Zweiter Boss (inkl. Tutorial-Boss) gelegt und ins zweite große Gebiet abgetaucht. Zeit für einen kurzen ziemlich spoiler-freien Ersteindruck.
Fangen wir mit dem offensichtlichsten und dem größten Kritikpunkt an. Die Framerate ist scheiße. Kein Souls-Game lief wirklich flüssig auf den Konsolen, aber kein Souls-Spiel lief auch permanent so schwach. Es ist spielbar und meistens läuft es auf Bloodborne-Niveau, aber merkliche Ruckler kommen zu häufig vor. Die Grafik ist hierbei auch nur auf einem Level mit Bloodborne. Ich denke mal es liegt an den zusätzlichen (Rauch-/Nebel-/Magie-)Effekten, die es bei Bloodborne nicht in der Dichte gab. Hoffentlich werden die graphisch runtergeregelt, um die Slowdowns zu beseitigen.
Ansonsten habe ich mich direkt verliebt. Die Szenerie ist so schön wie noch nie. Dieses majestätische Design zwischen dem stolzen Feuer und der Dunkelheit, die sich in bizarren Formen durch die Welt frisst. Überall fragt man sich, was hier vorgefallen ist und was gerade in der Welt passiert. Viele Nostalgiemomente für Dark Souls-Fans reizen zur genauen Beobachtung. Ich fühle mich zuhause.
Sehr schön ist auch die wieder kompakte Welt mit cleverer Architektur und durchdachtem Gegner-Placement. Wirkt wieder sehr liebevoll designt, wenn man sich z.B. eine Burg runterkämpft und dabei einen mächtigen Feind stapfen hört und immer wieder einen Blick erhaschen kann.
Aktuell ist die Spielwelt noch sehr linear. Es gibt Abzweigungen und Abkürzungen, aber es ist noch überschaubar. Ähnlich wie bei Bloodborne, wobei dort gerade der Anfang mit Central Yharnam weitaus offener war. Das zweite große Gebiet scheint aber bereits in der Hinsicht besser zu sein. Mal sehen.
Der Schwierigkeitsgrad ist gerade für den Anfang sehr schön ausbalanciert. Es ist nicht ganz so schwer wie der Anfang in Bloodborne (den zumindest ich ziemlich haarig fand), aber hat ein angenehm hohes Niveau. Wenn man aufmerksam und defensiv spielt, kommt man als Souls-Kenner sehr gut durch, muss aber auch sein Stamina ordentlich managen und gut reagieren. Langweilig wird es nicht. Ich kam z.B. durch die ersten 50% von Dark Souls 2:SotFS ohne Probleme durch und bei Bloodborne bin ich nach dem ersten Gebiet auch sehr selten gestorben. Hier passiert es schnell, dass man ohne Stamina und/oder Estus Flasks dasteht. Die Feinde sind auch einfach oftmals richtig fies aggressiv. Einen Gegner habe ich bisher auch auslassen müssen.

Die beiden Bosskämpfe haben zwar viel Spaß gemacht, waren aber etwas zu leicht bzw. zu kurz.
Von Beginn an hat man richtig viele Möglichkeiten zur Customization. Mich hat bei Bloodborne z.B. gestört, dass es nicht so wirklich viele Anpassungsmöglichkeitem im Spielstil gab. Letztendlich wich man halt aus und kloppte dann mit seiner Waffe rauf. (Und das klassiche Actiongameplay hat Bloodborne perfektioniert wie kein zweites Spiel.) Hier muss man sich zumindest etwas mehr Gedanken machen. Schild und Rolls halten sich bei mir bisher die Waage. (Rolls haben aber wieder zu viele i-Frames, ich denke auch deutlich mehr als bei Bloodborne.) Bei den Waffen achte ich gar nicht auf den Schadenswert. Das Moveset ist sehr viel entscheidender. Schwerter gehen für mich immer. Sind einfach gute Allrounder. Bei Daggern muss man schon sehr nah ran, hat dafür aber sehr schnelle Angriffe und einen Hunter'schen Dash als Weapon Art. Die Hellebarde macht guten Damage auf eine ordentliche Range, ist mir aber zu langsam. Letztendlich bin ich beim Rapier (wieder mal) hängengeblieben. Gute Range, schnelle Angriffe und eine sehr präzise Waffe. Leider sehr beschränkt, wenn es darum geht, mehrere Gegner oder sehr schnelle Gegner zu bekämpfen. Da muss noch eine passende Zweitwaffe her.
Und sonst so? Toll wie die Welt in Bewegung ist. Nicht ganz auf Central Yharnam-Niveau, aber mehr als in allen anderen Souls-Games und ich hoffe Mal, dass das beibehalten wird. Gibt im Spiel auch viele kleine und große Überraschungen und man hat das Gefühl, das mit dem Spiel wirklich die Dark Souls-Fans angesprochen werden sollen und nicht in erster Linie Neueinsteiger.
Ich bin mehr als zufrieden und freue mich auf die nächste Session nach dem Frühstück.
