Percy Jackson - Im Bann des Zyklopen
Percy Jackson - Diebe im Olymp war anno 2010 eine durchaus positive Überraschung. Als Nicht-Kenner der Romanvorlage, bekam ich ein temporeiches Jugend-Abenteuer mit Herz, Witz und einer spritzig in die Moderne übertragenden griechischen Mythologie serviert, das Lust auf eine filmische Fortsetzung machte. Nun ist sie, mittlerweile auch schon seit geraumer Zeit, da und leider eine mittelgroße Enttäuschung.
Nach dem Motto "Bigger is better", startet das sympathische Halbgott-Trio auch sofort durch und begibt sich auf eine leider nicht halbgöttliche, sondern vielmehr halbgare Reise in die See der Monster, um dort das goldene Vlies zu finden, welches... ach, was erzähle ich hier groß die Handlung. Die ist eh nicht der Rede wert, etwas holprig aus der griechischen Sagenwelt zusammengeschustert und soll lediglich von einer fetzigen Actionszene in die nächste führen. Ganz ähnlich wie in einem Videospiel, erwarten uns so regelmäßige Schauplatzwechsel, die von reichlich albernem Humor getragen werden und meist in actiongeladenen Bosskämpfen gipfeln. Prinzipiell ist das ja eine ganz kurzweilige Mischung, wäre da nicht der vorhersehbare, teils peinliche Grundschul-Witz, die mäßigen Effekte und kaum vorhandene Story. Dazu kommen dann noch nervige Charakterneuzugänge wie Tyson, der - sowohl vom Aussehen als auch vom Verhalten her - eher an
George, der aus dem Dschungel kam als an einen Halbgott erinnert
.
Einzige Lichtblicke in diesem seelenlosen Effektspektakel sind Nathan Fillions gewohnt charmantes Gastspiel als Götterbote Hermes in brauner UPS-Shorts und die hinreißenden, strahlend blauen Augen von Alexandra Daddario, in denen man(n) regelmäßig zu versinken droht.

Und das nicht erst seit ihres einprägsamen Körpereinsatzes in
True Detective - der schon beim bloßen Gedanken daran für bedenklichen Blutmangel im Hirn sorgt.
Fazit: Sprunghafte, zu alberne, substanzlose und selten überzeugende Romanverfilmung. Kein kompletter Rohrkrepierer, aber durchschnittlichster Durchschnitt.
5/10 Seepferde
Außerdem gab es die Tage noch meine alljährliche Sichtung von
Jay und Silent Bob schlagen zurück.
Immer wieder ein Genuss! Eine meiner liebsten, weil zeitlosen und Gag-detailverliebten, Nonsense-Komödien. Entweder spielt mein Gedächtnis mir einen Streich oder ich entdecke tatsächlich bei jeder Betrachtung neue Humorebenen in den Sprüchen und Anspielungen.

Vielleicht liegt es auch daran, dass ich in der Zwischenzeit Kevin Smiths Biographie - wenn man seine zotige Lebensabschnittsverschriftlichung denn so nennen möchte - gelesen habe und gerade die Verarbeitung seiner Schauspielfreunde und Miramax daher nun aus einem etwas anderen Blickwinkel betrachte.
Außerdem hat der Film noch Eliza Dushku

, die eindeutig, auch heute noch, mehr Rollenangebote verdient! Hätte Joss Whedon sie nicht serien-adoptiert, wäre sie wahrscheinlich ganz in der Filmversenkung verschwunden. Eine Schande!