Habe in der letzten Zeit auch ein paar Filme gesehen. Kleines Roundup:
The Lobster
Irgendwann in mehr oder weniger naher Zukunft: In der Gesellschaft werden ausschliesslich Paare toleriert. Singles werden gejagt und in ein Hotel geschickt, wo sie 45 Tage Zeit haben, eine Partnerin oder einen Partner zu finden. Sind sie erfolgreich, folgt ein Integrationsprozess für ein Leben in der Stadt. Finden Sie kein Gegenstück, werden sie in ein Tier ihrer Wahl verwandelt und in den Wald geschickt. Einer dieser neuen "Hotelgäste" ist der kurzsichtige David (Colin Farrell), der sich entschieden hat, ein Hummer zu werden, wenn seine Partnersuche nicht erfolgreich ist.
Extra-Tage können sich die Hotelgäste herausschinden, wenn sie in der Jagd erfolgreich sind. Und zwar in der Jagd auf Singles, die sich noch auf freiem Fuss im Wald herumtreiben. Einige davon, darunter eine kurzsichtige Frau (Rachel Weisz) haben sich zusammengetan. Allerdings herrschen in dieser Gruppe ebenso rigide Gesetze wie in der Stadt: Alles, was irgendwie nach Gemeinsamkeit riecht, ist strengstens untersagt, romantische Kontakte werden hart bestraft. Währenddessen sind Davids Anbandel-Versuche im Hotel nur mässig erfolgreich. Wenn nicht bald was geschieht, kann er sich auf ein Leben als Hummer einstellen...
Der Film klingt komisch und ist verdammt schräg. Die erste Hälfte des Films war irgendwie noch cool: Alles ist so perfide und man ist wirklich gespannt, was sich hinter all dem "versteckt". Die zweite Hälfte ist dann nicht mehr so gut. Es wird hinuntergeleiert und macht nicht mehr viel Spass. Alles in allem ein spezieller Film, den man sich mal geben kann. Zu mehr reicht es dann aber nicht. Obwohl einige Szenen wirklich genial sind, sagte mir einfach viel zu viel nicht zu. Ach ja: Léa Seydoux ist eine Bitch!
6/10
Imperium
Der junge, engagierte FBI-Agent Nate Foster (Daniel Radcliffe) ist rein äusserlich alles andere als ein Paradebeispiel für seinen Beruf. Seine Fähigkeit sich in andere einzufühlen und seine besonderen Charakterzüge machen ihn für seine Vorgesetzte Angela Zamparo (Toni Colette) aber trotzdem zum Wunschkandidaten für den nächsten Fall. Sein Undercover-Auftrag führt den introvertierten Ermittler in die rechtsextreme Szene, wo er gefährlichen Gruppierungen mit terroristischen Absichten das Handwerk legen soll.
Als einen der Anführer der Zelle sieht das FBI den nationalsozialistischen Politiker Dallas Wolf (Tracy Letts), der sich vor allem im Internet und über das Radio für seine Sache stark macht. Fosters Plan ist es, Wolf mithilfe seiner 'neuen Freunde' näherzukommen und mehr über die Terroranschläge herauszufinden. Schnell findet er Zugang und schnell ist er auch in der Höhle des Bösen, doch sein Doppelleben macht dem FBI-Analysten zu schaffen und treibt ihn an die Grenzen seiner Kräfte.
Daniel Radcliffe als Undercover-Agent bei den Neonazis... Klingt interessant. Ist es aber leider nicht. Dies liegt vor allem an den Antagonisten. Diese strahlen etwa so viel Bedrohlichkeit aus wie die drei Punks, welche ein paar Häuser weiter von mir wohnen. Egal was sie auch tun, es wirkt einfach nicht wirklich gefährlich. Schade, denn aus dem Thema hätte man viel mehr machen können.
4/10
La La Land
Mia (Emma Stone) hat ihre Heimat Boulder City hinter sich gelassen, um in Los Angeles ihren Traum Schauspielerin zu werden zu verfolgen. Sie arbeitet zwar für ein Filmstudio, jedoch als Barista in der Cafeteria auf dem Warner Brothers Studiogelände. Doch mit den unzähligen Vorsprechen, die sie besucht, scheint es nie zu klappen. Auf dem Nachhauseweg einer Hollywoodparty stösst sie auf den Jazzpianisten Sebastian (Ryan Gosling), mit dem sie bereits im Stau eine flüchtige Begegnung hatte und der ihr auch an diesem Abend nicht zum letzten Mal über den Weg gelaufen sein wird.
Sebastian hat einen Gig als Pianist in einem Restaurant. Eigentlich wünscht er sich nichts sehnlicher, als seinen eigenen Club zu eröffnen, doch dazu fehlt im das feste Einkommen. Sein Boss (J.K. Simmons) warnt ihn zwar noch davor, von der Setlist (traditionelle Weihnachtslieder als Hintergrundgeplänkel) abzuweichen, doch der Jazzenthusiast kann es nicht lassen, so richtig in die Tasten zu hauen. Nur wenige Sekunden nach seiner spontanen Improvisation ist er seinen Job los. Nachdem er seine Noten zusammengepackt hat, begegnet er Mia und ihre gemeinsame Geschichte kann beginnen. Zwei desillusionierte Menschen, die kurz davor sind ihre Träume aufzugeben und die Perspektive zu verlieren, finden einander.
Um es vorneweg zu nehmen: Ich fand Whiplash gut, aber nicht wirklich ein Meisterwerk, wie viele hier. Bei La La Land ging ich auch ein wenig enttäuscht aus dem Kino. Nach all dem was man gelesen hat, erwartet ich etwas monumentalisches. Ich Nachhinein, ist es aber nichts desto Trotz ein sehr, sehr schöner Film bei dem man dankbar sein kann, dass sowas noch gedreht wird. Die Geschichte ist nichts neues, aber die Musik (obwohl die nicht gerade eingängig ist), der Flow, die Darsteller und die Kamera machen alles wett. Schön!
9/10