Ist dieses Gruppendenken eine menschliche Grundeigenschaft oder ist das gelernt? Gibt es da einen wissenschaftlichen Konsenz? So oder so kann eine Bewusstmachung dieser Denkprozesse nie schaden. Ich habe mich schon so oft dabei erwischt wie ich eine wildfremde, dicke Person mit nem Brötchen in der Hand gesehen habe und dachte "Typisch, stopf dir das auch noch rein fatso!". Ich weiss in dem Moment, dass ich da vorurteilsbehaftet denke und versuche da mehr Empathie zu zeigen.
Ich merke aber auch, dass ich einfach nicht in der Lage bin ohne die Schubladen auszukommen. Ich kann im Alltag nicht jede Person als Individuum sehen. Wenn ich Freitag abends am Hauptbahnhof umsteigen muss, sortiert man sich die Personen alle schön ein. Da drei "Südländer" mit Bomberjacken -> Straßenseite wechseln, da die besoffenen Penner -> wieder wechseln, da Leute die sich angeregt auf Russisch unterhalten -> lieber woanders auf die Bahn warten. Ich weiß die sind alle wahrscheinlich nicht auf Stress aus, trotzdem bleib ich da nicht stehen. Genauso setze ich mich Abends/Nachts nie zu einzelnen Frauen an eine Bushaltestelle, weil ich denke, dass die bestimmt "Angst" haben wenn sich ein wildfremder Mann dazu setzt.
Deshalb bin ich immer überaus erstaunt, wieviele Leute Rassismus für völlig unbegreiflich halten. Für mich ist es eine Kapitulation vor der Komplexität des Lebens, immer empathisch sein und nicht verallgemeiner ist einfach verdammt anstrengend und kompliziert. Ich finde natürlich, dass man sich die Arbeit machen sollte!
Ich merke aber auch, dass ich einfach nicht in der Lage bin ohne die Schubladen auszukommen. Ich kann im Alltag nicht jede Person als Individuum sehen. Wenn ich Freitag abends am Hauptbahnhof umsteigen muss, sortiert man sich die Personen alle schön ein. Da drei "Südländer" mit Bomberjacken -> Straßenseite wechseln, da die besoffenen Penner -> wieder wechseln, da Leute die sich angeregt auf Russisch unterhalten -> lieber woanders auf die Bahn warten. Ich weiß die sind alle wahrscheinlich nicht auf Stress aus, trotzdem bleib ich da nicht stehen. Genauso setze ich mich Abends/Nachts nie zu einzelnen Frauen an eine Bushaltestelle, weil ich denke, dass die bestimmt "Angst" haben wenn sich ein wildfremder Mann dazu setzt.
Deshalb bin ich immer überaus erstaunt, wieviele Leute Rassismus für völlig unbegreiflich halten. Für mich ist es eine Kapitulation vor der Komplexität des Lebens, immer empathisch sein und nicht verallgemeiner ist einfach verdammt anstrengend und kompliziert. Ich finde natürlich, dass man sich die Arbeit machen sollte!



