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La grande bellezza - Die große Schönheit

Sehr schöner 1. FC Arte Film, aber nicht @Urgs'sches FC Arte sondern richtiges. :D

8/10
 
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Person of Interest
Staffel 1

Eine Hochglanz-Thriller-Serie, produziert vom Master of the Serien J.J. Abrams und dem überaus cleveren Hirn von Jonathan Nolan - ganz genau, dem Bruder von Christopher, der für grandiose Drehbücher wie Memento, die Dark Knight Trilogie oder Prestige verantwortlich ist - entsprungen: Das kann doch nur genial sein. Und das ist es auch! Person of Interest ist ein spannender Action-Thriller, der auf einem gerade sehr aktuellen Thema basiert: Nämlich einer Maschine, welche jede Kameraaufnahme analysiert, jedes Telefongespräch überwacht und jede E-Mail liest. Daraus erstellt sie ein Profil der Menschen und kann, mit ziemlich hoher Treffsicherheit, Terroranschläge vorhersagen, welche der US-Regierung mitgeteilt werden. Doch nicht nur großangelegte Anschläge "sieht" diese ominöse Maschine, sie erkennt auch "kleine" Verbrechen bevor sie geschehen. Da die Regierung an häuslicher Gewalt, Entführungen oder tödlichen Überfällen aber kein großes Interesse hat, hat es sich Informatiker und Maschinen-Erfinder Harold Finch (Liebenswürdig-nerdig: Michael Emerson) zur Aufgabe gemacht, eben diesen "uninteressanten" Menschen zu helfen. Und zwar mit der Unterstützung von Ex-Elitesoldat John Reese (Grandios: Jim Caviezel), der den bösen Buben ordentlich die Köppe einschlägt. Und wie!

Gleich nach dem ersten actionreichen Auftritt von Jim Caviezel, konnte ich nur noch fragen: Wer braucht noch James Bond, John McClane oder Batman? John vereint nämlich so gut wie alle Eigenschaften der großen Actionhelden. Er ist smart wie der britische 00-Agent, unverwüstlich wie unser langsam sterbender Unterhemdenträger und besitzt nicht nur das Aussehen, sondern auch die Schlagfertigkeit (in Form von Worten und Fäusten), das Geld und das technische Equipment von Bruce Wayne - wobei das Kleingeld und die Technik eher seinem kleinen Mann im Ohr, den oben bereits erwähnten Überwachungsmaschinenerfinder Finch, zu verdanken sind.

Ausgestattet mit diesem ansehnlichen Repertoire an Genreeigenschaften, schießen, prügeln, sprücheklopfen und kombinieren sich die beiden ungleichen Protagonisten nun also durch allerlei hochspannende und clever geschriebene Einzelfälle, die für sich betrachtet auch einen abendfüllenden Thriller darstellen könnten. So gut sind die Geschichten und so spektakulär ist die Inszenierung. Dazu gibt es geschliffene Dialoge und brillante Schauspieler. Jim Caviezel könnte von mir aus gerne der neue Bond oder Batman werden. Bei ihm ist jeder Zynischer Spruch und jeder "abgefeuerter" Faustschlag ein Actiongenuss. Unheimlich lässiger Kerl, der in Hollywood leider immer noch deutlich unter Wert verkauft wird. Und das, obwohl er sogar schon Jesus gespielt hat!

Einen roten Faden gibt es bei Person of Interest nicht wirklich. Die einzelnen Einsätze sind, von der ersten bis zur letzten Folge, eigenständig und abgeschlossen. Zusammengehalten werden sie jedoch von der interessanten und oft undurchsichtigen Vergangenheit der Charaktere, die erst mit und mit aufgedeckt wird und so für eine gute Portion Spannung, zwischen den ansonsten eher kurzweiligen Stories, sorgt.

