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Nicht jede Person kann jeden Job übernehmen (Stichwort Qualifikation, Anforderungsprofil, Standort etc.), ganz einfach.Dann frage ich mich aber, wie 90 % einen Job wollen, bei 1,2 Millionen offenen Stellen in Deutschland?
Gleichzeitig über 4 Millionen Langzeitarbeitslose. Job-Boom. Fachkräftemangel.
Irgendwas stimmt doch da nicht
Ist bei euch nicht eher das Problem, dass es zu wenige Optionen gibt die Leute aus diesem Modell (welches wie ein Honigtopf ist) herauszuholen und in eine Erwerbsarbeit zu führen, in der sie nicht am oder unter der Armutsgrenze leben? Eben zum Beispiel mit staatlich bezahlten Ausbildungs- und Umschulungsprogrammen? Darauf basiert zB unser System. Bei uns gibts dazu einen Shitload an Möglichkeiten, die einem der Staat finanziert, um die Leute wieder auf die Füße zu stellen.
Wenn man dies nicht gewährleistet, dann hat man halt als Sozialgemeinschaft dafür zu sorgen, dass diese Menschen irgendwie möglichst “menschgerecht“ zu aktuellen Verhältnissen durchkommen.
https://www.morgenpost.de/politik/inland/article115284414/Die-Legende-vom-Hartz-IV-Schmarotzer.html[...]
Gemessen an der Gesamtzahl der Leistungsempfänger ist die Zahl der Sanktionen gering. Die Sanktionsquote liegt bei gerade einmal 3,4 Prozent.
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Drei Wissenschaftler des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) wollten genau wissen, wie es um die Arbeitsbereitschaft der Hartz-IV-Bezieher bestellt ist. Heraus kam eine Studie mit dem Titel "ALG-II-Bezug ist nur selten ein Ruhekissen". Sie nutzten dabei Befragungen von Arbeitslosen. Danach waren zwei Drittel der Hartz-IV-Empfänger gar nicht untätig. 30 Prozent arbeiteten – die meisten als Minijobber.
Zehn Prozent machten eine Ausbildung, weitere zehn Prozent absolvierten eine Jobcenter-Maßnahme, weitere zehn Prozent kümmerten sich um ihre kleinen Kinder und fünf Prozent pflegten Familienangehörige. Der überwiegende Teil der Hartz-IV-Bezieher ist damit gar nicht zur Arbeitssuche verpflichtet.
Dabei ist die Arbeitsmotivation unter den Leistungsbeziehern nach den Erkenntnissen der Forscher recht hoch – sogar höher als in der übrigen Bevölkerung: Drei Viertel erklärten, "Arbeit zu haben ist das wichtigste im Leben". 80 Prozent würden auch dann gerne arbeiten, wenn sie das Geld nicht brauchen.
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Rund 350.000 Hartz-IV-Bezieher suchten nicht nach Arbeit, obwohl sie dazu verpflichtet waren und gingen keiner anderen Tätigkeit nach.
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Viel spricht dafür, dass die meisten dieser 350.000 Menschen ältere und kranke, chancenlose Arbeitslose sind, die resigniert auf die Rente warten. "Nur eine sehr kleine Minderheit nennt Gründe, die als direkte Hinweise auf eine fehlende Arbeitsmotivation gedeutet werden könnten", notieren die Forscher.
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Auch BA-Vorstand Heinrich Alt warnt, "ein Bild von Hartz-IV-Empfängern zu zeichnen, das es nicht gibt". Er sagt: "Ich treffe in den Jobcentern Menschen, die sagen, dass das Herumsitzen sie krank macht, die das Gefühl vermissen, gebraucht zu werden und die so sehr auf ein Erfolgserlebnis hoffen", berichtet Alt, der vor 36 Jahren in der Arbeitsverwaltung begonnen hat.
Arbeit sei mehr als nur Gelderwerb, betont der Arbeitsmarktpraktiker. "Die meisten Menschen nehmen einen dauerhaften Transferbezug als entwürdigend wahr", erklärt er. "Sie wollen einen Beitrag leisten und der eigenen Familie ein Vorbild sein."
