Ich mag klassische, handgemachte Action, mag lineare Levels und einen großen Story-Fokus. Daher hat mir auch Quantum Break gut gefallen. Die Zeitreise-Geschichte ist spannend und wartet mit einigen coolen Kniffen auf. Dazu inszeniert Remedy kompetent gemachte Schusswechsel, bei denen es schön knallt und die dank der sehenswerten Zeitmanipulations-Fähigkeiten des Protagonisten nicht so schnell langweilig werden. Die Live-Action-Schnipsel zwischen den Missionen empfand ich persönlich eher störend, schließlich will ich ja spielen und nicht zugucken. Aber gut, manche Menschen sind auch jedes Mal begeistert, wenn Hideo Kojima mal wieder eine 30 Minuten lange, nicht abbrechbare Zwischensequenz in Metal Gear Solid rausfurzt. Der Widerspruch zwischen Gameplay und Serie ist somit beileibe nicht der größte Mangel von Quantum Break. Nein, dem Spiel fehlt einfach das letzte Quäntchen Genialität, die eine große Besonderheit, wegen der es einem im Gedächtnis haften bleibt. Es fehlt die Seele. ich hatte Spaß beim Spielen von Quantum Break. Aber nach eineinhalb Durchläufen (um die vernachlässigbaren Konsequenzen anders getroffener Entscheidungen zu sehen), habe ich es auch schon wieder abgehakt. Ein Max Payne spiele ich heute gerne noch mal, so dicht ist die Atmosphäre, so genial die Remedy-Erfindung namens Bullet Time. Alan Wake ist zwar spielerisch schwächer, beschäftigt mich aber durch seine bizarre Gruselstimmung ebenfalls noch lange nachdem die Konsole oder PC ausgeschaltet ist. Quantum Break dagegen? Das ist leicht bekömmliches Action-Fast-Food, so schnell vergessen wie es konsumiert ist.