Interessant finde ich übrigens die unzähligen Verbindungen zum kommenden Ubisoft Spielekracher Watch_Dogs: Schon das Storygrundgerüst, über einen Überwachungsstaat und einen, von der Polizei gesuchten, Rächer, erinnert verdächtig an den Ubi-Titel. Dazu kommt noch die High-Tech-Inszenierung (inkl. Überwachungskameraaufnahmen und dem Hacken nahezu jeder technischen Gerätschaft) und ein merkwürdiges Detail, das eigentlich kein Zufall sein kann: Am Ende des letzten Watch_Dogs E3 Videos, schießt der Spieler den ankommeden Polizisten gezielt in die Knie, um diese nicht zu töten (da er ja eigentlich zu den Guten gehört). Und genau das macht John in der Serie auch. Merkwürdig! Hat Ubisoft da wohl etwas zu viel Person of Interest geschaut? :D Hoffentlich, kann ich da nur sagen.

Die Serie gehört nämlich zum Genrebesten, was ich in letzter Zeit gesehen habe. Ein kurzweiliger, hochspannender, lässiger und actionreicher Thriller mit tollen Darstellern und guten Geschichten. Und Amy Acker ist auch noch dabei. :liebe: Besser gehts eigentlich nicht. :D

8/10 Kameras


Person of Interest
Staffel 2

Eigentlich kann ich meine Eindrücke zu Staffel 1 unverändert für Staffel 2 übernehmen, bis zu dem Absatz "Einen roten Faden gibt es bei Person of Interest nicht wirklich.", denn das stimmt nun nicht mehr. Im Gegenteil: Es gibt sogar einen fulminaten Story-Faden, voller Spannung, intelligenter Einbindung vergangener Ereignisse und gleich mehreren Bedrohungen, die für regelmäßige Höhepunkte sorgen.

Person of Interest ist mit Staffel 2 nicht mehr "nur" ein grandioser Action-Thriller, sondern bietet ebenfalls eine fantastische Cyber-Krimi-Geschichte, die zwar relativ geradlinig abläuft, jedoch den ein oder anderen Kniff bereit- und insgesamt schlichtweg hervorragend bei der Stange hält. Nicht zu unterschätzen sind aber auch die Einzelfälle, die nun sogar noch spannender und origineller geraten sind (Stichwort: das Kammerspiel in der Sturmfolge oder aber die Facebook-Geschichte :lol: ). Zudem entwickeln sich die Charaktere merklich weiter, werden feiner gezeichnet und von einigen gut geschriebenen Neuzugängen unterstützt.

Die temporeiche Vorzeige-Action, sympathischen Darsteller, der trockene Witz, sowie das heute sogar noch aktuellere Thema sind dabei auch weiterhin das wohlschmeckende Topping auf dem diesmal noch süßeren Thriller-Kuchen. Über vereinzelte Genrealbernheiten (genau, ist auch gar nicht merkwürdig, wenn ein emotionslos dreinblickender Anzugträger sich unauffällig-auffällig durch die Gegend schleicht und dabei auch noch regelmäßig sein Vorgehen in Selbstgesprächen bzw. im Dialog mit seinem Mann im Ohr erläutert - jedes normale Wachpersonal dürfte da ziemlich schnell stutzig werden :D) sehe ich da liebend gerne hinweg. Einen besseren Action-Thriller in Serienformat gibt es zur Zeit einfach nicht. Trotzdem lasse ich noch einen kleinen Wertungspuffer, kann ja sein, dass die Folgestaffeln noch besser werden. Ich bin jedenfalls bereit und freue mich auf Mehr.

9/10 Wallhacks

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Ich stelle mir gerade vor wie John Reese, Raylan Givens, Steve McGarrett und Jack Bauer aufeinandertreffen. Ich glaube da würde das Universum vor Coolness implodieren. :lol:


