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aber warum sollte man dann noch arbeiten gehen?

Urlaub, Games, Hobbys, Nutten, Auto, Drogen whatever.
Gibt genug Gründe trotzdem zu arbeiten trotz mehr Geld bei Hartz4 bzw gleich nen komplett neues System?

Hast du dir mal die Frage gestellt warum Leute arbeiten gehen obwohl sie weniger als bei Hartz4 verdienen? Warum lassen die es nicht einfach und nehmen nur Hartz4?
 
Zwischen Hartz4 und unseren normalen Löhnen liegen in Punkto Wohlstand immernoch WELTEN. Das Problem sind die Jobs, die so schlecht bezahlt sind, dass es einem selbst mit Job nicht viel besser geht als mit Hartz4.

Es gibt heute noch genügend Firmen, die ganz legal den Mindestlohn umgehen können. Und wenn du Mindestlohn verdienst, sind das noch keine 1.500 Euro brutto im Monat. Das reicht vielleicht gerade so zum Leben, mehr aber auch nicht. Und dafür geht man 162 Stunden im Monat buckeln...
 
Das stimmt und genau das gilt es auch zu kritisieren. Meine Meinung!
das kann jeder sehen, wie er möchte. ob die sätze jetzt ausreichend sind oder angehoben werden müssten sei mal dahingestellt. da bin ich auch einfach kein fachmann.
dann ist für mich ja auch noch allgemein die frage, inwiefern es H4 als überlebensabsicherung zu kritisieren gilt. was möchtest du einem H4-bezieher ermöglichen? welche finanziellen spielräume soll er haben? du musst da keine zahlen nennen, aber welchen lebensstandard soll H4 (oder eine ähnlich gelagerte absicherung) denn erhalten können? ich bin da jetzt nicht unbedingt bei marius, sehe aber auch keine notwendigkeit für ein leben in "saus und braus" (übertrieben gesagt, natürlich), ohne dass man arbeiten geht.
dass es härtefälle gibt (wie z.b. von hack beschrieben) bestreite ich gar nicht, aber man kann ja jetzt auch nicht die besonderheit jeder situation berücksichtigen, sondern muss eine allgemeingültige lösung schaffen. die wird zwangsweise nicht jedem gerecht und manche leute stehen schlechter da, als andere. trotzdem muss man festhalten, dass in deutschland nicht ansatzweise so viele menschen im müll suchen müssen, wie in vielen anderen ländern. ganz so schlecht kann es also nicht sein, finde ich.

aber zur sicherheit nochmal: ich sage nicht, dass das system perfekt ist und es dort nichts zu verbessern gibt.
 
Zwischen Hartz4 und unseren normalen Löhnen liegen in Punkto Wohlstand immernoch WELTEN. Das Problem sind die Jobs, die so schlecht bezahlt sind, dass es einem selbst mit Job nicht viel besser geht als mit Hartz4.

Es gibt heute noch genügend Firmen, die ganz legal den Mindestlohn umgehen können. Und wenn du Mindestlohn verdienst, sind das noch keine 1.500 Euro brutto im Monat. Das reicht vielleicht gerade so zum Leben, mehr aber auch nicht. Und dafür geht man 162 Stunden im Monat buckeln...
da bin ich übrigens voll bei dir. das lohnniveau im unteren drittel(?) muss dringend steigen. das halte ich tatsächlich für weitaus dringender, als eine reform von H4
 
Na ja, "härtefall".
Kinder sind kein Härtefall und könnten ganz leicht davon ausgeschlossen werden. (Also bis Schule bzw Ausbildung zuende ist nen komplett anderen, besseren Regelsatz).

Klar besteht die Gefahr die Kinder selbst erhalten das nicht aber da gibts ja auch Mittel und Wege.
Ich denke auch bei Menschen die nicht arbeiten können, wo das halt irgendwie belegt ist lässt sich auch was machen.

Normale können dann ja in ein Stufensystem. Es gibt whatever am Anfang wenn man reinrutsch noch XXX und man rutscht je länger man arbeitslos ist dann immer weiter runter zum Existenzminimum. Also mehr al genug sinnvollere Systeme die für alle einer gewissen Gruppe gleich sind würden sich ja finden lassen.
 
@BitByter

Ich kenne im familiären Umfeld zwei Leute, die mal Hartz4 bezogen haben. Das ist sehr nah an menschenunwürdig, wenn du mich fragst. Das Eine war mein Vater, dem ich oft finanziell aushelfen musste.

