Foren Aktuelles Erstellen Mitglieder Anmelden

MOVIE Der-zuletzt-gesehen-Thread! (1 Betrachter)

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Bildschirmfoto 2018-10-02 um 08.15.04.png



Zombieland (2009)

Dürfen Zombies, diese eigentlich langsamen, hohläugigen und menschenfleischfressenden Kreaturen eigentlich schnell rennen? In der anspruchslosen, aber durchaus unterhaltsamen Zombie-Komödie dürfen sie es.

Und das stellt Columbus, den schüchternen Sozialphobiker, vor so einige Herausforderungen, für die er essentielle Regeln aufstellt, um alleine in der Zombieapokalypse zu überleben. Sei fit, schnall dich an, Badezimmer checken. Und natürlich hat er auch eine Schrotflinte, es ist ja immer noch ein Zombiefilm.

Sein Leben ändert sich, als er auf den waffenliebenden und zombiehassenden Redneck Tallahassee trifft. Die zwei tun sich zusammen und wie sollte es anders sein, ein weiteres Klischee wird aufgewärmt. Der Nerd und der Draufgänger streifen nun zusammen umher und treffen im Verlauf ihrer Fahrt auf die beiden Schwestern Wichita und Little Rock. Und das nächste Klischee: Nerd verliebt sich in hübsches Mädchen, er verliebt sich, sie nutzt ihn aus, er kämpft um sie, happy ending.
Etwas nervig, aber gut, zum Glück nimmt sich der Film und die Story zu keinem Punkt wirklich ernst.

Das merkt man spätestens dann besonders gut, als die vier sich entschließen, in der Villa von Bill Murray zu nächtigen. Natürlich hat Bill Murray dabei einen Gastauftritt und dieser Cameo ist so herrlich sinnlos, dass er schon wieder urkomisch ist.

Zombiefilme sollen ja oft eine satirische Qualität haben, eine Kritik an unserer untoten (Kommerz-)Gesellschaft. Dieser nicht, gut so. Allerdings bietet der Film eine schöne Parallele zu Columbus emotionaler Unsicherheit und seiner Angst vor sozialem Kontakt. Und genau diese Einschränkungen, seine alarmistische Vorsicht werden in der Zombieapokalypse nun zum absoluten Vorteil.
Mag er vor der Apokalypse ein sozialer Zombie gewesen sein, hat er endlich über sich selbst gesiegt.

"I avoided people like they were zombies before they were all zombies. Now that they are all zombies... I kinda miss people."

7/10
 
Anhang anzeigen 91918


Zombieland (2009)


Zombiefilme sollen ja oft eine satirische Qualität haben, eine Kritik an unserer untoten (Kommerz-)Gesellschaft. Dieser nicht, gut so. Allerdings bietet der Film eine schöne Parallele zu Columbus emotionaler Unsicherheit und seiner Angst vor sozialem Kontakt. Und genau diese Einschränkungen, seine alarmistische Vorsicht werden in der Zombieapokalypse nun zum absoluten Vorteil.
Mag er vor der Apokalypse ein sozialer Zombie gewesen sein, hat er endlich über sich selbst gesiegt.

"I avoided people like they were zombies before they were all zombies. Now that they are all zombies... I kinda miss people."

7/10
will dir ja nicht zu nahe treten, aber der film ist reine Satire... die 7/10 sind ja geschmacksache… ich fand den grandios
 
will dir ja nicht zu nahe treten, aber der film ist reine Satire... die 7/10 sind ja geschmacksache… ich fand den grandios
Schon klar, es ist aber kein Zombiefilm, der genau diese Kommerzgesellschaft karikiert, was sonst oft eher im Mittelpunkt steht.

Zombieland legt da einen anderen (satirischen) Schwerpunkt, den ich auch formuliert habe.
 
33968853qf.jpg

#2 Lake Mungo (2008)
Als die junge Alice Palmer mit ihrem Freund baden geht, taucht sie daraufhin nicht wieder auf, und wird als vermisst gemeldet. Eltern und Freund sind besorgt, und die Polizei macht sich auf die Suche nach ihr. Als sie Alice aus dem Wasser holen, haben sie die Gewissheit das sie wohl ertrunken ist. Doch kurz darauf entdeckt ihr Bruder seltsame Schatten auf Fotos und Videoaufnahmen. Sie wenden sich an einen Parapsychologen, der sich den Fall annehmen soll. Er findet heraus das ihr Bruder hinter den Fälschungen der Aufnahmen steckt, doch dabei wohl keine bösen Absichten hatte. Als sie ein altes Video auf ihrem Handy entdecken, was sie vor einem Jahr am Lake Mungo gemacht hat, stellen sie fest das sie darauf etwas vergräbt, und beschließen an besagten See zu fahren. Sie wollen herausfinden was es damit auf sich hat, um eventuell dadurch Hinweise auf ihren Tod zu finden. Hinzu kommt das ihr Nachbar sich nachts in ihrem Zimmer aufhält, und wohl etwas gesucht haben muss, was ihn in einem schlechten Licht dastehen lässt. Klingt alles sehr interessant aber irgendwie fehlt es dem Film an einigem. Der Film ist zwar interessant, die Story ist irgendwie nichts Besonderes.

