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Der Bunker
Ein Student will sich voll und ganz auf seine Arbeit konzentrieren und mietet aus diesem Grund ein bunkerartiges Kellerzimmer eines Paares. Abgelegen, ruhig, spartanisch.
Der versprochene Seeblick ist leider nicht vorhanden und trotz der Umstände und das er zu wenig Geld für die Miete hat, bleibt der "Student" bei der Familie, bestehend aus "Mama", "Papa" und "Klaus".
Die Familie kommt ihm schon sehr suspekt vor, Klaus darf nicht mit am Essenstisch sitzen, aus Strafe, da er nicht richtig gelernt hat. Unterrichtet wird er dabei von "Papa", alleine, im Keller. Da er aber keine richtigen Fortschritte macht beim Lernen der Hauptstädte ("Klaus" soll schließlich mal Präsident der USA werden), soll der "Student" den Sohn nun unterrichten, um seine Schulden abzubezahlen.
Durch einen kleinen Trick schafft Klaus es zum ersten Mal, die Hauptstädte zu lernen und präsentiert das stolz seinen Eltern. Überglücklich wird dieses Ereignis "gefeiert" und die Eltern beschließen, dass der "Student" von nun an der Lehrer von "Klaus" sein soll.
Das passt diesem natürlich gar nicht, will er sich doch auf seine Arbeit für die Uni konzentrieren.
Doch Heinrich, ein außerirdischer Führer, der in einer Wunde in "Mamas" Bein lebt (ja, richtig gelesen), überzeugt den "Studenten", von nun an das Homeschooling für "Klaus" zu übernehmen.
Wie die Geschichte weitergeht, sollte am besten jeder selber sehen und erleben.
Obwohl der Film schrecklich anarchisch und farbenfroh ist, versprüht er eine gespenstische Ruhe, nicht zuletzt durch den wunderbaren Retro-Chic und die Ambient Musik. Ein dunkles Märchen, exzentrisch und wunderbar eigentümlich.
Der Regisseur Nikias Chryssos versteht es ziemlich gut, trotz des Stürzens von einer Überraschung in die nächste, eine ruhige und bedrückende Bildsprache zu erzeugen und die Kamera so einzusetzen, um aus jedem Shot das Beste herauszuholen.
Auch wenn die Geschichte nicht realistisch ist, heißt das nicht, dass der Film keine Aussage hat. Der Film macht deutlich, was es bedeutet, ein Kind mit unrealistischen Erwartungen zu belasten. Dass z.B. "Klaus" wie ein Erwachsener aussieht und noch von "Mama" gestillt wird zur Belohnung, wirkt erstmal abstrus, macht es doch aber deutlich, dass Eltern ihr Kind nicht aufwachsen sehen wollen und sonst ihr eigenes, miserables Leben ohne ein gemeinsames Ziel verlassen würde. Ebenso die physische und psychische Gewalt, die sich ausschließlich gegen "Klaus" richtet, sich aber zunehmend verkehrt.
Einen wirklichen Eindruck von dem Film bekommt man erst dann, wenn man ihn gesehen hat.
Mag das ein oder andere abschreckend klingen, wenn man sich auf dieses Kammerspiel einlässt, hat man durchaus einen Film vor sich, den man nicht alle Tage sieht.
7.5/10