Person of Interest
Staffel 3

Mhmm, köstlich! Mal wieder ein unheimlich wohlschmeckendes Thriller-Schmankerl. Eigentlich kann ich mir ausschweifende Erläuterungen zu Staffel 3 sparen, da Person of Interest sein hohes Niveau gekonnt hält und die Latte sogar noch etwas höher legt. Daher verweise ich für allgemeine Eindrücke auf meine Vor-Staffel-Kritiken und sage zur aktuellen nur: Vorzüglich! Vor allem der Plot dreht nochmals ordentlich an der Spannungsschraube und stellt unsere, mittlerweile erstaunlich große, aber dennoch fantastisch funktionierende, Untergrund-Helden-Gruppierung vor schweißtreibende Aufgaben. Alte Handlungsstränge werden im fulminanten Staffelhalbfinale erstaunlich dramatisch und rund zu Ende gebracht, während neue und noch dickere rote Fäden aufgefahren werden. Diese laufen im Staffelfinale dann pointiert zusammen und hinterlassen ein Geschichten-Netzwerk, das mächtig Lust auf Mehr macht. Dadurch, dass nun gleich mehrere und deutlich bedrohlichere Antagonisten-Parteien auf den Plan treten, wirkt Staffel 3 insgesamt ein wenig konstruierter. Das beraubt ihr zwischenzeitlich zwar ein wenig ihrer Glaubwürdigkeit, lässt aber auch keine Atempause zu und mich beim Schauen immer weiter auf die Sofakante zurutschen, so fesselnd ist die Story.

Ansonsten folgt Person of Interest seinem gewohnt grandiosen Rezept aus: Kerniger Action, viel Thrill, einigen unterhaltsamen Cyber-Sci-Fi-Komponenten, cleverem Humor und charismatischen Schauspielern. Letztere, vor allem die erst kürzlich dazu gestoßenen, harmonieren zu meiner Überraschung ganz hervorragend. Wenn ich ehrlich bin, habe ich nämlich nicht damit gerechnet, dass sich das alte Serien-Team so problemlos ergänzen lässt, ohne grundlegende Strukturen der Serie ändern zu müssen. Hut ab vor den tollen Darstellern und gewitzten Drehbuchautoren, die alte und neu Figuren und Geschichten nahezu perfekt verstrickt haben.

Was mich übrigens immer wider fasziniert, ist die Aktualität dieser Serie. Man könnte fast meinen, die Autoren hätten eine Kristallkugel griffbereit, mit der sie in die Zukunft schauen. Erst servieren sie uns bereits im Vorfeld einige Details der Snowden-Enthüllungen, dann spoilern sie Watch Dogs und nun sagen sie die, in der vergangenen Woche tatsächlich passierte, FBI Darknet-Drogen-Razzia vorher. Verrückt! :D

9/10 Server



Shaw... :liebe:
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Zuletzt bearbeitet:
person of interest, hannibal, true detective oder 24...eine dieser serien wirds nach mentalist...
ich tendiere zu hannibal, soll nach der 3 staffel abgeschlossen sein und ich schaue keine serien mehr, bei denen die hauptstory noch nicht zu ende ist...
 
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Gravity

Lief gestern auf Sky Cinema. Habe ihn damals im Kino (3D) gesehen & auch auf Blu Ray. Hat selbst bei seiner dritten Sichtung in etwas mehr als einem Jahr nichts von seiner Wucht verloren. Über den Streifen gibts tausende Diskussion angeführt von Space Doofies über Plotlosigkeit und auch ich denke das er nicht all seine Oscars verdient hat. Trotzdem der beste Astronautenfilm überhaupt. Das schafft er im Grunde allein durch seine heftige Stimmung, den Soundtrack & die prachtvolle Visualisierung. 8,5/10.
 
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Gravity

Lief gestern auf Sky Cinema. Habe ihn damals im Kino (3D) gesehen & auch auf Blu Ray. Hat selbst bei seiner dritten Sichtung in etwas mehr als einem Jahr nichts von seiner Wucht verloren. Über den Streifen gibts tausende Diskussion angeführt von Space Doofies über Plotlosigkeit und auch ich denke das er nicht all seine Oscars verdient hat. Trotzdem der beste Astronautenfilm überhaupt. Das schafft er im Grunde allein durch seine heftige Stimmung, den Soundtrack & die prachtvolle Visualisierung. 8,5/10.

Der beste Astronautenfilm im Dramabereich bleibt für mich Apollo 13.
 
