Foren Aktuelles Erstellen Mitglieder Anmelden

Der Politikthread

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Dann müßtest Du die Bezüge der Beamten auch entsprechend erhöhen und es wäre wieder ein Nullsummenspiel. Außer Du willst den Beamten einfach mehr wegnehmen, dann solltest Du das aber auch explizit so sagen. Ansonsten ist es nur das übliche linke Tasche-rechte Tasche-Spiel.

Ja, ich würde ihnen mehr wegnehmen, damit sie etwas näher an Angestellte in gleicher Position heranrücken. Den (heutzutage gewaltigen) Bonus eines bombensicheren Jobs, eine ordentliche Bezahlung und Annehmlichkeiten wie PKV haben sie dann immer noch (auch wenn Letzteres längst nicht für alle ein Vorteil ist).
 
Dann sag das auch so. Ob jetzt Polizisten und Lehrer so deutlich überbezahlt sind ggü. Wachschutzleuten und angestellten Lehrern, lasse ich mal dahingestellt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ob jetzt Polizisten und Lehrer so deutlich überbezahlt sind ggü. Wachschutzleuten
Äh ... Als ich damals im Wachschutz gearbeitet habe lag der Tarif unter dem heutigen Mindestlohn. Mittlerweile liegt der Tarif knapp drüber. Ohne 12 Stunden Schichten könnte kaum jemand davon leben. Ein anderes Beispiel wäre vielleicht besser gewesen :gerri:
 
Eher die Beamten fair am Staatshaushalt beteiligen und gleichzeitig Angestellte besser bezahlen, so dass sie am Ende etwa auf einem Level sind. Du führst deine Diskussionen in letzter Zeit übrigens genau in dem feindseligen und unterstellenden Grundton, über den du dich sonst schnell lauthals beschwerst.
 
Wieso? Du hast doch selbst gesagt, daß Du Beamten die Leistungen kürzen willst, was ist daran feindselig? Damit triffst Du halt auch solche Berufe, das sollte man immer in Hinterkopf behalten.

Die Beamten in die normale Renten- und Sozialkasse einzahlen zu lassen ist halt so Pseudo-Argument, daß immer mal wieder aufkommt, aber nie genau durchgerechnet, bzw. verstanden wird (dito bei den Freiberuflern). Unterm Strich kommt da eben nichts bei rum, aber es wird immer wieder angebracht, weil man sich die Auswirkungen halt nicht genau anschaut. Da reagiere ich inzwischen ein wenig gereizt drauf. Sollte nicht passieren, ich bitte um Entschuldigung :)
 
Ist noch recht früh, diese Nacht erst
Doch den Umfragen traut kaum mehr jemand in den USA. Sicher scheint, dass die Wahlbeteiligung diesmal deutlich höher liegt als vor vier Jahren. Damals gab nur jeder dritte Wahlberechtigte seine Stimme ab. Wer am Ende jubeln kann, das wird wohl erst morgen früh klar sein. Vor vier Jahren stand es gegen sechs Uhr deutscher Zeit fest. Wegen zahlreicher knapper Rennen könnte es diesmal jedoch länger dauern.
 
Es ist das passiert, womit man rechnen konnte:

Die Dems übernehmen die Mehrheit im Repräsentantenhaus, die GOP behält die Mehrheit im Senat, baut sie sogar aus.

Damit wird imo noch klarer, dass die USA kaputt sind. Sehr kaputt. Es besteht ein riesiger Meinungs-Dissens zwischen Küstenregionen und Mitte des Landes, die Anfeindungen werden nun zunehmen.
Trump kann natürlich durch das Haus gebremst werden, aber er kann auch ein klares Feindbild aufbauen und seine dumme Basis noch besser mobilisieren. Wenn das in den kommenden zwei Jahren nicht zu Gewalt führt, fress ich nen Besen.