Die Handlung ist zwar nichts besonderes, trotzdem gibt es einen Twist mit dem ich als Zuschauer wirklich nicht gerechnet hat und der den Film dann noch interessanter macht. Die Schauspieler sind dafür durchgängig gut gewählt. Die trauernde Familie wurde wirklich sehr gut besetzt, sie wirkt insgesamt sehr überzeugend und glaubwürdig. Kann man eigentlich nicht viel dagegen sagen. Die Inszenierung ist wie erwähnt nicht schlecht und die Atmosphäre kann ebenfalls punkten. Leider ist die Machart aber auch mit einer gewissen Monotonie verbunden, es wird nie besonders aufregend, packend oder spannend und somit habe ich mich schon des öfteren gelangweilt. Das ist wirklich schade, denn ansonsten ist das Konzept interessant. Somit bleibt aber nur ein durchschnittlicher Film, den man sich als Fan von Mockumentarys sicherlich mal ansehen kann, der aber einen sehr zwiespältigen Eindruck hinterlässt.
 
33978127xt.jpg

#3 Der Mieter (1976)
Nun folgt wieder ein Film der mich völlig überrascht und dann richtig aus den Schuhen geworfen hat.
Nach Ekel und Rosemaries Baby führt uns Roman Polanski mit dem Film erneut in die eigentlich vertraute und doch beklemmende Umgebung der eigenen Wohnung. Hier erwartet den Zuschauer eine Mischung aus Wahnsinn, Grauen und die beängstigende Isolation einer Wohnung, die den Hauptprotagonisten vor eine schwere Prüfung stellt. Dieser Film stellt den 3. Teil einer Trilogie dar, Polanski führt hier nicht nur Regie, sondern agierte
auch als Hauptdarsteller vor der Kamera. Er spielt hier einen Mann Namens Trelkovsky, dessen Vorname uns verborgen bleibt, er ist ein ängstlicher und introvertierter Zeitgenosse. Gutbürgerlich, nett und unauffällig. Als er auf der Suche nach einer neuen Wohnung und als er ein Pariser Mietshaus betritt, scheint er, auch etwas wiederwillig, fündig geworden zu sein. Die Wohnung ist klein, wenig einladend und die Toilette ist im Flur. Das die vorherige Mieterin sich aus dem Fenster stürzte, ist zwar Grund für einen nachdenklichen Blick, doch steht die Wohnung und damit endlich eine dauerhafte Bleibe im Vordergrund. Ein Gespräch mit dem Vermieter und das Glück scheint ihm wohl gesonnen: Trelkovsky bekommt die Wohnung. Langsam jedoch, sehr bedächtig und in typischer Art und Weise, wie Polanski seine Protagonisten, also sich hier selbst, in Szene setzt, wirkt die Wohnung allmählich nicht mehr wie ein Glücksfall. Merkwürdige Ereignisse nehmen zu und es scheint, als haben sich die Nachbarn gegen Trelkovsky verschwören. Was zunächst mit einfachen Beschwerden beginnt, entwickelt sich zu einem wahren Alptraum. Man fragt sich ob die Nachbarn ihn in den Wahnsinn treiben oder sein Verstand langsam einfach den Geist aufgibt. Polanski schafft hier so viel mehr als nur ein subtilen, nervenzerrender Psychothriller, sondern ein Gesamtkunstwerk bei dem Kameramann Sven Nykvist mit seinen atemberaubenden Bildkompositionen einen großen Anteil zu der beklemmenden Wirkung beiträgt. Dies in Kombination mit den keinerlei Musik in den Schlüsselszenen ist schlichtweg clever und genial umgesetzt. Irgendwwie passiert erst nichts, dann passiert mal hier und da was und man glaubt keinen Sinn zu erkennen. Doch langsam, sehr langsam, setzt sich hier ein Bild zusammen und man versteht was Polanski hier erreichen wollte. Hier ist ihm einer der besten Psychofilme aller Zeiten gelungen. Das sage ich ohne Übertreibung. Hier wird alles mit so wenig Blut und Brutalität geboten was so einen Film so gut macht: Wahn, der Verlust der eigenen Identität, das blanke Grauen, einen wahren Albtraum und er offenbart uns hier beeindruckend, dass hinter Fassaden von Mietshäusern und ruhigen Durchschnittmenschen, Dinge lauern, die sich niemand vorstellen kann. Beklemmend, düster, furcht einflößend und ruhig zugleich. Absolutes Must See für Leute die auch nur Ansatzweise auf so etwas stehen.
 
Zurück
Oben