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Dann frage ich mich aber, wie 90 % einen Job wollen, bei 1,2 Millionen offenen Stellen in Deutschland?

Gleichzeitig über 4 Millionen Langzeitarbeitslose. Job-Boom. Fachkräftemangel.

Irgendwas stimmt doch da nicht
 
Weil die Stellen auch heutzutage hoch angepriesen werden. Da soll jeder den Techniker, Fachwirt, Betriebswirt VWA haben oder was nicht alles. Am Ende wird aber jede ausgelernte Fachkraft mit Berufserfahrung eingeladen - sogar hinterhergebettel wird vom AG.
 
Dann frage ich mich aber, wie 90 % einen Job wollen, bei 1,2 Millionen offenen Stellen in Deutschland?

Gleichzeitig über 4 Millionen Langzeitarbeitslose. Job-Boom. Fachkräftemangel.

Irgendwas stimmt doch da nicht
Nicht jede Person kann jeden Job übernehmen (Stichwort Qualifikation, Anforderungsprofil, Standort etc.), ganz einfach.

Deswegen spricht man auch schon bei einer Arbeitslosenquote von 2% (und selbst 3% oder 4% sind nahe an der Perfektion, weniger ist kaum möglich in einem Land wie Deutschland) von Vollbeschäftigung.
Das setzt sich dann aus der friktionellen Arbeitslosigkeit zusammen (also Personen die gerade ihren Arbeitsplatz wechseln und deswegen arbeitslos sind) und eben den Menschen, die keine zumutbare (aus oben genannten Gründen) finden.
 
Ist bei euch nicht eher das Problem, dass es zu wenige Optionen gibt die Leute aus diesem Modell (welches wie ein Honigtopf ist) herauszuholen und in eine Erwerbsarbeit zu führen, in der sie nicht am oder unter der Armutsgrenze leben? Eben zum Beispiel mit staatlich bezahlten Ausbildungs- und Umschulungsprogrammen? Darauf basiert zB unser System. Bei uns gibts dazu einen Shitload an Möglichkeiten, die einem der Staat finanziert, um die Leute wieder auf die Füße zu stellen.

Wenn man dies nicht gewährleistet, dann hat man halt als Sozialgemeinschaft dafür zu sorgen, dass diese Menschen irgendwie möglichst “menschgerecht“ zu aktuellen Verhältnissen durchkommen.

Umschulungsprogramme gibt's hier ohne Ende. Vieles davon ist aber teurer Mumpitz, nach dem die Leute keinen Deut mehr qualifiziert sind als vorher. Nur damit sie eine Zeit lang nicht in der Statistik auftauchen...
 
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Wie gesagt, ich denke es gäbe viele Möglichkeiten Gelder aufzustocken ohne den HartzIV Betrag an sich zu erhöhen (bzw. das Geld womit dann frei "gespielt" werden kann). Wenn man denn nur wollte. Ich gehe nämlich nicht davon aus, dass es nur faule Schmarotzer gibt, ABER es gibt sie und gegen die soll vorgegangen werden.

Ich bin einfach nur gegen mehr Geld für nichts, womit man dann tun und lassen kann was man will. DENN, das ist nicht einfach tragbar und wenn dann nur in kleinen Sprüngen, womit dann den wirklich Hilfsbedürftigen nur wenig geholfen wird, die Schmarotzer aber wieder ne Stange mehr wegrauchen können. (ja mir ist klar, dass hier nicht alle Raucher sind, aber ich mags plakativ ;) )
 
Und auch die sog. Schmarotzer bilden eine absolute Ausnahme. Das Bild vom Hartz IV Empfänger ist leider dermaßen schlecht in der Bevölkerung, dabei sieht die Realität komplett anders aus.
[...]
Gemessen an der Gesamtzahl der Leistungsempfänger ist die Zahl der Sanktionen gering. Die Sanktionsquote liegt bei gerade einmal 3,4 Prozent.
[...]
Drei Wissenschaftler des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) wollten genau wissen, wie es um die Arbeitsbereitschaft der Hartz-IV-Bezieher bestellt ist. Heraus kam eine Studie mit dem Titel "ALG-II-Bezug ist nur selten ein Ruhekissen". Sie nutzten dabei Befragungen von Arbeitslosen. Danach waren zwei Drittel der Hartz-IV-Empfänger gar nicht untätig. 30 Prozent arbeiteten – die meisten als Minijobber.

Zehn Prozent machten eine Ausbildung, weitere zehn Prozent absolvierten eine Jobcenter-Maßnahme, weitere zehn Prozent kümmerten sich um ihre kleinen Kinder und fünf Prozent pflegten Familienangehörige. Der überwiegende Teil der Hartz-IV-Bezieher ist damit gar nicht zur Arbeitssuche verpflichtet.

