Eine Hochglanz-Thriller-Serie, produziert vom
Master of the Serien J.J. Abrams und dem überaus cleveren Hirn von Jonathan Nolan - ganz genau, dem Bruder von Christopher, der für grandiose Drehbücher wie
Memento, die
Dark Knight Trilogie oder
Prestige verantwortlich ist - entsprungen: Das kann doch nur genial sein. Und das ist es auch!
Person of Interest ist ein spannender Action-Thriller, der auf einem gerade sehr aktuellen Thema basiert: Nämlich einer Maschine, welche jede Kameraaufnahme analysiert, jedes Telefongespräch überwacht und jede E-Mail liest. Daraus erstellt sie ein Profil der Menschen und kann, mit ziemlich hoher Treffsicherheit, Terroranschläge vorhersagen, welche der US-Regierung mitgeteilt werden. Doch nicht nur großangelegte Anschläge "sieht" diese ominöse Maschine, sie erkennt auch "kleine" Verbrechen bevor sie geschehen. Da die Regierung an häuslicher Gewalt, Entführungen oder tödlichen Überfällen aber kein großes Interesse hat, hat es sich Informatiker und Maschinen-Erfinder Harold Finch (Liebenswürdig-nerdig: Michael Emerson) zur Aufgabe gemacht, eben diesen "uninteressanten" Menschen zu helfen. Und zwar mit der Unterstützung von Ex-Elitesoldat John Reese (Grandios: Jim Caviezel), der den bösen Buben ordentlich die Köppe einschlägt. Und wie!
Gleich nach dem ersten actionreichen Auftritt von Jim Caviezel, konnte ich nur noch fragen: Wer braucht noch James Bond, John McClane oder Batman? John vereint nämlich so gut wie alle Eigenschaften der großen Actionhelden. Er ist smart wie der britische 00-Agent, unverwüstlich wie unser langsam sterbender Unterhemdenträger und besitzt nicht nur das Aussehen, sondern auch die Schlagfertigkeit (in Form von Worten und Fäusten), das Geld und das technische Equipment von Bruce Wayne - wobei das Kleingeld und die Technik eher seinem kleinen Mann im Ohr, den oben bereits erwähnten Überwachungsmaschinenerfinder Finch, zu verdanken sind.
Ausgestattet mit diesem ansehnlichen Repertoire an Genreeigenschaften, schießen, prügeln, sprücheklopfen und kombinieren sich die beiden ungleichen Protagonisten nun also durch allerlei hochspannende und clever geschriebene Einzelfälle, die für sich betrachtet auch einen abendfüllenden Thriller darstellen könnten. So gut sind die Geschichten und so spektakulär ist die Inszenierung. Dazu gibt es geschliffene Dialoge und brillante Schauspieler. Jim Caviezel könnte von mir aus gerne der neue Bond oder Batman werden. Bei ihm ist jeder Zynischer Spruch und jeder "abgefeuerter" Faustschlag ein Actiongenuss. Unheimlich lässiger Kerl, der in Hollywood leider immer noch deutlich unter Wert verkauft wird. Und das, obwohl er sogar schon Jesus gespielt hat!
Einen roten Faden gibt es bei
Person of Interest nicht wirklich. Die einzelnen Einsätze sind, von der ersten bis zur letzten Folge, eigenständig und abgeschlossen. Zusammengehalten werden sie jedoch von der interessanten und oft undurchsichtigen Vergangenheit der Charaktere, die erst mit und mit aufgedeckt wird und so für eine gute Portion Spannung, zwischen den ansonsten eher kurzweiligen Stories, sorgt.
Interessant finde ich übrigens die unzähligen Verbindungen zum kommenden Ubisoft Spielekracher Watch_Dogs: Schon das Storygrundgerüst, über einen Überwachungsstaat und einen, von der Polizei gesuchten, Rächer, erinnert verdächtig an den Ubi-Titel. Dazu kommt noch die High-Tech-Inszenierung (inkl. Überwachungskameraaufnahmen und dem Hacken nahezu jeder technischen Gerätschaft) und ein merkwürdiges Detail, das eigentlich kein Zufall sein kann: Am Ende des letzten Watch_Dogs E3 Videos, schießt der Spieler den ankommeden Polizisten gezielt in die Knie, um diese nicht zu töten (da er ja eigentlich zu den Guten gehört). Und genau das macht John in der Serie auch. Merkwürdig! Hat Ubisoft da wohl etwas zu viel
Person of Interest geschaut?

Hoffentlich, kann ich da nur sagen.
Die Serie gehört nämlich zum Genrebesten, was ich in letzter Zeit gesehen habe. Ein kurzweiliger, hochspannender, lässiger und actionreicher Thriller mit tollen Darstellern und guten Geschichten. Und Amy Acker ist auch noch dabei.

Besser gehts eigentlich nicht.
