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Paid in Full - 4/5
 
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Hüter der Erinnerung - The Giver

Was vor einigen Jahren noch die Twilight'schen Vampirverfilmungen waren, sind heute Jugend-Dystopien. Ein Genre, das sich spätestens seit Die Tribute von Panem größter Aufmerksamkeit erfreut und ordentlich Geld in die Kinokassen spült. Hüter der Erinnerungen schlägt nun ebenfalls in diese Kerbe, wobei es hier eigentlich um eine Utopie geht: Um eine strikt geordnete Gesellschaft, in der alle Menschen friedlich und gleichberechtigt miteinander leben. Um diese gleichwertige Lebengrundlage zu erhalten, werden den Menschen ihre Erinnerungen entfernt. Erinnerungen an schlechte Zeiten, an Krieg und Tod, jedoch auch an positive Emotionen oder gar Farben (weswegen der Film zum Teil auch in Schwarz-Weiß gedreht wurde). Ausgenommen ist der Hüter der Erinnerung, der als einziger Mensch die Vergangenheit kennt und diese dazu nutzt, die gefühlslose, aber friedliche Lebenswelt zu beraten und mitzugestalten.

Ein schöner und zuweilen nachdenklicher Film, der zwischen den ganzen Panems, Divergents und Maze Runnern leider etwas untergegangen ist. Schade, denn die Romanverfilmung wirft einige philosophische und kritische Fragen auf, was sie deutlich (und im positiven Sinne) von der eher action-orientierten Konkurrenz abhebt. Einen intellektuellen Ausnahmefilm sollte man natürlich nicht erwarten, dafür ist die Laufzeit einfach zu kurz, die Erzählweise entsprechend zu holprig und an der Teenie-Zielgruppe orientiert, aber Hüter der Erinnerung ist gefühlt trotzdem mehr Gattaca als Panem.

Visuell sticht vor allem der, mit den Erinnerungen einhergehende, Farbwechsel heraus, der die Geschichte im wahrsten Sinne gekonnt untermalt und zusammen mit dem geradlinigen Utopie-Design ansehnliche Akzente setzt. Mit Schauspielern wie Jeff Bridges (der hier übrigens auch produziert und den Film schon seit Jahren geplant hatte, ihn bisher aber noch nicht finanzieren konnte - danke dafür an die Jugend-Dystopie-Filmwelle), Meryl Streep, Katie Holmes und den routinierten Jung-Darstellern gibt es außerdem eine talentierte Castgrundlage zu sehen, die brauchbar aufspielt.

Bisschen kurz und schablonenhaft ausgearbeitet und deswegen lange nicht so aussagekräftig wie er hätte sein können. Ansonsten aber eine gute, visuell gelungene und thematisch verhältnismäßig spannende Dystopie. Aus der Sicht eines erwachsenen Actionfilmliebhabers wahrscheinlich eine seichte Einschlafhilfe, für seine Zielgruppen-Verhältnisse aber erstaunlich reichhaltig. Daher gibt's auch

7/10 Kuschelobjekte
 
Zuletzt bearbeitet:
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Lucy
7/10

Keine Ahnung wieso der Film so schlechte Kritiken bekommen hat, mir hat er gefallen. Auch wenn es am Ende vielleicht etwas wild wird mit der Kreativität, verliert der Film nie seine Fokussierung auf dessen Grundidee, und artet Gott sei Dank auch zu keinem Zeitpunkt in philosophischen Bullshit aus. Die Action hat mir auch gefallen, auch wenn sie recht rar ist. Also nicht vom Trailer täuschen lassen, der ist mal wieder sehr klug geschnitten. Scarlett wie immer ein Augenschmaus. :ruby:
 
Selma
ruhige, ausführliche Aufarbeitung der Zeit 64/65. Gute Schauspieler und Musik.
Da ich eh grade eine Hausarbeit über die Bewegung schreibe, ist mir aufgefallen wie viele Einflüsse und Hintergründe der Film einbezieht.

4/5
 
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The Wolf of Wall Street

Jordan Belfort (Leonardo DiCaprio) ist der geborene Verkäufer. Ende der Achtzigerjahre wird er als junger, unerfahrener Börsenmakler beim Unternehmen L.F. Rothschild mit den Regeln der Wall Street vertraut gemacht. Geld ist das Wichtigste im Leben! Und Drogen und Sex unterstützen die Jagd nach dem Geld. Dies lernt er beim gemeinsamen Mittagessen mit seinem exzentrischen Boss Mark Hanna (Matthew McConaughey). Mit dem Börsencrash vom "Black Monday" muss Belfort L.F. Rothschild jedoch nach kurzer Zeit bereits wieder verlassen und geht seinen eigenen Weg.