Gestern 300: Rise of an Empire und danach Maleficent gesehen. Trotz der billig wirkenden Trailer hat der 300-Nachfolger doch noch eine gewisse Wucht gehabt, wobei sie das Rauschen und den Kontrast im Vergleich zum Vorgänger stark herunter gefahren haben. Die Optik war auch eigentlich nicht das Problem, viel mehr war es das Setup mit den Seekämpfen. Kriegsschiffe sind nun einfach mal fucking träge und unbeweglich und in Kombination mit der überstrapazierten Slow-Mo nach der x-ten Ramm-Attacke einfach nur auf. Ich hätte mir lieber ein paar Schlachten auf Land gewünscht, statt in diesem arg begrenzten Rahmen aus Wasser und Planken. Charaktere (besonders der Protagonist) waren eigentlich alle uninteressant und der Green hab ich die Rolle zu keiner Sekunde abgenommen, wirkte meiner Ansicht nach völlig Fehl am Platze, für 'ne mächtige und skrupellose Feldherrin kann man da nicht so ein zierliches Püppchen hinstellen. Ansonsten, bei weitem nicht so stark wie 300, aber als Nachklapp ganz solide. Außerdem fliegen mal wieder die fetzen, nachdem Edge of Tomorrow offensichtlich jeglicher Gewalt amputiert wurde.

Maleficent hingegen fand ich wirklich klasse, selbst Jolie hat hier endlich mal 'ne Haltestelle für ihr sonst so unterkühltes Schauspiel gefunden. Überhaupt, nicht nur eine Neuinterpretation zu wagen, sondern sie auch noch von der komplett anderen Richtung anzugehen und die Geschichte der Gegenseite zu erzählen, muss man dem Film und auch Disney schon hoch anrechnen. Auch das der Film nicht im heute eher üblichen Dumm-Scheiß-Humor für Kleinkinder untergeht, sondern überraschend düster daher kommt und seinen Humor sparsam aber gezielt einsetzt.
 
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3 Days to Kill
6/10

Puh, da hat ein Trailer aber mal wieder einen völlig anderen Film suggeriert. Der Film setzt viel zu sehr auf die Vater/Tochtergeschichte, die Action ist derartig rar, dass nicht mal zehn Minuten damit gefüllt werden. Das wäre ja bei einem wirklich interessanten Actionthriller nicht so schlimm, 3DTK hat aber einfach das Problem, zu viele Längen zu haben. Die Geschichte ist jetzt auch wahrlich nicht so interessant, dass es die Laufzeit rechtfertigt. Costner geht klar, freue mich über jede gute Rolle, und den Agenten spielt er auch wirklich klasse, leider konnte er aber viel zu wenig zeigen. Der auflockendere Humor hat den Film jetzt auch nicht flüssiger gemacht. Für zwei Stunden hat der Film einfach nicht genug Substanz. Bestimmt alles andere als ein Totalausfall, nach dem rasanten Trailer habe ich mir aber einen fetzigen und kurzweiligen Acfionfilm erhofft, an dieser Prämisse scheitert der Film aber.
 

3 Days to Kill
6/10

Puh, da hat ein Trailer aber mal wieder einen völlig anderen Film suggeriert. Der Film setzt viel zu sehr auf die Vater/Tochtergeschichte, die Action ist derartig rar, dass nicht mal zehn Minuten damit gefüllt werden. Das wäre ja bei einem wirklich interessanten Actionthriller nicht so schlimm, 3DTK hat aber einfach das Problem, zu viele Längen zu haben. Die Geschichte ist jetzt auch wahrlich nicht so interessant, dass es die Laufzeit rechtfertigt. Costner geht klar, freue mich über jede gute Rolle, und den Agenten spielt er auch wirklich klasse, leider konnte er aber viel zu wenig zeigen. Der auflockendere Humor hat den Film jetzt auch nicht flüssiger gemacht. Für zwei Stunden hat der Film einfach nicht genug Substanz. Bestimmt alles andere als ein Totalausfall, nach dem rasanten Trailer habe ich mir aber einen fetzigen und kurzweiligen Acfionfilm erhofft, an dieser Prämisse scheitert der Film aber.