Dir wird aber z.B. vom Amt auch zwingend (!) vorgeschrieben, dass du einen funktionierenden PC mit Internetanschluss besitzen musst. Denn die Angebote kommen online und wer sich innerhalb von 2 Tagen nicht meldet, hat Pech gehabt.

Das Thema Mobilität wird garnicht berücksichtigt. Von einem Auto reden wir garnicht, aber ein Bus-Ticket einfache Fahrt kostet in Trier mittlerweile 2€.

Klamotten, die ordentlich sind?

Mal mit dem Kind bei 37° in ein Schwimmbad gehen?

Eine beschissene Tasse Kaffee im Café trinken, um sich nicht wie der letzte Mensch vorzukommen?

Es gibt in unserem Land sicher Menschen, die das System genau kennen und wissen, wie man es für sich missbrauchen kann. Die beantragen alles. Es gibt aber mehr Menschen, die sich mit Hartz4 von jeglicher Gesellschaft abkoppeln, sich minderwertig fühlen, den Kontakt zu anderen Menschen abbrechen, kein soziales Leben mehr haben. Weil sie sich schämen, weil sie sich mit ihren abgeranzten Klamotten eh in kein Café mehr trauen würden...

Hartz4 reicht, um nicht auf der Strasse zu sitzen und nicht zu verrecken. Das war es aber auch schon. Das so anzuheben, dass die Menschen würdig leben können ist noch weit davon entfernt, in Saus und Braus zu leben (ich weiss, wie du es gemeint hast).
 
Als konservativer Wohlfahrtsstaat, der sich über die letzten Jahre (und Jahrzehnte) immer weiter dem liberalen Wohlfahrtsstaat (angelsächsisches Modell) angenähert hat, ist es kein Wunder und sogar gewollt, dass Menschen arm sind, um es mal ganz drastisch zu formulieren.
Denn wer nicht arbeitet, der ist es auch nicht wert, großartige Hilfe zu bekommen (außer das Existenzminimum) und darin besteht der Anreiz, schnell eine Arbeit zu finden.

Ganz anders dagegen der sozialdemokratische Wohlfahrtsstaat (skandinavisches Modell), bei dem man eine ganz andere Sozialpolitik verfolgt. Es gelten universale Leistungen und der Leitsatz "Gleichheit höchstens Standard statt Gleichheit der Minimalbedürfnisse".

Ich persönlich halte das skandinavische Modell für das beste.
In Deutschland wohl nur nicht praktikabel, obwohl der Sozialstaat beim Bürger eigentlich hoch angesehen ist.
Aber Hartz IV hat großen Anteil daran, dass Arme arm bleiben und Arme immer weiter stigmatisiert werden und mehr Leistungen kaum vermittelbar wären (Stichwort fauler Hartzler, soziale Hängematte etc.)

Nicht umsonst heißt es "Einmal Hartz IV – Immer Hartz IV".

Da fällt mir der "Report vom Arbeitsmarkt im Sommer 2005" ein, der sich lohnt:

http://harald-thome.de/fa/harald-thome/files/Gesetzestexte SGB II + VO/Gesetzestexte SGB XII + VO/Seminare/Clement/Sozialmissbrauch_Bericht_BMWA.pdf

Wir hatten in einem Seminar dazu Fragen zum Text, die ich gerne mal inkl. stichwortartiger Antworten einstelle für die, die kein Bock haben den Text zu lesen.

1. Benennen Sie Inhalte der Diskreditierung Hilfebedürftiger in der Broschüre. Finden sich aktuelle Parallelen in den Medien?

- „doch statt des Mieters, treffen sie nur eine dicke Staubschicht auf den Möbeln an, finden sich Essensreste und Urinflecken auf dem Teppich. Die Möbel entpuppen sich als Sperrmüllreif […] Immerhin streicht die ARGE ihn sofort von der Liste der Leistungsempfänger und setzt ihn auf die Liste der gesuchten Betrüger.“ (S. 8).

- „Bereitschaft zum Abzocken des Sozialstaats“ (S. 9)

- „je höher die gesellschaftliche Stellung, desto raffinierter die Methoden, um uns hinters Licht zu führen“ (S. 9).