Dabei ist die Arbeitsmotivation unter den Leistungsbeziehern nach den Erkenntnissen der Forscher recht hoch – sogar höher als in der übrigen Bevölkerung: Drei Viertel erklärten, "Arbeit zu haben ist das wichtigste im Leben". 80 Prozent würden auch dann gerne arbeiten, wenn sie das Geld nicht brauchen.
[...]
Rund 350.000 Hartz-IV-Bezieher suchten nicht nach Arbeit, obwohl sie dazu verpflichtet waren und gingen keiner anderen Tätigkeit nach.
[...]
Viel spricht dafür, dass die meisten dieser 350.000 Menschen ältere und kranke, chancenlose Arbeitslose sind, die resigniert auf die Rente warten. "Nur eine sehr kleine Minderheit nennt Gründe, die als direkte Hinweise auf eine fehlende Arbeitsmotivation gedeutet werden könnten", notieren die Forscher.
[...]
Auch BA-Vorstand Heinrich Alt warnt, "ein Bild von Hartz-IV-Empfängern zu zeichnen, das es nicht gibt". Er sagt: "Ich treffe in den Jobcentern Menschen, die sagen, dass das Herumsitzen sie krank macht, die das Gefühl vermissen, gebraucht zu werden und die so sehr auf ein Erfolgserlebnis hoffen", berichtet Alt, der vor 36 Jahren in der Arbeitsverwaltung begonnen hat.

Arbeit sei mehr als nur Gelderwerb, betont der Arbeitsmarktpraktiker. "Die meisten Menschen nehmen einen dauerhaften Transferbezug als entwürdigend wahr", erklärt er. "Sie wollen einen Beitrag leisten und der eigenen Familie ein Vorbild sein."
https://www.morgenpost.de/politik/inland/article115284414/Die-Legende-vom-Hartz-IV-Schmarotzer.html
 
Ich glaube, bei solchen Diskussionen geht es auch oft um ein "Gerechtigkeitsgefühl".

"Hey, ich geh jeden Tag arbeiten und die sitzen faul auf der Couch, saufen und rauchen den ganzen Tag. Und das von meinem Geld..."

Ich gehe (für mich) soweit und sage, dass selbst wenn es so ist, so ist es mir scheissegal. Ich bin mir sicher, dass es nicht die Mehrheit ist und jedes System wird von einigen Menschen ausgehebelt und missbraucht. Und wir können uns das leisten.
 
Auch wenn es jetzt sicher Haue gibt... ich finde nicht, dass der Staat jemandem Hobbies oder Beziehungen (Sex) oder Geschenke an andere finanzieren muss/soll. Luxus wie Kino, Restaurantbesuch und sowas schonmal gar nicht. Ich denke es soll zum Leben reichen und zwar so, dass man darüber hinaus unbedingt noch was machen will oder schnell wieder aus der Situation raus kommt.

Ein Mädel abschleppen oder gar eine Familie gründen, sollte nun wirklich das ALLER LETZTE sein, das ein HartzIV-Empfänger BEGINNT. Dann lieber erst den finanziellen Schiefstand beheben.

Evtl. sollte es halt mehr über so Zeug wie Frührente und co geben. Also wenn Mensche unverschuldet nicht mehr arbeiten können. Oder Zuschüsse die man beantragen kann, wenn Kinder eine Schulfahrt machen sollen (direkt an die Schule auszahlen!), etc. Aber sicher nicht direkt über den HartzIV-Satz IMO, der dann wieder auf den Hüften, der Leber oder eben im Kino landet, statt dass die leute nen Job suchen.

Ist jetzt ein ganz spontaner Kommentar. Wenn sich nach etwas Überlegung was ändert, werd ich aktualisieren oder hinzufügen.

Und da ist das Problem.
Ein Kind dessen Eltern Hartz4 beziehen, zur Schule geht etc kann an der Situation ja nur was ändern wenn es frühzeitig die Schule beendet obwohl Abi whatever drin ist.

Würde einer von euch auf den Gedanken kommen und dem eigenen Kind sagen... Jung du hast die 9. Klasse beendet geh arbeiten.

