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Venus im Pelz (2013)
Vor einigen Jahren habe ich Leopold von Sacher-Masochs Werk "Venus im Pelz" gelesen, von daher wusste ich ziemlich gut, was auf mich zukommen wird.
Thomas ist Regisseur möchte ebenjenes auf die Bühne bringen, nur in etwas abgewandelter Form.
Keine der Schauspielerinnen hat ihn überzeugen können, die Rolle der Wanda zu besetzen. Doch eine letzte Schauspielerin kommt ganz zum Schluss noch ins Theater und möchte vorspielen, Wanda (ja, gleichnamig).
Thomas grämt sich, doch gibt er ihr eine Chance und der Film beginnt langsam, seine Schichten zu entfalten.
Ich gebe hier nur einen relativ groben Überblick und möchte nicht zu tief in die Handlung einsteigen.
Severin (der männliche Protagonist) verspürt nach einem Ereignis die Lust, von einer Frau unterworfen und erniedrigt zu werden und es tritt Wanda (die Protagonistin) auf den Plan, die ihm diesen Wunsch erfüllt.
Doch auf einmal verschwimmen Kunst und Realität.
Wie viel von Thomas steckt in Severin, wie viel von Wanda in Wanda und umgekehrt?
Es werden Rollen getauscht, sekündlich wechseln die Ebenen zwischen Wirklichkeit und Inszenierung, Frau und Mann, Unterwerfung und Oberhand.
Doch wie sind sie in diese Rollen gekommen, vorgefertigt durch das Drehbuch, gefühlvolles lenken oder eine harte Hand? Und wer führt eigentlich wen?
Der Aufbau ist im Gegensatz zur Komplexität des Themas wunderbar schlicht: Zwei Schauspieler (die beide großartig spielen, besonders Seigner hat mir imponiert) und ein Theater. Das war's. Wie im Buch.
Die Musik ist wenig, dafür pointiert eingesetzt und passend.
Die Bildsprache konnte mich ebenfalls überzeugen, ich hatte zu jeder Zeit dieses Theater-Flair und fühlte mich als einzelner und stiller Beobachter der Szenerie.
Unglaublich vielschichtiger Film, der von Metaphern und Anlehnungen nur so strotzt, da braucht es mit Sicherheit einige Male, um den ganzen Inhalt und das Gehalt des Films aufnehmen und verarbeiten zu können.
Polanski hat (mal wieder) einen tollen Film abgeliefert, wenn man sich auf diese Art von Film einlassen kann, wird man definitiv nicht enttäuscht.
9/10