- „Mini- oder Teilzeit-Jobs sind für Arbeitslosengeld II-Empfänger nicht verboten, sondern sogar erwünscht: Sie sollen den Menschen helfen, zusätzlich zur Grundsicherung auf eigenen Beinen zu stehen.“ (S. 10).

- Vergleich Hartz IV-Empfänger mit Parasiten (S. 10)


2. Welche Botschaften will die Broschüre an welche Gesellschaftsgruppen vermitteln?

- Sozialhilfeempfänger zocken den Steuerzahler ab.

- Hartzer sind faul und kriminell

- Harttz-IV-Empfänger bekommen Verständnis für ihre Lage und wenn sie nur ehrlich sind und alles offenlegen

- Hilfebedürftige sind idR unehrlich und missbrauchen den Ehrlichen Bürger und die Gemeinschaft

- Erfahrung des Arbeitsleid durch die Gesellschaft durch Hetze


3. Wer inszeniert die Faulheitsdebatte? Suchen Sie aktuelle Parallelen in den Medien.

- Medien, v. a. BILD-Zeitung, Politiker, sonstige Experten

- Medien-Zitate: „Flordia-Rolf“, „Karibik-Klaus“; „Wer arbeitet, ist ein Idiot“; „Villa mit Hartz IV“

- „Nur wer arbeitet, soll auch essen“ (Zitat Arbeitsminister Müntefering 2006)

- Philosoph Peter Sloterdijk will die Sozialsystem durch eine Kultur des Schenkens ersetzen. So wird die Entscheidung über Leben und Tod den Launen der Mäzene überlassen.

- FDP-Chef Guido Westerwelle trug die Diskussion über das Karlsruher Urteil „sozialistische Züge“. „Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein.“, so Westerwelle

- Sarrazin (SPD), „Arbeitslose [können] sich schon für 3,76 € völlig gesund, wertstoffreich und vollständig ernähren.“ Damit ließ sich sogar noch sparen, denn im Regelsatz seien 4,25 € pro Tag vorgesehen.
 
übrigens, hier mal die gedachte Verteilung:

regelsatztorte2018.jpg
 
Krass ist halt, wie das berechnet wird. Unverschämter geht es eigentlich nicht und man sollte sich wirklich fragen - auch wenn man vll. nicht betroffen ist - ob das so in Ordnung ist. Man rutscht leider schneller in dieses System, als einem lieb ist: Unfall - Arbeitsunfähig - 1 Jahr später Hartz 4.
 
Meinem Vater hat das Jobcentre damals übrigens auch einen Job vermittelt, zusätzlich zu Hartz4.

Er als Reproduktions-Photograph sollte bei der Stadt Fahrräder reparieren. Vorkenntnisse? Keine. Möglichkeit des Ablehnens? Nein.

Drei Mal die Woche 8 Stunden arbeiten gehen, dafür 450€ verdienen. Hartz4 wurde pauschal um 300€ gekürzt, so dass effektiv 150€ übrig blieben. Davon musste (!) er 120€ für ein Monatsticket der Stadtwerke für den Bus abdrücken.

Für 30€ mehr im Monat 100 Stunden arbeiten gehen. Aber er war froh darüber, denn er war wieder unter Menschen. Nach zwei Verlängerungen hat die Stadt aber natürlich keinen festen Job daraus gemacht. Da wird der nächste Hartz'er genommen, ist billiger...
 
@BitByter

Ich kenne im familiären Umfeld zwei Leute, die mal Hartz4 bezogen haben. Das ist sehr nah an menschenunwürdig, wenn du mich fragst. Das Eine war mein Vater, dem ich oft finanziell aushelfen musste.

Dir wird aber z.B. vom Amt auch zwingend (!) vorgeschrieben, dass du einen funktionierenden PC mit Internetanschluss besitzen musst. Denn die Angebote kommen online und wer sich innerhalb von 2 Tagen nicht meldet, hat Pech gehabt.

Das Thema Mobilität wird garnicht berücksichtigt. Von einem Auto reden wir garnicht, aber ein Bus-Ticket einfache Fahrt kostet in Trier mittlerweile 2€.

Klamotten, die ordentlich sind?

Mal mit dem Kind bei 37° in ein Schwimmbad gehen?

Eine beschissene Tasse Kaffee im Café trinken, um sich nicht wie der letzte Mensch vorzukommen?