Gemeinsam mit seinem durchgeknallten Nachbarn Donnie Azoff (Jonah Hill) und seinen langjährigen Freunden gründet Belfort die Firma Stratton Oakmont. Innert kürzester Zeit wächst das Unternehmen zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten der etablierten Firmen der Wall Street heran. Mit dem Erfolg wächst zugleich der Drang zum Exzess. Im Büro werden wilde Partys gefeiert, Sexorgien veranstaltet und Drogen aller Art konsumiert. Das rasante Aufstreben des Jordan Belfort wird dabei auch vom FBI mitverfolgt, welches ihm dicht an den Fersen klebt. Zudem verfällt Belfort immer mehr seinem unkontrollierten Drogenkonsum. Bald steht nicht mehr nur seine Freiheit, sondern auch die Beziehung zu seiner Ehefrau Naomi (Margot Robbie) auf dem Spiel.

Wiederum ein Film, der vom KT masslos gehyped wurde. Das muss nichts schlechtes heissen, bei Interstellar wurden meine Erwartungen nicht enttäuscht. Beim Streifen von Scorsese allerdings schon.

Leo spielt wirklich sehr gut. Er wirkt sehr überzeugend in der Rolle des geldgierigen Verkäufers. Aber es ist jetzt nichts Bahnbrechendes. Seine schauspielerische Leistung hebt sich nicht von jenen aus seinen anderen Filmen ab. Und da er für die anderen Filme keinen Oscar erhalten hat, ist es nur folgerichtig, dass er auch für diesen keinen bekam. Für mich ist unbestritten, dass DiCaprio endlich mal einen Oscar erhalten muss. Aber mit seiner Nichtwahl für TWOWS waren die Academy-Jungs zumindest konsequent.

Scorseses Stil ist in The Wolf of Wall Street unverkennbar. Wunderschöne Detailaufnahmen in Slow Motion und spezielle Kamerafahrten bleiben auch hier nicht aus.

Was mich am Film aber am meisten gestört hat, war die Story. Diese findet so gut wie nicht statt. Klar mag auch ich heisse Mädels und ausschweifende Partys. Aber doch nicht 2,5h lang. Die FBI-Ermittlungen werden unglaublich nebensächlich abgehandelt. Klar ist es vielleicht spannender, Belforts Drogenexzessen zu folgen, aber irgendwann hat man sich auch daran sattgesehen.

Je länger desto mehr kam es mir vor wie eine Über-überlange Folge von „my super sweet 16“, welche früher mal auf MTV lief. Halt einfach für Erwachsene.

Demgegenüber stehen klasse Schauspieler, coole Ausstattungen und immer wieder satirische Anspielungen und ein toller Wortwitz in den Dialogen. Aber um schlussendlich habe ich mir viel mehr erhofft. Ich dachte an Partys, Geld und viel Spannung. Man bekommt aber 95% Partys & Geld, 3% gesetzliche Probleme (FBI) und 2% Eheprobleme zu sehen. Für manche mag das reichen. Für mich aber nicht. Denn die ganze Geschichte finde ich unglaublich faszinierend. Leider hat man den Schwerpunkt falsch gesetzt…

7/10



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The Judge

Der erfolgreiche Anwalt Hank Palmer (Robert Downey Jr.) kehrt von Chicago in seine Heimatstadt in Indiana zurück, um der Beerdigung seiner Mutter beizuwohnen. Dabei trifft er seit langer Zeit wieder auf seinen Vater, Joseph Palmer (Robert Duvall), der seit vielen Jahren als Richter über Recht und Unrecht in "seiner" Kleinstadt entscheidet. Die Beziehung zwischen Vater und Sohn ist allerdings zerrüttet, weshalb Hank plant, nach der Beerdigung schnellstmöglich wieder nach Chicago zurückzureisen.

Doch dann ereignet sich in der Nacht nach der Beerdigung ein folgenschwerer Unfall: Joseph Palmer fährt einen Passanten um, der seinen Verletzungen kurz darauf erliegt. Bald kommt der Verdacht auf, dass es sich bei dem Unfall um Mord gehandelt hat. Denn bei dem Opfer handelt es sich um einen Mann, der vor Jahren von Palmer mit einer milden Strafe bedacht wurde und, nachdem er wieder freigekommen war, ein furchtbares Verbrechen beging. Hat der Richter hier späte Selbstjustiz verübt? Obwohl zuerst widerwillig, erklärt sich Hank schliesslich bereit, seinen Vater vor Gericht zu verteidigen. Dabei müssen sich die beiden aber auch mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzen.

Anders als der Wolf, wurde dieser Film von den Kritiken nicht so positiv aufgenommen. Vom Box Office ganz zu schweigen. The Judge lebt von seinen beiden Hauptdarstellern Robert Downey Jr. und Robert Duvall, auf die er auch ausgerichtet ist. Mag man zumindest einen der beiden Schauspieler, dann wird man am Film sicherlich Freude haben. Auch dieser Film geht etwas lange. Um die 140 Minuten, geht das Familiendrama in der Kleinstadt. Und obwohl nicht viel Actionreiches passiert, ist man nie gelangweilt. Dies haben die beiden Roberts zu verdanken. Es macht einfach Spass Downey Jr. zuzusehen wie er mit seinen Vaterproblemen umgeht. Und Duvall hat seine Oscarnominierung verdient, obwohl es manchmal fast ein wenig des Guten zu viel ist. Die Nebenrollen sind auch gut besetzt (Billy Bob Thornton, Vincent D’Onofrio, Vera Farmiga) haben aber nie wirklich viel Screentime.

