Ich habe gar keine angestammten, kleinen Händler und ich hatte sie auch nicht vor amazon. Das galt allenfalls noch für Buchhandlungen. Doch da ist mein Kaufvolumen in den letzten Jahren so zusammengeschrumpft, dass ich da kein großer Verlust bin. Eigentlich kaufe ich fast nur noch Kinderbücher und die auch nicht gerade in rauhen Mengen.
Videospiele kaufe ich allerdings eher selten über amazon, einfach weil sie da oft nicht wirklich günstig sind.
Ich finde auch, dass alteingesessene Versandhändler wie Otto oder Neckermann ihre faire Chance hatten. Aber was amazon da aufgezogen hat, sucht seinesgleichen. Klar birgt das auch Gefahren, aber als Kunde mich da so sehr zu beschneiden und auf amazon zu verzichten,
Diese ganze Diskussion gab es schon in den 70igern, als die ersten Supermärkte in Deutschland auftauchten und die Tante-Emma-Läden kaputtmachten. Und auch die großen Kaufhäuser haben damals vielen kleinen Läden das Leben schwer gemacht. So ist eben die Tendenz in der Marktwirtschaft und da gehört es eben auch zur Kaufmännischen Denke dazu, neue Geschäftsideen zu entwickeln, sich zu spezialisieren etc etc. Man kann nicht erwarten, dass sich die Welt nicht verändert.
Bin neulich, während meiner Radtour, in Wismar zufällig mit einer Frau ins Gespräch gekommen, die ein professionelles Fotogeschäft führt. Sie sieht sich als Handwerksbetrieb, was ich interessant fand und sie war sich über die veränderten Marktbedingungen völlig bewusst. Die Leute wollen heute alles über das Internet machen. Das kann man ihnen nicht vorwerfen. Früher haben die alles verkauft, von der Kamera bis zum Film. Heute müssen die sich auf hochwertige Entwicklung und professionelle Fotoshootings konzentrieren. Jedenfalls hat man schon gemerkt, dass die nicht vorhatte, sich mit der Situation abzufinden. Ziemlich coole Frau, hat mich beeindruckt, wie die mir spontan ihre Situation geschildert hat.