Es gibt in unserem Land sicher Menschen, die das System genau kennen und wissen, wie man es für sich missbrauchen kann. Die beantragen alles. Es gibt aber mehr Menschen, die sich mit Hartz4 von jeglicher Gesellschaft abkoppeln, sich minderwertig fühlen, den Kontakt zu anderen Menschen abbrechen, kein soziales Leben mehr haben. Weil sie sich schämen, weil sie sich mit ihren abgeranzten Klamotten eh in kein Café mehr trauen würden...

Hartz4 reicht, um nicht auf der Strasse zu sitzen und nicht zu verrecken. Das war es aber auch schon. Das so anzuheben, dass die Menschen würdig leben können ist noch weit davon entfernt, in Saus und Braus zu leben (ich weiss, wie du es gemeint hast).
das ist alles überhaupt gar kein thema und ich argumentiere auch null dagegen. ich sage ja selbst, dass man über den satz sicher streiten kann. die frage ist für mich nur: wozu ist es da, was soll es ermöglichen. für jemanden, der dauerhaft in H4 rutscht ist das sicher eine katastrophe. da sind für mich aber auch wieder andere themen gefragt, nämlich z.b. wiedereingliederung in den arbeitsmarkt. H4 kann imo einfach nicht die lösung sein, um menschen dauerhaft darin zu halten. leider findet das aber statt.
 
Meinem Vater hat das Jobcentre damals übrigens auch einen Job vermittelt, zusätzlich zu Hartz4.

Er als Reproduktions-Photograph sollte bei der Stadt Fahrräder reparieren. Vorkenntnisse? Keine. Möglichkeit des Ablehnens? Nein.

Drei Mal die Woche 8 Stunden arbeiten gehen, dafür 450€ verdienen. Hartz4 wurde pauschal um 300€ gekürzt, so dass effektiv 150€ übrig blieben. Davon musste (!) er 120€ für ein Monatsticket der Stadtwerke für den Bus abdrücken.

Für 30€ mehr im Monat 100 Stunden arbeiten gehen. Aber er war froh darüber, denn er war wieder unter Menschen. Nach zwei Verlängerungen hat die Stadt aber natürlich keinen festen Job daraus gemacht. Da wird der nächste Hartz'er genommen, ist billiger...

Yoa bei mir ging 1/3 fürs Monatsticket drauf. Aber da ich Schüler war musste ich eigentlich keinen machen war freiwillig aber anders hätte ich nach der Schule echt nichts wirklich machen können. Games kaufen ganz zu schweigen.
 
Yoa bei mir ging 1/3 fürs Monatsticket drauf. Aber da ich Schüler war musste ich eigentlich keinen machen war freiwillig aber anders hätte ich nach der Schule echt nichts wirklich machen können. Games kaufen ganz zu schweigen.
imo sollte auch jeder der H4 bezieht den ÖPNV mindestens seines bundeslandes kostenlos nutzen können. Da kommen dann aber so spezialisten wie die von der fdp in der neuen nrw-landesregierung und wollen die vergünstigten tickets abschaffen... (immerhin sind sie schon wieder zurückgerudert, aber die idee war da)
 
das ist alles überhaupt gar kein thema und ich argumentiere auch null dagegen. ich sage ja selbst, dass man über den satz sicher streiten kann. die frage ist für mich nur: wozu ist es da, was soll es ermöglichen. für jemanden, der dauerhaft in H4 rutscht ist das sicher eine katastrophe. da sind für mich aber auch wieder andere themen gefragt, nämlich z.b. wiedereingliederung in den arbeitsmarkt. H4 kann imo einfach nicht die lösung sein, um menschen dauerhaft darin zu halten. leider findet das aber statt.

Auch hier übersieht die Politik leider oftmals die Zeichen.

Ab einem gewissen Alter findet keine Wiedereingliederung mehr statt. Mein Onkel ist 59, Firma ging insolvent. Selbst als hochqualifizierter Arbeiter (in seinem Gebiet) kann der einen neuen Job in dem Alter vergessen. Und das in Zeiten, wo wir länger arbeiten sollen...

Zum Glück kann er aus 10 Jahren Arbeit in Luxembourg 1.600 Euro Rente beziehen. DAS muss man sich mal reinziehen!
 
imo sollte auch jeder der H4 bezieht den ÖPNV mindestens seines bundeslandes kostenlos nutzen können. Da kommen dann aber so spezialisten wie die von der fdp in der neuen nrw-landesregierung und wollen die vergünstigten tickets abschaffen... (immerhin sind sie schon wieder zurückgerudert, aber die idee war da)

I know...
Zuletzt wurden leider auch die Tickets teurer.