Leider hat die Wahl gezeigt, dass ein großer Anteil der US-Amerikaner offensichtlich dumm ist. Oder so nationalistisch und rassistisch, dass sie einen Möchtegern-Autokraten im weißen Haus willkommen heißen. Anders kann man in meinen Augen den Sachverhalt nicht interpretieren, dass Trump nach zwei Jahren stümperhafter Regierung voller Dummheiten, Skandälchen und Skandalen sowie immer wieder offenkundig zutage tretenden Widersprüchen zwischen seiner "Drain the Swamp" Rhetorik und seinem tatsächlichen Tun nicht massiv abgestraft wird.

Und es zeigt sich mal wieder, dass die USA nicht nur aufgrund der Spaltung in der Bevölkerung kaputt sind, sondern auch das System an sich riesige Mängel hat. Alleine schon, dass der mächtige Senat in seiner Sitzverteilung keine Rücksicht auf die Bevölkerungsverteilung nimmt. Ländliche, dünne besiedelte Staaten haben genauso zwei Senatoren wie große, dicht besiedelte Staaten. Gleichzeitig findet sich die rote Mehrheit hauptsächlich in den ländlichen Staaten, was ein großes Ungleichgewicht zwischen der Haltung der Gesamtbevölkerung und deren Abbild in Wahlen und Regierungsorganen erzeugt.

Das Gute ist, dass Trump nicht mehr unkontrolliert wüten kann. Ausschüsse können Untersuchungen einleiten, Gesetzvorhaben der GOP können blockiert werden.
Aber Trump wird das als großen Sieg verkaufen. Er hat auf Twitter schon damit angefangen.
 
Ja, sehr gut zusammengefasst.

Jetzt kann er halt alles, was er nicht umgesetzt bekommt auf die bösen Demokraten schieben, weil die ja alles blockieren.
 
Ich war 2004 über einen Schüleraustausch in den USA, bei einer weißen Host-Familie, die durch und durch republikanisch geprägt war, ohne jetzt Redneck-mäßig zu sein (die ich da aber auch kennengelernt habe – meinten zu mir Hitler hätte ja nicht nur schlechtes gemacht). Der Vater war ein schwergewichtiger IT-Spezialist, der ein bisschen aussah wie der Tron Guy, die Mutter High-School Lehrerin für Theater. Ich hab mal mitbekommen, wie der Vater zu seinem Sohn meinte, dass er nicht wollte, dass er eine Afroamerikanerin zur Frau/Freundin hätte, das würde kulturell nicht passen. Irgendwie sind dort viele Familien einfach total eingefahren, was deren Wahlverhalten angeht – auf konservativer Seite noch mehr als auf liberaler, aber liegt ja vielleicht in der Natur der Sache. Hab neulich noch mitbekommen, dass sich Vater Kenny über diese kalifornische Senatorin aufgeregt hat, die irgendwie für Unruhe gesorgt hat und damit Kritik an Trump egalisiert hat. Ist aber wahrscheinlich schon das höchste der Gefühle, wenn treue Wähler auf die Verfehlungen anderer verweisen, da muss es ja zumindest einen Grund geben, sich zu rechtfertigen.


Zum Sohn habe ich keinen Kontakt mehr. Er hat damals auf unserem Familien-PC n paar Schwulen Pornos via Kazaa Lite runtergeladen, rein aus Interesse, was ich ihm auch abkaufe. Aber er hat seitdem wohl unheimlich Schiss, dass ich das seinem Vater stecke und dieser die Remington aus dem Safe holt. Eigentlich alles schade, weil alle sehr nett waren, nur die politische Ansicht der Eltern etwas schräg. Aber damals habe ich das Thema Segregation in der High-School schon sehr stark wahrgenommen. Wie sich da alle Subkulturen isolieren, das ist schon krass. Latinos, Afro-Amerikaner, Weiße Durchschnittskids, Sportler, Cheerleader, Nerds und ein Pirat (es war die Zeit von Fluch der Karibik). Die USA sind in vielerlei Hinsicht schon ein verrücktes Land. Die Menschen sind sehr oberflächlich, How are you ist mehr eine Floskel, als dass jemand wissen möchte wie es dir geht. Vielleicht denken deswegen auch so wenige darüber nach, wer wie das Land zum besseren verändern könnte.
 
Es ist das passiert, womit man rechnen konnte:

Die Dems übernehmen die Mehrheit im Repräsentantenhaus, die GOP behält die Mehrheit im Senat, baut sie sogar aus.

