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Ich hab das jetzt nicht so mitbekommen, aber bekommen deutsche Autohalter bei der ja anscheinend durchgewunkenen PKW Maut den gesamten Betrag über Umwege zurück womit letztendlich nur Benutzer aus dem Ausland zahlen?

Das ist der Plan. Ich glaube da noch nicht dran.
Ich denke, man wird da, wenn überhaupt, ein möglichst kompliziertes Verfahren installieren, z.B. Rückforderung über die Steuererklärung. Das schließt schonmal 50% oder so aus, und schon kassiert der Staat doppelt.
 
Mann will Verschwörungstheorie nachgehen - und stürmt Pizzeria mit Waffe
Im US-Wahlkampf kursierte eine Verschwörungstheorie, die besagte: Die Demokratin Hillary Clinton sei Kopf eines Kinderpornorings. Nun folgte auf die Gerüchte Gewalt

spiegel.de
 
Nur weil die Kommission gesagt hat, dass dieses Modell nun ihrer Ansicht nach in Ordnung ist, heisst das ja nicht, dass diese Regelung nicht doch gegen EU-Recht verstößt.

Abschließend entscheiden kann das nur der EuGH und wenn nun andere EU-Staaten wie z.B. Österreich der Ansicht sind, dass das Modell rechtswidrig ist, dann wird eine Klage vor dem EuGH eingereicht werden und der EuGH wird entscheiden.
 
Mal ganz ehrlich, wir sind die größte, wichtigste, beste, stärkste, schönste, liebreizendste, weiseste und ruhmreichste Nation Europas. Natürlich wird in Europa gemacht, was wir sagen, was habt ihr denn erwartet? Was wir zweimal mit Waffengewalt nicht geschafft haben, haben wir nun auf ökonomischem Weg endlich erreicht: Wir haben hier das Sagen. Und wenn die ehrenvollen Bayern in ihrer grenzenlosen Weisheit der Ansicht ist, alle Unwürdigen sollen für die Straßen der Arier zahlen, ja dann hat das auch seine Richtigkeit. Die EUduwdN (Europäische Union deutscher und weniger deutscher Staaten) wird schon wissen, was sie tut.
 
Nunja im Prinzip ist ja überhaupt nichts falsch dabei wenn Ausländer die unsere Straßen benutzen dafür bezahlen.

Außer eben, wenn es sich um Bürger der Europäischen Union handelt, denen rechtlich eine Gleichbehandlung mit Inländern in Deutschland zusteht und diese EU-Bürger aber eben effektiv nicht gleich behandelt werden.

Ich meine, so schwer ist es nicht, ein EU-rechtskonformes Mautsystem aufzubauen, haben wir hier in Österreich ja auch geschafft. Hier in Österreich müssen auch "Ausländer die unsere Straßen benutzen dafür bezahlen", auch EU-Ausländer wie etwa Deutsche, aber die Österreicher selber zahlen eben auch und zwar keinen Cent weniger. Das ist eine gegenüber EU-Bürgern nicht-diskriminierende Regelung.

Das ganze Problem in Deutschland ist ja, nur zur Erinnerung, dass dieser Dobrindt den Deutschen versprochen hat, "Ausländer" (inklusive EU-Bürger) würden diese Maut effektiv bezahlen müssen, während es für deutsche Inländer zu keiner Mehrbelastung kommen würde. Und jeder, der auch nur ansatzweise etwas von EU-Recht verstanden hat, hat von Anfang an gesagt, dass es so ganz sicher nicht gehen wird.

Und ich z.B. habe von Anfang an gesagt, dass es etwa so ablaufen wird:

1.) Dobrindt verspricht Unmögliches. Großer Jubel bei allen Leuten, die solchen populistischen Versprechen trotz aller Mahnung von Experten glauben

2.) Die Maut wird EU-rechtswidrig eingeführt bzw. beschlossen.

3.) Es wird die EU-Rechtswidrigkeit der Maut in dieser Form vom EuGH festgestellt.

4.) Die Maut wird nicht etwa abgeschafft, sondern das Mautgesetz wird geändert und es müssen nun eben auch Deutsche zahlen, eine Mehrbelastung ist die Folge.

5.) Dobrindt versucht die "Schuld" für die Mehrbelastung für deutsche Autofahrer auf die EU abzuschieben, weil die Deutschland ja "gezwungen" habe, auch deutsche Autofahrer zu belasten.
Motto: "Wir wollten ja, dass nur die bösen Auslääääändaaas bezahl0rn müssen, aber die noch böserer Evil-EU zwingt uns leider, dass nun auch der deutsche Autofahrer blechen muss! All hate to the EU!!!!!111einself"

Endergebnis: 1.) Die deutsche Regierung hat mehr Geld in der Staatskasse. 2.) Der deutsche Autofahrer hat weniger Geld in der Tasche. 3.) Die Schuld sehen die Deutschen entweder a.) bei der EU, wenn sie Dobrindts infames Spiel nicht durchschauen b.) bei Dobrindt, wenn sie schlau genug sind, zu sehen, was hier von Anfang an gespielt wurde.

Zu lang, nicht gelesen: Dobrindt hat von Anfang an etwas versprochen, was schlicht und einfach nicht mit EU-Recht vereinbar war. Wenn das nun schief geht, ist es seine Schuld und seine Schuld alleine.
 
Nun ja ich beschäftige mich nicht sooo sehr mit diesem Thema. Hatte aber in Erinnerung das ich vor einiger Zeit mal auf einen Artikel eines Rechtsanwaltes gestossen bin der durchaus der Meinung war das die Variante hierzulande durchaus legal wäre. Nochmal gegoogelt und glaube das war er vor nem Jahr.

http://www.faz.net/aktuell/politik/...rag-die-deutsche-maut-ist-legal-13666105.html

Ein durchaus interessanter Beitrag mit einigen guten Argumenten, ich muss sagen, dass ich nicht das detaillierte Fachwissen im Europarecht über das bisherige Case Law des EuGH zu diesem Thema habe und dass ich nicht genau genug in die Faktenlage eingelesen bin, um diesen Beitrag Stück für Stück zu bewerten.

Was aber feststeht, ist, dass die absolut überwiegende Zahl der Europarechtler (= habilitierte Europarechtsexperten) die deutschen Mautpläne in ihrer ursprünglichen Form als klar EU-rechtswidrig eingestuft haben. Dieser Hinweis ohne dem Herrn Rechtsanwalt, der habilitierter Verwaltungsrechtler ist, und nicht Europarechtler, seine Kompetenz in dieser Sache absprechen zu wollen.

Schlussendlich kann dieser Frage nur der EuGH autoritativ entscheiden. Sollte Deutschland der Ansicht sein, dass das österreichische Mautsystem (ebenfalls) EU-rechtswidrig ist, so steht auch Deutschland diesbezüglich der Klageweg an den EuGH natürlich offen.
 
giphy.gif
 
Danke für die Antworten. Ich hab das gestern nur so mitbekommen als obs die EU jetzt eben gestattet hättet. Warum wurde es dann, als die Diskussion aufkommt, von der EU gleich abgeblockt und warum muss jetzt erst zum EuGH?

Ich habs halt gestern nur von EU kritischen Leuten gehört bzw Leuten die sich darüber aufgeregt haben, dass es jetzt allem Anschein nach durch ist.
 
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