Zustimmung. Und Amber Heard war völlig überflüssig und nervig.
 
Der Hobbit - Smaugs Einöde

Nach der ersten Sichtung war ich ja leider nicht allzu begeistert, auch wenn der Film natürlich noch immer gut war, aber irgendwie wollte der Funken nicht so recht rüber springen.

Nun wurde der Film noch einmal in der Extended 3D Version geschaut und siehe da, mich hat es wieder gepackt. Hat mir, warum auch immer viel, viel besser gefallen (ist aber noch immer der "schlechteste" aller Filme soweit).

Smaug in 3D ist einfach :huldig:
 
Der Hobbit rockt! Bin ja, wie ihr wisst :D, nicht der größte Herr der Ringe-Fanatiker, aber die Hobbits fand ich echt gut.
So gut, dass ich mir gestern sogar die Extended Edition von Smaugs Einöde gekauft habe.
Genau das Richtige, um mich auf Dragon Age einzustimmen. :D
 
Ich habe schon bestimmt zwei Tage keine auf die Schnauze bekommen wegen meines Filmgeschmacks. Deswegen habe ich mir jetzt einen besonderen Film ausgesucht und gebe mein Bestes.

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Interstellar

Zur Vorbereitung hatte ich in der letzten Woche den großen SciFi-Klassiker 2001: A Space Odyssey und Nolans Batman-Filme, die Spitzen des Hollywoodkinos, gesehen. Um einen relativ leeren, aber dennoch großen Saal zu erwischen, holte ich dann Karten für Montag Abend. So richtig erfolgreich war das nicht. Nicht weit von uns saßen drei halbstarke Mittdreißiger, die in 'ner Kneipe besser aufgehoben gewesen wären. In den ruhigen Momenten wurde ich so wieder daran erinnert, weswegen ich Filme am liebsten zu Hause gucke.

Wie auch immer. Der Film schaffte es mich ab der ersten Sekunde in seinen Bann zu ziehen. Das lag an der cleveren Storyführung. Wie in einem Thriller ließ man den Zuschauer nie zu viel wissen und köderte ihn mit interessanten Informationen und dem Weglassen von Informationen. Das funktionierte über die gesamte Spielfilmlänge, aber auch einzelne Szenen spielten isoliert betrachtet viel mit dem Ungewissen, in großen physikalischen Fragen und auch in persönlichen Beziehungen. Genial, wie Nolan hier wieder Fingerspitzengefühl beweist. Das ist perfekt inszeniertes Hollywoodkino.

Als es dann Richtung endlose Weiten des Weltraums ging, wurde die Atmosphäre des Films stark angehoben. Man sah diese gigantischen Himmelskörper, andere Welten. Ich hatte gleich das Gefühl eines unglaublichen Abenteuers und bestaunte als kleiner Mann die Größe dieser Geschichte. Es gab für mich bis jetzt keinen Film der ein Weltraumabenteuer so authentisch transportieren konnte wie Interstellar. Ich bin großer Fan von realistischer Science Fiction und es gibt nichts Vergleichbares.

Nolan weiß es den Zuschauer mitzureißen und liefert dann in der zweiten Hälfte des Films auch spektakuläre Actionszenen im Stile von Gravity. Die fügten sich aber wunderbar in den Film. Ich zitterte schon lange nicht mehr so bei solchen Szenen. Die Charakterkonflikte, die den Spannungsbogen im Weltraum mitaufbauten fand ich ehrlich gesagt dagegen etwas banal. Das waren vorhersehbare Dialoge und zu schwach gezeichnete Charaktere. Das hat im Gegensatz zum Familiendrama im Film für mich gar nicht funktioniert.

Dann kam das Ende, trotz drei Stunden Laufzeit, irgendwie überhastet und hat mich leider etwas verloren. Ich habe mehr erwartet als diesen "Storykreis", den man aus anderen Zeitreisefilmen kennt. Ich fand die Auflösung verglichen mit anderen Nolan-Filmen sehr simpel. Nolan hat hier versucht - im wahrsten Sinne des Wortes - unfassbare Theorien dem gemeinen Zuschauer näherzubringen und das macht das Unterhaltungskino selten so realistisch, aber inhaltlich fehlte mir hier der Kick.

