vorab: ich habe beide eltern noch, kann also nicht 100%ig nachvollziehen, wie das ist.Ich möchte auch jeden Tag an meine Mutter denken. Aber halt "anders". Kann ich jetzt nicht erklären. Ich fühle mich nur so unendlich leer, völlig perspektivlos. Habe schon Angst vor chronischen Depressionen. Bis dato nie ein Thema gewesen, habe alles gepackt, aber das hier scheint mir derzeit aussichtslos. Womöglich denken manche nun ich übertreibe, aber wie gesagt, es war durch die Pflege und das ewig lange Zusammenleben eine sehr enge Bindung.
aber ich finde es nicht überraschend, dass du so fühlst und ich glaube auch nicht, dass das schon in die richtung chronischer depressionen geht. du hast deine mutter verloren, den wohl wichtigsten menschen in deinem leben. du hast dich in den vergangenen jahren für sie aufgeopfert, sie gepflegt, dich um sie gekümmert. also neben die ganz normale trauer kommt ja auch noch das loch in das du gerätst, weil du all diese aufgaben, die dich jahrelang begleitet haben nicht mehr hast. da ist die trauer und die leere doch ganz normal. das geht ja weit über das hinaus, was viele anderen mit ihren eltern erleben.
serkan hat recht: du brauchst dich nicht rechtfertigen und ich glaube du musst dir auch keine sorgen um dich selber machen. du brauchst zeit um zu verarbeiten, was passiert ist. du brauchst zeit um dir neue aufgaben zu suchen und diese leere zu füllen. dann wird es dir auch irgendwann wieder besser gehen. ich glaube, dass dir die beerdigung sehr helfen kann. dort kannst du abschied nehmen, auch wenn das selbst nochmal sehr hart wird.
aber du schaffst das, freezie. und es wird der tag kommen, an dem wirst du mit einem lächeln an sie denken.