Es geht bei dem Text da oben um ein normales soziales Umfeld. Du lebst dadurch noch immer nicht gut und unbeschwert. Aber du kannst wenigstens am normalen Leben teilhaben und lebst nicht isoliert in deiner ein Zimmer Wohnung.
Kleidung um normal bei nen Nebenjob auszusehen zählt leider nicht als Arbeitskleidung die man sich zusätzlich nehmen könnte. Und das Verhütung für Hartz4 Empfänger bezahlt werden sollte ist auch nicht so abwegig. Da bin ich nicht der erste der damit kommt. Dir ist schon klar das Sex zu den Grundbedürfnissen gehört?

Und so Sachen wie "Hobby" also Sportclub etc wird mittlerweile sogar für Kinder gezahlt muss aber extra von den ELTERN beantragt werden. Wenn du als Kind dann da raus kommst und noch bei den Eltern lebst rate mal wer dann Hartz4 bei den Eltern kürzt?

Kinder die in so ne Hartzer Familie geboren werden, Leute die nicht arbeiten gehen können (gesundheitlich bzw belegt) etc PP werden durch das System einfach gefickt. Damals gab es ja noch 3 Gruppen jetzt ist das alles nur noch entweder ALG1 oder 2 das ist doch einfach nen zu kleines Spektrum.

Nen Kind im Kinderheim bekommt z.B. Taschengeld, bekleidungsgeld, Urlaube, Ausflüge dies und das... Was unterscheidet sich denn da dann bitte? Da sind auch keine Eltern die arbeiten gehen. Und ja ich weiß wovon ich rede einer meiner kleinen Brüder ist noch immer im Heim, macht grad sein Fachabi und darf dieses Jahr sogar schon in ne eigene Wohnung und bekommt trotzdem noch Geld und darf egal wie viel er nebenbei verdient alles behalten.

Du versteht schon das da irgendwas unlogisch ist wenn alleine durch Hartz4 Personen so stigmatisiert und anders behandelt werden als Menschen mit demselben Status (Eltern die nicht arbeiten gehen können wollen
 
Wenn nur harz 4 alleine das problem wäre, es reicht nicht harz 4 zu erhöhen wenn der mindestlohn so niedrig liegt. Das ursache der sozialen ungerechtigkeit ist vie weitreichender als manch einer denkt.

Man muss einfach mal an die arbeiter denken die arbeiten und nicht mehr geld besitzen als welche die nicht arbeiten. Ich frag mich also wieso in solchen diskussionen diese personengruppe nie verteidigt und erwähnt wird.
 
watt?? über wenig wurde in letzter zeit so viel geredet, wie über den niedriglohnsektor.. grad im zuge des koalitionsvertrages die letzten wochen.
 
Hier! Ich les irgendwie nur immer arme harzler. Vielleicht klick ich auch nir immer zur falschen zeit in den thread.

Außer den linken hab ich dazu auch nichts mitbekommen. Wer ist denn noch für die anhebung? Wie lautet die anpassung laut koalitionsvertrag, ich hab das wohl echt verpasst.

Die ganze Debatte um Harz 4 ist eine Neiddebatte von denen, die arbeiten gehen und weniger raus haben als einer der nicht arbeiten geht. Wenn man wirklich etwas ändern will dann muss man deutlich mehr Dinge ändern als dieses scheussliche Harz 4 ändern / abschaffen. Schröder und Harz schmoren dafür noch in der Hölle (ok die gibt es nicht / Harz ist noch im Knast?).

Ich seh den Mindestlohn eher sinken ab den nächsten Wahlen. Oder zumindest die Abgaben die das bewirken werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Hartz-Reformen inkl. Arbeitsmarktreform an sich bzw. überhaupt die Eier zu haben, sie durchzusetzen, waren imo eine der größten und wichtigsten politischen Entscheidungen der deutschen Nachkriegsgeschichte. Dass sie im Nachhinein an vielen Stellen verbessert hätten werden müssen war irgendwo zu erwarten. Ebenso, dass sie die SPD zerreissen. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass es den meisten von uns ohne die Reformen heute deutlich schlechter gehen würde ist nicht gerade klein.
 
Gerade diese Standortwechselei find ich heutzutage unzumutbar. Als würde man sich kein Leben irgendwo aufbauen, ne Familie gründen, Eigentum erwerben.

Dann soll man wegen eines Jobs sein komplettes soziales Umfeld verlassen, umziehen, möglicherweise Kinder aus ihrem sozialen Umfeld herausreißen......für Singles ist sowas ja noch zumutbar aber bei Familien hörts imo auf.

Auch als Single ist das einfach nur scheiße sag ich dir. Damals fürs Geschäft nach Langenfeld zu ziehen, war der größte Fehler meines Lebens. Trotz der geringen Entfernung hat mein soziales Umfeld gelitten und der Versuch neue Freundschaften zu schließen, ging auch mehrfach schief. Im Endeffekt ist dieser Umzug auch mit schuld daran, dass ich nun so ein fucking Einsiedler bin.
Daher sollte von niemandem verlangt werden, für ne scheiß Arbeit seinen Wohnort zu wechseln, das kann weitreichende Konsequenzen haben.
 