Ich muss leider auch sagen, dass ich sogar viel mehr Science erwartet habe. (Das ist keine Kritik. Der Film braucht das nicht.) Als es hieß, dass hier ein renommierter theoretischer Physiker mitgearbeitet hat, habe ich gedacht, dass die Theorien sehr viel tiefer betrachtet werden würden. Das wäre natürlich eine Mammutaufgabe hier den Spagat zwischen Unterhaltung und Realismus zu finden. Nolan hätte ich es durchaus zugetraut. Letztendlich hat mir die Theorien aber sehr oberflächlich aufgegriffen, so dass jeder, der mal bei diesen N24-Dokus hängen geblieben ist oder Galileo regelmäßig schaut, jetzt keinen Mindfuck erleben sollte. Wie die Raumzeitkrümmung dann zwischen zwei Astronauten mit einem Blatt Papier und einem Bleistift erklärt wurde, fand ich etwas albern. Hätte man sich sparen können und sollen.

Aber wie gesagt, der Film braucht nicht mehr Physik. Er hat ein gutes Maß für wissenschaftliche Begeisterung und filmische Unterhaltung gefunden. Nur um den Bogen zu schließen: Der Film ist ein Meisterwerk. Er schafft es ein schwieriges wissenschaftlichen Thema interessant aufzugreifen, verbindet es mit einer tiefen, rührenden Beziehung zwischen Vater und Tochter, erzeugt mit seiner Action und zwischenmenschlichen Konflikten bebende Spannung. Der Film ist ein Glanzprojekt des Hollywoodkinos. 10/10
- Bester Science Fiction-Film seit vielen Jahren und überhaupt einer der besten Filme überhaupt.

Und jetzt werden mich wieder einige falsch verstehen, weil ich ein "aber" dahinterklemme. Aber egal.

Glanzprojekt des Hollywoodkinos, aber wir haben hier weiterhin einen Hollywoodfilm, der im Aufbau, in der Dramaturgie, in den Beziehungen konservative Wege geht. So richtig tief traut er sich weder in die Vater-Tochter-Beziehung noch in die Wissenschaft. Enttäuscht hat es mich, dass er bei der Schwester-Bruder-Beziehung noch nicht einmal die Gelegenheit beim Schopf packt und den Konflikt in einem Dialog Tiefe verleiht. Das Gleiche gilt für Brand/Cooper. Hätte dem Film jedenfalls nicht geschadet.

Und hier kommen wir auch dem Nahe, was ich eigentlich ausdrücken will, abseits der eigentlichen Filmbewertung. Der Film spielt nicht in einer Liga mit 2001: A Space Odyssey mit. Mich wundern die Vergleiche und mich wundert noch mehr, dass man Interstellar in die Arthouse-Ecke schieben will. Ich kann mir bei bestem Willen nicht vorstellen, dass jemand, der so einen Vergleich zieht, überhaupt 2001 gesehen hat.

2001 ist kein Meisterwerk des Hollywoodkinos. Der Film hat keinen konventionellen Aufbau, er hat keinen richtigen Spannungsbogen, als Film langweilt der Film sehr schnell. Ganze Teile des Films erschließen sich überhaupt erst am Ende oder eben gar nicht. Es ist ein Rätsel in vier abgeschnitten Akten. Der Film spielt fernab der Wissenschaft, die Intention des Machers ist die persönliche Interpretation, der emotionale Instinkt. Es ist ein Film, der voller Details steckt, dass man nach dem Schauen die Bedeutung einzelner Kompositionen des Scores googlet. Es werden einem Brotkrümel vor die Nase geworfen, die nirgendwo und überall hinführen. Der Film ist ein unglaublich komplexes Kunstwerk. Und bis auf das Genre (SciFi) sehe ich keine Ähnlichkeiten zu Interstellar, der einen gänzlich anderen Weg geht.
 
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