Auch wenn es jetzt sicher Haue gibt... ich finde nicht, dass der Staat jemandem Hobbies oder Beziehungen (Sex) oder Geschenke an andere finanzieren muss/soll. Luxus wie Kino, Restaurantbesuch und sowas schonmal gar nicht. Ich denke es soll zum Leben reichen und zwar so, dass man darüber hinaus unbedingt noch was machen will oder schnell wieder aus der Situation raus kommt.
Ein Mädel abschleppen oder gar eine Familie gründen, sollte nun wirklich das ALLER LETZTE sein, das ein HartzIV-Empfänger BEGINNT. Dann lieber erst den finanziellen Schiefstand beheben.
Evtl. sollte es halt mehr über so Zeug wie Frührente und co geben. Also wenn Mensche unverschuldet nicht mehr arbeiten können. Oder Zuschüsse die man beantragen kann, wenn Kinder eine Schulfahrt machen sollen (direkt an die Schule auszahlen!), etc. Aber sicher nicht direkt über den HartzIV-Satz IMO, der dann wieder auf den Hüften, der Leber oder eben im Kino landet, statt dass die leute nen Job suchen.
Ist jetzt ein ganz spontaner Kommentar. Wenn sich nach etwas Überlegung was ändert, werd ich aktualisieren oder hinzufügen.
Gerade diese Standortwechselei find ich heutzutage unzumutbar. Als würde man sich kein Leben irgendwo aufbauen, ne Familie gründen, Eigentum erwerben.
Dann soll man wegen eines Jobs sein komplettes soziales Umfeld verlassen, umziehen, möglicherweise Kinder aus ihrem sozialen Umfeld herausreißen......für Singles ist sowas ja noch zumutbar aber bei Familien hörts imo auf.
Den letzten satz glaub ich auch sofort.Die Hartz-Reformen inkl. Arbeitsmarktreform an sich bzw. überhaupt die Eier zu haben, sie durchzusetzen, waren imo eine der größten und wichtigsten politischen Entscheidungen der deutschen Nachkriegsgeschichte. Dass sie im Nachhinein an vielen Stellen verbessert hätten werden müssen war irgendwo zu erwarten. Ebenso, dass sie die SPD zerreissen. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass es den meisten von uns ohne die Reformen heute deutlich schlechter gehen würde ist nicht gerade klein.

Auch als Single ist das einfach nur scheiße sag ich dir. Damals fürs Geschäft nach Langenfeld zu ziehen, war der größte Fehler meines Lebens. Trotz der geringen Entfernung hat mein soziales Umfeld gelitten und der Versuch neue Freundschaften zu schließen, ging auch mehrfach schief. Im Endeffekt ist dieser Umzug auch mit schuld daran, dass ich nun so ein fucking Einsiedler bin.
Daher sollte von niemandem verlangt werden, für ne scheiß Arbeit seinen Wohnort zu wechseln, das kann weitreichende Konsequenzen haben.
Das ist gar nicht so einfach.Dann frage ich mich aber, wie 90 % einen Job wollen, bei 1,2 Millionen offenen Stellen in Deutschland?
Gleichzeitig über 4 Millionen Langzeitarbeitslose. Job-Boom. Fachkräftemangel.
Irgendwas stimmt doch da nicht
Das ist gar nicht so einfach.
Als ich Mitte 30 plötzlich arbeitslos wurde, habe ich auch mehrere Monate gebraucht, bis ich was Neues hatte. Und da geht dir auch der Arsch auf Grundeis, wenn du weißt, du bekommst nur 12 Mon ALG1, und 4 davon sind schon rum. Und zuhause hast du ein kleines Kind.
Ich musste über 20 Bewerbungen schreiben, um überhaupt mal ne Einladung zu bekommen. Und am Ende habe ich meine Arbeit dann via Vitamin B bekommen.
Das Arbeitsamt war null hilfreich, da kamen wenn, dann nur extrem schlecht bezahlte und befristete Stellen.
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