Damit wird imo noch klarer, dass die USA kaputt sind. Sehr kaputt. Es besteht ein riesiger Meinungs-Dissens zwischen Küstenregionen und Mitte des Landes, die Anfeindungen werden nun zunehmen.
Trump kann natürlich durch das Haus gebremst werden, aber er kann auch ein klares Feindbild aufbauen und seine dumme Basis noch besser mobilisieren. Wenn das in den kommenden zwei Jahren nicht zu Gewalt führt, fress ich nen Besen.

Leider hat die Wahl gezeigt, dass ein großer Anteil der US-Amerikaner offensichtlich dumm ist. Oder so nationalistisch und rassistisch, dass sie einen Möchtegern-Autokraten im weißen Haus willkommen heißen. Anders kann man in meinen Augen den Sachverhalt nicht interpretieren, dass Trump nach zwei Jahren stümperhafter Regierung voller Dummheiten, Skandälchen und Skandalen sowie immer wieder offenkundig zutage tretenden Widersprüchen zwischen seiner "Drain the Swamp" Rhetorik und seinem tatsächlichen Tun nicht massiv abgestraft wird.

Und es zeigt sich mal wieder, dass die USA nicht nur aufgrund der Spaltung in der Bevölkerung kaputt sind, sondern auch das System an sich riesige Mängel hat. Alleine schon, dass der mächtige Senat in seiner Sitzverteilung keine Rücksicht auf die Bevölkerungsverteilung nimmt. Ländliche, dünne besiedelte Staaten haben genauso zwei Senatoren wie große, dicht besiedelte Staaten. Gleichzeitig findet sich die rote Mehrheit hauptsächlich in den ländlichen Staaten, was ein großes Ungleichgewicht zwischen der Haltung der Gesamtbevölkerung und deren Abbild in Wahlen und Regierungsorganen erzeugt.

Das Gute ist, dass Trump nicht mehr unkontrolliert wüten kann. Ausschüsse können Untersuchungen einleiten, Gesetzvorhaben der GOP können blockiert werden.
Aber Trump wird das als großen Sieg verkaufen. Er hat auf Twitter schon damit angefangen.
du hast schon recht, aber wie sich das dort entwickeln wird, wird spannend. der alte, weiße mann ist auf dem rückzug. die jüngeren geben die richtung mehr und mehr vor. viele migranten. es sind mehr frauen im repräsentanten haus. junge menschen und muslime. es tut sich schon was und auf dauer werden die republikaner diese erfolge nicht konservieren, wenn sie sich nicht anpassen.

Es mag abwegig klingen, doch die von Trump betriebene politische Radikalisierung der Republikaner ist kein Zukunftskonzept. Denn jene Wähler, die sich im Augenblick noch erfolgreich von Trump mobilisieren lassen, geraten demografisch Schritt für Schritt in die Minderheit. Sämtliche Umfragen prognostizieren: Spätestens 2040 werden die weißen Amerikanerinnen und Amerikaner mit europäischen Wurzeln nur noch knapp 50 Prozent der Staatsbürger ausmachen. Sie aber sind das derzeitige Rückgrat der Republikanischen Partei.
https://www.zeit.de/politik/ausland/2018-11/midterms-2018-us-republikaner-extremismus
 
upload_2018-11-7_10-54-41.png

Läuft in meinem Bezirk :D
 
Ich hoffe, wir müssen nicht bis 2040 warten, bevor die Republikaner zur Besinnung kommen. Was den Möchtegern-Autokraten angeht: wenn man sich die aktuelle Autoritarismus-Studie so ansieht, sind wir hier auch nicht so ganz davor gefeit.
ich glaube nicht, dass da irgenjemand zur besinnung kommt. wir sollten eher hoffen, dass er nicht noch eine zweite amtszeit erhält, so kaputt wie das wahlsystem wieder ist. auch gestern bekamen die demokraten wohl 9% mehr stimmen. und dass jeder bundesstaat gleich viele senatoren stellt ist schlicht ein witz (hallo EU).
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück
Oben