Mantis
Ich bin für Werder.
Ich hab auch ziemlich die Fresse dick auf Arbeit. Mein Abteilungsleiter und ich wollten ca. 100.000 Euro extra Budget bekommen für eine Online-Marketing Geschichte. Unser Geschäftsführer ist aber absolut Marketing-skeptisch, im Allgemeinen. Ich habe neulich eine Aufstellung zugespielt bekommen, wer in unserer Branche im B2B Bereich welche Anzeigen tätigt. Die direkten Mitbewerber geben bis zum 20-fachen aus, selbst absolute Bumsbuden das drei bis vierfache. Auch im Consumer Bereich bewegen wir uns im niedrigen 6-stelligen Bereich, andere investieren bis zu drei Millionen Euro. Unsere Preise am POS sind aber auf Marken-Niveau – ohne dass wir den Handel wirklich in Sachen Kaufreiz beim Consumer unterstützen. Dafür, dass wir so wenig Geld in die Hand nehmen, finde ich uns redaktionell vergleichsweise gut vertreten. Aber es zehrt alles noch aus den Jahren der Geschäftsführung davor, die das Geld unkontrolliert in die verschieden Kanäle geblasen hat, inkl. Werbung vor der Tagesschau zum Beispiel. Die Zahlen 2010 waren vernichtend, Geschäftsführerwechsel im Folgejahr, Entlassungen, Budget auf 10 Prozent von 2010 runtergefahren mit der Aussage, dass wir das wieder langsam anheben wollen. Nur ist das nie passiert.
Seitdem haben wir uns durchaus gut saniert, die Gesellschafter bekommen in jedem Jahr eine gute Auszahlung, auch die Mitarbeiter haben profitiert. Aber in die Stärkung der Marke wurde nichts investiert. Selbst bei sinnvollsten Dingen muss man noch und nöcher um Freigaben ringen. Und man bekommt dann immer zu hören, dass der Chef sowieso nicht an die Wirkung von Werbung glaubt.
Im Zuge dieser Online-Marketing Geschichte hat er erwidert, dass wenn er im Internet surft, ihn lediglich Autos und Motorräder interessieren. Und seine Töchter, seine Frau und sein Schwager seine Grundeinstellung teilen. Daraufhin hat mein Abteilungsleiter seine Sachen gepackt und ist gestern einfach nach Hause gefahren. Er hat noch eine Doppelfunktion und will sich dann auf diese konzentrieren, weil er auf Basis des aktuellen keine Zukunft als Leiter Marketing sieht.
Es gibt zwei Optionen: Ich rücke als sein Stellvertreter nach, wobei ich in Sachen Produktmanagement nur ganz wenig Erfahrung habe oder der Chef übernimmt neben Personal, Logistik, Innendienst Export und kfm. Leitung noch den x-ten Verantwortungsbereich. Nur hätte das ein bisschen was davon, dass Rainer Calmund zu seiner Zeit als Leverkusen Manager Interimstrainer geworden wäre – es passt nicht so recht.
Ich habe das Gefühl, die Firma wird mittelfristig kaputt verwaltet. Immer um des aktuellen Ergebnisses wegen. Es wird immer nur an der Kostenschraube gedreht, niemand macht sich Gedanken, wie auf den Einbruch des Markenumsatzes sinnvoll reagiert werden kann. Jeder tut hier so, inklusive des absolut zahnlosen Vertriebs, dass man ja für nichts was könnte und sich diesen schicksalshaften Umständen beugen müsste. Es heißt immer nur, wir können nur das Geld ausgeben, was wir haben. Das aber die Reserven, die wir die letzten sieben Jahre aufgebaut haben, in die Stärkung der Marke investiert werden, das kommt überhaupt nicht infrage.
Ich weiß nicht wie das weitergehen soll, ich bin absolut ratlos.
Seitdem haben wir uns durchaus gut saniert, die Gesellschafter bekommen in jedem Jahr eine gute Auszahlung, auch die Mitarbeiter haben profitiert. Aber in die Stärkung der Marke wurde nichts investiert. Selbst bei sinnvollsten Dingen muss man noch und nöcher um Freigaben ringen. Und man bekommt dann immer zu hören, dass der Chef sowieso nicht an die Wirkung von Werbung glaubt.
Im Zuge dieser Online-Marketing Geschichte hat er erwidert, dass wenn er im Internet surft, ihn lediglich Autos und Motorräder interessieren. Und seine Töchter, seine Frau und sein Schwager seine Grundeinstellung teilen. Daraufhin hat mein Abteilungsleiter seine Sachen gepackt und ist gestern einfach nach Hause gefahren. Er hat noch eine Doppelfunktion und will sich dann auf diese konzentrieren, weil er auf Basis des aktuellen keine Zukunft als Leiter Marketing sieht.
Es gibt zwei Optionen: Ich rücke als sein Stellvertreter nach, wobei ich in Sachen Produktmanagement nur ganz wenig Erfahrung habe oder der Chef übernimmt neben Personal, Logistik, Innendienst Export und kfm. Leitung noch den x-ten Verantwortungsbereich. Nur hätte das ein bisschen was davon, dass Rainer Calmund zu seiner Zeit als Leverkusen Manager Interimstrainer geworden wäre – es passt nicht so recht.
Ich habe das Gefühl, die Firma wird mittelfristig kaputt verwaltet. Immer um des aktuellen Ergebnisses wegen. Es wird immer nur an der Kostenschraube gedreht, niemand macht sich Gedanken, wie auf den Einbruch des Markenumsatzes sinnvoll reagiert werden kann. Jeder tut hier so, inklusive des absolut zahnlosen Vertriebs, dass man ja für nichts was könnte und sich diesen schicksalshaften Umständen beugen müsste. Es heißt immer nur, wir können nur das Geld ausgeben, was wir haben. Das aber die Reserven, die wir die letzten sieben Jahre aufgebaut haben, in die Stärkung der Marke investiert werden, das kommt überhaupt nicht infrage.
Ich weiß nicht wie das weitergehen soll, ich bin absolut ratlos.
ach komm... was sind das denn für Ausreden? 