Am Ende ist es ein schöne Familien- und Justizdrama, das zwar nichts revolutioniert, aber vor allem dank den Schauspielern sehenswert ist. Mir gefiel auch die Geschichte und das unverbrauchte Städtchen.

7/10
 
Zuletzt bearbeitet:
Am Wochenende The Raid 2 gesehen. Kampfsequenzen waren ganz cool, aber Story und Inszenierung fern von allem was man so Spannung und Dramaturgie nennen kann. Der Vorgänger war so hanebüchen das es fast geschmerzt hat, aber jetzt wollten sie wohl so 'ne Art Gangster-Epos aus allen 4 Zimmerecken inszenieren und rausgekommen ist 'ne konfuse Ansammlung von Figuren und Schauplätzen, welche weder aufeinander aufbaut, noch irgendwo ineinandergreift. Diese ganze Banden-Rivalität war so wayne und die interessanten Figuren, die unterschiedlichen Super-Kämpfer, wurden wortlos verheizt. Stattdessen kommen die mir hier mit 'nem Internal Affairs für ganz Arme.
 
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Lucy
7/10

Keine Ahnung wieso der Film so schlechte Kritiken bekommen hat, mir hat er gefallen. Auch wenn es am Ende vielleicht etwas wild wird mit der Kreativität, verliert der Film nie seine Fokussierung auf dessen Grundidee, und artet Gott sei Dank auch zu keinem Zeitpunkt in philosophischen Bullshit aus. Die Action hat mir auch gefallen, auch wenn sie recht rar ist. Also nicht vom Trailer täuschen lassen, der ist mal wieder sehr klug geschnitten. Scarlett wie immer ein Augenschmaus. :liebe:

Nicht? Haben wir unterschiedliche Filme gesehen? Nicht, dass ich was gegen "philosophischen Bullshit" hätte.
 
Am Wochenende The Raid 2 gesehen. Kampfsequenzen waren ganz cool, aber Story und Inszenierung fern von allem was man so Spannung und Dramaturgie nennen kann. Der Vorgänger war so hanebüchen das es fast geschmerzt hat, aber jetzt wollten sie wohl so 'ne Art Gangster-Epos aus allen 4 Zimmerecken inszenieren und rausgekommen ist 'ne konfuse Ansammlung von Figuren und Schauplätzen, welche weder aufeinander aufbaut, noch irgendwo ineinandergreift. Diese ganze Banden-Rivalität war so wayne und die interessanten Figuren, die unterschiedlichen Super-Kämpfer, wurden wortlos verheizt. Stattdessen kommen die mir hier mit 'nem Internal Affairs für ganz Arme.

korrekt, die kampfsequenzen entschädigen aber für alles. ähnlich wie bei john wick.
 
Dracula Untold

Aufgrund FSK 12 Freigabe wollte ich den erst mit meinen Kids schauen, aber da die Beiden den Abend mal wieder beschlossen hatten sich zu hassen und ich kein Bock auf dieses Gezicke hatte, gabs ein Freiticket fürs Bett und einen entspannten Kinoabend für meine Frau und mich.
Ich bin ja nun nicht zimperlich, aber die FSK 12 hat der Streifen nicht verdient. Neben einigen gut gemachten Schreckmomenten geizt der Film nicht mit Blut und Gewalt. Dieser Dracula hat auch nichts gemein mit den düsteren und mit viel Nebel wabernden Verfilmungen, wie man sie sonst so kennt. Nach einer kurzen Zusammenfassung von Vlads Kindheit und Jugend geht der Film auch kurzweilig in die Vollen und Vlad tut das, was er am Besten kann, er pfählt seine Gegner und metzelt in Minuten ganze Heerscharen nieder. Scheiß auf Logik oder Anspruch, aber der Film ist kurzweilig und unterhält extrem gut. Würde mich daher über einen möglichen zweiten Teil freuen.

Von mir gibt es daher rein vom Unterhaltungswert 8/10 gepfählte Türken.

Equalizer

Junge, Junge die FSK ist entweder ein cooler Haufen geworden oder die sind bei dem doch recht zähen Einstieg am Anfang einfach weggepennt. Zu meinen besten Zeiten vor über 20 hätte man einen Film mit so einer Thematik nur unter dem Ladentisch bekommen, da der Titel definitiv auf dem Index gestanden hätte. Denn auch wenn Denzel jetzt im hohen Alter nochmal einen Actionhelden mimen darf und das ist ja in Hollywood nicht erst seit den Expendables wieder in Mode, so kauft man ihm dieses eiskalte Handeln echt ab. Wer über den zähen Einstieg hinwegsehen kann und sich an Filmen wie Taken erfreuen kann, der wird sich hier gut aufgehoben fühlen und sich angesichts der Gewaltorgie das ein oder andere Mal beim Schmunzeln erwischen.

Der Einstieg wertet den ansonsten gut gemachten Actioner auf 8/10 Sekunden ab.
 
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