Die Hartz-Reformen inkl. Arbeitsmarktreform an sich bzw. überhaupt die Eier zu haben, sie durchzusetzen, waren imo eine der größten und wichtigsten politischen Entscheidungen der deutschen Nachkriegsgeschichte. Dass sie im Nachhinein an vielen Stellen verbessert hätten werden müssen war irgendwo zu erwarten. Ebenso, dass sie die SPD zerreissen. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass es den meisten von uns ohne die Reformen heute deutlich schlechter gehen würde ist nicht gerade klein.
Den letzten satz glaub ich auch sofort. :lol:

Ohne moderne sklaverei ist grundsätzlich schon kein Reichtum möglich.
 
Auch als Single ist das einfach nur scheiße sag ich dir. Damals fürs Geschäft nach Langenfeld zu ziehen, war der größte Fehler meines Lebens. Trotz der geringen Entfernung hat mein soziales Umfeld gelitten und der Versuch neue Freundschaften zu schließen, ging auch mehrfach schief. Im Endeffekt ist dieser Umzug auch mit schuld daran, dass ich nun so ein fucking Einsiedler bin.
Daher sollte von niemandem verlangt werden, für ne scheiß Arbeit seinen Wohnort zu wechseln, das kann weitreichende Konsequenzen haben.

Nicht falsch verstehen, ich find das auch grundsätzlich scheißeaber halt irgendwo noch zumutbarerals mit Familie.

Allgemein find ich diesen Zwang zur Bereitschaft umzuziehen scheiße.
 
Falls das sarkastisch sein soll, okay. Aber nicht jeder lässt sich von seinem Arbeitgeber ficken. Verlierer gibt es immer, bei jedem Projekt. Die Kunst ist es, den Weg zu wählen, der die wenigsten Verlierer produziert, und das haben sie imo damals getan. Was nicht heißt, dass ich in dem Bereich nicht mittlerweile dringenden Anpassungs- und Reformbedarf sehe. Aber mit sinnvollen Reformen hat es Angie ja nicht so.
 
Dann frage ich mich aber, wie 90 % einen Job wollen, bei 1,2 Millionen offenen Stellen in Deutschland?

Gleichzeitig über 4 Millionen Langzeitarbeitslose. Job-Boom. Fachkräftemangel.

Irgendwas stimmt doch da nicht
Das ist gar nicht so einfach.
Als ich Mitte 30 plötzlich arbeitslos wurde, habe ich auch mehrere Monate gebraucht, bis ich was Neues hatte. Und da geht dir auch der Arsch auf Grundeis, wenn du weißt, du bekommst nur 12 Mon ALG1, und 4 davon sind schon rum. Und zuhause hast du ein kleines Kind.
Ich musste über 20 Bewerbungen schreiben, um überhaupt mal ne Einladung zu bekommen. Und am Ende habe ich meine Arbeit dann via Vitamin B bekommen.
Das Arbeitsamt war null hilfreich, da kamen wenn, dann nur extrem schlecht bezahlte und befristete Stellen.
 
Das ist gar nicht so einfach.
Als ich Mitte 30 plötzlich arbeitslos wurde, habe ich auch mehrere Monate gebraucht, bis ich was Neues hatte. Und da geht dir auch der Arsch auf Grundeis, wenn du weißt, du bekommst nur 12 Mon ALG1, und 4 davon sind schon rum. Und zuhause hast du ein kleines Kind.
Ich musste über 20 Bewerbungen schreiben, um überhaupt mal ne Einladung zu bekommen. Und am Ende habe ich meine Arbeit dann via Vitamin B bekommen.
Das Arbeitsamt war null hilfreich, da kamen wenn, dann nur extrem schlecht bezahlte und befristete Stellen.


Wahre Worte!
 
Es ist ein Unding wie schnell man da rein rutscht, aber wer soll es denn aus der Politik ändern? Die kommen ja nicht an die Macht und die die in 3,5 Jahren kommen verschärfen das Ganze ja noch mal. SPD hat das Ganze eingeführt auch wenn Nahles kein Freund der Agenda ist, ändern wird die so oder so nichts, die ganze Koalition ist zum Scheitern verurteilt, was für ein Haufen, das kann nix werden. Und die einzigen die das ändern wollen sind die Linken und mit denen will ja eh niemand.
 
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