganz andere Zahlen für die AfD bei Wahlen, die möglich wären, das Potential wächst und wächst. Einfach erschreckend.
 
Und Schuld daran sind die ganzen Dumpfbacken da draußen, welche von einigen wenigen kriminellen Flüchtlingen auf alle anderen Ausländer schließen. Und für mich auch die Medien. Über jeden Fall wird tagelang berichtet. Über Familiendramen liest man erstaunlich wenig. Bringt halt keine Klicks. Iwann denken die Leute, dass so die Welt wäre. Überall nur Mord und Totschlag. Aber so ist es ja nicht. In der Regel passiert nix, wenn man nach draußen geht.
Die Ursache des Fremdenhass muss in erster Linie durch Bildung bekämpft werden. Mangelnde Bildung ist der Hauptgrund für rechtes Gedankengut.
Denn ich glaube, die vielen Einwanderer könnten sich noch so gut integrieren und völlig straffrei bleiben, so würden diese rechten Spinner doch trotzdem weiter hetzen. Als würden die plötzlich sagen "Ah jetzt sind alle Einwanderer super. Ihr könnt alle bleiben"
Das wird nicht passieren.
 
https://www.sueddeutsche.de/politik/studie-einstiegsdroge-in-den-extremismus-1.4200893

Wenn man diese Einstellungen der Leute weiterführt, ergäben sich ganz andere Zahlen für die AfD bei Wahlen, die möglich wären, das Potential wächst und wächst. Einfach erschreckend.

Nicht unbedingt. Nicht jeder, der bestimmten Aussagen dort zustimmt ist gleichzeitig auch ein potentieller AfD Wähler. Da gehört schon noch etwas mehr zu dazu...

Ich denke auch das Argument "was dagegen hilft ist Bildung" läuft ziemlich ins Leere. Die Menschen, die bestimmten Positionen zustimmen, sind längst nicht alle ungebildet.
 
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