Wobei ich die auch etwas als Schikane empfinde weil du diesen Kölnpass bei uns immer dabei haben musst.
Zum Glück kann man die seit diesem Jahr auch im Abo kaufen da gibts dann ne Chipkarte und die Leute müssen nichts extra zeigen.
 
Also ich selbst bin zwar sicher kein Experte, aber meine Nachbarin stammt aus UK, wohnt seit Jahrzehnten hier und bezieht Sozialhilfe. Die kann zwar keine großen Sprünge machen geschweige denn verreisen, aber gesund ernähren und selbst kochen ist drin und sie ist dabei sogar noch Raucherin. Und hat am Ende des Monats noch ein paar Euro übrig. Wenn die mit dem blöden Rauchen aufhören würde wäre es sogar noch weniger ein Problem. Ich denke wenn man es richtig angeht, kann man durchaus davon leben. Nicht gut, aber akzeptabel. Auf Wochenmärkten bekommt man z.B. kiloweise Obst und Gemüse wenn man etwas später hingeht und sie bald schließen. Sicherlich immer davon abhängig, wo man lebt, aber zumindest in Großstädten kann man es hinbekommen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Also ich selbst bin zwar sicher kein Experte, aber meine Nachbarin stammt aus UK, wohnt seit Jahrzehnten hier und bezieht Sozialhilfe. Die kann zwar keine großen Sprünge machen geschweige denn verreisen, aber gesund ernähren und selbst kochen ist drin und sie ist dabei sogar noch Raucherin. Und hat am Ende des Monats noch ein paar Euro übrig. Wenn die mit dem blöden Rauchen aufhören würde wäre es sogar noch weniger ein Problem. Ich denke wenn man es richtig angeht, kann man durchaus davon leben. Nicht gut, aber akzeptabel. Auf Wochenmärkten bekommt man z.B. kiloweise Obst und Gemüse wenn man etwas später hingeht und sie bald schließen. Sicherlich immer davon abhängig, wo man lebt, aber zumindest in Großstädten kann man es hinbekommen.

Das System ist schon so ausgelegt, dass man keine Rücklagen bilden kann. Bevor man überhaupt Alg II bekommt, muss man zunächst alles offen legen und ggf. angespartes aufbrauchen. Dazu gehört natürlich nicht nur Kapital, sondern eben auch Immobilien, Auto etc.

Ich bin selbst kein Raucher und trinke nur sehr selten Alkohol, aber ich stell es mir schon hart vor, wenn mir andere dann vorschreiben, was "okay" ist und was nicht. Mir stößt es schon arg auf, wenn man so darüber denkt, wie du es oben formuliert hast (siehe fettgedrucktes). Du sagst ja selbst, du bist kein Experte, aber versetz dich doch mal in so eine Lage.

Vielleicht noch eine kleine Randnotiz: Es ist belegt, dass arme Menschen im Schnitt ca. 10 Jahre früher sterben, als wohlhabende.


Wohlhabende Männer leben fast elf Jahre länger
Bei den Frauen ergibt sich ein ähnliches Bild: Auch bei ihnen belegt Pirmasens mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 77,1 Jahren den letzten Platz. Statistisch am ältesten werden Frauen im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald mit 85,0 Jahren, in Starnberg sind es 83,6 Jahre. Die Regionen mit hoher Lebenserwartung liegen vor allem in Baden-Württemberg sowie in Teilen Bayerns und Hessens.

Die geografische Lage ist nicht die Ursache der unterschiedlichen Lebenserwartung. Unterteilt man das Einkommen in seiner Spannbreite in fünf Gruppen von arm bis reich, dann liegt der Unterschied zwischen der niedrigsten und der höchsten Einkommensgruppe bei Männern bei 10,8 Jahren. Bei Frauen unterscheidet sich die Lebenserwartung immerhin noch um 8,4 Jahre. Das zeigen Daten des Robert Koch-Instituts. Das Institut hält auch einen Zusammenhang von Krankheit und sozialem Status für erwiesen: Bei schweren Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes oder chronischen Lungenerkrankung sind sozial Schwächere deutlich häufiger betroffen.

http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-03/lebenserwartung-deutschland-arm-und-reich
 
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